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Pluralismus und das Fremde

Der Stimulus des radikalen Fremden

Title: Pluralismus und das Fremde

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Altmann (Author)

Theology - Miscellaneous
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Durch den kürzlich entfachten Streit, um die Mohammed-Karikaturen wurde der westlichen, von der Aufklärung geprägten Gesellschaft erneut vor Augen geführt, mit welcher Brisanz das Thema Religion in das 21. Jahrhundert hineindrängt. In einer Zeit, in der nicht gerade wenige Menschen Gott bereits für tot erklärt haben1, sollte der von Papst Johannes Paul II. in Assisi begonnene interreligiöse Dialog mit derselbigen Intensität weitergeführt werden, mit der er seinerzeit begonnen hat. Denn auch nach dem Ableben des Papstes besteht der innige Wunsch der Menschheit immer noch darin, in Frieden miteinander leben zu können. Insoweit sollte es das Bestreben aller Religionen sein, den interreligiösen Dialog zur höchsten Priorität avancieren zu lassen, denn wie Jonathan Sacks treffend formulierte: Wenn die Religionen nicht Teil der Lösung unserer Probleme werden, dann werden sie zweifellos ein Teil dieser Probleme sein.
Um der Forderung nach Frieden gerecht zu werden und in der religiösen Vielfalt kein zu überwindendes Übel, „sondern eine Chance zur wechselseitigen Bereicherung und zum gemeinsamen spirituellen Wachstum“ zu sehen, bedarf es schlussendlich einer pluralistischen Sichtweise.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Fremde und das Eigene

2.1 In der Historie

2.2 In der Moderne

2.3 Der Anspruch des Fremden

2.4 Das Antworten auf den Anspruch des Fremden

3 Der Glaube an eine transzendente Wirklichkeit

3.1 Der Begriff der transzendenten Wirklichkeit

3.2 Die höchste Wirklichkeit und das Heil des Menschen

3.3 Die Unbegreiflichkeit der transzendenten Wirklichkeit

3.4 Die Konsequenzen

4 Die Offenbarung und religiöse Erfahrung

4.1 Die religiöse Rede über Gott

4.2 Die Erfahrung der Offenbarung

4.3 Jesus als Heilsmittler

4.4 Inkarnation als Grundzug göttlicher Immanenz

4.5 Die Möglichkeit zur wechselseitigen Bereicherung

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potential einer pluralistischen Religionstheologie, indem sie das philosophische Konzept der „radikalen Fremdheit“ in den interreligiösen Dialog integriert, um festgefahrene Aneignungsprozesse zwischen Religionen aufzubrechen und eine gegenseitige Bereicherung zu ermöglichen.

  • Philosophische Analyse der Begriffe Fremdheit und Eigenheit.
  • Untersuchung der transzendenten Wirklichkeit und ihrer Unbegreiflichkeit.
  • Die Rolle der Offenbarung und religiösen Erfahrung im interreligiösen Diskurs.
  • Kritische Reflexion der christlichen Exklusivität und des Inkarnationsverständnisses.
  • Förderung eines interreligiösen Austauschs auf Basis der wechselseitigen Komplementarität.

Auszug aus dem Buch

2. Das Fremde und das Eigene

Die Geschichte aller Kulturen ist durch die Auseinandersetzung mit dem Fremdartigen auf verschiedenartige Weise gekennzeichnet. Das Fremde genoss seit jeher eine gewisse Prominenz im Denken und insbesondere in der politischen Praxis des Abendlandes und anderer Weltreligionen. Doch seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert nimmt das Fremde speziell innerhalb des westlichen, abendländischen Denkens eine problematische Stellung ein. Bernhard Waldenfels verankert die markierte Veränderung unter anderem in einer „Mutation innerhalb des westlichen Denkens, für die zweierlei maßgebend ist: die Veränderung der neuzeitlichen Vernunftsauffassung und die der neuzeitlichen Subjektrolle.“ Diese Mutationen sind nicht als völlige Entmachtung der Vernunft oder des Subjekts zu verstehen, vielmehr handelt es sich hierbei um eine Relativierung der ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten; sie lassen uns gewissermaßen nüchterner und bescheidener auf ihre Möglichkeiten blicken. Kurz gesagt: „Es gibt keine Welt, in der wir je völlig zu Hause sind, und es gibt kein Subjekt, das je Herr im eigenen Hause wäre.“ Auf welche Weise der Begriff des Fremden auch gebraucht wird, so scheint es doch opportun zu behaupten, dass, einen Begriff von Friedrich Nietzsche entlehnend, diese Art von »Götzendämmerung« uns mit einem „radikalen Fremden [konfrontiert], das allen Aneignungsbemühungen zuvorkommt und das ihnen widersteht, wie im Falle des fremden Blicks, der uns trifft, noch ehe wir uns dessen versehen."

Bei den antiken Griechen wurde Eigenes und Fremdes stets von einem kosmischen Ordnungsgefüge umgriffen und das Fremde bildete demnach keinen eigenständigen Grundbegriff. So konstatiert Waldenfels zu Recht: „Es gibt nur relativ Fremdes, bezogen auf bestimmte Standorte; ein radikal Fremdes, das das Sein als solches und im ganzen unterhöhlt, suchen wir vergebens.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Brisanz des Themas Religion in einer pluralistischen Welt und führt die zentrale These ein, dass eine pluralistische Religionstheologie durch die Einbeziehung der radikalen Fremdheit eine adäquate Vermittlerrolle im interreligiösen Dialog einnehmen kann.

2 Das Fremde und das Eigene: Dieses Kapitel analysiert philosophisch das Verhältnis von Eigenem und Fremdem und stellt dar, wie das Fremde als radikale Herausforderung existierende Ordnungssysteme und das Verständnis des Subjekts in Frage stellt.

3 Der Glaube an eine transzendente Wirklichkeit: Der Autor erörtert hier das universelle religiöse Streben nach einer transzendenten Wirklichkeit, die das menschliche Begreifen übersteigt, und zeigt auf, dass verschiedene religiöse Wahrheitsansprüche in dieser Unbegreiflichkeit konvergieren.

4 Die Offenbarung und religiöse Erfahrung: Das Kapitel untersucht, wie Offenbarung als menschliche Reaktion auf eine universale Selbsterschließung Gottes zu verstehen ist und analysiert kritisch das christliche Verständnis von Inkarnation und Heilsmittlerschaft im pluralistischen Kontext.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein fruchtbarer interreligiöser Dialog erfordert, die eigene Perspektive zugunsten einer wechselseitigen Bereicherung zu öffnen, wobei das „Fremde“ als notwendiger Stimulus dient, um den Glaubenszirkel dynamisch zu erweitern.

Schlüsselwörter

Pluralismus, radikale Fremdheit, interreligiöser Dialog, Religionstheologie, transzendente Wirklichkeit, Inkarnation, Offenbarung, religiöse Erfahrung, hermeneutische Offenheit, wechselseitige Bereicherung, Gottesherrschaft, Heilsmittler, Grenzphänomene, Identität, Inklusivismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten eines konstruktiven interreligiösen Dialogs in einer pluralistischen Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung des Begriffs der „radikalen Fremdheit“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die philosophische Auseinandersetzung mit Fremdheit, die Theologie der Offenbarung, das Konzept der transzendenten Wirklichkeit und die kritische Hinterfragung exklusiver Heilsansprüche.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine pluralistische Religionstheologie ihre Vermittlerrolle stärken kann, indem sie das Konzept des Fremden als stimulierendes und provozierendes Element integriert, anstatt es vorschnell durch Assimilation zu vereinnahmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Autorin bzw. der Autor nutzt eine phänomenologisch und hermeneutisch orientierte religionsphilosophische Analyse, um theologische Begriffe und Konzepte in einen neuen, pluralistischen Diskurszusammenhang zu stellen.

Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?

Im Hauptteil werden zunächst philosophische Grundlagen zum Verhältnis von Eigenem und Fremdem gelegt, gefolgt von einer tiefgehenden Untersuchung über das Wesen der transzendenten Wirklichkeit und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Offenbarungs- und Inkarnationslehre.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Pluralismus, radikale Fremdheit, interreligiöser Dialog, transzendente Wirklichkeit und Inklusivismus definieren.

Wie bewertet die Arbeit den christlichen Exklusivitätsanspruch in Bezug auf Jesus?

Die Arbeit argumentiert, dass die traditionelle Auffassung von Jesus als alleinigem Heilsmittler auf einer unhistorischen Lesart basiert und schlägt stattdessen ein Verständnis vor, in dem Jesus die Liebe Gottes „real-symbolisch“ repräsentiert, ohne die Möglichkeit anderer Mittler in anderen kulturellen Kontexten auszuschließen.

Was bedeutet der Begriff „Götzendämmerung“ im Kontext dieser Arbeit?

Der Begriff wird, in Anlehnung an Friedrich Nietzsche, genutzt, um jene radikale Form des Fremden zu beschreiben, die allen menschlichen Aneignungs- und Ordnungssystemen widersteht und dadurch eine „Bescheidung“ der eigenen Vernunftansprüche erzwingt.

Warum wird das jüdische Bilderverbot als Beispiel herangezogen?

Das Bilderverbot dient als Beispiel für eine Strategie, sich der bestimmenden Zudringlichkeit eines Blickes zu entziehen, um so die eigene Antwortlogik zu wahren und eine vorschnelle Vereinnahmung des Fremden zu verhindern.

Was versteht die Arbeit unter einer „wilde Region“ innerhalb der eigenen Kultur?

Es handelt sich um einen Bereich innerhalb der eigenen Kultur, der nicht in das etablierte, abgeschlossene System eingeschlossen ist und über den die Verbindung zu anderen Kulturen ermöglicht wird, was kreatives „Zwischen-Sein“ begünstigt.

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Details

Title
Pluralismus und das Fremde
Subtitle
Der Stimulus des radikalen Fremden
College
LMU Munich
Grade
1,0
Author
Markus Altmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V91187
ISBN (eBook)
9783638045926
Language
German
Tags
Pluralismus Fremde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Altmann (Author), 2006, Pluralismus und das Fremde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91187
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