Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS
1 INSTITUTIONELLE VORAUSSETZUNGEN 2
1.1 GESTALTUNG DES MATHEMATIKUNTERRICHTS 2
2 INDIVIDUELLE VORAUSSETZUNGEN DER SCHÜLER 2
2.1 ZUSAMMENSETZUNG UND SOZIALES KLIMA DER KLASSE 2
2.2 ALLGEMEINE LERNVORAUSSETZUNGEN 3
2.3 INHALTSSPEZIFISCHE LERNVORAUSSETZUNGEN 3
3 SACHANALYSE 4
3.1 UMGANG MIT DEM HUNDERTERFELD 4
4 VERANKERUNG IM RAHMENPLAN 5
5 ÜBERBLICK ÜBER DIE UNTERRICHTSEINHEIT 5
6 DIDAKTISCHE BEGRÜNDUNG 6
6.1 BEDEUTUNG DES LERNGEGENSTANDES FÜR DEN LERNENDEN 6
6.2 UNTERRICHTLICHER KONTEXT 6
6.3 DIFFERENZIERUNGSMAßNAHMEN 7
7 METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN 7
7.1 INDUKTIVES VORGEHEN 8
8 LITERATURVERZEICHNIS 9
9 ANHANG 10
9.1 VERLAUFSPLANUNG 10
9.2 LERNLEITBOGEN 13
9.3 SITZPLAN 14
9.4 HUNDERTERFELD 14
9.5 ARBEITSBLÄTTER (EXEMPLARISCH) 15
1 Institutionelle Voraussetzungen
Die Schule Wiesbaden ist eine vier- bis fünfzügige Grundschule. Insgesamt besuchen etwa 400 1 Schüler 2 die Grund- und Europaschule. Sie befindet sich im Westend, einem Stadtteil von Wiesbaden nahe dem Stadtzentrum und gilt als sozialer Brennpunkt. Das Einzugsgebiet der Schule ist gekennzeichnet durch das Zusammenleben von Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen. So treffen auch an der Schule Kinder aus zirka über 30 Nationen zusammen.
1.1 Gestaltung des Mathematikunterrichts
Der Unterrichtsvormittag ist in Unterrichtsstunden von je 45 bzw. 40 Minuten strukturiert. Eine individuelle Gestaltung mit kürzeren oder längeren Lernzeiten ist jedoch im Klassenlehrerunterricht möglich, da das Pausensignal nur im 90 Minutentakt ertönt. Der Mathematikunterricht wird in Zeiteinheiten von je fünf Einzelstunden pro Woche erteilt, darunter fällt auch eine Stunde als reine Übungs- und Wiederholungsstunde mit oder ohne PC. Des Weiteren besteht für die schwächeren oder langsameren Schüler pro Woche eine Förderstunde in Mathematik, wo aktuelle Lerninhalte nochmals wiederholt bzw. vertieft werden können. Die geplante Stunde bezieht sich auf die erste Unterrichtsstunde des Vormittages.
2 Individuelle Voraussetzungen der Schüler
2.1 Zusammensetzung und soziales Klima der Klasse
Die Klasse 2b setzt sich aus 22 Kindern, zwölf Mädchen und zehn Jungen aus den Jahrgängen 1998 bis 2000, zusammen. Das Klassenbild ist multikulturell geprägt. Die Lerngruppe besteht in dieser Zusammensetzung weitgehend seit dem Schuleintritt. Alle Schüler kommen aus dem unmittelbaren Umkreis der Schule. 3
Das Sozialverhalten der Schüler und deren Lern- und Arbeitsbereitschaft sind aufgrund der äußeren Umstände zufrieden stellend. Die Lerngruppe ist diszipliniert. Die Schüler reagieren gut auf akustische und visuelle Signale, wie z.B. Klangstab, Pfiff, Sternen-Tischpunkte und verschiedene Handzeichen. Dennoch gibt es auch hier Ausnahmen. Besonders auffällig verhält sich Ischo. Zum einen fällt er häufig negativ durch Streit, Handgreiflichkeiten und verbale Entgleisung gegenüber seinen Mitschülern auf und zum anderen stiftet er sie zur Unruhe und Unmut an. Problematisch wirkt sich 1 Arbeitsverhalten auf seine eigene Leistung und die Atmosphäre in der Klasse aus. Dies zeigt sich durch unqualifizierte Kommentare und Zwischenrufe im Unterrichtsgespräch. Auch 2 fällt die Rücksichtnahme gegenüber den Mitschülern schwer. Sie begegnet dem Unterrichtsgeschehen mit Trotz, hält sich nicht an die Klassenregeln und verhält sich sowohl den Mitschülern als
1 Schülerzahl variiert beständig durch Zu- bzw. Wegzug.
2 Die feminine Form soll stets impliziert sein.
3 siehe Kapitel 1
2
auch gegenüber der Lehrerin provozierend. Sie ist zu beginn des zweiten Schuljahres neu in die Klasse gekommen und ihr fällt es schwer Anschluss zu finden.
2.2 Allgemeine Lernvoraussetzungen
Die Mehrzahl der Schüler arbeitet aufmerksam mit, sie beteiligen sich interessiert am Unterrichtsgeschehen, sind gut zu motivieren und können einfache, v. a. bekannte Aufgabentypen konzentriert lösen. 4 Einigen anderen fällt eher die Zeiteinteilung in freien Arbeitsphasen schwer, was u. a. auf den Entwicklungsstand der jeweiligen Schüler und deren häusliches Umfeld zurückzuführen ist. 3, 4 und 5 haben große Schwierigkeiten sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren bzw. konzentriert an einer Aufgabe zu arbeiten. Hinzu kommt, dass 4 und 5 sich sehr wenig am Unterrichtsgeschehen beteiligen, da sie oft mit dem Lerninhalt überfordert sind. Für sie wird in der Stunde ein differenziertes Arbeitsblatt angeboten. Besonders unauffällig erscheinen 6 und 7. Sie sind sehr ruhige Schüler, melden sich kaum und wirken zurückhaltend. 8 ist die „Jüngste“ in der Klasse. Sie wirkt im Allgemeinen sehr müde, welches auf ihren körperlichen Entwicklungsstand zurückzuführen ist. 5 Sie wurde frühzeitig eingeschult und benötigt viel Zeit um die zu erbringende Leistung zu erfüllen. Trotzdem ist sie stets bemüht, freudig bei der Sache und erledigt die Aufgaben säuberlich und richtig. 9 und 10 haben häufig Probleme Arbeitsanweisung richtig zu verstehen. 5 vergisst oft seine Brille und ist somit in seiner Sehfähigkeit und ordentlichen Arbeiten eingeschränkt. Zudem vergisst oft die Hausaufgaben. 10 bereichert mit guten Ideen und flinkem Rechnen den Mathematikunterricht.11, 12. 13 und 14 sind sehr fleißige Schüler und bilden mit 1 die Spitze vor einem breiten Leistungsmittelfeld. Ihre Beiträge bereichern den Unterricht und bringen ihn voran.
2.3 Inhaltsspezifische Lernvoraussetzungen
Erstens müssen die Schüler bereits Erfahrungen zur visuellen Wahrnehmung gesammelt haben und sie zur Orientierung nutzen können. Laut hessischem Rahmplan verfügen viele Kinder bereits bei Schuleintritt über ein gut entwickeltes visuelles Wahrnehmungs- und Vorstellungsvermögen. 6 Durch Zähl-, Bündelungs- und Darstellungsübungen der „Zehnerzahlen“ konnten sie im Mathematikunterricht bereits Erfahrungen sammeln und ihr visuelles Erfassen von Mengen und Zahlen weiterentwickeln. Zweitens muss den Schülern der Umgang mit dem Material vertraut sein. Die Schüler müssen wissen, dass Einer zu Zehner in Form von einer Zehnerreihe bildhaft dargestellt werden können. Drittens müssen die Schüler die Grundrechenarten in Form von Zehnerzerlegungsaufgaben beherrschen können. Viertens müssen die Schüler über entsprechende Fachterminologie verfügen und unter deren Zuhilfenahme ihre „Zähl- und Bündelungsstrategie“ formulieren können.
4 siehe Kapitel 2.3; 6.2; 7
5 vgl. Oerter, R.; Montada, L. (2002), S.240f, 436ff
6 vgl. Rahmenplan Grundschule (1995), S.164
3
Insgesamt bringen die meisten Schüler inhaltsspezifische Voraussetzungen aus dem Handlungsbereich der Arithmetik mit. Auch Grunderfahrungen im Umgang mit unterschiedlichen Anschauungsmaterialien wurden im Hinblick auf die Kompetenzziele der Unterrichtseinheit gesammelt und erprobt. 7 Dennoch haben manche Kinder Schwierigkeiten ihre Strategien zu verbalisieren, da sie aufgrund ihrer Herkunft dem Deutschen noch nicht mächtig sind. Demzufolge wird meine Aufgabe sein Anreize zu schaffen, um die Schüler weiter zum reflektierenden Üben und Erzählen zu ermuntern.
3 Sachanalyse
Bei der Orientierung im Zahlenraum steht zunächst der gesetzmäßige Aufbau des dekadischen Systems im Vordergrund. Die Bündelung und der Stellenwert sind die beiden Hauptprinzipien. Die Ziffer gibt die Anzahl der Bündel der betreffenden Mächtigkeit an (Zahlenwert der Ziffer). Die Stellung der Ziffer gibt die Mächtigkeit des Bündels innerhalb des Zahlwortes an (Stellenwert der Ziffer). 8 Dieses dekadische Zahlsystem verfügt über zehn Ziffern (0 bis 9), mit denen sich alle Zahlen darstellen lassen. Je zehn Einheiten einer Stufe werden zu einer Einheit der nächst höheren Stufe zusammengefasst. So werden zehn Einer zu einem Zehner und zehn Zehner zu einem Hunderter gebündelt. Das Hunderterfeld greift das o. g. Stellenwertsystem auf. Es besteht aus zehn Reihen und zehn Spalten, die wiederum mit zehn einzelnen Plätzen oder Punkten gekennzeichnet sind. Zudem ist jede Reihe und Spalte mit einer Zäsur in zweimal fünf Punkte zerlegt. 9
3.1 Umgang mit dem Hunderterfeld
Für die Einsicht in den Aufbau des Hunderterfeldes sind im Vorfeld vielfältige Bündelungen mit Material und die Arbeit mit unterschiedlichen Zahlendarstellungen in Form von Werte-, Stellen-, Punkte- und Zahlentafel ebenso notwendig wie zukünftig der handelnden Umgang mit Zahlenband oder -strahl. 10 Das Hunderterfeld und der Umgang beim Zerlegen der Hunderterpunktemenge, wie z.B. mit transparentem Papier oder alternativ mit einem Strohhalm hat für diese Stunde große Relevanz.
7 siehe Lernleitbogen in Kapitel 9.2
8 vgl. Padberg, F. (1997), S.11ff.
9 siehe auch Kapitel 6.1
10 siehe Kapitel 5 und 9.2; vgl. Rahmenplan Grundschule (1995), S.150
4
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Stephanie Müller, 2007, Unterrichtsstunde: Mathematik - Hunderterfeld, Munich, GRIN Publishing GmbH
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