„Anders als das Darstellungssystem der Malerei, das der Ikone vergleichbar ist, hat uns die Fotografie die Bedeutung des Zufälligen enthüllt. Sie ist die Anschauungsform all dessen, was sich optisch ereignet und was im nachhinein für uns Bedeutung erlangt, so geringfügig und harmlos es auch sei. In diesem Sinn ist die Fotografie nur ein Detektor von Photonen, von Elementarteilchen, die für unsere Augen die zahllosen Ereignisse des Universums sichtbar machen.“
(Michel Frizot, Neue Geschichte der Fotografie)
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Einleitung 4
Entdeckung der Perspektive 4
Camera Obscura 5
Chemische Entdeckungen 8
Joseph Nicéphore Niépce 10
Louis Jaques Mandé Daguerre 12
Fazit 15
Literatur 17
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Einleitung
„Fotografie ist die technologische Verknüpfung des optischen Prinzips der perspektivischen Wahrnehmungsweise Aufzeichnungsverfahren der empfindlichen fotografischen Schicht“ 1
So einfach ist Fotografie zu erklären. Und doch ist sie es auch wieder nicht. Wie genau sieht das optische Prinzip aus? Und woraus genau besteht die fotografische Schicht? Diese Punkte und die Anfänge der Fotografie genauer zu beleuchten, zu einer Zeit, da noch niemand auch nur daran gedacht hätte, von Fotografie zu sprechen, ist der Zweck dieser Arbeit. Welche Entdeckungen waren nötig, bevor das erste Abbild von etwas real Existierendem technisch festgehalten werden konnte? Welche Zufälle brachten die Forschung voran? Dabei wird sich diese Arbeit allerdings nie mit der Fotografie wie wir sie heute kennen beschäftigen, schon gar nicht mit der Digitalfotografie. Mit den zwei reizvollen Sackgassen der Fotografiegeschichte, nämlich denen, die Joseph Nicéphore Niepce und Louis Jaques Mandé Daguerre eröffneten, wird hier ein Schlussstrich gezogen.
vorangegangenen chemischen und optischen Erkenntnisse und bildeten gewissermaßen einen Zwischenschritt zur Fotografie in ihrer heutigen Form.
Entdeckung der Perspektive
Der Verdienst um die Entdeckung der Perspektive wird im Allgemeinen dem Architekten Filippo Brunelleschi zugeschrieben. Perspektive wird bei seiner Methode allerdings erst bei der Betrachtung eines Bildes erfahrbar, nicht schon bei dessen Herstellung. Wenn auch die genaue Beschaffenheit nicht überliefert ist, wissen wir doch dank seines Biographen Antonio Manetti, auf welche Weise Brunelleschi mit seinen Bildtafeln arbeitete. Das
1 Busch, Bernd: Belichtete Welt, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M., 1995.
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Bild entstand auf einem Spiegel, so dass sich beispielsweise Wolken auf dem Bild bewegen konnten und ihm mehr Leben und Plastizität verliehen. Mit einem kleinen Trick erreichte Brunelleschi, dass der Betrachter das dargestellte Objekt aus der gleichen Perspektive sah wie er. An der Stelle, von der er als Maler einen geraden Blick auf das Objekt gehabt haben muss, machte er ein winziges Loch, das zur Bildrückseite hin immer größer wurde. Der Betrachter sollte von der Rückseite des Bildes durch das Loch auf einen Spiegel schauen, den er in seiner anderen Hand hielt.
Z w i s c h e n A u g e u n d O b j e k t wurde so noch eine Ebene „zwischengeschaltet“, was den Vorteil hatte, Perspektive mathematisch erforschbar zu machen. Erstmals wurde menschliche Technik eingesetzt, um eine perspektivisch exakte Wiedergabe zu gewährleisten. Dem sollten in der konsequenten Weiterentwicklung die Camera Obscura und als bisheriger Gipfel die Fotografie folgen.
Camera Obscura
Genau genommen folgte die Camera Obscura nicht nach. Ihr Prinzip war schon seit Aristoteles bekannt. Gegenstände, die Licht durch ein kleines Loch in einen dunklen Raum reflektieren, werden auf der gegenüberliegenden Seite spiegelverkehrt dargestellt. Lange Zeit diente diese Entdeckung, denn ob ihres natürlichen optischen Phänomens kann man die Camera Obscura kaum eine Erfindung nennen, der Beobachtung von Sonnenfinsternissen. Da man diesen nicht mit dem bloßen Auge begegnen konnte, war der Umweg über die Camera Obscura die einzige Möglichkeit, das Naturschauspiel zu beobachten. Die Wirkungsweise der Camera Obscura war also wohlbekannt, vor allem in sonnenverwöhnten Ländern. Aufgeschrieben, nutzbar gemacht oder näher untersucht wurde sie bis ins Mittelalter allerdings nicht mehr. Das erste wissenschaftliche Zeugnis der Camera Obscura ist uns aus dem 11. Jahrhundert bekannt. Der arabische Forscher Abu Ali Alhazen beschrieb in seinem Werk über die Optik die Anwendung der Camera Obscura bei einer Sonnenfinsternis. Das
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Arbeit zitieren:
Matthias Jekosch, 2005, Auf dem Weg zur Fotografie, München, GRIN Verlag GmbH
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