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Das historische Erbe Berlins

Stadtplanung und sozial-räumliche Ausgrenzung

Title: Das historische Erbe Berlins

Term Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Monnard (Author)

Sociology - Habitation and Urban Sociology
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In dieser Arbeit wird untersucht, wie sich die Verteilung der armen Bevölkerungsgruppen in den Städten als Ballungsgebieten verhält und wodurch sie gesteuert wird. Zur genaueren Untersuchung wurde hierbei die Stadt Berlin gewählt, zum einen wegen ihrer großen Bevölkerungszahl und zum anderen wegen ihrer besonderen Vergangenheit in Bezug auf räumliche Ausgrenzungsprozesse. Im Hinblick auf die Steuerung von Bevölkerungsverteilung werden die Entscheidungsprozesse der Stadtplanung, die Bautätigkeiten und die jeweiligen mehr oder weniger sozialpolitischen Hintergründe untersucht. Denn wie schon Hoffmeyer-Zlotnik bemerkte, bewirkt „jeder (…) Eingriff in die bauliche Struktur einer Stadt, und sei er noch so behutsam durchgeführt, (…) einen verändernden Eingriff in den Lebensraum der am Ort des baulichen Eingriffes lebenden Bewohner dieser Stadt“ . Zunächst wird daher ein Überblick über die Entwicklung Berlins gegeben, mit einer Fokussierung auf die kritische Phase, hinsichtlich der Stadt-, Bevölkerungs- und Armutsentwicklung, während der Industrialisierung. Hierbei wird das damalige Verständnis von Armut, deren Vorkommen und der Umgang mit den armen Bevölkerungsgruppen, speziell ihrer räumlichen Verteilung in der Stadt, näher beleuchtet.
Einen Untersuchungsschwerpunkt stellt in diesem Zusammenhang der so genannte Hobrechtplan dar, anhand dessen und seiner Folgen die Entwicklung von sozial-räumlicher Verteilung dargestellt werden soll. Diese Entwicklungen sind dann in Verbindung zu setzen und zu vergleichen mit den heutigen Eingriffen in die Stadt- und Bevölkerungsstruktur. Wobei ein spezielles Augenmerk auf die in Berlin notwendigen Gebäudesanierungen und deren Folgen für ärmere Bevölkerungsgruppen gelegt werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stadtplanung Berlins zur Zeit der Industrialisierung

2.1 Hobrechts Mietskasernenstadt

2.2 Bauverordnungen und sozialer Wohnungsbau

3. Das Sanierungsproblem

3.1 Folgen von Sanierungsmaßnahmen

3.2 Lösungsmöglichkeiten zum Sanierungsproblem

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis:

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen stadtplanerischen Entscheidungen, sozial-räumlicher Ausgrenzung und der Entwicklung von Armut in Berlin. Der Fokus liegt dabei auf der historischen Analyse der Industrialisierungsphase sowie den Auswirkungen moderner Sanierungsmaßnahmen auf einkommensschwache Bevölkerungsgruppen.

  • Historische Entwicklung der Stadtplanung Berlins
  • Soziale Auswirkungen des Hobrechtplans und der Mietskasernen
  • Entwicklung des sozialen Wohnungsbaus als Reformansatz
  • Herausforderungen und Folgen von Sanierungsmaßnahmen in Altbaugebieten
  • Zusammenhang zwischen Wohnverhältnissen und sozialer Exklusion

Auszug aus dem Buch

2. Stadtplanung Berlins zur Zeit der Industrialisierung

Das heutige Berlin besteht, trotz intensiver Neubautätigkeiten und zwei Weltkriegen, zu ca. 60% aus Häusern und Wohnungen, die vor 1918 erbaut wurden. Die meisten dieser alten Gebäude sind zur Zeit des Baubooms, ausgelöst durch immense Zuzüge während der Industrialisierung, entstanden. Die Industrie begann in Berlin in den 1840er Jahren zu expandieren. Eisengießerei-, Maschinenbau- und Textilunternehmen entstanden an den großen Verkehrswegen, von der Innenstadt ausgehend westwärts zum Stadtteil Moabit, nordwärts zum Stadtteil Wedding und ostwärts entlang der Spree zu den Stadtteilen Neu Kölln und Spandau. Die große Nachfrage nach Industriearbeitern führte zu einer Wanderungsbewegung, die sich in einer explosionsartig ansteigenden Einwohnerzahl widerspiegelt. Von ehemals ca. 200000 Einwohnern im Jahre 1820 stieg die Einwohnerzahl bis 1877 auf über eine Millionen Einwohner an. Für diese große Masse an Personen mussten nun entsprechende Wohnungen bereitgestellt werden. Um nun den Umgang und die Koordinierung einer so großen Nachfrage nach Wohnungen genauer darstellen zu können, muss man die Stadtplanung und die Bauordnungen dieser Zeit betrachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik von Armut in der Bundesrepublik Deutschland und die Relevanz der räumlichen Verteilung armer Bevölkerungsgruppen am Beispiel Berlins.

2. Stadtplanung Berlins zur Zeit der Industrialisierung: Analyse der städtebaulichen Bedingungen während des industriellen Baubooms und der daraus resultierenden Entstehung der Mietskasernen.

2.1 Hobrechts Mietskasernenstadt: Untersuchung der spezifischen Planungsvorgaben James Hobrechts und der resultierenden baulichen Dichte sowie der sozialen Konsequenzen.

2.2 Bauverordnungen und sozialer Wohnungsbau: Darstellung der staatlichen Reformbemühungen und des subventionierten Wohnungsbaus als Reaktion auf die mangelhaften Wohnverhältnisse.

3. Das Sanierungsproblem: Diskussion der Herausforderungen beim Umgang mit alter Bausubstanz und den Zielen von Stadtsanierung und -erneuerung.

3.1 Folgen von Sanierungsmaßnahmen: Analyse der negativen Auswirkungen von Sanierungen, wie Umsiedlung und soziale Entwurzelung, auf einkommensschwache Mieter.

3.2 Lösungsmöglichkeiten zum Sanierungsproblem: Bewertung der begrenzten Handlungsspielräume bei der Sanierung und der Schwierigkeit, soziale Folgen ohne vollständigen Abriss zu vermeiden.

4. Schlussbetrachtung: Fazit zur Entwicklung sozial-räumlicher Ausgrenzung und die Forderung nach staatlichen Maßnahmen zur Begrenzung negativer Effekte des Wohnungsmarktes.

5. Literaturverzeichnis:: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen zur Unterstützung der Argumentation.

Schlüsselwörter

Stadtplanung, Industrialisierung, Berlin, Mietskasernen, Armut, soziale Ausgrenzung, Stadtsanierung, Wohnungsbau, soziale Segregation, Gentrification, Bevölkerungsdichte, soziale Ungleichheit, Stadterneuerung, Wohnverhältnisse, Mietmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit thematisiert die Wechselwirkung zwischen historischer Stadtplanung, der Entstehung von Mietskasernen und der damit verbundenen sozialen Ausgrenzung von ärmeren Bevölkerungsschichten in Berlin.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert auf die Industrialisierungsphase Berlins, die Auswirkungen des Hobrechtplans, die Geschichte der Bauverordnungen und die sozioökonomischen Folgen aktueller Stadtsanierungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie sich die räumliche Verteilung armer Bevölkerungsgruppen in Berlin historisch entwickelt hat und wie staatliche Eingriffe in die bauliche Struktur diese Prozesse beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung historischer und soziologischer Daten zur Stadtentwicklung basiert.

Was sind die wesentlichen Aspekte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen "Baubooms" der Industrialisierung, die daraus resultierende soziale Problematik der Mietskasernen und die kritische Auseinandersetzung mit modernen Sanierungs- und Stadterneuerungsprozessen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie "sozial-räumliche Ausgrenzung", "Stadtplanung", "Mietskasernen" und "Stadtsanierung" beschreiben.

Wie bewertet der Autor den Hobrechtplan?

Der Autor kritisiert den Hobrechtplan als maßgeblich für die Entstehung der dichten Mietskasernenbebauung, welche die soziale Segregation und die Wohnungsnot der Arbeiterschicht verschärfte.

Warum lehnt der Autor die Anwendung des Gentrification-Begriffs auf die 1920er Jahre ab?

Der Autor argumentiert, dass eine direkte Verdrängung der Arbeiterklasse in diesem Zeitraum nicht nachgewiesen werden kann, da keine unmittelbare Umsiedlung und Neubesiedelung durch einkommensstärkere Gruppen im Sinne einer Gentrification stattfand.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf zukünftige Sanierungen?

Der Autor schließt, dass Sanierungen zwar notwendig sind, aber ohne gesetzliche Begrenzung des privaten Wohnungsmarktes oder staatliche Subventionen stets das Risiko bergen, einkommensschwache Bewohner ökonomisch zu benachteiligen.

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Details

Title
Das historische Erbe Berlins
Subtitle
Stadtplanung und sozial-räumliche Ausgrenzung
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Armut in Deutschland
Grade
1,0
Author
Christoph Monnard (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V89174
ISBN (eBook)
9783638025911
ISBN (Book)
9783638927000
Language
German
Tags
Erbe Berlins Armut Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Monnard (Author), 2004, Das historische Erbe Berlins, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89174
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