Inhaltsverzeichnis
1. Lehrplan-Entwicklung 3
2. Richtlinien des DaZ-Unterrichts 4
2.1 Konfrontierend unterrichten 4
2.2 Am Lebensumfeld orientiert lehren 5
2.3 An Themen orientiert unterrichten und lernen 6
2.4 Förderung des eigenständigen Lernens 7
2.5 Anschaulich lehren 8
2.6 Binnendifferenzierung 9
3. Resümee: Ziele der Grundlagen und Leitgedanken im DaZ-Lehrplan von 2001 10
4. Literaturverzeichnis 11
2 NA
1. Lehrplan-Entwicklung
„Die [...] Vielschichtigkeit von Migrationprozessen, das Nebeneinander von traditionellen und neuen Zielgruppen sowie fächerübergreifende Tendenzen in Theorie und Praxis der Erwachsenen- und Weiterbildung haben zu einem mehrschichtigen Prozess curricularer Veränderung geführt:“ 1
Diese besteht zum einen aus der generellen Tendenz, Zweitsprache von Fremdsprache und damit auch Zweitsprachenunterricht (später Deutsch als Zweitsprachen-Unterricht genannt) Deutsch von Fremdsprachenunterricht Deutsch zu differenzieren. Mit dieser Entscheidung betont man, dass sich die Familienmitglieder von Aussiedlern in Deutschland anders Deutsch aneignen als die Ausländer außerhalb Deutschlands. Sie tun dies genauer gesagt mit einem anderen Ziel, mit anderer Eigeninitiative, in einer anderen Lernumgebung und mit anderen Lern- bzw. Erwerbsergebnissen; dadurch bedingt, ob die Sprache im Unterricht gelernt oder ungesteuert errungen wurde. Trotzdem wird im Jahr 1995 weiterhin die Unterrichtspraxis gebräuchlich, die diesen Unterschied zu wenig bei der Zusammenstellung von Themen, Übungsformen und Sozialformen sowie insbesondere das planmäßige Einbeziehen des Umfelds außerhalb des Klassenzimmers beachtete.
Zum anderen wird in den 90er Jahren ein auf die Migranten bezogener Trend notiert, welcher die Differenz zwischen Fremd- und Zweitsprachenunterricht förderte. Es werden Schulungen, Unterrichtsmaterialien und Lehraus- bzw. Fortbildungskonzepte unter anderem für Emigranten, Asylberechtigte und Asylbewerber und für primäre und sekundäre Analphabeten entworfen.
Des weiteren wird an den Entwürfen der Differenzierung, die in erster Linie das Einstudieren in sehr verschiedenartig zusammengesetzten Kursgruppen effektiver ausarbeiten sollten, bis hin zur Individualisierung des Zweitsprachenunterrichts Deutsch gearbeitet. Diese Konzepte beziehen sich auf die bisher genannten Unterrichtsmaterialien, welche für besondere Zielgruppen angefertigt worden sind, und fügten sich in ein mehrdimensionales Verfahren von Unterrichtsplanung und Methodik ein.
Zuletzt kommen curriculare Überlegungen hinzu, welche die Offenheit und die Flexibilität hervorheben, mit den Lehrern den wechselhaften Ansprüchen von verschiedenen Teilnehmern und Zielgruppen begegnen zu können. 2 1 Kilian, V.: Deutsch als Zweitsprache. Curriculumentwicklung, Übungsmaterial, Lehrerfortbildung. Berlin u.a.1995, S.19/20 2 Vgl. ebd., S.20
3
2. Richtlinien des DaZ-Unterrichts
Die Absichten des Deutschunterrichts mit Migranten sind das Verstehen beim Zuhören und die Verständigung sowie die Integration und der Identitätsverlust. Aus den Zielen ergeben sich eine Liste von Unterrichtsprinzipien:
1. gegenüberstellend unterrichten
2. umwelt- und erfahrungsorientiert unterrichten
3. inhaltsorientiert unterrichten und lernen
4. Förderung des eigenständigen Lernens
5. anschaulich lehren
6. Binnendifferenzierung.
Im Folgenden stelle ich die Prinzipien des Deutschunterrichts, die in den 90er Jahren von einem möglichen neuen Lehrplan gefordert werden mit den tatsächlichen „Grundlagen“ und den „Leitgedanken“ des aktuellen Lehrplans von 2001 gegenüber.
2.1 Konfrontierend unterrichten
Sofern es durchführbar ist, sollten im DaZ-Unterricht die Grammatik und die Landeskunde der Zweitsprache Deutsch nicht von den verfügbaren Sprachkenntnissen und Lebens- erfahrungen unserer DaZ-Schüler getrennt gelehrt werden. 3
Dazu hat der aktuelle DaZ-Lehrplan von 2001 folgenden Leitgedanken: „Die Erstsprache ist ein bedeutende Mittler zwischen den Lebenswelten der Familie und der Schule. Ihre Akzeptanz und ihre Präsenz im Unterricht fördert den Zweitspracherwerb. Mehrsprachigkeit erhält in einem modernen Sprachunterricht eine besondere Bedeutung [Mehrsprachigkeit als Chance].“ 4 Wenn sich ein Schüler mit einer neuen Sprache auseinandersetzt, wird er immer probieren das Neue mit Hilfe seines bereits vorhandenen Wissens und seinen Erkenntnissen zu verstehen und sie damit zu verknüpfen. Es ist bedeutsam, dass dieser Lernprozess meistens still verläuft und im Unterrichtsgeschehen nicht erwähnt wird. Es sollten Sprachphänomene der Erstsprache und der Zweitsprache Deutsch einander gegenübergestellt und Lernschwierigkeiten diskutiert werden. „Gegenüberstellend unterrichten“ heißt das bewusste Berücksichtigen der Herkunftswelt und –sprache. Beide Lebensbereiche sollten in der neuen Sprache (Deutsch) verstanden und erlernt werden.
3 Vgl. ebd., S.39 4 Lehrplan Deutsch als Zweitsprache 2001, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, S. 7
4
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Veronika Bernau, 2006, Der bayerische DaZ-Lehrplan - Auszüge einer Curriculumentwicklung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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