Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Zusammenfassung des Artikels von Prof. Michael Schramm 2
3. Bedeutung für Gesundheits- und Sozialdienste 5
4. Stellungnahme zur These „Ethische Ziele werden durch eine (institutionell entsprechend
ausgestaltete) Logik des Geldes anreizgestützt zur Geltung gebracht“ 8
5. Literaturverzeichnis 9
1
1. Einleitung
Meine folgende Ausarbeitung setzt sich mit dem Artikel „Geld und Moral. Strategie der Sozialethik“ von Prof. Michael Schramm, Theologe und Wirtschaftsethiker an der Universität Hohenheim, auseinander.
Im ersten Schritt folgt eine Zusammenfassung dieses Artikels in Thesen, die im nächsten Schritt kritisch-diskursiv auf den Bereich von Sozial- und Gesundheitsdiensten übertragen werden.
Auf der Grundlage der zuvor gewonnen Erkenntnisse erfolgt abschießend eine begründete Stellungnahme zur Aussage: „Ethische Ziele werden durch eine (institutionell entsprechend ausgestaltete) Logik des Geldes anreizgestützt zur Geltung gebracht“ (Schramm, 1998, S. 228).
2. Zusammenfassung des Artikels von Prof. Michael Schramm
Im Fokus des Artikels „Geld und Moral. Zur Strategie der Sozialethik“ von Prof. Michael Schramm steht auf der einen Seite die gepriesene profitorientierte Marktwirtschaft, auf der anderen Seite der moralische Umgang mit ihr.
Im ersten Schritt beschreibt er den Verlust der Tauschhandlungen zwischen Menschen bedingt durch wirtschaftliche Entwicklung und Einführung des Geldes. Der Zugang zur heutigen Marktwirtschaft wird somit über das Geld und nicht wie in der Vormoderne üblich über Naturalien reguliert. Als Zwischenschritt zum heutigen Papiergeld beschreibt Schramm die „bezifferten Depotbestätigungen“, heute würde man sie Wertpapiere nennen, die man vom Goldschmied erhielt, wenn man dort Gold hinterlegte. Da diese „bezifferten Depotbestätigungen“ niemals alle von ihren Besitzern gleichzeitig als Zahlungsmittel eingesetzt wurden, war es dem Goldschmied darüber hinaus möglich, weitere Wertpapiere auf der Basis verzinslicher Kredite auszustellen. Somit schuf er die Grundlage der heutigen Bankwirtschaft, mehr Geld in den Umlauf zu bringen, als gleichzeitig zu besitzen.
Genau dieser virituelle Prozess der Geldversorgung durch die Banken wird im zweiten Schritt erläutert. Würden etwa alle Kunden einer Bankfiliale gleichzeitig ihre Konten, Sparbücher, Sparbriefe usw. auflösen und auszahlen lassen, könnte diese Filiale schließen. Da dies jedoch
2
in dieser Form nicht geschieht und die Banken nur einen gewissen Prozentsatz der Depotbestände auszahlen, ist es ihnen mit Hilfe der Giralgeldschöpfung möglich, eine fiktive Vermehrung, die als Realität angenommen wird, anzuwenden. Nach Schramm spiegelt sich im Geld „…die virtuelle Unendlichkeit des modernen Wirtschaftssystems“ wieder (Schramm, 1998, S. 225).
Im dritten Schritt wird die Funktion des Geldes als Zeichen erläutert. Geld an sich besitzt keinen Charakter, es steht immer als Zeichen bzw. Symbol für etwas. Primär für die Kaufkraft seines Besitzers. Gleichzeitig aber auch für individuelle und gesellschaftliche Macht durch seine Kaufkraft. Diese wiederum stellen gesellschaftliche Einflussmöglichkeiten dar. Letztendlich steht nach Schramm das Geld „…die (vermeintliche) Macht eines Triumphes über die Endlichkeit…als Zeichen alchemistischer Macht“ (Schramm, 1998, S. 226). Die Alchemie beschreibt den wundersamen Prozess der Vermehrung in der modernen Geldwirtschaft. „Nicht der Glaube an ein Jenseits, sondern das wirtschaftliche Handeln im Diesseits öffnet dem modernen Menschen den Blick in die Unendlichkeit“ (Binswanger, 1994, S. 61).
Im vierten und letzten Teil des Artikels werden die Laster des Geldes, die gleichzeitig moralische und ethische Grundsätze tangieren, beschrieben. Zu ihnen zählen etwa Geiz, Habsucht, Neid, Verschwendung oder auch Geldgier. An dieser Stelle ist es nach Schramm nicht ausreichend, „…lediglich mit dem individualethischen Banner einer Moral pur gegen die Logik des Geldes mobil zu machen…“ (Schramm, 1998, S. 127). Vielmehr sollte es darum gehen, ein ethische Instrumente zu entwickeln, welche sich „…die Logik des Geldes zu nutze machen… und …ethische Anliegen durch eine - institutionell entsprechend ausgestaltete - Logik des Geldes zur Geltung bringen“ (Schramm, 1998, S. 127). Dies wird an den Beispielen Korruption, Arbeitslosigkeit / Sozialstaatsmissbrauch, Steuerhinterzug und schöpfungsgerechtes Wirtschaften verdeutlicht.
Im moralischen Kampf gegen das verbreitete Phänomen der Korruption unterscheidet Schramm drei Strategien:
1. Den Aufruf zur Moral pur, den er jedoch als nicht viel versprechend ansieht.
2. Das sich bis zum heutigen Tag in Bezug auf Korruption nicht bewährte Strafrecht, welches sich in Deutschland nur auf individuelle und nicht auch auf juristische Personen bezieht und somit für Unternehmen keinen Anreiz schafft.
3
Arbeit zitieren:
Sven Werny, 2007, Geld und Moral, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das narrativ biographische Interview
Eine vertiefende Einführung in...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 21 Seiten
Geschlechtsspezifisches Rollenverständnis von Jugendlichen gegenüber d...
Forschungsarbeit, 71 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Mentoring: Wissen, was der Führungsnachwuchs wissen muss
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 24 Seiten
Leistungsbeurteilung und Mitarbeiterbeteiligung
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 21 Seiten
Das Konzept des „Gender Mainstreaming“ der Europäischen Union zum Abba...
Zwischen verfolgtem Anspruch u...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Essay, 11 Seiten
Die Women's Lobby und der Europäische Verfassungskonvent
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Seminararbeit, 14 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Sven Werny's Text Geld und Moral ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sven Werny hat den Text Geld und Moral veröffentlicht
Sven Werny hat einen neuen Text hochgeladen
J. Etienne. La Raison Et La Foi Ethique Et Theologie Morale
Jacques Etienne, E. Gaziaux, A. Haquin
Paul Ricoeur. Une Poetique de La Morale. Aux Fondements D'Une Ethique ...
Alain Thomasset, Thomasset Aa
LA PHILOSOPHIE MORALE DANS L'OEUVRE D'ADAM SMITH
Retour sur le "Das Adam Smith ...
Odile Rochon
Essays on the Evolutionary and...
Johan Braeckman, Jan Verplaetse, Jelle de Schrijver, Sven Vanneste
0 Kommentare