Das Neolithikum auf Bornholm
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. CHRONOLOGIE 3
2.1 Relative Chronologie 4
2.2 Absolute Chronologie 4
2.3 Synthese 4
3. INVENTAR 5
3.1 Keramik 5
3.2 Steingeräte 7
3.3 Bernstein u. Kupfer 8
3.4 Knochengeräte 8
4. SIEDLUNGSSTRUKTUREN 9
4.1 Siedlungsstrukturen auf Bornholm 9
4.2 Haustypologie (Abb. 16 ) 9
4.3 Besiedlung im Kontext 12
4.4 Erdwerke 12
5. WIRTSCHAFTSWEISE 14
5.1 Botanische Analysen 14
5.2 Rohstoffvorkommen 14
6. BESTATTUNGSSITTE 16
6.1 Grabformen 16
6.1.1 Quellenkritischer Exkurs 17
6.2 Grabbeigaben 18
7. DEPONIERUNGEN 19
8. GESELLSCHAFT 19
9. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 19
1
10. ABBILDUNGEN 21 11. LITERATUR 46
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1. Einleitung
Bornholm ist eine kleine Insel von 588,4 km², heute Dänemark zugehörig und ca. 40 km südlich der Küste Schonens gelegen. Die Insel war in der nacheiszeitlichen Periode eine isolierte Insel und wurde vom Kontinent abgetrennt durch steigendes Wasser des Ancylus Sees. Die Folge ist eine Kommunikation sich auf das am nächsten benachbarte Festland, Schonen, beziehend (Nielsen, F. O. 1990: 54). Auch der Einfluss anderer Regionen des Ostseegebietes sollten nicht unterschätzt werden. Bis in die späten 70er Jahre war das Neolithikum auf Bornholm nur durch die Großsteingräber, Einzelfunden und durch einige Deponierungen bekannt. Dies änderte sich jedoch schlagartig mit den ersten Siedlungsarchäologischen Untersuchungen in den frühen achtziger Jahren stark. Heute ist Bornholm in Verbindung mit dem fast 20 jährigen dauernden „Stenalderprojekt“ eines der am besten untersuchten Gebiete im Anbetracht der Siedlungsarchäologie des Neolithikums, nicht nur im Skandinavischen Raum sondern auch in Mittel- und Nordeuropa. Dies besonders im Hinblick auf Siedlungsstrukturen des Früh und- Spätneolithikums.
Die Untersuchungen begannen 1979 bei Runegård und Grødby (Abb. 2 & 3), wo reiches Material der Trichterbecherkultur (TRB) aus dem Mittelneolithikum geborgen wurde.
2. Chronologie
Frühneolithikum B 3700 - 3500 Pileskoven Frühneolithikum C 3500 - 3300 Møllebjerg Mittelneolithikum A I/II 3300 - 3100 St. Myrebjerg Mittelneolithikum A III 3100 - 2900 Stenby Mølle Mittelneolithikum A V 2900 - 2800 Vasagård - Grødby Mittelneolithikum B I 2800 - 2500 Mittelneolithikum B II 2500 - 2300 Spätneolithikum A 2300 - 2100 Spätneolithikum B 2100 - 1900
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2.1 Relative Chronologie
Die relative Chronologie Bornholms orientiert sich nach einer Aufstellung bei der die Keramik die Grundlage bildet. Für Bornholm wurde somit ein Eigenes Chronologieschema der relativen Chronologie erstellt. Dieses orientiert sich im Bezug auf die verschiedenen Keramikstile und deren Einordnung zum einen auf die Chronologie Jütlands und den dänischen Inseln und zum Anderem auf die der Chronologie Schonens (Jensen, Jørgen 2001: 271).
2.2 Absolute Chronologie
Die Absolute Chronologie auf Bornholm setzt sich meist zusammen aus dem Material der Siedlungsausgrabungen. Genauer aus den Pfostenlöchern und hier sind seltener Holzkohle und häufiger aber verkohlte Getreidekörner, meist Weizen oder Gerste als Datierungsmaterial herangezogen worden. Das älteste Haus findet sich sowohl auf Grødbygård als Limensgård Auf Grødbygård wurde dies haus jedoch nur mit Hilfe der Typologischer Analyse der Keramik in den Zeitraum 3900 - 3700 v. Chr. Datiert.
Auf Limensgård ist der Nachweis der Besiedlung frühestens mit Haus FH u. FJ (nur eine Pfostenreihe) auf 3800 BC zu datieren 1 (Nielsen, P.O. 1999: 150).
2.3 Synthese
Eine wesentliche Grundlage für Dänemark ist die relativ-chronologisch Datierung basierend auf der Keramik, die z. Teil mit absoluten chronologischen Daten verknüpft ist, bei Grab- und Siedlungsfunden neueren Datums.
1 OxA- 2895: 5000+/- 70 bp, kalibriert 3890-3780 BC, mit Standardabweichung 3950-3700 BC
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3. Inventar
Bornholm umfasst das ganz ganze Trichterbecherzeitliche Inventar von den dicknackigen, spitznackigen bis zu den dünnnackigen Beilen, Klingen, Meisel, Trichterbecher, und sogar drei Kupferflachbeile.
3.1 Keramik 2
Eine größere Anzahl kann den Einzelfunden der des frühen Neolithikums (EN A) zugeordnet werden (Abb. 19). Hier stellt sich Vallensgård I in den Vordergrund, eine Platz der sich an Rande des Moores von Vallensgård Mose sich befindet, gerade südlich des zentralen bergigen und bewaldeten Teils der Insel. Hier wird charakteristische Keramik von kurzhalsigen Trichterbechern ohne Ornamentierung oder eingestempelten oder geritzten Mustern unterhalb des Randes gestellt. Ösenhalsbecher und Lehmscheiben und sowie die spitznackigen Äxte gehören auch dazu. Nachteilig ist das die Keramik auf Vallensgård auch solche des En B beinhaltet. An der Lokalität Gudhjem Syd die Keramikscherben stammen von Trichterbechern mit einer Varietät von gestempelten oder eingedrückten unterhalb des Randes, inklusive Fingerkuppen Eindrücke und Schnurrmuster. Im Bezug auf die Ornamentierung und den Formen der Keramik zeigt diese Keramik des FNA (Abb. 20 b,d) verschiedene Parallelen mit der von Westpommern, wie die Keramik von Kosin (Nielsen, F. O. & P. O. 1990: 59). Wie schont erwähnt wurde auf Vallensgård I auch Keramik aus dem Frühen Neolithikum B (FN B) gefunden (Abb. 20 a,c,e), welche schnurverzierte Trichterbecher aufweist. Dieser Komplex des FN B weist einige Gemeinsamkeiten mit Svenstrop Gruppen in südwest- Schonen auf. Auch sind Parallelen mit dem Ystad Gebiet aufgezeigt worden. Von dieser Phase gilt es für Süd-Schonen und Bornholm, dass geflochtene Schnurreindrücke besonders beliebt erscheinen.
Auf dem Nedre Grødbygård sind dann Scherben aus dem FN C gefunden worden. Hier werden geschlagene Schnureindrücke eingeführt, sowie Trichterbecher mit vertikalen Linien oder Leisten an der Schulter und dem unteren Teil des Gefäßes. Diese Funde weisen wiederum Ähnlichkeiten mit der südwest-schonischen Bellevuegård Gruppe auf. Aber auch mit der in Jütland und Schleswig- Holstein vorkommenden Fuchsberg Keramik und des Virum Stiles. Dementsprechend wurde typische Keramik im Virum-Stil auch auf Bornholm gefunden (Nielsen, F. O. & P. O. 1990: 60). Diese Keramik ist auch assoziiert mit dem frühesten Er-
2 Fürdie relativchronologische z. T. absolut datierte Keramikabfolge siehe Abb. 17.
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scheinen der ersten Dolmen, wurde aber auch im Siedlungskontext wie in Kabusa III in Schonen gefunden. Die Funde mehren sich mit dem Mittelneolithikum durch die Siedlungen im Südosten der Insel und damit in Verbindung durch die 14 Ganggräber, sieben davon in Rundhügeln (Ebbesen spricht von 12 Ganggräbern). Hier ist die Keramik häufig in Form von Votivdeponierungen vor dem Eingang der Gräber anzutreffen (Abb. 23), welche hauptsächlich auch durch „Ausgräber“ des 19. Jahrhunderts untersucht wurden. Diese Keramik aus den Ganggräbern stammt aus den Perioden des MN A Ib (Abb.21) bis MN III/IV. Jedoch besteht keine Basis für dieses Material, um es mit dem Material auf dänischen Inseln mit entsprechenden Unterteilungen/Chronologieschemas zu korrelieren. Die Ganggrabskeramik taucht in zwei Varianten auf. Zum einen ist der Klintebakke Stil präsent, zum anderen wo der MN III Stil dominant erscheint. Dazu gehört auch die Keramik von St. Myregård I und II welche Keramik der frühen Ganggrabzeit und aus dem MN AI (Abb. 21) beinhaltet. Dazu kommt die Keramik aus dem MN BI aus Ndr. Grødbygård der Grube 165 und Limensgård (Abb.22), mit meist horizontalen Furchenstichen und vertikalen und horizontalen Ritzlinien. Auffällig ist hier auch das die Keramik hier zu der aus den Siedlungen gut zusammenpasst. Markant ist das die Keramik von einer feinen Qualität und in verschiedenen Formen auftaucht. Diese Typen sind große und kleine Trichterbecher, offene Schalen ornamentiert mit Dreiecken, Rauten, Leitermotiven und Sparrenmotiven.
Auf Vasagård wurde grobgemagerte dicke Keramik einer extensiv genutzten Siedung gefunden. Die Keramik weist hier eine Dekoration mit einfachen Eindrücken und welche mit Fingerkuppen auf. Auch ist eine feine Ware vorhanden die jedoch meist in mit hängenden Dreiecken verziert ist. Auch tauchen hier die Lehmscheiben auf die mit konzentrischen Zirkelmustern verziert sind.
Einige der Lehmscheiben mit dekorative Elemente und die Fingerkuppen verzierte Keramik, Becher die den Einzelgrabbechern ähnlich sind (Store Valby) (Abb. 24) kann chronologisch mit den MN A V Funden aus Ost Jütland und den dänischen Inseln verbunden werden - Also der Gruppe zu St. Valby, die ebenfall auf Schonen zu finden ist im Erdwerk von Stävie (Nielsen, F. O. & P. O. 1990: 61). Unter der Keramik aus dem MN V A tauchen auch die dicknackigen Beile auf.
Zum Übergang auf das MN B fängt hier das Fundspektrum mit der des Fundkomplexes der Einzelgrabkultur (EGK) an. Zu dieser Zeit ist in Nordjütland die Grubekeramische Kultur vorherrschen an den Küstenzonen, so auch in Süd-Ost-Schonen. Auf Bornholm wurde keine derartige Keramik gefunden, jedoch die typischen Pfeilspitzen der Typen A, B und C (nach Peter Vang Petersen 1993), (Nielsen, F. O. & P. O. 1990: 66).
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Hilthart Pedersen, 2006, Die jüngere Steinzeit auf Bornholm, Munich, GRIN Publishing GmbH
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