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SER und ESTAR

Untersuchung einiger geläufiger Erklärungsmodelle zur Verwendungsunterscheidung

Titel: SER und ESTAR

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Christine Tschoepe (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Für einen deutschsprachigen Spanischlerner ergibt sich allein schon aus der Tatsache heraus, dass in seiner Muttersprache nur ein Verb für ‚sein’ existiert, die Schwierigkeit der korrekten Verwendung von "ser" und "estar". Obwohl dieses Thema in der Linguistik bereits viel diskutiert wurde, ergibt sich weiterhin beim Spanischlerner der Wunsch nach einem allgemeingültigen Konzept, das alle Verwendungsmöglichkeiten von "ser" und "estar" abdeckt, um Zweifelsfälle auszuschließen.
Deshalb sollen gängige Unterscheidungskonzepte in der vorliegenden Arbeit vorgestellt und diskutiert werden, um im Sinne der Spanischlernenden einen gemeinsamen Nenner aller genannten Konzepte erschließen zu können.
In der vorliegenden Hauptseminararbeit wird zunächst kurz auf die etymologische und semantische Herkunft der heutigen Verben "ser" und "estar" eingegangen, da auf diese Weise ein erster Einblick in diesen Themenbereich gewährt werden kann, und verständlich wird, woher die Komplexität dieser Thematik rührt. Im Anschluss daran wird ein Blick auf die heutigen (Haupt-) Funktionen der genannten Verben geworfen.
Um den Einstieg in die nachfolgenden Konzepte der Unterscheidungskriterien zur Verwendung von "ser" oder "estar" zu erleichtern, wird ein einfacher Unterscheidungsansatz laut einiger Grammatik-Lehrwerke mit diversen Beispielen genannt, der sodann die in der Zwischenbilanz genannte Notwendigkeit der Erweiterung dieses einfachen Kriterienrahmens erkennen lässt.
Mittels weiterführender Konzepte wird anschließend versucht, die Vielschichtigkeit der Anwendungsprobleme von "ser" und "estar" differenzierter betrachten und erläutern zu können.
Danach sollen mithilfe der Auslegungen zweier Autoren die vorgestellten Konzepte knapp diskutiert werden.
Im Fazit findet man schließlich die Antwort auf die Frage nach der Allgemeingültigkeit eines Konzeptes. Etymologisch gesehen gehen aus den klassisch-lateinischen Positionsverben SEDERE und STARE die heutigen kastilischen Verben ser und estar hervor, was heute als erwiesen gilt (Birte Stengaard 1991:93). Unter Positionsverben versteht man Verben, die die Position des Subjekts näher beschreiben, wie z.B. ‚sitzen’ oder ‚stehen’.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Aufbau

2. Einführung zu den Verben ser und estar

2.1 Herkunft der Verben ser und estar, Blick auf semantischen Wandel

2.1.1 STARE

2.1.2 SEDERE

2.2 Heutiger Status der Verben ser und estar

3. Einfacher Ansatz zur Verwendung von ser und estar

3.1 Verwendung von ser

3.2 Verwendung von estar

3.3 Unproblematische Verwendung bei Adjektiven und Partizipien je nach Bedeutung

3.4 Problematische Verwendung bei vivo und muerto

4. Zwischenbilanz

5. Weiterführende, nuancierte Alternativ-Konzepte und Anwendbarkeit

5.1 Extrinsität vs. Intrinsität nach Vaño-Cerdá, kommentiert von Falk

5.2 Vergleich an anderen Objekten (Objektivität) vs. Vergleich am Objekt selbst (Subjektivität) nach Falk (1987) / Delbecque (1997)

5.3 Erklärungsmodelle bei Fällen wie vivo/muerto unzureichend

6. Diskussion der vorgestellten Konzepte mit Auslegung von Catalani (2004) und Porroche Ballesteros (1988)

6.1 Catalanis Vorschlag: Ansiedlung / Nicht-Ansiedlung

6.2 Porroche Ballesteros’ Auslegung: norma individual / norma general

6.3 Zusammenfassung der erfolgreichen Erklärungskonzepte

7. Zusammenfassung der genannten Oppositionen

7.1 Stichwörter zur Verwendung von ser

7.2 Stichwörter zur Verwendung von estar

7.3 Resümee der Konzepte: die Perspektive und ein gemeinsamer Nenner

8. Ausblick: Nachhaltigkeit der Modellentwicklung auch ohne Allgemeingültigkeit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die verschiedenen theoretischen Erklärungsmodelle für den korrekten Gebrauch der spanischen Kopula-Verben "ser" und "estar". Ziel ist es, die Komplexität dieser Verwendungsunterscheidung für Spanischlernende zu durchdringen, gängige Konzepte kritisch zu hinterfragen und einen gemeinsamen Nenner zur logischen Anwendung zu identifizieren.

  • Etymologische Herkunft und semantischer Wandel von "ser" und "estar"
  • Grundlegende Unterscheidungskriterien wie Permanenz vs. Temporarität
  • Diskussion komplexer Konzepte (Extrinsität vs. Intrinsität, Objektivität vs. Subjektivität)
  • Analyse der Ansätze von Catalani, Porroche Ballesteros, Falk und Delbecque
  • Problemlösung für schwer einzuordnende Fälle wie "vivo" und "muerto"

Auszug aus dem Buch

3. Einfacher Ansatz zur Verwendung von ser und estar

Als Vorlagen für einen einfachen Ansatz zur Verwendungsunterscheidung von ser und estar sollen nun im Folgenden die Grammatiken von Rodríguez (1996), Gil/Preiss (2001), de Bruyne (2002) und Delbecque (1997) dienen.

Übereinstimmend nennen alle Ausführungen die Verwendung von ser bei wesentlichen, dauerhaften und unveränderlichen Zuständen und Eigenschaften, also um zum Beispiel die Nationalität (unveränderlich), den Beruf (dauerhaft) und das Material (wesentlich) anzugeben. Des Weiteren steht ser auch im Zusammenhang mit Zeitangaben, einer Anzahl und dem Besitzverhältnis. Kurzum kann man feststellen: es handelt sich dabei fortwährend um die Klassifikation oder besser um die Zugehörigkeit einer Klasse. In uns existieren bestimmte Vorstellungen von Klassen, wie z.B. bei Farben (rot, grün, gelb, blau) oder bei Berufen (Maurer, Anwalt, Arzt), wie auch bei Nationalitäten (spanisch, deutsch, türkisch). Und wir ordnen bestimmte Zustände oder Eigenschaften eines Subjektes in diese Klassen ein, sofern sie dauerhaft, also permanent in dieser Kategorie vorhanden sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Aufbau: Diese Einleitung stellt die Schwierigkeit der Verwendungsunterscheidung von "ser" und "estar" für Deutschsprachige dar und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.

2. Einführung zu den Verben ser und estar: Das Kapitel beleuchtet den etymologischen Ursprung der Verben in den lateinischen Positionsverben und ihre semantische Entwicklung bis zum heutigen Status.

3. Einfacher Ansatz zur Verwendung von ser und estar: Hier werden klassische Grammatikansätze vorgestellt, die auf einer einfachen Dichotomie von Permanenz und Temporarität basieren, sowie deren Grenzen bei bestimmten Adjektiven aufgezeigt.

4. Zwischenbilanz: Dieses Kapitel resümiert, dass einfache Grundlagenkonzepte für fortgeschrittene Anwendungsfälle nicht ausreichen und weiterführende Modelle notwendig sind.

5. Weiterführende, nuancierte Alternativ-Konzepte und Anwendbarkeit: Eine detaillierte Diskussion komplexerer Ansätze, die den Fokus auf Intrinsität/Extrinsität sowie den Vergleich am Objekt selbst versus zu anderen Objekten legen.

6. Diskussion der vorgestellten Konzepte mit Auslegung von Catalani (2004) und Porroche Ballesteros (1988): Das Kapitel vergleicht moderne Ansätze wie das Modell der Ansiedlung und das Konzept der individuellen versus allgemeinen Norm.

7. Zusammenfassung der genannten Oppositionen: Die Arbeit fasst die verschiedenen Kriterien für "ser" und "estar" zusammen und sucht nach einem übergeordneten Nenner.

8. Ausblick: Nachhaltigkeit der Modellentwicklung auch ohne Allgemeingültigkeit: Abschließend wird konstatiert, dass trotz theoretischer Fortschritte die Sprecherperspektive weiterhin eine zentrale Rolle spielt und die Modelle als hilfreiche Stütze dienen.

Schlüsselwörter

ser, estar, Kopula, Spanisch lernen, Grammatik, Permanenz, Temporarität, Intrinsität, Extrinsität, Subjektivität, Objektivität, Ansiedlung, norma general, norma individual, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Schwierigkeiten, die beim Erlernen und Anwenden der beiden spanischen Kopula-Verben "ser" und "estar" auftreten, und sucht nach verständlichen Erklärungsmodellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind der etymologische Ursprung, die Unterscheidung zwischen dauerhaften und temporären Eigenschaften, sowie modernere Konzepte wie die Ansiedlung im zeitlichen Rahmen oder die Anwendung allgemeiner versus individueller Normen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die verschiedenen Unterscheidungskriterien zu systematisieren und einen "gemeinsamen Nenner" zu finden, der sowohl Spanischlernenden als auch Muttersprachlern hilft, die korrekte Verwendung der Verben besser nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Untersuchung und linguistische Analyse, die auf der kritischen Sichtung bestehender Grammatiken und Fachaufsätze zur spanischen Sprache basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich von einfachen, traditionellen Erklärungsansätzen hin zu nuancierteren und komplexeren Modellen wie der Objektivitäts-Subjektivitäts-Unterscheidung sowie der Diskussion spezifischer Ansätze von Autoren wie Catalani und Porroche Ballesteros.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben den Hauptverben "ser" und "estar" sind Begriffe wie "Permanenz", "Temporarität", "Intrinsität", "Extrinsität" sowie die Konzepte von "norma general" und "norma individual" maßgeblich für die Untersuchung.

Warum ist die Verwendung von "ser" und "estar" mit "vivo" und "muerto" so problematisch?

Diese Adjektive widersprechen der einfachen Logik, dass nur Temporäres mit "estar" verbunden wird, da "tot sein" ein permanenter, aber dennoch mit "estar" verwendeter Zustand ist, was die klassischen Erklärungsmodelle an ihre Grenzen bringt.

Wie löst das Konzept der "Ansiedlung" die Probleme bei schwierigen Fällen?

Das Modell der "Ansiedlung" nach Catalani erklärt, dass "estar" immer dann verwendet wird, wenn eine Eigenschaft in einem spezifischen zeitlichen oder räumlichen Rahmen positioniert wird, was bei "am Leben sein" oder "tot sein" der Fall ist.

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Details

Titel
SER und ESTAR
Untertitel
Untersuchung einiger geläufiger Erklärungsmodelle zur Verwendungsunterscheidung
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Romanische Philologie der LMU München)
Veranstaltung
Probleme der Grammatik des Spanischen
Note
1,3
Autor
Christine Tschoepe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
27
Katalognummer
V90618
ISBN (eBook)
9783638052849
ISBN (Buch)
9783638945639
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ESTAR Probleme Grammatik Spanischen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christine Tschoepe (Autor:in), 2007, SER und ESTAR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90618
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Leseprobe aus  27  Seiten
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