Islamic Banking im globalen Finanzsystem
Mathias Kunze
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung... 3
2. Grundlagen des Islamic Banking... 4
2.1. Historische
Entwicklung ... 4
2.2. Begriffsklärung und Kriterien des Islamic Banking ... 6
3. Finanzierungsformen des Islamic Banking
im internationalen Finanzsystem... 10
3.1. Beteiligungsfinanzierung ... 10
3.2. Exportfinanzierung ... 11
3.3. Klassische
Anleihen ... 11
3.4. Sachmittelkredite... 12
3.6. Leasing ... 12
3.7. Projektfinanzierung ... 13
4. Integration des Islamic Banking in das Bankensystem
am Beispiel von Malaysia... 14
5. Schlussbetrachtung... 16
Bibliographie ... 17
3
1. Einleitung
Innerhalb des globalen Finanzsystems nimmt das Islamic Banking mittlerweile
einen bedeutenden Platz ein.
1
Immobilienprojekte in Dubai, Staatsanleihen des
Emirates von Katar oder die Erneuerung der Flugzeugflotte von Emirates sind
nur einige wenige Investitionsbeispiele, welche auf der Grundlage von Islamic-
Banking-Produkten finanziert wurden.
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Islamische Finanzprodukte können
dabei auch durchweg auch für Anleger außerhalb der islamischen Welt
interessant sein. Zunehmend operieren daher bereits islamische
Finanzinstitutionen nicht nur erfolgreich in der islamischen Welt, sondern haben
auch ihren Platz in Europa und in den USA gefunden.
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Im Jahre 1996 konnte
bereits ein in islamische Finanzprodukte angelegtes Vermögen in Höhe von
mehr als 100 Milliarden US-Dollar mit einem jährlichen Wachstum in Höhe von
15 Prozent verzeichnet werden. Obwohl diese Entwicklung einerseits
unwahrscheinlich positive Aspekte impliziert, müssen andererseits
verschiedene Kriterien im Kontext dieser Finanzierungsanlagen beachtet
werden. Die vorliegende Untersuchung zeigt zunächst die historische
Entwicklung über das Islamic Banking auf, erläutert grundlegende
Begrifflichkeiten und erörtert die strengen Kriterien des Islamic Banking. Im
Fortgang erfolgt eine Positionierung des Islamic Banking im internationalen
Finanzsystem. Hier werden eingangs sowohl wirtschaftliche als auch rechtliche
Rahmenbedingungen untersucht und im weiteren Verlauf Finanzierungsformen
des Islamic Banking präsentiert, welche speziell im internationalen
Finanzsystem populär sind. Anschließend wird die Integration des Islamic
Banking in das Bankensystem am Beispiel von Malaysia aufgezeigt. In der
abschließenden Schlussbetrachtung werden die Ergebnisse zusammengefasst
und evaluiert.
1
Vgl. Bälz (2007), S. 1.
2
Vgl. Bälz (2005), S. 1.
3
Vgl. Warde (2007), S. 1 und Bälz (2005), S. 38.
4
2.
Grundlagen des Islamic Banking
Einführend werden die Grundlagen des Islamic Banking erörtert. Um ein
besseres Verständnis für das Islamic Banking aufzubringen, erfolgt eingangs
ein historischer Abriss. Im Folgenden werden wichtige Begriffe erläutert und die
Kriterien des Islamic Banking aufgezeigt.
2.1. Historische
Entwicklung
Die ersten modernen Formen des islamischen Bankenwesens entstanden
Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, deren Auslöser der
Anstieg des Ölpreises und die Ausbreitung panislamischer Bewegungen
bildeten. Durch die Gründung der Organisation Islamischer Staaten (OIC) im
Jahre 1970 wurden Tendenzen gefördert, das bisher traditionell geführte
islamische Bankenwesen an die gegenwärtigen Verhältnisse anzupassen. Es
entstanden Forschungseinrichtungen, welche sich ausschließlich mit der
Gestaltung des Finanzwesens befassten, welche sich am Islam orientierten. Im
Jahre 1974 wurde dann durch einen Beschluss auf dem Gipfeltreffen der OIC in
Lahore die Gründung der Islamischen Bank für Entwicklung (IDB) beschlossen.
Diese Bank legte den Grundstein für ein neues, islamisch geprägtes
Bankensystem.
4
Ferner sollte sie die wirtschaftliche Entwicklung und den
sozialen Fortschritt der islamischen Mitgliedsstaaten entsprechend der
Prinzipien des islamischen Rechts fördern.
5
Im Jahre 1975 wurde die Dubai
Islamic Bank als erste staatlich unabhängige Bank eröffnet. Damit entstand ein
internationaler Verband islamischer Banken, welche sich gemeinsam gewissen
islamischen Normen und Interessen unterwarfen. Im Jahre 1979 unterwarf
Pakistan als erstes Land sein gesamtes Bankenwesen vollständig den
islamischen Anordnungen; im Jahre 1983 folgten der Iran und der Sudan.
6
Im Jahre 1996 implementierte die amerikanische Citibank einen
Geschäftszweig mit islamischen Produkten und eröffnete eine Filiale in Bahrain.
Damit nimmt diese Bank eine Vorreiterposition bei der Implementierung
4
Vgl. Warde (2007), S. 1.
5
Vgl. Bälz (2005), S. 38.
6
Vgl. Warde (2007), S. 1.
5
islamischer Produkte außerhalb der islamischen Welt ein.
7
Im Jahre 2002
wurde mit der Islamic Bank of Britain die erste europäische Bank mit
islamischem Charakter eröffnet. Mittlerweile wurden in Großbritannien sieben
Geschäftsstellen eröffnet. Weitere Expansionen sind in Frankreich und
Deutschland geplant.
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Bis zum heutigen Tage haben sich 275 islamische
Banken in 80 Ländern etabliert,
9
welche gegenwärtig über eine
Marktkapitalisierung in Höhe von rund 13 Milliarden US-Dollar, ein Guthaben in
Höhe von 265 Milliarden US-Dollar und tätigen finanziellen Investitionen in
Höhe von 400 Milliarden US-Dollar verfügen.
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Weitere Banken folgten und
zwischenzeitlich verfügen fast alle Geldinstitute über ein ,Fenster zur
islamischen Welt' oder sie offerieren spezielle Dienstleistungen für islamische
Finanzprodukte.
11
Aufgrund dieser Entwicklungen existieren seit dem Jahre
1999 zwei islamische Marktindices: der Dow Jones Islamic Market Index sowie
der FTSE Islamic Index. Hier werden ausschließlich Unternehmen
aufgenommen, welche den Kriterien des Islamic Banking gerecht werden.
12
Während im Jahre 1999 nur rund zwölf Islam-Fonds aufgelegt wurden, gab es
im Jahre 2006 bereits mehr als 150 Islam-Fonds. In den Jahren 2004 bis 2006
ließen sich Kurssteigerungen um mehr als 65 Prozent identifizieren.
13
Auch in Deutschland nimmt das Interesse an islamischen Finanzprodukten
verstärkt zu. Die erste Bank, welche in Deutschland einen islamischen Fonds
aufgelegt hat, war im Jahre 2000 die Commerz International Capital
Management, eine Tochtergesellschaft der Commerzbank. Bei diesem Fonds
handelte es sich um den Al-Sukoor European Equity Fund.
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Die Auflage dieses
Fonds wurde mit dem hierzulande vorhandenen Potenzial assoziiert, zumal
immerhin 3,5 Millionen Muslime in Deutschland leben, welche ihr Geld
entweder bei den konventionellen deutschen Banken anlegen oder aber in
Immobilien in ihren Heimatländern investieren. Da muslimische Mitbürger im
7
Vgl. Bälz (2005), S. 38.
8
Vgl. Rauscher (2006), S. 24.
9
Vgl. Rauscher (2006), S. 23.
10
Vgl. Bälz (2005), S. 38.
11
Vgl. Warde (2007), S. 1.
12
Vgl. Bälz (2005), S. 38.
13
Vgl. Knappmann (2006), S. 2.
14
Vgl. Bälz (2007), S. 2.
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