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Eigentum bei John Locke

Title: Eigentum bei John Locke

Term Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ivo Sieder (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Eigentumsbegriff von John Locke. Nach der Definition des Eigentumsbegriffs, wird ausführlich Lockes Vorstellung von Privateigentum beschrieben. Es wird die Theorie der legitimen Aneignung im Naturzustand ebenso wie die von Locke definierten Erwerbsschranken erläutert und die Einführung des Geldes und deren enorme Konsequenzen beschrieben. Anschließend wird die Bedeutung von Eigentum für den von Locke konzipierten Staat erläutert. Anschließend wird die scharfe Kritik MacPhersons an Lockes Konzept dargestellt, dass besonders den Ausschluss der Eigentumslose aus der Politik kritisiert. Abschließend wird deutlich, dass Lockes Eigentumsbegriff durchaus die Grundlage für liberale Staaten bilden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zwei Eigentumsbegriffe

III. Eigentum im Naturzustand

1) Theorie der legitimen Aneignung und die Bedeutung der Arbeit

2 ) Die Erwerbsschranken

3) Eigentum nach der Einführung des Geldes

IV. Eigentum und die politische Gesellschaft

V. MacPhersons Kritik an Lockes Eigentumstheorie

VI. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung des Eigentumsbegriffs in der politischen Theorie von John Locke, um zu klären, inwiefern seine Lehre als bloße Rechtfertigung eines unbegrenzten Kapitalismus oder als differenziertes Modell politischer Organisation zu verstehen ist.

  • Differenzierung zwischen Eigentum im engeren und weiteren Sinne
  • Die Rolle von Arbeit und Erwerbsschranken im Naturzustand
  • Auswirkungen der Einführung des Geldes auf das Eigentumsverständnis
  • Eigentum als Legitimationsgrundlage für die politische Gesellschaft
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie des Besitzindividualismus nach C.B. MacPherson

Auszug aus dem Buch

III. Eigentum im Naturzustand

Zu Beginn des Naturzustands sind „alle Früchte, die sie [die Erde] natürlich hervorbringt, und alle Tiere, die sie ernährt“ Gemeineigentum aller Menschen, da sie noch in ihrem ursprünglichen Zustand sind. Da die Dinge ungenutzt aber dem Menschen nicht helfen können, sich selbst zu erhalten, muss es einen Weg geben sich Dinge legitim anzueignen (II, 26). Dieser Weg basiert auf der Grundannahme, dass jeder Mensch ein unnehmbares Eigentum an seiner Person und seiner Arbeitskraft hat. Benutzt er diese Arbeitskraft, um etwas aus der Natur zu entnehmen, verbindet er seine Persönlichkeit mit diesem Teil des Gemeineigentums, das fortan ihm gehört (II, 27). Den entscheidenden Unterschied bildet nämlich die vom Einzelnen investierte Arbeit, die einen Teil des Gemeineigentums so aufwertet, dass es keinem anderen Menschen mehr gehören kann. Diese Eigentum generierende Arbeitskraft beschränkt sich bei Locke aber nicht auf die die der eigenen Hände, sondern schließt auch „das Gras, das mein Pferd gefressen, der Torf, den mein Knecht gestochen“ mit ein (II, 28). Es erwerben also nicht immer die Menschen, die ihre Arbeitskraft einsetzen, das Eigentum, sondern diejenigen denen diese Arbeitskraft zusteht; Besitzlose, die ihre Arbeitskraft Eigentümern gegen Geld zur Verfügung stellen, können sich kein Eigentum aneignen. Brandt verweist darauf, dass dies allerdings keine originäre Lockesche Vorstellung sei, sondern er sich hier klar in der Tradition der Naturrechtslehre befinde (Brandt 1974: 80).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Relevanz John Lockes für den Liberalismus und Skizzierung des Vorhabens, das Verhältnis zwischen Eigentum, Staat und individueller Freiheit zu untersuchen.

II. Zwei Eigentumsbegriffe: Analyse der Unterscheidung Lockes zwischen Eigentum im engeren Sinne (materieller Besitz) und einem weiteren Verständnis, das Leben und Freiheit miteinschließt.

III. Eigentum im Naturzustand: Darstellung von Lockes Theorie der legitimen Aneignung durch Arbeit, der Bedeutung der Erwerbsschranken und der transformativen Wirkung der Einführung des Geldes.

IV. Eigentum und die politische Gesellschaft: Erörterung, warum die Mängel im Naturzustand zur Gründung staatlicher Strukturen führen, die primär den Schutz des Eigentums garantieren sollen.

V. MacPhersons Kritik an Lockes Eigentumstheorie: Kritische Auseinandersetzung mit der klassentheoretischen Sichtweise, die Locke als Ideologen eines exklusiven Besitzindividualismus zeichnet.

VI. Schluss: Zusammenfassende Einschätzung, dass Locke trotz berechtigter Kritik an seinem elitären Partizipationsmodell als zentraler Impulsgeber für das moderne liberale Rechtsstaatsverständnis zu werten ist.

Schlüsselwörter

John Locke, Eigentumstheorie, Liberalismus, Naturzustand, Aneignung, Arbeit, Geldwirtschaft, Besitzindividualismus, C.B. MacPherson, politische Gesellschaft, Rechtsstaat, Erwerbsschranken, politische Partizipation, Besitzlose, Eigentumsgarantie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Eigentumsbegriff bei John Locke und dessen zentrale Rolle für sein politisches Denken sowie die daraus resultierende Staatskonzeption.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Privateigentum im Naturzustand, der Einführung des Geldes und der daraus resultierenden Notwendigkeit einer politischen Ordnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Lockes Eigentumslehre kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob sie als Rechtfertigung einer exklusiven Herrschaftsform oder als Baustein liberaler Staatlichkeit zu deuten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine ideengeschichtliche Untersuchung, die primär auf der „Zweiten Abhandlung über die Regierung“ sowie auf führenden Sekundärwerken wie denen von C.B. MacPherson und Birger P. Priddat basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Lockes Eigentumsbegriffen, die Theorie der Aneignung im Naturzustand, die Auswirkungen der Geldwirtschaft und die Auseinandersetzung mit der Kritik am sogenannten Besitzindividualismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Eigentum, Naturzustand, Liberalismus, Besitzindividualismus und politische Gesellschaft definiert.

Wie unterscheidet Locke zwischen Eigentum im engeren und weiteren Sinne?

Eigentum im engeren Sinne bezieht sich auf materiellen Besitz, während der weitere Begriff eine Trias aus Leben, Freiheit und Besitz beschreibt.

Wie bewertet der Autor MacPhersons Vorwurf der politischen Entmündigung der Besitzlosen?

Der Autor erkennt an, dass Locke kein Demokrat im modernen Sinne war, lehnt aber die Interpretation eines scharfen Klassengegensatzes ab und betont stattdessen das wechselseitige Abhängigkeitsverhältnis zwischen den gesellschaftlichen Gruppen.

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Details

Title
Eigentum bei John Locke
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Proseminar: Die politische Theorie des Liberalismus
Grade
1,3
Author
Ivo Sieder (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V91289
ISBN (eBook)
9783638046190
ISBN (Book)
9783638941600
Language
German
Tags
Eigentum John Locke Proseminar Theorie Liberalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ivo Sieder (Author), 2007, Eigentum bei John Locke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91289
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