Inhaltsverzeichnis
I Einleitung 3
II Hauptteil 4
1. Über die Autorin 4
2. Vorwort zu der Kurzgeschichte 6
2.1. Zusammenfassung 6
2.2. Der Titel 6
3. Aufbau der Kurzgeschichte 7
3.1. Einleitung 7
3.2. Hauptteil 7
3.3. Schluss 7
4. Die Schicksale der Frauen 8
4.1. Qinzhi 8
4.2. Xiaoyu 9
4.3. Wenqi 9
4.4. Lengxiu 10
5. Autobiographische Elemente 11
5.1. Ehe 11
5.2. Erziehung 11
6. Stil 12
7. Verschiedenes 13
8. Textzitate aus dem Original Tenor 13
III Zusammenfassung Fazit 15
IV Anhang 16
1. Glossar 16
a) Sachverzeichnis 16
b) Personenverzeichnis 16
2. Bibliographie 17
2
I. Einleitung Mit der vorliegenden Hausarbeit befasse ich mich mit der Kurzgeschichte „Shengli yihou“ aus dem Jahre 1925 von der chinesischen Autorin Lu Yin. In „Shengli yihou“ thematisiert Lu Yin die missliche Lage einiger (gebildeter) Frauen in der Zeit
nach der Vierte-Mai-Bewegung (wu si yundong). 3
Zunächst wird eine Kurzbiographie von Lu Yin anhand einiger zentraler Lebensstationen wieder gegeben. Ihre literarischen Werke bleiben hierbei größtenteils unberücksichtigt.
Im Hauptteil der Arbeit folgt eine Textanalyse von „Shengli yihou“. Diese Analyse gliedert sich in einer Zusammenfassung des Plots, dem Aufbau bzw. der Struktur der Geschichte sowie einer Nachzeichnung der einzelnen Figuren.
Für ein tieferes Verständnis erfolgt im Anschluss ein Vergleich zwischen den geschilderten Gegebenheiten bzw. Frauenschicksalen in der Geschichte und Lu Yins eigenem Leben, um mögliche Parallelen – autobiographische Elemente – aufzudecken.
Überwiegend im Schlussteil werden markante Stilmittel, zentrale Aussagen aus „Shengli yihou“ auf Chinesisch zitiert, ins Deutsche übersetzt und kommentiert. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der Bearbeitung sowie ein Fazit bezüglich der Kurzgeschichte.
Meine Recherchen speziell zu Lu Yins „Shengli yihou“ ergaben leider keine umfangreichen Sekundärliteratur-Quellen. Für die Bearbeitung wurde sowohl die englische (für sinngemäße Verweise) als auch die chinesische Originalfassung (für direkte Zitate) verwendet.
Die für das Verständnis als wichtig erachtete chinesische Begriffe werden in der pin- yin-Umschrift angegeben (siehe auch IV. 1. Glossar).
3 Vgl. Yan 2006: 94.
3
II. Hauptteil
1. Über die Autorin
Im Zuge der Vierte-Mai Bewegung emanzipierte sich erstmals ein nicht geringer Teil
an chinesischen Schriftstellerinnen 4 ; war doch die Domäne der Literatur in China fast
ausschließlich durch männliche Autoren geprägt. Die chinesische Autorin Lu Yin, geboren ca. 1899 und 1934 verstorben, wurde durch ihre posthum erschienene
Autobiographie bekannt. 5
Lu Yin – ihr ursprünglicher Name war Huang Ying 6 – wurde als viertes Kind und
erste Tochter in eine reiche Gelehrtenfamilie der Qing Dynastie geboren. Unglücklicherweise verstarb genau an dem Tag ihrer Geburt ihre Großmutter mütterlicherseits. Dies wurde von Lu Yins Mutter, im Gegensatz zu ihrem Ehemann ungebildet, als „böses Omen“ wahrgenommen, so dass sie Lu Yin jegliche mütterliche Liebe versagte. Auch der Vater behandelte die Tochter kalt und überaus streng. Eine Amme kümmerte sich daher um Lu Yin.
Als Lu Yin sechs Jahre alt war, starb ihr Vater an einem Herzinfarkt. 7 Nach dem Ableben des Vaters zieht die Familie von Fujian nach Beijing. 8
Lu Yin weinte als ungeliebtes Kind viel und erfuhr u.a. deswegen häufig Prügelstrafen als Erziehungsmethode. Nach zwei Jahren häuslichen Schulunterrichts
durch ihre Tante wurde sie auf eine christliche Missionsschule geschickt. 9 Dort konvertierte sie zum christlichen Glauben. 10 Mit 12,13 Jahren erkämpfte sich Lu Yin
durch Fleiß ein Stipendium an einer Mittelschule für Mädchen (nüzi shifan xuexiao), die sie bis zum 18. Lebensjahr besuchte. So belehrte sie ihre Mutter eines Besseren,
hatte diese ihre Tochter zuvor stets als dummes Kind geschimpft. 11
4 Vgl. Yan 2006: 70. Zu nennen seien hier u.a. Bing Xin, Chen Hengzhe, Feng Yuanjun und Su Xuelin. 5 Vgl. Schmidt-Glintzer 1990: 532.
6 Vgl. Junkers 1984: 13 und Yan 2006: 96. „Lu Yin“ verwendete sie als Pseudonym. 7 Vgl. Junkers 1984: 35 ff.
8 Vgl. Ibid: 38.
9 Vgl. Ibid: 39 ff.
10 Vgl. Ibid: 44.
11 Vgl Ibid: 46.
4
Mit circa 17 Jahren brach Lu Yin mit den Konventionen ihrer Zeit, als sie sich selbst für ihre Verlobung mit einem Cousin, dessen Hause finanziell schwach gestellt war, entschied – gegen den Willen ihrer Mutter – und die Verlobung jedoch anschließend
aufgrund unterschiedlicher Lebensansichten auch noch auflöste. 12 Lu Yin arbeitete
mehrere Male als Lehrerin, war über diese Tätigkeit frustriert und nahm ein Studium an der Beijing guoli nüzi gaodeng shifan xuexiao auf (Herbst 1919), wo sie begeistert
an politischen Aktivitäten im Zuge der Vierte-Mai-Bewegung teilnahm. 13
Lu Yins weitere Lebensführung war für den (damaligen) Durchschnitt ungewöhnlich. Unter bristanten Umständen folgten zwei Ehen: Die erste 1923, mit dem damals
bereits verheirateten Guo Mengliang, der 1925 an einer Krankheit verstarb 14 , und 1930 mit dem circa zehn Jahre jüngeren Li Weijian. 15
Während ihres Studiums begann Lu Yin ihre Schriftstellerkarriere und veröffentlichte ab 1921 ihre Kurzgeschichten in der xiaoshuo yuebao; ihr erstes Werk „haiyang li de
yichu canju“ erschien im selben Jahr. 16 Kurz vor ihrem Universitätsabschluss 1922 reiste Lu Yin mit einigen Komilitoninnen nach Japan. 17
Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes durchlief Lu Yin mehrere Positionen als Lehrkraft (Tutorin, Lektorin, Schulleiterin, Professorin), gab diese Tätigkeiten jedoch allesamt nach einiger Zeit auf, da sie sie als frustrierend und zu mechanisch empfand
(siehe auch 5.2.). 18 Mit ihrem zweiten Ehemann wurde sie 1931 in Shanghai ansässig,
arbeitete erneut als Lehrerin und brachte in demselben Jahr ihre zweite Tochter
Yingxian zur Welt. 19
Zentrales Thema der Werke Lu Yins ist die Unterdrückung der Frau innerhalb der Gesellschaft, wobei sie oft lediglich um die Darstellung bemüht war, und weniger
einen Appell zur Besserung anstrebte. 20
Lu Yin verstarb am 13. Mai 1934 in Shanghai, als sie mit ihrem dritten Kind in den
Wehen lag. 21
12 Vgl. Yan 2006: 96 f. und Junkers 1984: 55, 63 ff.
13 Vgl. Junkers 1984: 58 – 62.
14 Vgl. Junkers 1984: 75. Aus dieser Ehe entstammt eine Tochter namens Guo Weixuan. 15 Vgl. Yan 2006: 97 und Junkers 1984: 66.
16 Vgl. Yan 2006: 94 und Junkers 1984: 68.
17 Vgl. Junkers 1984: 67 f.
18 Vgl. Ibid: 76 ff.
19 Vgl. Ibid: 88.
20 Vgl. Ibid: 132.
5
Arbeit zitieren:
Duc-Hien Huynh, 2008, Zu: "Nach dem Sieg" von Lu Yin, München, GRIN Verlag GmbH
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