Inhalt
1. Einleitung 3
2. Die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen 4
2.1. Die Situation am deutschen Arbeitsmarkt 4
2.1.1. Rentenzugangsalter 4
2.1.2. Erwerbsquoten älterer Menschen 4
2.1.3. Arbeitslosigkeit erwerbswilliger älterer Menschen 5
2.1.4. Partizipation an Fort- und Weiterbildungsangeboten 5
2.2. Die Situation am britischen Arbeitsmarkt 6
2.2.1. Rentenzugangsalter 6
2.2.2. Erwerbsqouten älterer Menschen 6
2.2.3. Arbeitslosigkeit erwerbswilliger älterer Menschen 7
2.2.4. Partizipation an Fort- und Weiterbildungsangeboten 7
2.3. Fazit 7
3. Konsequenzen einer geringen Alterserwerbstätigkeit für die Volkswirtschaft 7
3.1. Entgangene Wertschöpfungspotenziale 8
3.2. Überlastung der sozialen Sicherungssysteme 8
4. Integrationshemmende Faktoren für ältere Menschen am deutschen Arbeitsmarkt 9
4.1. Gesetzliche Rahmenbedingungen 9
4.2. Tarifliche Rahmenbedingungen 10
4.3. Negativattribuierung des Alters seitens der Arbeitgeber 10
5. Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigung älterer Erwerbstätiger 11
5.1. Deutschland 11
5.1.1. Arbeitsrechtliche Reformen 11
5.1.2. Allgemeines Gleichstellungsgesetz (AGG) 12
5.2. Großbritannien 12
5.2.1. Staatliche Initiativen 12
5.2.2. Rechtliche Grundlagen 13
6. Zusammenfassung 14
7. Literatur 16
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1. Einleitung
Die „Rente mit 67“, aktuell eines der Topthemen innerhalb der nationalen Medienlandschaft, bewegt und erhitzt die Gemüter der Bevölkerung über alle Schichten und Milieugrenzen hinweg. Das Spektrum der Bewertung der anstehenden Reformen reicht von „notwendiger Anpassungsmaßnahme an die demografische Entwicklung“ bis zum „Rentenklau“. Innerhalb des Lagers der Gegner der Gesetzesnovelle wird als eines der Hauptargumente die schon bereits derzeit bestehende prekäre Lage älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt angeführt. Abnehmende Einstellungschancen für Ältere, mangelnde Partizipationsmöglichkeiten an Weiterbildungsange-boten, vermehrte Gefährdung bei Personalabbaumaßnahmen etc. würden schon heute Zweifel an einer Integration älterer Arbeitnehmer in das Arbeitssystem aufwerfen. Durch die Anhebung des Renteneintrittsalters werde diese Problematik nur um einige Jahre verlängert, ohne den älteren Arbeitnehmern wirkliche berufliche Perspektiven zu bieten. Die Befürworter der Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters argumentieren mit der Notwendigkeit der Anpassung an die gestiegene Lebenserwartung sowie an die Herausforderungen des Alterstrukturwandels. Die Chancen für ältere Arbeitnehmer, Anschluss an den ersten Arbeitsmarkt zu bekommen, ließen sich durch geeignete Interventionen und Reformen erheblich verbessern. Beispiele für eine gelungene Integration älterer Menschen in die Arbeitswelt fänden sich u.a. bei einem großen Teil unserer europäischen Nachbarn.
Im Folgenden wird der Frage nach der Inklusion älterer Erwerbstätiger in das Arbeitssystem nachgegangen. In diesem Zusammenhang wird zunächst die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen dargestellt: Erwerbsquoten, Rentenzugangsalter, Arbeitslosigkeit und die Partizipation an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sind hierbei Indikatoren für die Präsenz älterer Personen am Arbeitsmarkt. In Bezug auf diese Kriterien wird der direkte Vergleich mit Großbritannien gesucht, als europäischem Land mit einer der höchsten Erwerbsquoten älterer Menschen. Neben der Vorbildfunktion, die Großbritannien in dieser Hinsicht zukommt, hat dieses Land als Wiege der Industrialisierung auch eine gewisse historische Bedeutung in Bezug auf die Frage nach der Situation von Arbeitnehmern. Im Anschluss an die Erhebung des Problembefunds werden potenzielle volkswirtschaftlichen Konsequenzen diskutiert, die sich aus der defizitären Situation in Deutschland ergeben können. In einem weiteren Schritt werden mögliche Ursachen für die mangelnde Integration älterer Erwerbstätiger erörtert und abschließend - auch im Hinblick auf die Erfahrungen in Großbritannien - erfolgversprechende Lösungsstrategien erläutert.
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2. Die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen
2.1. Die Situation am deutschen Arbeitsmarkt
Die Entberuflichung ist eines der 5 Altersphänomene, die im Kontext der bundesrepublikanischen Altersforschung von Hans Peter Tews im Zusammenhang mit dem Strukturwandel des Alters beschrieben werden. Die Berufsaufgabe hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland eindeutig nach unten verschoben, so dass die Anzahl der älteren Beschäftigten stark gesunken ist.
Das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben ist nicht unbedingt mit dem Einsetzen des Bezugs von Altersrente verknüpft. Neben Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsrenten sind es auch betriebliche Vereinbarungen und Sozialpläne, welche Menschen Anlass zum Eintritt in den Ruhestand geben. Die Möglichkeit des früheren Ausstiegs aus dem Erwerbsleben wurde in den vergangenen Jahren häufig als Instrument zur Regulierung der Arbeitsmarktsituation und als Rationalisierungs- maßnahme von Unternehmen genutzt (vgl. Herfurth,M./Kohli, M./Zimmermann, K. S. 47).
2.1.1. Rentenzugangsalter
Aus einer Studie geht hervor, dass in Deutschland eine gravierende Diskrepanz zwischen dem gesetzlichen und dem tatsächlichen Renteneintrittsalter besteht. Bei dem gesetzlichen Rentenalter von derzeit noch 65 Jahren beträgt bei Männern die Differenz durchschnittlich 4,0 Jahre, bei Frauen liegt sie sogar bei 4,6 Jahren. Im internationalen Vergleich wird evident, dass ein Zusammenhang zwischen der Höhe des gesetzlichen Rentenalters und dem tatsächlichen Eintritt in den Ruhestand nicht gegeben ist, d.h. dass ein höheres gesetzliches Rentenalter keine höhere Erwerbsbeteiligung älterer Menschen nach sich zieht (vgl. Bertelsmann Stiftung, S. 34).
2.1.2. Erwerbsquoten älterer Menschen
Zahlen aus empirischen Untersuchungen zum internationalen Vergleich belegen, dass in Deutschland der Anteil der älteren Arbeitnehmer auffallend niedrig ist. So waren in der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen 2001 bei uns nur noch 37,6 % erwerbstätig. (vgl. Bertelsmann Stiftung, S. 34). Innerhalb dieses Trends der Entberuflichung älterer Menschen zeichnen sich außerdem folgende Spezifika ab: Die Erwerbsbeteiligung der 55-bis 59-jährigen Männer nimmt seit 1970 kontinuierlich, aber mäßig ab, während die Erwerbsquote der 60- bis 64-Jährigen sich relativ stark reduziert. Bei den Frauen der Altersgruppe der 55-bis 59-Jährigen ist eher ein Zuwachs zu verzeichnen im Gegensatz zu den 60- bis 64-Jährigen, deren Präsenz auf dem Arbeitsmarkt stark abnimmt.Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass Arbeitssuchende
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in die Quoten mit eingerechnet sind. Die Anzahl der tatsächlich noch einer Berufstätigkeit nachgehenden älteren Menschen ist folglich wesentlich geringer als es diese Ergebnisse suggerieren. (Herfurth,M./Kohli, M./Zimmermann, K. S. 49).
2.1.3. Arbeitslosigkeit erwerbswilliger älterer Menschen
Die Anzahl der erwerbswilligen arbeitslosen Älteren korrespondiert mit der niedrigen Erwerbsquote älterer Menschen hierzulande. 2001 war Deutschland im europäischen Vergleich Spitzenreiter mit einem Arbeitslosenanteil bei den 55- bis 64-Jährigen von über 11 %. Es fällt auf, dass in Deutschland als einzigem in der Studie erfassten Land kein Anstieg der Integration älterer Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt erkennbar war (vgl. Bertelsmann Stiftung, S. 35). Diese Situation scheint sich erst in jüngster Zeit infolge einer Abnahme der Gesamtarbeitslosigkeit zu verändern. Ein besonderes Problem hinsichtlich der Arbeitslosigkeit älterer Arbeitnehmer liegt im überproportional hohen Anteil an Langzeitarbeitslosen. Unter den über 55-Jährigen Arbeitslosen wird von einem Anteil von mindestens 2/3 ausgegangen, die schon länger als 1 Jahr ohne Arbeit sind. Für viele von ihnen bedeutet die Phase längerer Arbeitslosigkeit den direkten Übergang in den Rentenstatus: „So sind im Jahr 2002 in den alten Bundesländern 26,9 % und in den neuen Bundesländern sogar 45,4 % der Rentenzugänge der Männer in die gesetzliche Rentenversicherung in Verbindung mit vorausgehender Arbeitslosigkeit bzw. Altersteilzeit erfolgt.“ (s. Schott, T. S. 27). Als Ursache für die schlechte Reintegration Älterer in den ersten Arbeitsmarkt wird v.a. die schlechte Vermittelbarkeit aufgrund des hohen kalendarischen Lebensalters angeführt. Erst im Anschluss daran folgen Gründe wie mangelnde berufliche Qualifikation oder gesundheitlich bedingte Leistungseinschränkungen (vgl. Schott, T. S. 27).
2.1.4. Partizipation an Fort- und Weiterbildungsangeboten
Obwohl die Gruppe der 55- bis 64-Jährigen Arbeitnehmern vergleichsweise über hohe Bildungsabschlüsse verfügt, spiegelt sich dieses Bildungsniveau nicht an der Partizipation der Älteren an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten wider. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland auch in diesem Bereich in Bezug auf ältere Arbeitnehmer die Schlusslichtstellung ein (vgl. Bertelsmann Stiftung, S. 44).
Dabei kann hierzulande keineswegs von einer Bildungsmüdigkeit älterer Menschen die Rede sein. Bildungsangebote für Senioren haben Hochkonjunktur: Seniorenstudiengänge, auf ältere Menschen ausgerichtete Lehrangebote an Volkshochschulen, kirchliche Bildungsangebote für Senioren etc. erfreuen sich wachsender Beliebtheit. In Anbetracht der evidenten Aufgeschlossenheit älterer Menschen an Bildungsangeboten, scheint die Ursache für die
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Birgitta Bernhardt, 2007, Die Frage der Inklusion älterer Arbeitnehmer in das Arbeitssystem vor dem Hintergrund des Altersstrukturwandels, Munich, GRIN Publishing GmbH
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