Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie Seite 2
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Zielsetzung 3
2. Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie 7
2.1. Antriebe der Zukunft 8
2.1.1. Brennstoffzelle als Antrieb der Zukunft 8
2.1.2. Hybrid-Technologie als Antrieb der Zukunft 12
2.2. Kraftstoffe der Zukunft 17
2.2.1. Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft 17
2.2.2. Bioethanol als Kraftstoff der Zukunft 22
2.2.3. Autogas als Kraftstoff der Zukunft 25
3. Fazit und Ausblick 30
Anhang
4. Quellenverzeichnis 33
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1. Problemstellung und Zielsetzung
Die Globalisierung fordert heute von den Teilnehmern der globalen Marktwirtschaft eine nie zuvor da gewesene Flexibilität und Mobilität. Der allgemeine Personen- und Güterverkehr muss sich diesen Anforderungen stellen, was zur Folge hat, dass das Verkehrsaufkommen auf den Straßen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Allein in Deutschland ist die Zahl der registrierten Personenkraftwagen im Jahre 2006 auf etwa 46,1 Mio. gestiegen (www.adac.de). Wesentlich höhere Zuwachsraten als die in Deutschland, verzeichnen bevölkerungsstarke Länder wie China und Indien, dessen Einwohner sich durch die Einbeziehung in das internationale Wirtschaften zunehmend Mobilität, in Form von eigenen Autos, leisten können und wollen (Brenner, www.buergerimstaat.de). Aufgrund dieser Tatsache geht man davon aus, dass China bis zum Jahr 2020 den größten Fahrzeugmarkt der Welt vorweisen können wird (Naunin, 2007, S. 65). Eine Untersuchung der Vereinten Nationen hat sogar ergeben, dass sich der weltweite Fahrzeugbestand von etwa 800 Mio. im Jahr 2000 auf circa 1,6 Mrd. Fahrzeuge im Jahr 2030 erhöhen wird (Naunin, 2007, S.118).
Die heutigen Verbrennungsmotoren dieser Kraftfahrzeuge beziehen ihre Energie größtenteils aus Kraftstoffen, die aus Rohöl gewonnen werden. Um sich die Größenordnung des erwähnten Energiebedarfes ungefähr vorstellen zu können, sei an dieser Stelle eingefügt, dass alleine für den deutschen Verkehr im Jahr 2004 59 Mio. Tonnen Kraftstoffe, die bei der Herstellung auf Erdöl basieren, verbraucht wurden 1 . Der Anteil des deutschen Straßenverkehrs daran, war mit 85 % sehr beachtlich (BMU, Erneuerbare Energien, 2006, S. 104).
Bei der Verbrennung von solchen fossilen Rohstoffen entstehen neben CO 2 -Emissionen auch umwelt- und gesundheitsschädliche Rückstände wie Stickstoffoxide, Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid und Rußpartikel (BMU, Aus Verantwortung für die Zukunft, 2007, S. 38). Geht man nun, wie oben erwähnt, davon aus, dass der Fahrzeugverkehr in Zukunft drastisch zunehmen wird, so kann man erahnen, welch großen Beitrag der Verkehr zur Umweltverschmutzung und deren Folgen leistet und erst noch leisten wird. Das nachfolgende Schaubild zeigt deutlich die beschriebene positive Korrelation zwischen dem Anstieg der Primärenergie, der Bevölkerung und der CO 2 -Emissionen.
1 Der Verkehr ist nach den Haushalten der zweitgrößte Energieverbraucher der deutschen Volkswirtschaft. (BMU, Erneuerbare Energien, 2006, S. 104)
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Entwicklung der globalen energiebedingten CO 2 -Emissionen seit 1870 und ihrer
Hauptursachen: Bevölkerungszuwachs und Verbrennung von Kohle, Mineralöl und Erdgas Quelle: www.bmu.de
CO 2 -Emissionen werden für den Treibhauseffekt und somit für die globale Erderwärmung verantwortlich gemacht. Ziel muss deshalb sein, diese Emissionen zu reduzieren. Dass das Thema auch in der deutschen Bevölkerung Rückhalt findet, zeigen repräsentative Umfragen: Demnach sprachen sich 45 % der Deutschen dafür aus, dass die Bundesregierung in Zukunft verstärkt für eine deutliche Verringerung von klimaschädlichen Gasen sorgen soll. 59 % der deutschen Bevölkerung fordert gar Maßnahmen für eine Substitution der Energieversorgung mit Öl und Gas durch erneuerbare Energiequellen wie beispielsweise Sonnen-, Wind- und Wasserkraft (BMU, Umweltbewusstsein in Deutschland, 2006, S. 24).
Aber nicht nur aus umweltpolitischen Gründen ist eine Abkehr vom Rohölverbrauch sinnvoll, sondern auch wegen der Endlichkeit der weltweiten Erdölvorkommen. Gerade der Verkehr ist von diesen fossilen Vorkommen in starkem Maße abhängig, existieren doch heute fast ausschließlich Fahrzeuge mit Otto- und Dieselmotoren (Naunin, 2007, S. 66). Die hierfür erforderlichen Benzin- und Dieselkraftstoffe haben sich zwar bisher als sehr energieeffektiv und im Vergleich dazu als kostengünstige Energiequellen erwiesen. Doch mit den steigenden Rohölpreisen in den letzten Jahren, die folglich aus den knapper werdenden Ressourcen herrühren, und angesichts der Umweltproblematik treten zunehmend Überlegungen vom Einsatz anderer wettbewerbsfähiger Antriebssysteme und Kraftstoffen in den Vordergrund (Krüger, 1997, S. 13).
In dieser Arbeit möchte ich mich dieser Fragestellung, den Antrieben und Kraftstoffen der Zukunft in der Automobilindustrie, näher zuwenden und herausfinden, inwiefern diese
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Technologien dafür geeignet sind, Schadstoffemissionen zu reduzieren und, unabhängig von den Erdölreserven, eine nachhaltige Energieversorgung im Verkehrswesen sicherzustellen.
Hierbei ist der Automobilindustrie bei der Umsetzung eine einflussreiche Rolle zugewiesen, da sie in bedeutender Art und Weise das Angebot an Kraftfahrzeugen mit sauberen Technologien mitgestaltet. Dass die Automobilindustrie auf dem Weg zur Reduzierung von straßenverkehrsbezogenen CO 2 -Emissionen schon erste Erfolge vorweisen kann, zeigt die nachstehende Grafik des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Demnach nimmt der CO 2 -Ausstoß seit dem Jahr 2000 kontinuierlich ab. Erreicht wurde dies überwiegend durch Verbesserungen und Effizienzsteigerungen der Verbrennungsmotoren (Verminderung des Kraftstoffverbrauchs). Auch für die Zukunft ist eine weitere Reduzierung prognostiziert.
Abbildung 2: CO 2 -Emissionen des Straßenverkehrs - Der Höhepunkt ist überschritten
Diese weitere Reduzierung wird im Wesentlichen auf die Einbringung von neuen Antriebssystemen und Kraftstoffen zurückzuführen sein. Dazu gehören Technologien wie beispielsweise der Hybrid- oder Wasserstoffantrieb. Abbildung 3 zeigt die bestehenden Möglichkeiten mit erfolgsversprechenden Aussichten auf. Gut erkennbar ist hier, dass von der Automobilindustrie die Wasserstofflösung favorisiert wird und die anderen Technologien als Zwischenlösungen angesehen werden. Auch das Bundesumweltministerium sieht dieses Vorgehen ähnlich, welches aus der Abbildung 4 ersichtlich ist.
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Links der Straße sind die Kraftstoffe, rechts davon die Antriebsarten angezeigt
Abbildung 4: Strategisches Gesamtkonzept der Kraftstoffstrategie
In meiner Arbeit möchte ich allerdings nur auf folgende ausgewählte und vielversprechenden Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft eingehen: Brennstoffzelle, Hybrid-Technologie, Wasserstoff, Bioethanol sowie Autogas. Das letztgenannte Thema werde ich intensiver diskutieren, da ich mein Auto auf Flüssiggas umrüsten ließ und somit Erfahrungen mit dieser Kraftstoffvariante einbringen kann. Des Weiteren bleibt darauf hinzuweisen, dass sich meine Untersuchungen und Erkenntnisse lediglich auf Personenkraftwagen abgegrenzt (also weder auf Nutzfahrzeuge noch auf öffentliche Verkehrmittel) beziehen.
Bei der Ausarbeitung der Themenstellung habe ich mich entschieden die beiden Antriebe (Brennstoffzelle und Hybrid-Technologie) allgemein vorzustellen und die Vor- und Nachteile dieser Varianten aufzuzeigen. Außerdem beleuchte ich kritisch deren Zukunftsfähigkeit.
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Bei den Ausformulierungen zu den Kraftstoffen hingegen, bin ich folgendermaßen vorgegangen: Ich werde jeweils die Kraftstoffart und ihre Herkunft vorstellen. Danach gehe ich auf die Aspekte ein, wie der Kraftstoff gewonnen wird und wo er ökonomisch sinnvoll hergestellt werden kann. Zentrale Entscheidungskriterien über die Zukunftsfähigkeit der Kraftstoffvarianten (Emissionen und Wirtschaftlichkeitsanalysen) folgen im Anschluss daran, bevor ich abschließend die Vor- und Nachteile des Kraftstoffes in einem kritischen Fazit abrunden werde.
Als Ergebnis meiner Analyse von Antrieben und Kraftstoffen der Zukunft in der Automobilindustrie bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass meiner Meinung nach, hinsichtlich der Umwelteinflüsse und Ressourcenaspekte, kein Antrieb und kein Kraftstoff für sich alleine die Zukunftstechnologie sein wird. Vielmehr bin ich davon überzeugt, dass die Hybridtechnologie, in Verbindung mit Bremsenergierückgewinnung und die Einspeisung der Rollenergie bei Bergabfahrten zusammen mit einem optimalen Kraftstoff auf biogener Basis und einer optimierten Fahrzeugform, aus ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten heraus, die beste Wahl darstellen und sich auf dem globalen Markt durchsetzen wird.
2. Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie
Bevor hier nun die Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft vorgestellt werden, muss zum besseren Verständnis erst geklärt werden, worin sich Antriebe und Kraftstoffe voneinander unterscheiden.
Ein Antrieb wandelt die Energie, die aus externen Energiespeichern kommt, in mechanische Bewegungen um und ist die Technologie für den Betrieb eines Motors. Als Beispiel kann man hier den typischen Verbrennungsmotor nennen, aber auch die Hybrid-Technologie fällt unter diesen Begriff.
Ein Kraftstoff hingegen ist die Energiequelle, die den Antrieb speist. Beispiele hierfür sind Benzin, Flüssiggas, Erdgas oder auch Wasserstoff.
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Thomas Wagner, 2007, Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft in der Automobilindustrie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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