Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Was bedeutet Sucht 3
2.1 Der Begriff „Sucht“ 3
2.2 Der Begriff „Abhängigkeit“ 4
2.3 Der Begriff Sucht in Sicht der Psychoanalyse 4
3 Kurze Geschichte des Rausches 5
4 Alte psychoanalytische Ansätze 6
4.1 Das psychoanalytische Suchtverständnis seit Radó 7
4.2 Wie kann eine Verstimmung entstehen? 10
4.3 Verstimmung in der Pubertät 11
5 Neue psychoanalytisch orientierte Ansätze 12
5.1 Das Ich- oder strukturpsychologische Modell 12
5.2 Das Selbstpsychologische Modell 15
5.3 Das Objektpsychologische Modell 16
5.4 Das pschoanalytisch- interaktionelle Modell 16
6 Suchtstrukturen durch Brüche im Selbst-Empfinden 17
7 Fazit 23
8 Literaturverzeichnis 25
9 Internetquellen 25
2
1 Einleitung
2 Was bedeutet Sucht
2.1 Der Begriff „Sucht“
"schädlichen Gebrauch" ersetzt. 3
Diese Umformulierung geschah zum einen, um die negativen Nuancen des Begriffs Sucht und die damit verbundene Stigmatisierungen von Abhängigen zu vermeiden, zum anderen, um eindeutig definierte Begrifflichkeiten zu schaffen. 4
1 Vgl. Schwarzer 2002, S. 277
2 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Sucht
3 http://de.wikipedia.org/wiki/Sucht
3
2.2 Der Begriff „Abhängigkeit“
Abhängigkeit wird in dem Internetportal der Gesundheitsberichtserstattung des Bundes, ein Organ des Statistischen Bundesamtes, als eine Sammelbezeichnung für verschiedene Formen des Missbrauchs von Drogen, Medikamenten oder anderen chemischen Substanzen beschrieben. 5
Weiterhin findet sich dort, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Abhängigkeit als einen seelischen, eventuell auch körperlichen Zustand definiert, der dadurch charakterisiert ist, dass ein dringendes Verlangen oder unbezwingbares Bedürfnis besteht, sich die entsprechende Substanz fortgesetzt und periodisch zuzuführen.
Laut dieser Quelle liegt bei einer Abhängigkeit der Drang zu Grunde, die psychoaktiven Wirkungen der Substanz zu erfahren, manchmal aber auch das Bedürfnis, unangenehme Auswirkungen des Fehlens der Substanz
(Entzugserscheinungen) zu vermeiden.
Der Begriff Abhängigkeit steht in der Medizin für das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden nach Verständnis der WHO die Kräfte des Verstandes untergeordnet.
Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen eines Individuums. Den so genannten stoffgebundenen Abhängigkeiten kommt dabei eine repräsentative Bedeutung zu. Aber fast jede Form menschlichen Interesses kann zu einer Abhängigkeitserkrankung führen. 6
2.3 Der Begriff Sucht in Sicht der Psychoanalyse
Aus der psychoanalytischer Sicht versteht man unter der Begrifflichkeit von Sucht, ... „einen inneren Zwang, die hemmungslose unbezwingbare Gier, einen bestimmten Stoff einzunehmen, ohne Rücksicht bzw. sogar unter bewuster oder unbewusster Einbeziehung seiner schädigenden Folgen.“ 7
4 Eben da
5 http://www.gbe-bund.de/glossar/Abhaengigkeit
6 Eben da
7 Vgl. Lürßen 1976, S. 101
4
Das heute geläuftige „Wort >Droge< (=Suchtstoff) meint dabei [...] lediglich eine Substanz, deren Einverleibung zur Reizung empfänglicher biologischer Substanze führt, also eine psychoaktive Substanz.“ 8
3 Kurze Geschichte des Rausches
Schon zur Zeit der Antike und früher sogar, war der Rausch, herbeigeführt durch den Alkoholkonsum, ein Ritual. Die Griechen zelebrierten das so genannte „Symposion“, einen abendlichen ritualisieren Umtrunk unter Männern. Es gibt immer wieder Vorurteile, dass zum Beispiel die Germanen sich regelmäßig „besoffen“ haben, jedoch entspricht dies nicht der Realität.
Im 16. Jahrhundert, war die europäische Landwirtschaft nicht in der Lage eine flächendeckende Versorgung mit Bier oder Wein zu sichern. Alkohol galt als ein Luxusgut und sogar als Währung. Vom Mittelalter bis hin zur Neuzeit war der Rausch ein Gruppenerlebnis, allerdings nur an besonderen Festtagen. Erst im 18. Jahrhundert wurde der Rausch zu einem Massenphänomen und die Folgen der Trinkerei traten ins öffentliche Bewusstsein. Um 1800 wurde das Gasthaus zu einer Männerdomäne und zum Ort der Trinkerei. Der Rausch wurde auch zum Instrument der Frauen, um ihrem Emanzipationsanspruch Ausdruck zu verleihen. 9 Der Aachener Polizeidirektor schrieb 1850:
„Namentlich sind es die Frauenzimmer, welche, da sie nicht füglich in die Schänke gehen können und auch zu Hause keinen Branntwein bekommen, bei Gelegenheit, dass sie etwas für ihre Haushaltung einkaufen, sich auch gleichzeitig einen Schnaps reichen lassen und sich so nach und nach an das Branntweintrinken gewöhnen“ 10
Die Medizin und Psychologie erkannte schließlich 1822 die Schädlichkeit des Alkohols und beschrieb erstmals den Charakter der Sucht als Krankheitsbild. 11 Heute findet sich das Krankheitsbild fest verankert in wichtigen psychologischen Indices wie zum Beispiel dem ICD10 wieder.
8 Eben da
9 Vgl. Psychologie Heute Heftnr. 4 / 2006 S.60/63
10 Psychologie Heute Heftnr. 4 / 2006 S.62
11 Vgl. Psychologie Heute Heftnr. 4 / 2006 S.60/63
5
4 Alte psychoanalytische Ansätze
Psychoanalytische Ansätze haben seit Beginn der 20er Jahre einen starken Einfluss auf die Sozialpädagogik. Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse hat, auch wenn seine Ansätze bis heute noch kontrovers diskutiert werden, die „Klassischen Methoden der Sozialarbeit“ durch Grundbegriffe wie der Freudschen Persönlichkeitstheorie oder durch sein klassisches psychoanalytisches Konzept geprägt. 12
Obwohl sich Hinweise bei Freud nur spärlich und verstreut finden lassen, beschrieb er Suchtstoffe bereits mit der Funktion eines Ersatzmittels.
„man würde nicht selten durch die Enttäuschung beim Weibe zum Alkohol getrieben, begebe sich ins Wirtshaus, in die Gesellschaft der Männer.“ 13
Freud meinte weiterhin, dass Narkotika entweder direkt oder auch auf Umwegen, als ein Ersatz für mangelnden Sexualgenuss gesehen werden können. Er beschrieb weiter die Masturbation als die einzige große Gewohnheit, also als die „Ursucht“, welche durch andere Süchte wie etwa durch Alkohol, Morphium, Tabak usw. abgelöst und ersetzt werden. Besonders stellt er den Alkohol als ein Liebesersatzobjekt dar und zwar als ein Idealobjekt, weil der Alkohol die Stimmung heben, Hemmungen aufheben und Kritikfähigkeit herabsetzen kann. 14
Die Intoxikation, also die Einnahme von körperfremden Stoffen, welche laut Freud eine unmittelbare Lustempfindung verschafft, ist eine der rohesten, aber auch effektivsten Methoden das persönliche Leid zu lindern. Hierbei denkt der Benutzer nicht nur an einen schnellen Lustgewinn, wie etwa das Lindern von Kopfschmerzen mit einer Aspirin, sondern auch an ein ersehntes Stück Unabhängigkeit von der Außenwelt.
Damit wird dem Suchtmittel, also der Droge, die Funktion eines Sorgenbrechers zugeschrieben, mit der sich der Benutzer jederzeit aus der Realität ausetzen und in
12 Geißler / Hege 2001, S.42
13 Lürßen 1976, S.103
14 Vgl. Lürßen 1976, S 103f
15 Die Orale Phase beginnt laut Freud etwa im zweiten Lebensjahr
6
seiner Welt mit besseren Empfindungsbedingungen Zuflucht finden kann. Der Benutzer weiß, dass er sich mit Hilfe der „Sorgenbrecher“ jederzeit dem Druck der Realität entziehen kann und in einer eigenen Welt Zuflucht findet. 16
4.1 Das psychoanalytische Suchtverständnis seit Radó
Radó (1926) stellte fest, dass es dem Süchtigen, der eine gestörte Lust-Unlust-Regulation hat, an einer seelischen Organisation mangelt. In seiner seelischen Organisation fehlt ihm ein Reizschutz gegen unerträgliche innere Spannungen. 17 Um diesen inneren Spannungen Stand zu halten wird, ein neuer Reizschutz mit Hilfe von Rauschgiften gesucht. Durch diese Intoxikation wird das Schmerzempfinden, welches durch die inneren Spannungen erzeugt wird, herabgesetzt oder aufgehoben und gleichzeitig kann das Rauschmittel zu einer Förderung der ICH - Funktion 18 durch seine stimulierende Wirkung führen. Weiter spricht Radó davon, dass die Wirkung der Rauschgifte auf einem Wechselspiel zwischen erregenden und lähmenden Einflüssen beruht, die eine unlustvolle schmerzende Spannung in eine lustvolle verwandeln können. 19
Diese Wirkung ermöglicht dem ICH mit Hilfe der Rauschgifte den Weg zurück in einen kindlichen narzisstischen Zustand magischer Traumerfüllung und seinem kindlichen Größenwahn zu finden. Zugleich entspricht dieser unreale Zustand einer gleichzeitigen Freiheit von Depressionen. 20
Als eine psychologische Ausgangssituation für eine Intoxikation nimmt Radó (1933, 1958) eine Initialverstimmung an. Diese Verstimmung ist durch eine hohe Unlustspannung und eine gleichzeitige hochgradige Intoleranz gegenüber der Unlust gekennzeichnet, welche das Inidividuum stark für die Einnahme von Rauschmitteln
16 Vgl. Lürßen 1976, S 104
17 Vgl. Lürßen 1976, S 105
18 Das Ich kann als System von Funktionen betrachtet werden. Dabei ist die wichtigste Funktion sich selbst zu organisieren, d. h. die Funktionen werden differenzierter und genauer durch die Erfahrungen im Laufe der Entwicklung. Hartmann formuliert vier Funktionen:
1. Kognitive Funktionen: Wahrnehmung, Denken, Urteilen, das Überprüfen der Realität und das Aufrechterhalten der Realitätswahrnehmung.
2. Vermittelnde Funktionen: Das Ich vermittelt zwischen Es und Über-Ich sowie der äußeren Realität.
3. Angstentwicklung: Das Ich entwickelt eine Sensibilität für beängstigende Signale.
4. Schutzfunktionen - Abwehrmechanismen: Diese Funktionen dienen der innerpsychischen Steuerung. Sie helfen unerträgliche Affekte, die mit Angst, Scham, Schuld oder Minderwertigkeitsgefühlen gekoppelt sind, zu vermeiden. Diese Schutzfunktionen sind bei allen Menschen vorzufinden.
(Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Ich-Psychologie zuletzt geöffnet am 07.03.2008)
19 Vgl. Lürßen 1976, S 105
20 Vgl. Eben da
7
Quote paper:
Kajetan Kubik, 2008, Sucht, Munich, GRIN Publishing GmbH
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