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Berufliche Anamnese in der ambulanten Entwöhnungsbehandlung alkoholabhängiger Menschen

Title: Berufliche Anamnese in der ambulanten Entwöhnungsbehandlung alkoholabhängiger Menschen

Term Paper , 2002 , 27 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Alice Crames (Author)

Psychology - Consulting and Therapy
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen meiner jetzt gut einjährigen Tätigkeit im Arbeitsfeld Suchthilfe wurde
mir sehr schnell deutlich, dass eine Abhängigkeitserkrankung neben vielfältigen
somatischen und psychischen Erkrankungen auch mannigfaltige soziale Folgen
impliziert. Ein Bereich, der hier sehr häufig betroffen ist, ist der Beruf, die Arbeitsstelle.
In meiner bisherigen Arbeit habe ich die Patienten im Rahmen des diagnostischen
Vorgespräches und ggf. bei der Sozialberichtserstellung bezüglich ihres beruflichen
Werdeganges befragt und dabei meist recht knappe, zum Teil auch
verworrene und lückenhafte Informationen erhalten. Häufig war ich darüber unzufrieden
und hatte den Eindruck, dass es hilfreich wäre, hier weitere wichtige
Informationen zu erhalten. Ich war zunächst der Auffassung, nach der Erhebung erster Informationen diesen Bereich aus zeitlichen Gründen nicht vertiefter
ansprechen zu können, um die „eigentliche“ Problematik bearbeiten zu können.
Ich sehe jedoch immer stärker die Verflechtung zwischen dem beruflichen Bereich
und der Abhängigkeit und bin auch der Auffassung, dass sich in diesem Bereich
sehr vieles abbildet und Muster erkennbar sind, die auch für andere
Lebensbereiche gelten.
In meiner beruflichen Praxis als Therapeutin in einer Fachambulanz für Abhängigkeitserkrankungen
habe ich die Erfahrung gemacht, dass der größte Teil der
Patienten in irgendeiner Weise Probleme bezüglich des Arbeitsplatzes hat.
Viele Patienten sind arbeitslos, haben massive Konflikte am Arbeitsplatz, treten
die Therapie auf dem Hintergrund drohender Kündigung an, sind irritiert von
massiven Diskrepanzen zwischen ihrer eigenen Wahrnehmung und der ihres Arbeitgebers,
usw.
Zusammenfassend ist zu sehen, dass die aktuelle berufliche Situation vielen Patienten
großen Leidensdruck verursacht. Ein weiterer Aspekt, dem die Therapie
auch Rechnung zu tragen hat, ist die Sichtweise vieler Patienten, die sich neben
vielen anderen Lebensbereichen insbesondere im beruflichen Bereich als Versager
betrachten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

1. Einleitung und Ausgangssituation

2. Grundsätzliche Überlegungen zur ambulanten Rehabilitation

3. Grundsätzliche Überlegungen zur Anamnese

4. Berufliche Anamnese

5. Berufliche Anamnese im Rahmen der therapeutischen Arbeit in einer Fachambulanz für Abhängigkeitserkrankungen

6. Leitfaden zur beruflichen Anamnese

7. Folgerungen aus der beruflichen Anamnese für die weitere therapeutische Arbeit

8. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Bedeutung der beruflichen Anamnese im Kontext der ambulanten Entwöhnungsbehandlung alkoholabhängiger Menschen. Das primäre Ziel ist es, den beruflichen Bereich als wesentlichen Faktor der Lebensbiografie und Ressource für die therapeutische Arbeit zu erschließen und praktikable Instrumente für die klinische Anwendung bereitzustellen.

  • Bedeutung beruflicher Biografien für den therapeutischen Prozess
  • Methoden der ressourcenorientierten beruflichen Bestandsaufnahme
  • Strukturierung der beruflichen Anamnese durch modulare Leitfäden
  • Verknüpfung von Suchtverlauf und beruflicher Situation
  • Interventionen zur beruflichen Reintegration und Krisenbewältigung

Auszug aus dem Buch

4. Berufliche Anamnese

Der Bereich Arbeit und Beruf ist für die meisten Menschen in irgendeiner Weise von Bedeutung, ganz gleich, ob er in Form einer Arbeitsstelle vorhanden ist oder aufgrund von Arbeitslosigkeit, Erkrankung, Familienphase o.ä. nicht vorhanden ist.

Ist ein Arbeitsplatz vorhanden, beinhaltet dies, dass ein Großteil der aktuellen Lebenszeit und Energie hier eingebracht wird und mittels der Erwerbsarbeit der Lebensunterhalt gesichert ist und somit die Erfüllung vieler Bedürfnisse erfolgen kann (und anderer aufgrund der Minimierung des Zeitkontingents vielleicht auch nicht). Neben diesen Faktoren sind mit der beruflichen Tätigkeit auch die Aspekte Zufriedenheit, Selbstwertgefühl, Status und Kontakte (mehr oder weniger positiv) verknüpft.

Viele Menschen, die aktuell keiner Erwerbsarbeit nachgehen, betrachten diesen Zustand als defizitär und streben (wieder) eine berufliche Tätigkeit an.

Nach Petzold gehört der Bereich Arbeit / Leistung neben Leiblichkeit, sozialem Netzwerk, materiellen Sicherheiten und Werten zu den fünf Säulen der Identität des Menschen (vgl. Petzold 1998, S. 227). „Berufswahl und Arbeit sind eine der bedeutendsten Identitätsbereiche in unserer Kultur. Die Zufriedenheit in diesem Bereich bestimmt weitgehend ein gutes Selbstwertgefühl.“ (Osten, S. 209)

Mit Blick auf diese Bedeutsamkeit des beruflichen Bereiches wird deutlich, warum eine gründliche berufliche Anamnese für eine gute und ganzheitliche therapeutische Arbeit sinnvoll ist, besonders dann, wenn davon auszugehen ist, dass es einen Zusammenhang zwischen dem beruflichen Bereich und der Beeinträchtigung / dem Problem gibt.

Die berufliche Anamnese dient neben der Informationsgewinnung bzw. auf diese aufbauend, dem Herausarbeiten von Mustern, die speziell im beruflichen Bereich vorhanden sind oder aber in vielen Lebensbereichen zu finden sind. Diese können, falls positiv und für den Patienten hilfreich, auf andere Lebensbereiche übertragen werden bzw. es kann bei negativen Mustern mit dem Patienten erarbeitet werden, wie diese unterbrochen werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorbemerkung: Die Autorin reflektiert ihre eigene berufliche Motivation und die Bedeutung des Themas Arbeit für ihre therapeutische Arbeit.

1. Einleitung und Ausgangssituation: Es wird die Beobachtung beschrieben, dass soziale Folgen von Suchterkrankungen oft den Beruf betreffen und die bisherige Anamnese oft lückenhaft bleibt.

2. Grundsätzliche Überlegungen zur ambulanten Rehabilitation: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien und Ziele der ambulanten Suchttherapie, insbesondere die berufliche Eingliederung.

3. Grundsätzliche Überlegungen zur Anamnese: Hier werden theoretische Grundlagen zur Anamnese als Informationssammlung und therapeutische Intervention dargelegt.

4. Berufliche Anamnese: Das Kapitel definiert den Stellenwert von Arbeit für die Identität und begründet die Notwendigkeit einer gründlichen beruflichen Erhebung.

5. Berufliche Anamnese im Rahmen der therapeutischen Arbeit in einer Fachambulanz für Abhängigkeitserkrankungen: Es wird die besondere Herausforderung der Suchtproblematik im Kontext von Arbeitslosigkeit und Desintegration diskutiert.

6. Leitfaden zur beruflichen Anamnese: Vorstellung von praktischen Modulen und Instrumenten zur Erhebung des beruflichen Status und der Lebensbiografie.

7. Folgerungen aus der beruflichen Anamnese für die weitere therapeutische Arbeit: Ableitung konkreter Interventionen und Zielsetzungen für die weitere Therapie auf Basis der Anamneseergebnisse.

8. Schlussbemerkung: Zusammenfassendes Fazit über die gewonnene Sensibilisierung für den beruflichen Bereich im therapeutischen Prozess.

Schlüsselwörter

Berufliche Anamnese, ambulante Rehabilitation, Suchthilfe, Alkoholabhängigkeit, berufliche Biografie, Identität, berufliche Reintegration, Ressourcenorientierung, Lebenslaufanalyse, therapeutische Intervention, Motivationsarbeit, Bedingungsanalyse, psychische Störungen, Arbeitslosigkeit, Selbstwertgefühl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Durchführung und Bedeutung einer strukturierten beruflichen Anamnese im Rahmen der ambulanten Therapie von alkoholabhängigen Patienten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen die Schnittstellen zwischen Suchterkrankung und beruflicher Situation, die Identitätsbedeutung von Arbeit sowie methodische Ansätze zur ressourcenorientierten Biografiearbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte berufliche Anamnese wertvolle Informationen für den therapeutischen Prozess gewonnen und zur Bewältigung von Problemen sowie zur beruflichen Reintegration genutzt werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Zusammenstellung und Modifikation erprobter therapeutischer Arbeitshilfen (z.B. Lebenslauf-Fragebögen, Anamnese-Raster) aus systemischer und verhaltenstherapeutischer Sicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert theoretische Grundlagen der Anamnese, die spezifische Situation in der Suchtambulanz, verschiedene Modul-Varianten zur Datenerhebung und konkrete Folgerungen für die therapeutische Intervention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind berufliche Anamnese, ambulante Rehabilitation, Suchthilfe, Ressourcenorientierung, berufliche Biografie und Reintegration.

Wie geht die Autorin mit Patienten um, die kaum berufliche Erfolge vorweisen können?

Die Autorin betont eine besonders sensible Vorgehensweise, bei der Ressourcen in anderen Lebensbereichen gesucht werden, um das defizitäre Selbstbild nicht zu verstärken und den Patienten zur "Schatzsuche" in der eigenen Biografie zu motivieren.

Warum wird der Lebenslauf als Instrument in der Therapie genutzt?

Der Lebenslauf dient als strukturierte Vorlage, um chronologische Zusammenhänge zwischen Lebensereignissen, Suchtentwicklung und beruflichen Mustern zu identifizieren und diese für die Zukunftsplanung zu reflektieren.

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Details

Title
Berufliche Anamnese in der ambulanten Entwöhnungsbehandlung alkoholabhängiger Menschen
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Köln  (Masterstudiengang Suchthilfe)
Grade
sehr gut
Author
Alice Crames (Author)
Publication Year
2002
Pages
27
Catalog Number
V9144
ISBN (eBook)
9783638159234
Language
German
Tags
Berufliche Anamnese Sucht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alice Crames (Author), 2002, Berufliche Anamnese in der ambulanten Entwöhnungsbehandlung alkoholabhängiger Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9144
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