Inhaltsverzeichnis
1 Lucans Motiv
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Lucan, der Anti-Caesarianer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Humor als `Waffe' gegen Unterdrückung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Ausführlichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Stilmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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2 Amyclas' Bedenken und Caesars vermessene Zuversicht
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`Sola . . . causa'? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Vergleich mit Parallelquellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Gewichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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3 Lucans Darstellung von Caesars Verhalten
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Überheblichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Kontrastfigur Amyclas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Irrationalität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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4 Zusammenfassung
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5 Bibliographie
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1 Lucans Motiv
Die Lucanforschung hat sich in der Vergangenheit immer wieder mit dem Aspekt be-
Lucan, der
Anti-Caesarianer
schäftigt, wie der Diktator- und somit Caesar-feindlich gesinnte junge Dichter das Kai-
sertum mit (zum Teil verkappten) Pointen brüskiert.
1
Quintilian schrieb seinerzeit über
den jungen Dichter, er sei `magis oratoribus quam poetis imitandus'
2
, und in der Tat
wird Lucan heute vielfach nachgesagt, er habe die Wirklichkeit zugunsten der Rheto-
rik in den Hintergrund gestellt:
It should be noted that, as history, Lucan's work is far from being scrupu-
lously accurate, frequently ignoring historical fact for the benefit of drama
and rhetoric. For this reason, it should not be read as a reliable account of
the Roman Civil War. However, as a work of poetic literature, it has few ri-
vals; its powerful depiction of civil war and its consequences have haunted
readers for centuries, and prompted many Medieval and Renaissance poets
to regard Lucan among the ranks of Homer, Virgil, and Ovid.
3
Auch wirft man Lucan gern vor, er habe zu unausgewogen geschrieben, Nebensäch-
lichkeiten viel zu umfangreich geschildert.
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Dem ist jedoch entgegenzusetzen, dass hu-
morvolle Verwendung und quantitative Gewichtung von einzelnen Textteilen in einem
unmittelbaren Zusammenhang stehen, was gerade bei dieser Textstelle (Phars. V, 504
678) hervorsticht. Dass Lucan Caesar hier lächerlich machen will, darf wohl als unbe-
stritten gelten. Ebendieses Motiv soll im Laufe der vorliegenden Arbeit zum zentralen
Aspekt werden.
Im Rom der Kaiserzeit war freie Meinungsäußerung nicht zugelassen, was sich auf
die damalige Literatur gravierend auswirkte. Pfligersdorffer formuliert dies folgender-
maßen:
. . . für die Menschen der julisch-claudischen war die Kaiserzeit als die Zeit
ohne Freiheit die perpetuierte Frucht der Bürgerkriegssiege.
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Es ist in entmündigten oder sonstwie unterdrückten Völkern ein immer wieder vor-
Humor als `Waffe'
gegen Unterdrückung
zufindendes Phänomen, dass die Menschen sich mit Humor gegen das zur Wehr set-
zen, was sie sonst nicht abwenden können.
6
Jüngere Beispiele hierfür sind die poli-
tischen Witze aus der ehemaligen DDR.
7
Dieser subversive Humor ist uns aber auch
schon aus der Antike überliefert (aus der römischen Kaiserzeit z.B. Phaedrus' lateini-
sche Fassung der Fabeln Aesops
8
). Anekdoten sind als nicht-fiktionales Pendant zum
1
Sogar beim Nerolob (Phars. I, 23-66) lesen einige Forscher einen ironischen Unterton heraus; zur Dis-
kussion vgl. Lebek 1976: 81-83, 102.
2
Quint. inst. X, 1, 90; vgl. hierzu Heitland 1897 (Einl.): lxx.
3
Killings 1996: `Preparer's Notes'. Vgl. auch Duff 1977 (Einl.): xii f. `To him [Lucan] the narrative is of
secondary importance: his interest lies elsewhere; the words said matter more in his view than the
things done.'
4
Vgl. Heitland 1897 (Einl.): xxiii f., xxxiii, lxxii.
5
Pfligersdorffer 1959: 345.
6
Zu Humor als Defensivmechanismus im Allgemeinen siehe Nezlek/Derks 2001: 395.
7
Vgl. Damm 1990.
8
Vgl. Henderson 2001: 4; auch die Interpretation von Phaedr. 4, 13 auf S. 180.
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