Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik
Umweltökonomie
Wintersemester 2004/2005
Schriftliche Ausarbeitung
Mengenlösung: Emissionshandel
Name Stefan
Berger
Abgabedatum
22.01.2005
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Mengenlösung:
Emissionshandel
Gliederung
Gliederung...2
I. Einleitung...3
a) Problemstellung ...3
b) Begriffsklärung ...3
II. Funktionsweise des Emissionshandels ...4
a) Grundsätzlicher Ablauf...4
b) Voraussetzungen...5
c) Ablauf bei Erstausgabe ...6
III. Die praktische Umsetzung - Anwendungsbeispiele ...8
a) Acid Rain Program (ARP) ...8
b) RECLAIM - Lizenzprogramm (Regional Clean Air Incentives Market) ...9
IV. Fazit - Beurteilung des Emissionshandels...10
a) Vorteile ...10
b) Nachteile...10
c) Schlussbetrachtung ...11
d) Ausblick...12
V. Anhang ...14
a) Literaturverzeichnis ...14
b) weitere Quellen...14
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Mengenlösung:
Emissionshandel
I. Einleitung
a) Problemstellung
In dieser Ausarbeitung zum Referat im Kurs Umweltökonomie soll das umweltpolitische
Instrumentarium des Emissionshandels betrachtet werden. Nach einer kurzen
Begriffsklärung und der anschließenden Darstellung von Funktionsweise und Ablauf soll
die Frage geklärt werden, ob der Emissionshandel als Mengensteuerung eine geeignete
Alternative zu der vom Ordnungsrecht geprägten Umweltpolitik sein kann. Insbesondere
die aktuellen klimapolitischen Diskussionen über den kontinuierlichen Anstieg des
Kohlendioxidgehaltes in der Atmosphäre und des damit verbundenen Treibhauseffekts und
der Abschmelzung der Polkappen scheinen ein Umdenken notwendig zu machen. Es
werden zunächst einige Anwendungsbeispiele in der Praxis beleuchtet, um anschließend
die Vor- und Nachteile des Emissionshandels aufzuzeigen. Zum Abschluss der Arbeit
werden in einem Fazit die Ergebnisse zusammengefasst und ein kurzer Ausblick gegeben.
b) Begriffsklärung
Das Ziel marktkonformer/marktwirtschaftlicher Umweltpolitik ist es, die Marktkräfte für
den Umweltschutz nutzbar zu machen. Marktwirtschaftliche Anreizinstrumente sind neben
den Umweltabgaben/Umweltsteuern (Preisvariante der Marktlösung) und dem
Umwelthaftungsrecht auch handelbare Umweltzertifikate (Mengenvariante der
Marktlösung).
1
Im Gegensatz zur Preissteuerung über Umweltabgaben und Steuern fristet
die Mengensteuerung immer noch ein Schattendasein.
2
,, Im praktischen Klimaschutz
spielen ... ordnungsrechtliche Regelungen die entscheidende Rolle."
3
In Deutschland wird
dieses Instrument bisher noch gar nicht praktiziert.
4
Genau wie die Preissteuerung zielt die
Mengensteuerung auf die Internalisierung der externen (negativen) Effekte.
In seinem Aufsatz ,,The Problem of Social Cost" beschreibt Ronald H. Coase 1960 den
Defekt des Marktes in Bezug auf den Umweltschutz: Umwelt ist ein kostenloses
öffentliches Gut, d.h. die Selbstregulierungskräfte des Marktes versagen. Um eine pareto-
effiziente Internalisierung externer Effekte zu erreichen, muss Umwelt in ein privates Gut
umgewandelt werden (präzise definierte Eigentumsrechte an der Umwelt). Stichwort ist
hier die ,,Privatisierung der Umwelt" beispielsweise durch Umweltzertifikate.
1
Vgl. Studienwerk der Bankakademie, Teil 15 Kapitel 6 S. 1
2
Vgl. Holger Bonus (Hrsg.): Umweltzertifikate Der steinige Weg zur Marktwirtschaft, S. 97
3
Voss, Gerhard: Klimapolitik und EmissionshandelDie Ökonomie im vorsorgenden Klimaschutz, S.27
4
Vgl. Paul Klemmer, Bernhard Hillebrand, Michaela Bleuel: Klimaschutz und Emissionshandel Probleme
und Perspektiven, S. 4
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Mengenlösung:
Emissionshandel
1968 entwickelte John H. Dales in seinem Werk ,,Polution, property and prices" erstmals
ein Modell, Schadstoffreduktionen durch ein System handelbarer Zertifikate zu erreichen.
5
Die 3 Komponenten Umweltverschmutzung, politische Vorgaben und wirtschaftliche
Interessen sollten in ein optimales Verhältnis gesetzt werden.
Emissionshandel umschreibt den (börsenmäßig organisierten) Handel mit verbrieften und
übertragbaren Nutzungsrechten an natürlichen Ressourcen (zumeist Rechte zur Emission
einer vorgegebenen Menge eines Schadstoffes) als sogenannte Umwelt- bzw.
Emissionszertifikate.
6
II. Funktionsweise des Emissionshandels
a) Grundsätzlicher Ablauf
Den Schadstoffemittenten wird vom Staat eine absolute Emissionsgrenze (Cap)
zugewiesen (=Mengensteuerung). Die Unternehmen A und B können also wahlweise ihre
Emissionen bis zur vorgegebenen Grenze reduzieren oder für ein Zuviel an Emissionen
entsprechende Emissionsrechte (verbrieft in Zertifikaten) kaufen. Unternehmen A kann
seine Emissionen zu geringeren Kosten reduzieren (nur 10.000 für eine Tonne) als B
(40.000 ); A kann also seine Emissionsmenge um das 4fache günstiger reduzieren als B.
Bei einem Emissionspreis für eine Tonne von 30.000 kauft B die freien Emissionsrechte
von A ein und ist somit bereit, mehr zu bezahlen als sie für A wert sind. Unternehmen A
hat Emissions-Vermeidungskosten von 20.000 und erhält von B 30.000 , hat also einen
10.000 Vorteil. Unternehmen B hätte Emissions-Vermeidungskosten von 40.000 und
bezahlt 30.000 . Auch B hat also einen Vorteil von 10.000 .
Quelle: http://www.dpg-physik.de/gliederung/ak/ake/tagungen/vortragssammlung/01/11-Groscurth.pdf
5
Vgl. Ludger Giesberts/Juliane Hilf: Handel mit Emissionszertifikaten Regelungsrahmen für einen künftigen
Markt, S. 3, Umweltforum 99, S. 19 Fußnote, S. 28
6
Siehe Gabler Volkswirtschaftslexikon, S. 839
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Mengenlösung:
Emissionshandel
Der Handel mit den Zertifikaten kann also für alle Beteiligten von Vorteil sein (Wirtschaft,
Umwelt, Staat). Bedingung ist ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach
Emissionsrechten. Im Idealmodell des Emissionshandels enthält der Zertifikatspreis alle
Informationen, die für die Investitions- und Verbrauchsentscheidungen der
Marktteilnehmer von Bedeutung sind; insbesondere die vollständige Information und
vollständige Konkurrenz und ein Zertifikatspreis in Höhe der Grenzvermeidungskosten.
7
Im hier abgebildeten Idealmodell werden durch ein Unternehmen solange Zertifikate
gekauft, bis die GVK noch über Pz liegt Ein langfristiges Marktgleichgewicht ist dann
erreicht, wenn sich die Vermeidungskosten aller Emittenten angeglichen haben und dem
Zertifikatspreis Pz entsprechen. Die Emissionsmenge wird (wie durch die Emissionsgrenze
= Volumen der Zertifikate staatlich festgelegt) auf E* reduziert
b) Voraussetzungen
Grundsätzlich ist es möglich, in irgendeinem Land (auch bei bestehendem Ordnungsrecht)
Zertifikatsmärkte einzurichten.
8
Folgende Bedingungen sollten dabei an ein effizientes
Zertifikatsystem im Klimaschutz gestellt werden:
9
-
Handel sollten die Emittenten untereinander betreiben, weil sie sich an den
Grenzvermeidungskosten orientieren
-
Festlegung eines verbindlichen Emissionsziels (Mengensteuerung) und Erfassung
aller Emittenten
-
Überprüfung der Zielerreichung durch geeignetes Monitoring und Reporting; ggf.
Sanktionen
-
Klare Spielregeln auf einem börsenmäßig organisierten Markt
7
Vgl. Paul Klemmer, Bernhard Hillebrand, Michaela Bleuel: Klimaschutz und Emissionshandel Probleme
und Perspektiven, S. 4 u. S. 30
8
Vgl. Umweltforum 99, S. 21
9
Vgl. Siehe Voss, Gerhard: Klimapolitik und Emissionshandel Die Ökonomie im vorsorgenden
Klimaschutz , S. 31, ebenso Umweltforum 99, S. 25f.
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