Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Summerhill 6
2.1 Die wichtigsten Prinzipien 6
2.1.1 Freiheit 6
2.1.2 Selbstregulierung der Schulgemeinde 6
2.1.3 Gleichberechtigung und Anerkennung 7
2.2 Die Schüler 7
2.3 Die Lehrer in Summerhill 8
3. Die unendlichen Themen der Reform 8
3.1 Kinder verstehen 8
3.1.1 Umsetzung in Summerhill 9
3.1.2 Beurteilung 10
3.2 Selbständigkeit ermutigen 10
3.2.1 Umsetzung in Summerhill 10
3.2.2 Beurteilung 11
3.3 Ausdruck und Gestaltung ermöglichen 11
3.3.1 Umsetzung in Summerhill 11
3.3.2 Beurteilung 12
3.4 „Ganzheitlichkeit“ lehren und lernen 12
3.4.1 Umsetzung in Summerhill 12
3.4.2 Beurteilung 13
3.5 Begabungen finden und fördern 13
3.5.1 Umsetzung in Summerhill 13
3.5.2 Beurteilung 14
3.6 Gemeinschaft über Konkurrenz setzen Ausgrenzungen überwinden 14
3.6.1 Umsetzung in Summerhill 14
3.6.2 Beurteilung 15
3.7 Kinder hilfreich beurteilen 15
3.7.1 Umsetzung in Summerhill 16
3.7.2 Beurteilung 16
3.8 Vertiefung und „Einwurzelung“ anbahnen 16
3.8.1 Umsetzung in Summerhill 17
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3.8.2 Beurteilung 17
3.9 Konzentration und Stille üben 17
3.9.1 Umsetzung in Summerhill 18
3.9.2 Beurteilung 18
3.10 Brücken zur „Wirklichkeit“ schlagen 18
3.10.1 Umsetzung in Summerhill 19
3.10.2 Beurteilung 20
3.11 An die großen Aufgaben öffentlicher Verantwortung heranführen 20
3.11.1 Umsetzung in Summerhill 20
3.11.2 Beurteilung 21
3.12 Eine „Kultur“ des Lebens und Arbeitens entwickeln 22
3.12.1 Umsetzung in Summerhill 22
3.12.2 Beurteilung 23
4. Abschließendes Fazit 23
5. Literaturverzeichnis 25
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Anmerkung Um ein flüssiges Lesen zu ermöglichen, verzichte ich in dieser Arbeit auf die Nennung der femininen Form. Wann immer eine Person oder Personengruppe in maskuliner Form genannt wird, impliziert dies gleichzeitig die feminine Form.
1. Einleitung
„Stell dir eine Schule vor, an der Kinder die Freiheit haben, sie selbst zu sein… an der sich Erfolg nicht über akademische Leistungen definiert, sondern über die eigene Definition von Erfolg des Kindes… an der die ganze Schule demokratisch mit allen Themen umgeht, wo jeder Einzelne das gleiche Recht hat, angehört zu werden… an der du den ganzen Tag spielen kannst, wenn du möchtest… und wo Raum und Zeit ist, sich hinzusetzen und zu träumen! Könnte http://www.summerhillschool.co.uk/ 7.1.2008)
Vielleicht könnte es so eine Schule geben. Vielleicht gibt es Kinder und Eltern, die von solch einer Schule schon immer träumen. Vielleicht macht eine solche Schule viele Schüler um einiges glücklicher als eine „normale“ Schule. Vielleicht hat eine solche Schule aber auch Schattenseiten.
Das 20 Jahrhundert, unter Pädagogen auch genannt das „Jahrhundert der Reformpädagogik“, begann mit einer veränderten Sichtweise auf das Kind. Zahlreiche sich unterscheidende Strömungen, unter anderem auch die Pädagogik Alexander Sutherland Neills, welche er an seiner Schule „Summerhill“ verwirklichte, entstanden. Genau um diese Schule geht es im oben angeführten Zitat. Kaum ein reformpädagogischer Ansatz stand so oft im Mittelpunkt von Diskussionen wie sie.
Andreas Flitner hat in seinem Werk „Reform der Erziehung“ unter anderem die seiner Meinung nach für die heutige Zeit wichtigsten zwölf Reformthemen herausgearbeitet. Ziel dieser Arbeit ist es, zu klären, inwieweit diese zwölf Punkte an der Reformschule Summerhill umgesetzt werden.
Vom Aufbau her werden zunächst die wichtigsten Prinzipien und Faktoren der Reformschule Summerhill beleuchtet, um einen groben Überblick über die Schule zu
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geben. Auf Details sowie die Biografie des Gründers A.S. Summerhill kann im Rahmen dieser Arbeit leider nicht eingegangen werden. Daraufhin werden Andreas Flitners „Unendliche Themen der Reform“ dargestellt und deren Umsetzung im Bezug auf Alltag und Philosophie an der Reformschule Summerhill geprüft. Um einen direkten Bezug zu ermöglichen, wird eine persönliche Beurteilung direkt im Anschluss an jeden Punkt gegeben.
Zu mehreren Punkten von Flitners „Unendlichen Themen der Reform“ gaben weder Sekundärliteratur von Neill selbst, noch Sekundärliteratur Aufschluss über eine mögliche Umsetzung in Summerhill. Also beschloss ich, die Schule selbst zu kontaktieren, um mich direkt aus erster Hand zu erkundigen. Schließlich durfte ich sogar mit Zoë Readhead, der Tochter von A.S. Neill, die seit 1985 die Schule leitet, selbst sprechen. Dieses Gespräch war einerseits sehr aufschlussreich und half mir sehr weiter. Andererseits betonte sie auch, dass es sehr schwer ist, Flitners Thesen, welche ich kurz zusammenfasste, mit Summerhill zu vergleichen, da es sich einfach nicht um eine „normale“ Schule handelt und einige der Punkte daher für Summerhill einfach nicht relevant seien.
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2. Summerhill
Die demokratische Schule „Summerhill“ wurde 1921 in Deutschland gegründet, zog aber bald nach Leiston, Suffolk im Nordwesten Englands um und existiert dort bis heute.
2.1 Die wichtigsten Prinzipien
2.1.1 Freiheit
Das Hauptanliegen der Schule war und ist es, den Schülern alle Freiheit zu lassen, damit sie ganz sie selbst sein können.
„Einem Kind Freiheit zu geben, ist nicht einfach. Es bedeutet, daß wir uns weigern, es Religion, Politik oder ein Klassenbewusstsein zu lehren“ (Neill 1970, S. 120) Es wird also auf jede Lenkung verzichtet. Dies impliziert für Neill, dass man den Menschen an sich für gut hält und davon ausgeht, dass er sich in die richtige Richtung entwickeln werde. (Vgl. Neill 1970, S. 22; S. 113ff.) Diese These erinnert stark an Rousseaus Theorie vom „freien Wilden“, bei der Rousseau vom Guten im Kind und dessen Entfaltungsmöglichkeiten aus sich selbst heraus ausgeht.
Neill wird nicht müde, Freiheit in seinem Sinne gegen die Zügellosigkeit abzugrenzen, als die sein Prinzip oft missverstanden wird.
Ein wichtiger Baustein dieser Freiheit ist auch die Freiwilligkeit der Teilnahme am Unterricht. Wenn die Schüler es möchten, ist es sogar möglich, dass sie während ihrer gesamten Laufbahn in Summerhill nicht eine einzige Unterrichtsstunde besuchen. Es wird auch kein Wert auf bestimmte Methoden gelegt; Neill geht davon aus, dass ein Kind nach jeder Methode lernt, solange es den Stoff nur wirklich lernen will. (Vgl. Neill 1970, S. 23)
2.1.2 Selbstregulierung der Schulgemeinde
Die Selbstregulierung ist eines der wichtigsten Merkmale von Summerhill. Obwohl die Schüler viele Freiheiten haben, gibt es dennoch einen Grundstock von etwa 200 Regeln, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Diese Regeln werden in der Vollversammlung, an denen jeder teilnehmen kann und bei denen jede Stimme gleich viel zählt, beschlossen oder abgeschafft. Davon ausgeschlossen sind Regeln, die die Personaleinstellung und die Sicherheit betreffen. Diese Punkte regelt die
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Schulleitung, welche sich natürlich auch an gesetzliche Vorgaben halten muss. Außerdem werden in der Vollversammlung Themen wie die Schlafenszeiten oder das Essen diskutiert oder es werden Komitees für Theater oder für Feste gewählt. Außerdem werden in einem Tribunal Verstöße gegen bestehende Regeln besprochen und gegebenenfalls bestraft. (Vgl. Kamp 1995, S. 381 ff.)
2.1.3 Gleichberechtigung und Anerkennung
Wichtig ist auch die Gleichberechtigung der Schüler gegenüber den Lehrern. Es gilt gleiches Recht und gleiche Regeln für alle. Wenn es etwas zu entscheiden gibt, wird dies in den school meetings demokratisch abgestimmt, wobei jede Stimme gleich viel zählt.
Auch das Nichtexistieren von Ängsten gegenüber den Lehrern schätzt Neill als sehr wichtig ein. Sie übertragen sich laut Neill auf das restliche Leben und machen die Schüler zu selbstbewussten Menschen. (Vgl. Neill 1970, S. 27 ff.) Eine weitere Maxime Neills ist, es, dem Kind soviel Liebe und Anerkennung zukommen zu lassen, wie möglich, da seiner Meinung nach das Wohlergehen des Kindes davon abhängt. (ebd., S. 125)
2.2 Die Schüler
Derzeit besuchen etwa 70 bis 80 Schüler zwischen fünf und siebzehn Jahren die Schule. Sie kommen aus den verschiedensten Ländern der Welt, ein großer Teil von ihnen aus Deutschland und Japan. Sie leben nach Altersgruppen unterteilt in mehreren Häusern, wobei für jedes Haus eine „housemother“ zuständig ist. Es gibt auch Schüler, die nur tagsüber in Summerhill sind und bei ihrer Familie übernachten. Das Schuljahr gliedert sich in drei Teile zu jeweils elf Wochen, die restliche Zeit des Jahres leben sie bei ihrer Familie.
Im Normalfall besuchen Schüler, die im Kindergartenalter nach Summerhill kommen den Unterricht regelmäßig, während Schüler, die später kamen und an ihrer vorherigen Schule Schwierigkeiten hatten, oft jahrelang dem Unterricht fernbleiben. Diese Schüler kannten den Unterricht bisher nur als Zwang. In der Regel gehen sie nach einiger Zeit wieder zum Unterricht, entweder weil es ihnen Spaß macht, oder weil sie ihren Abschluss machen möchten und sind dann in beiden Fällen sehr motiviert.
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Quote paper:
Katja Renkert, 2008, Andreas Flitners „Ewige Themen der Reform“ und deren Umsetzung an der Reformschule „Summerhill“, Munich, GRIN Publishing GmbH
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