Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkungen 3
2. Die eigene Haltung im Gespräch mit Sterbenden 4
3. Die 5 Phasen des Sterbens nach Elisabeth Kübler-Ross mit entsprechenden Hilfsmöglichkeiten 5
3.1. Verleugnung 5
3.2. Wut und Zorn 6
3.3 Verhandeln 7
3.4. Depression 7
3.5. Annahme 8
4. Die Symbolsprache von Sterbenden 9
5. Eigene Stellungnahme 10
Literatur: 11
Ich habe keine Lehre
Ich zeige nur etwas. Ich zeige Wirklichkeit
Ich zeige etwas an der Wirklichkeit
was nicht oder nur wenig gesehen worden ist
Ich nehme ihn der mir zuhört an der Hand
Und führe ihn zum Fenster
Ich stoße das Fenster auf und zeige hinaus
Ich habe keine Lehre aber ich führe ein Gespräch
(Martin Buber)
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1. Vorbemerkungen
Es gibt wahrscheinlich nur wenige Themen, die bei den meisten Menschen so viele Ängste und Abwehrreaktionen hervorrufen wie der Themenbereich Tod und Sterben. Das Bewusstsein, jeden Tag unaufhaltsam ein Stück näher auf das eigene physische Ende zuzugehen, verbunden mit der Unwissenheit und Unsicherheit über die körperlichen, seelischen und spirituellen Vorgänge während des Sterbeprozesses lassen viele Menschen eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik vermeiden.
Die zunehmenden Distanzierungstendenzen in Bezug auf Religion und Kirche erschweren das eher im religiösen Kontext zu sehende, natürliche Verständnis von Tod und Sterben, welches frühere Generationen geprägt hat oder auch heute noch in manchen Kulturkreisen zu finden ist. Waren früher z.B. die Spendung der Krankensalbung oder das Gebet von Ordensschwestern mit Patienten aus den vorwiegend kirchlichen Krankenhäusern und Pflegeheimen nicht wegzudenken, sind mit der Säkularisierung dieser Einrichtungen nicht nur die religiösen Zeichen und Symbole verschwunden, sondern auch zunehmend die gesamte spirituelle Dimension von Krankheit und Tod. Diese Tabuisierung des Sterbens innerhalb unserer Gesellschaft erreichte ihren Höhepunkt als es zu den üblichen Verhaltensweisen im Umgang mit Sterbenden wurde, diese zunehmend aus ihrem häuslichen Bereich in Kliniken bzw. Heime einzuweisen, wo sie - wie ich aus meiner eigenen Erfahrung als Krankenschwester berichten kann - nicht selten in Badezimmer oder Abstellkammern zum Sterben geschoben wurden. Nach Eintritt des Todes wurden die Verstorbenen meist umgehend von einem Bestattungsunternehmer abgeholt ohne den Angehörigen zuvor noch Gelegenheit zu einer würdigen, liebevollen Verabschiedung zu geben.
In den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann sich eine Bewegung zu formieren, die sich zum Ziel gesetzt hat, diesen unwürdigen Verhältnissen entgegenzuwirken und das Sterben als eine wertvolle, eigenständige Phase des Lebens zu begreifen. Sie wollte die Sterbenden und ihre Thematik aus den Abstellkammern des Bewusstseins ins Leben unserer Gesellschaft zurückholen. Es entstand eine eigene Wissenschaft auf dem Gebiet der Sterbeforschung: die Thanatologie. Die Ärztin Dr. Elisabeth Kübler-Ross ist wohl eine der bekanntesten Vertreterinnen auf diesem Gebiet. Aber auch Menschen wie Daniela Tausch-Flammer, Heinrich Pera, Cicely Saunders u.v.a.m. sind wichtige Wegbereiter dieses neuen Bewusstseins im Umgang mit Tod und Sterben geworden.
Eine zentrale Bedeutung messen die auf dem Gebiet der Sterbebegleitung Tätigen dem direkten Gespräch mit Sterbenden oder betroffenen Angehörigen zu, welches selbst in professionellen
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Kreisen oft mit dem Gefühl der Angst und Überforderung verbunden ist. Diese Hausarbeit soll einige Erkenntnisse und Theorien in Bezug auf das hilfreiche Gespräch am Sterbebett wiedergeben, diese reflektieren und zur Diskussion dieser Thematik beitragen.
2. Die eigene Haltung im Gespräch mit Sterbenden
Eine Grundvoraussetzung für die Begleitung von Sterbenden ist die Bereitschaft, sich persönlich auf diese Thematik einzulassen und offen zu sein für die Erfahrungen, die wir mit dem Sterbenden in der Begleitung machen. Dies macht eine eigene Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod unabdingbar. Ansonsten läuft der Helfer Gefahr, sich hinter seiner Rolle als Arzt, Pflegekraft, Sozialarbeiter etc. gleichsam zu verstecken und so nicht zu einer wirklich echten Begegnung mit dem Sterbenden zu gelangen. Gerade in der letzten Phase des Lebens sind Menschen hochsensibel für die „Schwingungen“, die ein Gespräch begleiten. In dieser Zeit werden für viele Menschen Äußerlichkeiten zunehmend unwichtiger - sie beginnen sich gleichsam von der Welt zurückzuziehen und den Blick auf das Wesentliche zu richten. So entwickeln viele Sterbende auch im Gespräch ein Gespür für das, was die Begegnung eigentlich ausmacht. Gesprächsinhalte verlieren mehr und mehr an Bedeutung. Statt dessen tritt die Beziehung zum Begleiter in den Vordergrund. Heinrich Pera, Krankenpfleger und Priester und schon lange Jahre in der Sterbebegleitung tätig, beschreibt in der Begegnung mit dem sterbenden Menschen drei wesentliche Schritte
- Sich einlassen Sich einlassen bedeutet, dass ich dass ich in der Begegnung mit dem Patienten ganz offen bin und diese Bereitschaft sowohl verbal, nonverbal und emotional signalisiere.
- Zulassen und aushalten Zulassen und aushalten meint, dem Patienten so wie er ist mit all seinen Ängsten, seine Wut seinem Aufbegehrten auszuhalten und anzunehmen. Es bedeutet aber auch, meine eigenen Empfindungen im Gespräch zuzulassen.
- Loslassen Das Loslassen, von Erfahrungsmöglichkeiten ist für sterbende Menschen ein äußerst schmerzlicher Weg. Diese Erfahrung, bedarf einer sehr behutsamen Begleitung eines Helfers, der bereit ist, dieses Loslassenmüssen des Sterbenden ein Stück zu teilen und mitzuleben.(vgl. Pera, Heinrich, Sterbende verstehen, 1865, Freiburg, 60-65)
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Arbeit zitieren:
Birgitta Bernhardt, 2004, Gespräche mit Sterbenden, München, GRIN Verlag GmbH
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