Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Bedeutungswandel 3
2.1 Wandel innerhalb einer Sprache 3
2.2 Entstehung semantischer Neuerungen 4
2.3 Effizienz von Neuerungssituationen 5
3. Verfahren des Bedeutungswandels 6
3.1 Metonymisches Verfahren 6
3.2 Differenziertes Verfahren 6
3.3 Euphemistisches Verfahren 7
3.4 Ironisches Verfahren 7
4. Metaphorisierung 8
4.1 Metaphertheorien 8
4.2 Metaphorischer Wandel 8
Fazit 11
Literaturverzeichnis 12
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1. Einleitung
Laut ist der Protest jeher, dass unsere Sprache zu verfallen droht. Schon früheste Philosophen äußerten sich im Zuge der verbildlichten Sprechweise und taten ihren Unmut kund. In dieser Arbeit möchte ich mich jedoch nicht mit der Frage befassen, ob diese Vermutung falsch oder richtig sei, sondern mich vielmehr auf die Fragestellung konzentrieren, warum diese Besorgnis seit jeher ein solch zeitloses Thema ist. Warum wandelt sich Sprache überhaupt und wie macht sich dies bemerkbar? Um sich mit dieser Frage auseinandersetzen zu können, möchte ich einführend erst einmal darauf eingehen, was sprachlicher Wandel eigentlich ist und wie dieser prinzipiell zustande kommt. Dazu werde ich verschiedene Ansichten aus der Literatur von Keller und Kirschbaum, Löbner und Fritz miteinander vergleichen und gegenwärtige Beispiele zur Untermauerung der gelieferten Thesen aufführen.
Im Folgenden werde ich versuchen, die gängigsten und alltäglichsten Formen der Bedeutungsveränderungen und -verschiebungen aufzuführen und diese durch kurze Beispiele zu verdeutlichen, um mich danach mit erworbenem Vorwissen dem rhetorischen Mittel der Metapher und ihrer Metaphorisierung zuzuwenden, welches unter besonderem Augenmerk dieser Hausarbeit stehen soll. Unter aristotelischem Blickwinkel werde ich die philosophische Sichtweise der Metapher sehr kurz anreißen, um mich mit historischem Hintergrundwissen dem Verfahren der Metaphorisierung in der Gegenwart zu nähern. Diese werde ich mit zeitgemäßen Beispielen versuchen zu bekräftigen.
2. Bedeutungswandel
2.1 Wandel innerhalb einer Sprache
Sprachwandel findet immer statt, es gibt keine Zeit in der sich eine Sprache nicht kontinuierlich verändert, sofern sie einem aktiven Gebrauch unterliegt. Betroffen sind davon sämtliche kulturelle Aspekte einer Sprache, von der Lautung über die Struktur des Satzbaus bis hin zum Wortschatz und der Bedeutung (vgl. Keller/Kirschbaum 2003, 8).
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Wenn man nun versucht zu beschreiben, welche Sprachwandelprozesse gegenwärtig ablaufen, ist dies mit einigen Schwierigkeiten verbunden, denn jeglicher Wandel ist unbewusst und ohne direkte Intention des Sprechers. Die willentliche Beeinflussung ist allgemein nicht möglich. Neuerungen sind generell nicht intendiert. Sie sind im kommunikativen Alltagsleben Nebenprodukt und werden oftmals nicht als innovativ perzipiert (vgl. Fritz 2006, 42). Das wahrscheinlich prominenteste Beispiel eines gescheiterten Versuchs des vorsätzlichen Sprachwandels ist der Wettbewerb zur Wortneuschöpfung der Bedeutung von „nicht mehr durstig“ - die Wahl fiel auf das Wort sitt. Auch Jahre nach diesem Wettbewerb konnte sich dieses Kunstwort nicht etablieren und ist bis heute in keinem Duden erschienen.
2.2 Entstehung semantischer Neuerungen
Sprachwandel ist letztlich auf die bislang ungewöhnliche oder sogar fehlerhafte Sprachpraxis des einzelnen Sprechers zurückzuführen, die auf das Kollektiv übergreift. Diese fehlerhafte Ausdrucksweise ist auch Grund für die zunehmende Besorgnis vieler, dass die deutsche Sprache durch systematisch auftretende Fehler zu verfallen droht. Verdeutlichen wir dies an einem gegenwärtig auftretenden Beispiel der Konjunktion weil und gehen im folgenden auf den möglichen Verfall ein:
(I) Er ist schon nach Hause gegangen, weil ich sehe sein Auto nicht mehr im Hof. Korrekt müsste der Satz lauten:
(II) Er ist schon nach Hause gegangen, weil ich sein Auto nicht mehr im Hof sehe. Betrachten wir nun die beiden Sätze, stellen wir fest, dass sie eine jeweils andere vorausgegangene Fragestellung bedienen. So ist Satz I eine Antwort auf die Frage Warum ist das so?, während Satz II die Antwort auf die Frage Woher weißt du das? liefert (vgl. Keller/Kirschbaum 2003, 9).
Wir erkennen einen Wandel in der Bedeutung von weil, jedoch ist dieser nicht als Verfall der Sprache zu bezeichnen, da sich lediglich die Bedeutung auf eine andere Ausgangsfrage bezieht. Bedenkt man, dass der fehlerhafte Satz I möglicherweise den Charakter des Falschen in einem Prozess des Bedeutungswandels zukünftig verliert, kann man nicht konkret von einem Verfall sprechen.
Was aber ist die unbewusste Intention des Sprechers, sich einer neuartigen Verwendungsweise zu bedienen? Dafür vermag es verschiedene Gründe geben, z.B.:
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Christoph Dabiri, 2007, Bedeutungswandel am Beispiel des Verfahrens der Metaphorisierung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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