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Finanzmarktkapitalismus

Title: Finanzmarktkapitalismus

Term Paper , 2007 , 16 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Daniel Detzer (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Von dem so genannten deutschen „Kuschelkapitalismus“ spürt ein großer Teil der Deutschen derzeit wenig. Das System des rheinischen, koordinierten Kapitalismus, für welches Deutschland bekannt war, scheint sich zu verändern. Die für diese Form des Kapitalismus typischen Institutionen, Akteure, Normen und Verhaltensweisen scheinen im Auflösen oder in der Transformation begriffen. Es findet eine Entwicklung zu einem deutlich liberaleren System, ähnlich dem amerikanischen, statt.
Diese Entwicklung wurde von vielen Wissenschaftlern vorausgesagt. Diese vermuteten, dass nach dem Ende des sozialistischen Systems eine neue Systemkonkurrenz entstanden ist und zwar zwischen den Kapitalismen untereinander, also zwischen den koordinierten und den liberalen Kapitalismen. Den Ausgang dieser Konkurrenz prognostizierten sie mit einem Ende des Nebeneinanders der Systeme und einer Transformation beider zu einem einheitlichen Typus, den sie als Finanzmarktkapitalismus be-zeichnen. Diese Wandlung begann in Amerika deutlich früher in den 1980ern, was sicherlich auch mit der verstärkten Affinität dieses Systems zu den Finanzmärkten zusammenhängt, und begann in Deutschland zeitlich verzögert erst in den Neunzigern zu wirken.

Diesen einheitlichen Typus des Finanzmarktkapitalismus, seine Akteure, seine Institutionen, ihre Ver-haltensweise und ihr Zusammenspiel auf den Märkten, sowie die Auswirkungen ihres Handelns auf eine Volkswirtschaft sollen im Folgenden beschrieben werden. Dazu wird zunächst versucht eine gemeingültige Definition für diesen Typus zu geben. Danach wird versucht die Besonderheiten der Funktionsweise von Finanzmärkten herauszuarbeiten. Beginnend mit den Anlegern werden die verschiedenen Akteure im Finanzmarktkapitalismus und die Transformationen die von diesem Systemtypus in den verschiedenen Bereichen hervorgerufen werden, beschrieben. Hierbei wird speziell auf die institutionellen Investoren und ihr System von Einwerbung und Anlage, sowie auf die Produktionssphäre, die durch den Finanzmarktkapitalismus gravierenden Veränderungen unterworfen ist, eingegangen. Die Auswirkungen die diese haben werden im folgenden Abschnitt nochmals explizit aufgezählt und ergänzt.
Abschließend wird versucht dem Leser das Dilemma, in welches uns dieses System führt, aufzuzeigen und einen Ausblick für die Zukunft zu geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Finanzmarktkapitalismus

2.1. Definition „Finanzmarktkapitalismus“

2.2. Die Funktion der Finanzmärkte

2.3. Die Akteure im Finanzmarktkapitalismus

2.3.1. Die privaten Anleger

2.3.2. Die institutionellen Anleger

2.3.3. Die Unternehmen

2.3.3.1 Einfluss der Finanzmärkte auf die Unternehmen

2.3.3.2 Veränderungen des Produktionsregimes

2.3.4. Die Manager und die Beschäftigten

2.3.5. Die Politik

2.4. Auswirkungen des Finanzmarktkapitalismus

3. Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Finanzmarktkapitalismus und analysiert, wie sich die Transformation hin zu einem liberaleren, finanzmarktzentrierten System auf die verschiedenen ökonomischen Akteure und die Realwirtschaft auswirkt.

  • Systemischer Wandel vom rheinischen zum Finanzmarktkapitalismus
  • Rolle und Funktionsweise institutioneller Anleger und Finanzmärkte
  • Einfluss des Shareholdervalue-Prinzips auf Unternehmensstrategien
  • Veränderungen in der Produktionssphäre und Arbeitsbeziehungen
  • Politische Handlungsspielräume im Kontext globalisierter Finanzmärkte

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Die institutionellen Anleger

Die institutionellen Anleger, zu denen insbesondere Investmentfonds, Pensionsfonds aber auch Versicherungsgesellschaften zählen, nehmen eine Schlüsselposition im System des Finanzmarktkapitalismus ein.

Ihre wichtige Stellung erhalten sie aufgrund der riesigen Vermögen, die sie wegen ihrer Funktion als Kapitalsammelstelle und Anleger für das breite Publikum, verwalten. Diese Akteure im System des Finanzmarktkapitalismus sind zum einen Treiber des Systems und beschleunigen seine Evolution indem sie sowohl Unternehmen als auch Marktwirtschaften zu ihren Zwecken zu ändern versuchen, sind aber andererseits auch selbst vom System Getriebene, da sie um ihr Geschäft aufrecht erhalten zu können auf den Zufluss der Mittel aus der Bevölkerung angewiesen sind und sich enormer Konkurrenz untereinander ausgesetzt sehen. Diese Zwitterposition ergibt sich aus der Tatsache, dass sie aufgrund der hohen Konkurrenz immer höhere Renditeversprechen an potentielle Kunden machen, um sich den anderen Anbietern gegenüber behaupten zu können. Da diese Versprechen aus der herkömmlichen Verwertung des Kapitals aber nicht erfüllte werden können sind sie dazu gezwungen durch den ständigen Zufluss neuen Kapitals die Kurse nach oben zu treiben und dadurch ihre Renditeversprechen zu erfüllen. Dies ähnelt eine Schneeballsystem, da es nur funktioniert, solange es gelingt neues Kapital ein zu werben. Kann das eingeworbene Kapital nicht mehr profitabel angelegt werden, so würde das System auffliegen. Um diese Anlage zu gewährleisten versuchen die Fondmanager Unternehmen und nationale Systeme nach ihren Vorstellungen umzugestalten, um sie als neue Sphären der Anlage zu erschließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Debatte um soziale Prekarisierung und stellt die These einer Systemtransformation vom koordinierten zum Finanzmarktkapitalismus auf.

2. Finanzmarktkapitalismus: Dieses Hauptkapitel definiert den Finanzmarktkapitalismus, analysiert die Funktion globaler Finanzmärkte und untersucht detailliert die Rollen und Handlungszwänge der verschiedenen Akteure sowie deren Auswirkungen auf Unternehmen, Arbeitswelt und Politik.

3. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst das Dilemma des Systems zusammen, das trotz sinkenden Wachstums hohe Renditeerwartungen erzwingt, und diskutiert kritisch Möglichkeiten einer globalen Regulierung.

Schlüsselwörter

Finanzmarktkapitalismus, Shareholdervalue, Kapitalmärkte, Institutionelle Anleger, Produktionsregime, Renditeerwartungen, Unternehmensführung, Realwirtschaft, Arbeitsbeziehungen, Finanzinvestoren, Privatisierung, Spekulationsblasen, Liberalisierung, Ökonomische Transformation, Innovationskraft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und den Auswirkungen des Finanzmarktkapitalismus als einem neuen Systemtypus, der das ehemals koordinierte kapitalistische Modell verdrängt.

Welche Akteure stehen im Zentrum der Analyse?

Zentrale Akteure sind private und insbesondere institutionelle Anleger (Fonds), Unternehmensmanager, die Belegschaft sowie die staatliche Politik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Zusammenspiel dieser Akteure zu beschreiben und aufzuzeigen, wie das Streben nach Rendite die Unternehmensführung und die Stabilität der Realwirtschaft beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine systematische theoretische Analyse, die auf einer Auswertung sozialwissenschaftlicher und ökonomischer Fachliteratur zum Wandel von Produktionsregimen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise der Finanzmärkte, die Strategien der Fonds zur Mittelakquisition und -anlage sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für die Struktur von Unternehmen und die soziale Lage der Beschäftigten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Kernbegriffe umfassen Shareholdervalue, institutionelle Anleger, Produktionsregime und die Entkopplung von Finanz- und Realwirtschaft.

Inwiefern beeinflussen institutionelle Anleger die Unternehmenskultur?

Durch die Kontrolle über Kapital und die Forderung nach kurzfristigen Renditen zwingen sie Unternehmen zu einer Ausrichtung auf den Shareholdervalue, was oft zu einer Konzentration auf das Kerngeschäft und einer Untergrabung langfristiger Innovationspotenziale führt.

Warum wird die Rolle der Politik in diesem System als schwierig beschrieben?

Die Politik ist aufgrund der drohenden Kapitalabwanderung durch die Internationalisierung der Märkte in ihrer autonomen Gestaltungsmacht beschnitten und gezwungen, wettbewerbsorientierte steuer- und finanzpolitische Maßnahmen zu ergreifen.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Finanzmarktkapitalismus
College
Berlin School of Economics
Course
Politische Ökonomie und Sozialstruktur der modernen Gesellschaft
Grade
1,1
Author
Daniel Detzer (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V90358
ISBN (eBook)
9783638042680
ISBN (Book)
9783640315680
Language
German
Tags
Finanzmarktkapitalismus Politische Sozialstruktur Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Detzer (Author), 2007, Finanzmarktkapitalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90358
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