Agency-Theorie Die Principal-Agent-Beziehung bei asymmetrische Informationsverteilung - - 2 - -
(I) GLIEDERUNG
1. EINLEITUNG - 3 -
2. DIE PRINCIPAL-AGENT-BEZIEHUNG - 3 -
2.1 GRUNDZÜGE DER BEZIEHUNG - 4 -
2.2. CHARAKTERISIERUNG DER VERHALTENSMERKMALE - 4 -
2.3. UMWELTBEDINGUNGEN - 5 -
3. FORMEN ASYMMETRISCHER INFORMATIONSVERTEILUNG - 6 -
3.1. HIDDEN CHARACTERISTICS - 6 -
3.2. HIDDEN INFORMATION - 6 -
3.3. HIDDEN ACTION - 7 -
3.4. HIDDEN INTENTION - 7 -
4. VERTRAGSGESTALTUNG ALS ÖKONOMISCHES PROBLEM - 8 -
4.1. AGENCY-KOSTEN ALS VORTEILHAFTIGKEITSKRITERIUM - 8 -
4.2. ELEMENTE DER VERTRAGSGESTALTUNG - 9 -
4.3. DIE VERTRAGLICHE EINBEZIEHUNG VON GOVERNANCE MECHANISMS - 10
- NA
4.3.1. Anreizmechanismus - 10 -
4.3.2. Kontrollmechanismus - 11 -
4.3.3. Informationsmechanismus - 11 -
5. ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN DER AGENCY-THEORIE - 12 -
5.1 SIGNALLING - 12 -
5.2 SCREENING (SELF SELECTION) - 13 -
5.3 INTERESSENAUSGLEICH MITTELS GEEIGNETER INSTITUTIONEN - 13 -
5.4 MONITORING - 13 -
5.5 INSTITUTIONELLE INTEGRATION - 14 -
6. SCHLUSSBETRACHTUNG - 14 -
(II) LITERATURVERZEICHNIS
Agency-Theorie – Die Principal-Agent-Beziehung bei asymmetrische Informationsverteilung - - 3 - -
1. EINLEITUNG
Ein wichtiger Faktor der betrieblichen Arbeit ist es, Aufgaben an die richtigen Menschen delegieren zu können. In jedem Unternehmen gibt es Aufgaben die nicht vom Eigentümer persönlich übernommen werden können. Dieses Problem kommt vor allem bei Aktiengesellschaften zum tragen, da die Aktionäre, also die Eigentümer, in der Regel nicht am Tagesgeschäft des Unternehmens teilhaben. Hier werden also Vorstände, oder in anderen Gesellschaftsformen Geschäftsführer eingesetzt, die sich um die Geschäfte und die Produktivität der Unternehmung kümmern.
An dieser Stelle entsteht das Problem, dass in dieser Arbeit behandelt wird: Die Eigentümer (z.B. die Aktionäre) sind an der Rentabilität und der Gewinnausschüttung des Unternehmens interessiert. Im Gegensatz dazu gilt das Interesse des Vorstands oder des Geschäftsführers vor allem seinem eigenen Gehalt, was er in der Regel auch erhält, wenn sich das Unternehmen schlechteren Zeiten gegenübersieht. In anderen Fällen kommen großzügige Abfindungen ins Spiel, die in den letzten Jahren an wenig erfolgreiche Manager gezahlt wurden um sie vorvertraglich zu entlassen. Durch den dadurch entstehenden fehlenden Anreiz und den Motivationsverlust ergeben sich Interessenunterschiede zwischen den Parteien.
Ein weiteres Problem entsteht durch der ungleich verteilte Informationen. Der Geschäftsführer oder Manager hat in den meisten Fällen einen Informationsvorsprung gegenüber dem Eigentümer. Er ist voll in das Tagesgeschäft eingebunden und kennt alle Transaktionen und Vorgänge. Ganz im Gegensatz zum Eigentümer: er ist auf die Informationen, die er von seinen Angestellten erhält, angewiesen und kann sie oft auch schlecht überprüfen. Hier entsteht Informationsverteilung.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Probleme solcher Vertragsbeziehungen aufzudecken, und gleichzeitig anhand der Agency-Thoerie Lösungsansätze zu gewinnen.
2. DIE PRINCIPAL-AGENT-BEZIEHUNG
Zum besseren Verständis sollen zunächst die Grundlagen der Beziehung und der Agency-Theorie aufgezeigt werden.
Agency-Theorie – Die Principal-Agent-Beziehung bei asymmetrische Informationsverteilung - - 4 - -
2.1 GRUNDZÜGE DER BEZIEHUNG
„Im Mittelpunkt der Agency-Theorie steht die Institution des Vertrages und seine Rolle in Austauschbeziehungen zwischen einem Auftraggeber ("Prinzipal") und einem Auftragnehmer ("Agent").“ 1 Typische Beispiele für solche Auftragsbeziehungen, auch
Agenturbeziehungen genannt, in einem Unternehmen sind die Beziehungen zwischen Eigentümer und Geschäftsführer, zwischen Verwaltungsrat und Aktionären oder die zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. In all den genannten Beispielen überträgt ein Principal Aufgaben und Entscheidungskompetenzen einem Agenten um seine Interessen zu realisieren. Dies geschieht meist auf der Basis einer Vereinbarung oder eines Vertrags. Das Hauptproblem dieser Auftragsbeziehungen besteht in der ungleich verteilten Informationsbasis und den Interessenunterschieden der beiden Vertragspartner. Bezeichnend ist, dass die Handlungen des Agenten nicht nur sein eigenes Wohlergehen beeinflussen, sondern auch in das Nutzenniveau des Principals eingreifen. 2 In der Regel besitzt der Agent einen Informationsvorsprung in seinem
Aufgabenbereich. Hier liegt der Vorteil des Principals. Durch die Übertragung von Aufgaben an den Agenten macht er sich diesen Vorsprung zunutze und kann diesen, sowie die Arbeitskraft des Agenten für seine Zwecke einsetzen. Allerdings bringt die Aufgabendelegation für den Auftraggeber auch ein Problem mit sich. Der Principal kann sich über die Motive, Handlungsmöglichkeiten und das Leistungsverhalten des Agenten nie ganz sicher sein, und je weniger Informationen er darüber hat, desto größer ist für ihn das Risiko, dass der Agent seine eigenen Interessen zum Nachteil des Principals verfolgt. Der Auftraggeber muss somit sicherstellen, dass der Agent eine Leistung erbringt, die der Vereinbarung oder dem Vertrag bestmöglich entspricht. 3
2.2. CHARAKTERISIERUNG DER VERHALTENSMERKMALE
Hierzu müssen zunächst die Akteure genauer beleuchtet werden. Die Beschreibung dieser erfolgt nach vier Verhaltensannahmen: der individuellen Nutzenmaximierung, dem Opportunismus, der Risikoneigung der beteiligten Akteure und der beschränkten Rationalität. 4 1 Vgl. Ebers/Gotsch, 1995: Seite 195 2 Vgl. Franck/Dietl/Picot, 1999: Seite 85 3 Vgl. Ebers/Gotsch, 1995, Seite 195 4 Vgl. Dietl/Franck/Picot, 1999: Seite 131
Agency-Theorie – Die Principal-Agent-Beziehung bei asymmetrische Informationsverteilung - - 5 - -
„Individuelle Nutzenmaximierung ist eine zentrale Annahme ökonomischen Denkens. Man betrachtet menschliches Verhalten aus der Sicht der individuellen Akteure und unterstellt, dass diese klar definierte Ziele haben (…). Individuen streben danach, ihren Nutzen zu maximieren.“ 5
Die Annahme opportunistischen Verhaltens beinhaltet, dass die Anwendung von Betrug und Täuschung zur Erreichung des maximalen, persönlichen Nutzens nicht ausgeschlossen wird. Zum Beispiel muss demnach der Principal damit rechnen, dass der Agent Verhaltensspielräume zu seinem eigenen Gunsten nutzt, auch wenn er den Principal dadurch bewusst schädigt. 6
Weiterhin beschreibt die Agency-Theorie mit der menschlichen Risikoneigung eine weitere Verhaltenseigenschaft. Diese Neigung kann bei Principal und Agent weit von einander abweichen und somit entsteht ein weiteres Spannungsfeld in der Beziehung, welches zum Beispiel bei der Anlage von Firmengeldern eine große Rolle spielt.
Die Annahme beschränkter Rationalität beschreibt die Unmöglichkeit der Akteure immer vollständig informiert zu sein. Den verfügbaren Informationen und vor allem der ungleichen Informationsverteilung schreibt die Agency-Theorie eine besondere Rolle zu. 7 Dieses Problem der Informationsasymmetrie wurde in Abschnitt 2.1 schon
angesprochen und wird im Gliederungspunkt 3 noch genauer beleuchtet.
2.3. UMWELTBEDINGUNGEN
Bei der zunehmenden Komplexität von Vertragsbeziehungen stellen sich Verträge immer weniger als explizite, sondern vielmehr als implizite Kontrakte dar, da sie zwischen den Parteien nicht ausdrücklich definierte Vereinbarungen enthalten. Es können nicht für alle eventuell zukünftig eintretenden Situationen konkrete Handlungen vorgeschrieben sein, sondern lediglich anleitenden Verhaltensregeln. Dies liegt an der Tatsache, dass wie oben erwähnt, die Rationalität der Akteure beschränkt ist und 5 Vgl. Dietl/Franck/Picot, 1999: Seite 38 6 Vgl. Dietl/Franck/Picot, 1999: Seite 87 7 Vgl. Ebers/Gotsch, 1995: Seite 196
Quote paper:
Janina Beck, 2004, Die Agency-Theorie, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Vom Taylorismus zum humanistischen Führungskonzept
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Termpaper, 39 Pages
Vorstandsvergütung in den deutschen börsennotierten Unternehmen - Ziel...
Business economics - Personnel and Organisation
Diploma Thesis, 107 Pages
Die soziale Verantwortung der Unternehmen
Business economics - Business Ethics, Corporate Ethics
Termpaper, 27 Pages
Product Placement - Möglichkeiten und Grenzen eines innovativen Kommun...
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Scholary Paper (Seminar), 22 Pages
Der Einsatz des Marketing-Mix im Dienstleistungssektor und die Untersc...
Business economics - Trade and Distribution
Scholarly Research Paper, 42 Pages
Balanced Scorecard im Personalmanagement
Business economics - Personnel and Organisation
Scholarly Research Paper, 32 Pages
Asset Backed Securities und Informationsasymmetrien
Business economics - Investment and Finance
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 25 Pages
Commitment & Retention Management
Ökonomische Bedeutung des Pers...
Business economics - Personnel and Organisation
Scholarly Research Paper, 19 Pages
Steuerlich vorteilhafte Gestaltungsansätze bei Einkünften aus nichtsel...
Business economics - Accounting and Taxes
Scholary Paper (Seminar), 30 Pages
Business Intelligence in der Cloud
Aspekte eines dezentralen Data...
Computer Science - Commercial Information Technology
Termpaper, 27 Pages
Bonuszahlungen am Beispiel der Dresdner Bank
Unternehmensverantwortung in d...
Business economics - Business Ethics, Corporate Ethics
Presentation (Elaboration), 16 Pages
Branchen und Branchenattraktiv...
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Scholary Paper (Seminar), 22 Pages
Neue Institutionenökonomie - Herkunft, theoretische Grundlagen und pra...
Organisation and Administration
Termpaper, 25 Pages
Agency Probleme bei mehreren Aktionen
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholary Paper (Seminar), 35 Pages
Strategic Alliances in the Aviation Industry
An Analysis of Past and Curren...
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Bachelor Thesis, 69 Pages
Herausforderung Mitarbeiterbindung
Zu den Ansatzpunkten und der N...
Business economics - Personnel and Organisation
Scholarly Research Paper, 64 Pages
Janina Beck has published the text Die Agency-Theorie
Janina Beck has uploaded a new text
Z Karake-Shalhoub
Agency-theoretische Analyse der Private-Equity Beteiligung
Gestaltungsmöglichkeiten zur M...
Nina Hirsch
0 comments