Inhaltverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Normenreihe DIN EN ISO 14040 ff. 2
2.1. Grundkonzept der Normenreihe 2
2.2. Festlegung des Ziels und des Untersuchungsrahmens 3
2.3. Sachbilanz 4
2.4. Wirkungsabschätzung 6
2.5. Auswertung 7
2.6. Kritische Prüfung 7
3. Fallbeispiel - Die Schweizer Banknote 8
3.1. Ziel und Untersuchungsrahmen 8
3.2. Sachbilanz und Wirkungsabschätzung 9
3.3. Auswertung 10
4. Literaturverzeichnis 13
2
1. Einleitung
Der Begriff der Produktökobilanz wurde erst in den 90er Jahren geprägt, im angelsächsischen Sprachraum hat sich der Begriff des „Life-Cycle-Assessment“ (LCA) durchgesetzt. 1 Erstmals wurden in den 60er Jahren Ökobilanzen in den USA erstellt. 2 Die Ökobilanz ist keine Bilanz im Sinne des Rechnungswesens, sondern ein Vergleich von stofflichen Einsatzfaktoren (Input) und ihren Umwelteinwirkungen (Output). 3
Die Produktökobilanzierung ist ein Instrument des Umweltmanagements und beschreibt ein ökologisches Produktprofil. Umwelteinflüsse werden über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts erfasst und analysiert (von der Wiege bis zur Bahre). Insbesondere die Stoffkreisläufe spielen eine große Rolle. Diese reichen von der Rohstoffgewinnung und -verarbeitung, Produktion und letztlich bis zur Beseitigung. Ökobilanzen bieten eine medienübergreifende Sichtweise, so können Problemverschiebungen zwischen einzelnen Umweltmedien (wie Luft, Boden, Wasser) aufgedeckt und erkannt werden. 4
Im betrieblichen Kontext bieten sie die Möglichkeit einer Bestandsaufnahme der vom Produkt ausgehenden Umweltbeeinflussung und der Identifikation von ökologischen Schwachstellen. Somit liefern sie die Grundlage für Optimierung bei der Gestaltung von Produktionsprozessen, Auswahl und Einsparung von Materialien und Rohstoffen sowie der Vermeidung bzw. Verringerung von Abfällen und Emissionen. 5 Insbesondere die Energiegewinnung und Einsparung von Energie wird mit immer steigenden Energiepreisen an Bedeutung zunehmen. Jedoch ist nicht nur eine ökologische Betrachtungsweise möglich, die durch eine ökologische Sensibilisierung der Verbraucher zunimmt, sondern auch eine ökonomische. So kann durch Optimierung ein Beitrag zur Kostensenkung geleistet werden. Dies ist beispielsweise durch Einsparungen im Materialverbrauch, durch Verringerung bzw. Vermeidung von Abfall und im Einkauf von Energie möglich. Des
1 Vgl. Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, 1997, S. 59
2 Vgl. Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, 1998, S. 15
3 Vgl. Krcmar/Dold, 1996, S. 4
4 Vgl. Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, 1998, S. 7
5 Vgl. Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, 1998, S. 7
Weiteren ist eine Vertrauensbildung bei ökologisch orientierten Verbrauchern möglich und somit können neue Markt- und Absatzchancen entstehen. 6 Produktökobilanzen werden unternehmensintern zur Schwachstellenanalyse genutzt, aber auch zum Vergleich zweier oder mehrerer Produkte. Dies kann sowohl für bereits bestehende und eingeführte Produkte (retrospektive Betrachtung), als auch für den Vergleich eines bestehenden Produktes mit einem zukünftigen und/oder noch in der Entwicklung befindlichen Produktes (prospektive Betrachtung) erfolgen. 7 Eine Produktökobilanz muss jedoch nicht nur auf ein Produkt bezogen sein, sondern kann sich auch auf eine Dienstleistung beziehen. 8
2. Normenreihe DIN EN ISO 14040 ff.
2.1. Grundkonzept der Normenreihe
Die internationale Norm DIN EN ISO 14040 wurde im Sommer 1997 veröffentlicht. Sie beinhaltet allgemeine Grundsätze und gibt keine detaillierten Beschreibungen wider. Detaillierte Beschreibungen enthalten die weiterführenden Normen ISO 14041 (Zieldefinition und Sachbilanz), ISO 14042
(Wirkungsabschätzung) und ISO 14043 (Auswertung). Die ISO 14040 erlaubt die Beschränkung auf eine Sachökobilanz, bei der der Schritt der Wirkungsabschätzung (ISO 14042) unbearbeitet belassen werden kann. 9
Abb. 1: Grundkonzept der DIN EN ISO 14040 ff. (eigene Darstellung)
6 Vgl. Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, 1998, S. 8 f.
7 Vgl. Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, 1997, S. 69
8 Vgl. Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, 1998, S. 18
9 Vgl. Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, 1998, S. 15
2
2.2. Festlegung des Ziels und des Untersuchungsrahmens
Am Anfang der Erstellung einer Produktökobilanz steht die Zieldefinition. Es wird die beabsichtigte Anwendung der Produktökobilanz und die Zielgruppe definiert. So ist ein Vergleich von bereits bestehenden Produkten untereinander bzw. ein Vergleich zwischen einem bestehenden und zukünftigen Produkt möglich. Jedoch ist auch eine Analyse der Stoffströme eines einzelnen Produkts als Anwendung der Produktökobilanz möglich. 10 An Ökobilanzen, die veröffentlicht werden sollen, werden besondere Anforderungen an Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit gestellt. 11
Bei einem Vergleich von Produkten ist die funktionelle Einheit von Bedeutung. Es muss gesichert sein, dass die Produkte vergleichbare Leistungen erbringen (beispielsweise entsprechen 100 Einwegflaschen der Leistung von 20 Mehrwegflaschen, die 5mal verwendet werden). 12 Dadurch sind alle erfassten und ermittelten Umweltbelastungen auf eine Standardgröße bezogen. 13 Eine Datenerfassung ist nicht immer im vollen Umfang, also z.B. ab der Rohstoffgewinnung, möglich, da nicht immer alle Daten aufgrund der vernetzten Produktionsstrukturen und komplexen Zusammensetzung von Produkten verfügbar und messbar sind. Daher ist das Setzen von Systemgrenzen in der Produktökobilanz erforderlich. Zudem soll eine Produktökobilanz eine praktikable Durchführung und Beschränkung auf wesentliche Komponenten ermöglichen. 14 Systemgrenzen können die Datenerhebung geografisch auf bestimmte Regionen, Länder oder Kontinente begrenzen. Die Eingrenzung auf einen bestimmten Stand der Technik, in dem alte oder sehr neue Technologien ausgeschlossen werden, ist ebenso möglich wie eine zeitliche Eingrenzung. Hier kann die Verwendung älterer Daten ausgeschlossen werden. Des Weiteren ist die Beschränkung auf wesentliche Stufen des Lebenszyklus möglich, wenn andere Stufen nicht als ergebnisbestimmend identifiziert werden. 15
10 Vgl. Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, 1997, S. 8
11 Vgl. Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, 1998, S. 16
12 Vgl. Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, 1998, S. 16 f.
13 Vgl. Krcmar/Dold, 1996, S. 12
14 Vgl. Krcmar/Dold, 1996, S. 19 f.
15 Vgl. Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, 1998, S. 17
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Lars Matschenz, 2008, Grundlagen der Produktökobilanz nach DIN EN ISO 14040 ff., Munich, GRIN Publishing GmbH
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