Seminar Religionswissenschaft:
Religion und die Religionen
Wintersemester 2006/07
Abgabedatum: 16. Februar 2007
Die Fünf Säulen des Islam
von
Lisa Rebstock
Wirtschaftspädagogik, 7. Fachsemester
und
Björn Widmann
Wirtschaftspädagogik, 7. Fachsemester
2
Inhaltsverzeichnis
1.
Exposee ... 3
2.
Die Fünf Säulen des Islam ... 3
2.1
Allgemeine Bemerkungen... 3
2.2
Das Glaubensbekenntnis (shahada)... 4
2.3
Das Gebet (salat) ... 5
2.4
Das Almosen (zakat) ... 7
2.5
Das Fasten (saum) ... 8
2.6
Die Pilgerreise (hadsch) ... 11
3.
Resümee ... 13
Literaturverzeichnis... 14
3
1.
Exposee
Für uns als zukünftige Religionslehrer/-innen im beruflichen Schulwesen besitzt das Thema
Islam man denke beispielsweise an den täglichen Umgang mit muslimischen Schüler/-innen
und nicht zuletzt wegen den politischen Entwicklungen der letzten Jahre einen nicht zu
unterschätzenden Stellenwert. Im Sinne eines kulturell-religiösen Dialogs ist es unseres
Erachtens nach sehr wichtig, sich mit dieser Religion auseinander zu setzen. Durch das
Beispiel einer Hauptschule in Erlangen, die in einer Vorreiterrolle den islamischen
Religionsunterricht eingeführt hat, ist uns die Tragweite dieses Themas vor Augen geführt
worden.
Im Folgenden sollen die fünf Säulen des Islam näher vorgestellt werden, um einen ersten
Anhaltspunkt über diese uns häufig fremdartig erscheinende Religion zu geben. Gleichzeitig
ist es unser Anliegen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Christentum anzusprechen,
um somit auf Verbindendes sowie auf Problembereiche hinzuweisen. Vor allem das
auftretende Konfliktpotential einer strengen Auslegung der islamischen Glaubenspraxis in
einer säkularen, westlichen Gesellschaft wird in einigen zentralen Bereichen aufgezeigt.
2.
Die Fünf Säulen des Islam
2.1
Allgemeine Bemerkungen
Die Grundbedeutung des arabischen Begriffs Islam ist die ,,Unterwerfung unter Gottes
Willen"
1
. Dabei könnte die Namensgebung auf den Propheten Muhammad (570-632 n.Chr.)
zurückgehen, der in Abraham einen vorbildlichen Muslim sah, der nach dem Willen Gottes
bereit war, seinen eigenen Sohn zu opfern (Sure 37,99-113). Im Koran wird kein Prophet vor
Abraham als Muslim bezeichnet.
2
Der Begriff Muslim ist das Partizip zu Islam und bedeutet
,,der sich Unterwerfende"
3
.
Der Islam breitete sich von Mekka und Medina (Wirkungsstätten des Religionsstifters
Muhammad) über die arabische Halbinsel vor allem im Nahen und Fernen Osten wie auch in
1
Haußig, Hans-Michael, Der Religionsbegriff in den Religionen, Berlin/Bodenheim b. Mainz 1999, S.196.
2
Vgl. Haußig, 1999, S.197. Vgl. auch Arkoun, Mohammed, Der Islam. Annäherung an eine Religion,
Heidelberg 1999, S.35.
3
Halm, Heinz, Der Islam. Geschichte und Gegenwart, München
4
2002, S.7.
4
Afrika aus. Weltweit gehören ca. 1,2 Milliarden Menschen dieser Glaubensrichtung an. Nur
das Christentum mit etwa 2 Milliarden Anhängern ist zahlenmäßig noch größer.
4
Trotz einer in der Literatur häufig ausgeblendeten Vielfalt der Glaubensrichtungen und -
praktiken, lässt sich für den Islam als Einheit die Verbindlichkeit von fünf religiösen
Grundpflichten feststellen.
5
Diese sog. fünf Säulen gehen dem Koran zufolge auf ein
Bekenntnis Muhammads zurück (Sure 2,177). Sie stellen die Grundpflichten eines Muslims
gegenüber Gott und seinen Mitmenschen bzw. der Gemeinschaft der Gläubigen (umma) dar.
Im modernen Arabisch wird umma für ,,Nation" gebraucht.
6
Jedoch ist die häufig
anzutreffende Bemerkung, im Islam sei Religion und Staat identisch, abzulehnen, da die
entstandenen Staaten nach dem Untergang des Osmanischen Reiches mehr oder weniger
säkular geprägt sind.
7
2.2
Das Glaubensbekenntnis (shahada)
Die erste Säule des Islam ist das Glaubensbekenntnis (shahada) mit folgendem Wortlaut: ,Ich
bezeuge, daß es keine Gottheit außer Gott [Allah] gibt und daß Muhammad der Gesandte
Gottes ist'.
8
Mit dem Sprechen der shahada vor mindestens zwei Zeugen erfolgt die
Aufnahme in die Gemeinschaft des Islam. Es sind auch die ersten Worte, die einem Kind
direkt nach der Geburt ins Ohr geflüstert werden; und die letzten Worte, die einem Muslim
vor seinem Tod mitgegeben werden. Außerdem betet jeder gläubige Muslim das Bekenntnis
im Rahmen des täglichen Gebets (siehe Kap. 2.3).
9
Das Gottesverständnis im Islam wie es auch im Bekenntnis zum Ausdruck kommt
unterscheidet sich von dem des Christentums in zentralen Aspekten: Denn es gilt ein
absoluter Monotheismus, der Gott als Einheit sieht und keine Teilbarkeit zulässt.
10
Gott ist
demnach einzigartig und unvergleichlich.
11
Das besondere Gottesverständnis zeigt sich auch
4
Länder mit der größten muslimischen Bevölkerung sind Indonesien, Pakistan, Bangladesch und Indien (jeweils
über 100 Mio. Anhänger). Vgl. Halm, 2002, S.7.
5
Die beiden grundsätzlichsten Glaubensrichtungen sind die Sunniten (ca. 90%) und Schiiten (ca. 10%). Vgl.
Richter-Bernburg,
Lutz,
Vielfalt
in
der
Einheit.
Der
Islam,
2002,
in:
http://www.uni-
tuebingen.de/orientsem/download/lrb.pdf, zugegriffen am: 11.02.2007, S.1.
6
Vgl. Halm, 2002, S.21.
7
Vgl. Halm, Heinz, Islamisches Rechts- und Staatsverständnis. Islam und Staatsgewalt, o.J., in:
http://www.uni-
tuebingen.de/orientsem/download/halm.pdf
, zugegriffen am: 11.02.2007, S.4. Paradebeispiel für eine laizistische
Staatsauffassung ist die Türkei Kemal Atatürks.
8
Halm, 2002, S.60.
9
Vgl. Kerr, David, Der Kult des Islams, in: Metz, Wulf [Hg. u.a.], Handbuch Weltreligionen, Wuppertal 1996,
S.321-325, S.321.
10
Was auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass von dem arabischen Wort ,,allah" keine Pluralform gebildet
werden kann.
11
Vgl. Halm, 2002, S.8-10.
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