Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Leben und Werk 3
1.1. Überblick über das Leben Humes und die Entstehung der Enquiry 3
1.2. Grundgedanken des Rationalismus und die empiristische Antwort 5
2. Erkenntnistheorie in der Untersuchung über den menschlichen Verstand 7
2.1. Perception Impression and Idea 8
2.2. Das Induktionsproblem und die Tatsachenfrage 10
2.3. Über die notwendige Verknüpfung 12
3. Die Grenzen menschlicher Erkenntnis ein Fazit 14
Bibliografien 16
I Monografien 16
II Nachschlagewerke 16
1
„Die Schönheit der Dinge liegt in der Seele dessen, der sie betrachtet.“ 1
Einleitung
Der schottische Philosoph David Hume, am 26.04.1711 in Edinburgh geboren, gilt neben John Locke und George Berkeley als einer der Hauptvertreter des Empirismus und nahm mit seinen teils revolutionären und für die damalige Zeit gewagten Thesen einen nicht zu leugnenden Einfluss auf die Philosophie der Neuzeit.
Im Gegensatz zum Rationalismus, der mit den Namen bedeutender Philosophen wie Descartes, Leibniz oder Spinoza verknüpft ist, propagierten die Vertreter der „empiristischen Antwort“ die Erfahrung, nicht die abstrahierende Vernunft, als Grundlage der menschlichen Erkenntnis und warfen folglich skeptische Zweifel an der Erkenntnisfähigkeit des Menschen sowie die damit verbundene Frage nach den Grenzen der Erkenntnis auf. Neben der Annahme des Primats der Erkenntnis durch sinnliche Wahrnehmung sind die teilweise psychologisierende Argumentation und die ausgeprägte Sprachkritik kennzeichnend für Hume und den Empirismus im Allgemeinen.
Mit dieser Hausarbeit möchte ich dem Leser zunächst einen Überblick über Leben und Werk David Humes verschaffen, bevor ich im Rahmen seiner „Untersuchung über den menschlichen Verstand“ die Erkenntnistheorie erläutere. Die Einflüsse seiner empiristischen und rationalistischen Vorgänger sollen hierbei nicht unberücksichtigt bleiben und nicht zuletzt möchte ich einige Positionen berühmter Denker wie Immanuel Kant und Arthur Schopenhauer zu Humes erkenntnistheoretischer Fragestellung darstellen.
Selbstverständlich lässt sich im Rahmen dieser Hausarbeit keine erschöpfende Darstellung des Themas bewerkstelligen; das Ziel soll vielmehr sein, das erkenntnistheoretische System David Humes in einer verständlichen Weise zu skizzieren und sowohl die Herkunft, die Vorgänger und die Wirkung dieses großen Philosophen nicht zu vernachlässigen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, wichtige Termini in ihrer spezifischen Verwendung in Humes Schriften, die sozusagen die „Eckpfeiler“ eines komplexen erkenntnistheoretischen
1 David Hume
2
Gebäudes bilden, einzuführen und zu erklären, was ich in Kapitel 2.1. tun möchte. Darauf aufbauend wende ich mich in Kapitel 2.2. dem Induktionsproblem, welches von Hume explizit angesprochen wurde, und in Kapitel 2.3. der Untersuchung der notwendigen Verknüpfung zu.
„Sei ein Philosoph; aber inmitten all deiner Philosophie bleibe Mensch!“ 2
1. Leben und Werk
1.1. Überblick über das Leben Humes und die Entstehung der „Enquiry“
David Hume wurde nach unserer heutigen Zeitrechnung am 7. Mai 1711 im schottischen Edinburgh als Sohn des Rechtsanwalts Joseph Home und dessen Ehefrau Katherine geboren. Seinen Namen änderte er im Alter von dreiundzwanzig Jahren von „Home“ zu „Hume“, da er mittlerweile in England lebte und somit die Schreibweise der dort üblichen Aussprachenorm anpasste.
Die Geschichte der Humes lässt sich bis „weit in die Frühgeschichte Schottlands
zurückverfolgen“ 3 ; im schottischen Ninewells kann man noch heute Reste des Humeschen
Stammschlosses besichtigen, in welchem sowohl David Hume als auch sein Vater ihre – vermutlich ruhige und angenehme – Kindheit, umgeben von einer weiten und recht idyllisch anmutenden Landschaft, verbrachten.
Hume, der „in jungen Jahren […] sehr religiös“ 4 war, schrieb sich Anfang 1723 an der
Universität in Edinburgh ein; "1725/26 kehrte er nach Ninewells zurück, bereichert mit
Wissen und dem Geschenk des Zweifels." 5
Entgegen dem Wunsch seiner Mutter und seines Onkels brach er das im Herbst 1726 begonnene Studium der Rechtswissenschaften ab, um sich ganz der Lektüre und der Philosophie zu widmen. In seinen Lebenserinnerungen schreibt Hume: „Meine Neigung zum
2 Hume et al. 2005, S. 7
3 Streminger 2003, S. 16
4 Streminger 2003, S. 12
5 Streminger 2003, S. 16
3
Studium, meine Ernsthaftigkeit und mein Fleiß ließen meine Familie zu der Ansicht
kommen, dass die Rechte das geeignete Fach für mich wären“ 6 , allerdings spürt er schon bald
„eine unüberwindliche Abneigung gegen alles außer gegen Philosophie und allgemeine
Gelehrsamkeit“. 7 Seine Mutter soll über ihn und seine jugendliche Auflehnung geäußert
haben: "Unser Davie ist ein eigensinniger und exzentrischer Junge! Bücher will er schreiben, und ein bekannter Philosoph will er werden! Das Studium hat er aufgegeben, um Zeit zum Denken zu haben! In die Kirche geht er auch nicht mehr und mit seinem Onkel streitet er
über die Wahrheit der Bibel - ja wo gibt´s denn so etwas!“ 8
In den Jahren 1739 und 1740 veröffentlichte David Hume sein dreibändiges und zum größten Teil während eines Aufenthaltes in Frankreich verfasstes „Traktat über die menschliche Natur“, welches jedoch keinen nennenswerten Erfolg verbuchen konnte und – in Humes
eigenen Worten – „als Totgeburt aus der Presse fiel“. 9 Hume selbst führte diesen Misserfolg
vor allem auf die Form des Traktates zurück und beschloss deshalb, seine einzelnen Kapitel, teilweise auch inhaltlich überarbeitet, in Form von Essays erneut zu veröffentlichen. 1748 wurden die „Philosophical Essays concerning Human Understanding“, die abgewandelte Form des ersten Bandes des „Traktats“, herausgegeben, welche seit 1758 den uns heute geläufigen Titel der „Enquiry concerning Human Understanding“ tragen.
„Le bon David“, wie Hume seines freundlichen und ausgeglichenen Gemüts wegen von Zeitgenossen genannt wurde, hatte als Zweitgeborener zwar einen Geldbetrag, jedoch keine Ländereien geerbt, und war im Laufe seines Lebens meistenteils berufstätig. Er arbeitete als Kaufmannsgehilfe, Bibliothekar oder Privatsekretär, seine im Sommer 1744 verfasste Bewerbung um den Lehrstuhl für „Ethics and Pneumatical Philosophy“ an der Universität Edinburgh wurde jedoch – nicht zuletzt wegen seiner unkonventionellen und provokativen Ansichten – abgelehnt.
Nach einer relativ kurzen Krankheitsphase, die er nach eigenen und nach Aussagen von Freunden mit Gelassenheit, ja sogar Heiterkeit, ertrug, starb David Hume am 25. August 1776, nachdem er im Juli eine mehrmonatige England-Reise beendet hatte.
6 Hume et al. 2005, S. LI-LII
7 Hume et al. 2005, S. LII
8 Streminger 2003, S. 17
9 Hume et al. 2005, S. LIII
4
Quote paper:
Inga Bones, 2006, David Hume und die Frage nach den Grenzen menschlicher Erkenntnis, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Die Grundbestimmungen der Natur nach Aristoteles' Physik, Buch II,...
Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Termpaper, 16 Pages
Mentale Repräsentation - Vorzüge und Nachteile von Jerry Fodors Theori...
Philosophy - Philosophy of the Present
Presentation (Elaboration), 9 Pages
David Hume: Ein Traktat über die menschliche Natur
Humes praktische Psychologie
Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
Termpaper, 17 Pages
Formulierungsmuster in der 'Geblümten Rede'
Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 32 Pages
Kontemplation als höchstes Glück - Aristoteles: Nikomachische Ethik
Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Termpaper, 19 Pages
HELMUTH PLESSNERS AUßENWELT - INNENWELT - MITWELT
Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Termpaper, 19 Pages
Das Problem vollständigen Wissens - Eine Kritik an Frank Jacksons Argu...
Philosophy - Philosophy of the Present
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 31 Pages
„Spielbubis“ und „Eingebildete Weiber“ - Geschlechtsspezifische Sozial...
Pedagogy - Pedagogic Sociology
Termpaper, 17 Pages
"Bloß" Aristoteliker? Kritische Untersuchung der Aristoteles...
Philosophy - General Essays, Eras
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 21 Pages
Britischer Empirismus und Sensualismus (Locke, Berkeley, Hume)
Communications - Miscellaneous
Presentation (Elaboration), 15 Pages
Der Begriff der Seele bei Aristoteles
Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Termpaper, 21 Pages
Anomaler Monismus als Lösung für das Leib-Seele-Problem?
Termpaper, 18 Pages
Die Zeitproblematik im XI. Buch der 'Confessiones' von Aureliu...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 36 Pages
Inga Bones's text David Hume und die Frage nach den Grenzen menschlicher Erkenntnis is now available as a printed book
Inga Bones has published the text David Hume und die Frage nach den Grenzen menschlicher Erkenntnis
Inga Bones has uploaded a new text
Science Fiction and Philosophy: From Time Travel to Superintelligence
From Time Travel to Superintel...
Susan Schneider
Wilfrid Sellars: Der Empirismus und die Philosophie des Geistes
Wilfrid Sellars, Thomas Blume
Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis
Ein Werk, das alles, was den m...
Etienne Bonnot de Condillac, Angelika Oppenheimer
0 comments