Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 1
2. Zur Konzeption des Ohrenspitzerprojekts 1
3. Meine Begegnung mit dem Thema 3
4. Hören als Kompetenz 4
5. Erstes Experimentieren und Umsetzen 4
6. Die Projektgruppe 5
7. Verlauf 6
Der Beginn meines Projekts 6
Exkurs zur Hörkompetenz im Bildungsplan 8
Weiteres Vorgehen 10
8. Reflexion 13
9. Ausblick 14
10. Literaturangabe 16
1. Vorwort
In den letzten Jahren hat sich das Interesse für die wiederentdeckten auditiven Medien in unserer Gesellschaft zunehmend entwickelt. Hörbücher und Hörspiele gehören nun zur unmittelbaren Lebenswirklichkeit nicht nur der Kinder, auch Erwachsene haben diese Medien für sich entdeckt. Verlage wurden gegründet, die sich einzig um den Vertrieb hochwertiger und gut produzierter Hörspiele bemühen. Bekannte Schauspieler sprechen bekannte Texte, Gedichte werden vertont und zu ganzen Projekten vereint, kinoähnliche, spannende Hörspiele entführen den Hörer in eine neue Welt. „Bei (diesen) auditiven Produktionen (CD, Hörfunk, DVD...), die ohne visuelle Bilder auskommen, werden die Hörer veranlasst, sich auf das gesprochene Wort, die Musik, auf Geräusche, Klänge, Pausen zu konzentrieren. Das eröffnet Raum für Assoziationen, ermöglicht das Entstehen eigener Bilder. Worte sind auch Klang und Lautmalerei und lösen Ideen- und Gefühlsassoziationen aus.“ 1 Der Reiz, sich auf den Hörsinn einzulassen und den Gedanken und Assoziationen freien Lauf zu lassen, wächst und motiviert immer mehr Hörer, fordert aber auch die Ausbildung der Basiskompetenz Hören. Diese steht daher auch im Blickfeld der Medienpädagogik. Die Erziehung zu einem bewussten Umgang mit Hörbarem, auditive Medien sinnvoll rezipieren und produzieren, das eigene Gehör wahrzunehmen und zu schonen, sind Aufgaben, die auch im Unterricht erarbeitet werden können und sollen. Dieses neue Arbeitsfeld erkennend, wurde von den Landesmedienzentren Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie der Stiftung Medien Kompetenz Forum Südwest das Ohrenspitzerprojekt gegründet. Unterstützung erhält das Projekt vom Südwestfunk (SWR2) und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.
2. Zur Konzeption des Ohrenspitzerprojekts
„Erklärtes Ziel des Projektes ist es, Hören und Zuhören als gleichwertige Basiskompetenz neben Lesen, Schreiben und Rechnen zu etablieren und die Kinder darin zu stärken. Zielgruppen sind (vorrangig) die Klassenstufen eins bis sechs der allgemeinbildenden Schulen. Obwohl im Fokus die Entwicklung von Hörkompetenz und die Ausbildung einer differenzierten Wahrnehmungsfähigkeit
1 Bischof, Ulrike: Vom Hören zum Zuhören: Frühe Prägung-soziale Erfahrung-Aufgabe der Bildung. In: analog und digital, Heft 2/2006, S. 6.
1
stehen, bleiben die Förderung der Lese-, Sprech- und Konzentrationsfähigkeit immer im Blickfeld der Projektarbeit. Denn Hörschulung verbessert nicht nur die allgemeine Sprachkompetenz, Hören-Können muss auch als elementare „Vorläuferkompetenz“ des Lesens verstanden werden.“ 2
Die Umsetzung erfolgt über die Schulen. Jährlich werden ca. 20 Schulen in das Ohrenspitzerprojekt aufgenommen. Nach einer Bewerbung erhalten die teilnehmenden Schulen einen Hörkoffer, in welchem Hörspiele, Erzählungen, vertonte Gedichte, Meditationsmusik und Geräusche-CDs enthalten sind. Zusätzlich wird eine Handreichung ausgegeben, in welcher die diversen Hörspiele kurz beschrieben und einer Jahrgangsstufe bzw. Hörkompetenz (Hör-Einsteiger, Hör-Erfahrene, Hör-Profis) zugewiesen werden. Ebenso werden Umsetzungsmöglichkeiten und Spiele vorgeschlagen, die, der Konzeption entsprechend, die Hörkompetenz auf vielfältige Weise fördern.
Über die Dauer von zwei Jahren arbeitet die Schule verbindlich mit dem Landesmedienzentrum zusammen, nennt Ergebnisse, Verbesserungsvorschläge und stellt gegebenenfalls eigene Produkte zur Verfügung. Als Plattform für alle teilnehmenden und andere interessierte Schulen dient die Ohrenspitzerseite im Internet (www.ohrenspitzer.de). Dort kann man sich über
Umsetzungsmöglichkeiten informieren, eigene Ideen einstellen und auf eine große Auswahl von Geräuschen und „Rezepten“
Erfüllt eine Schule
Bedingungen wie das verbindliche Arbeiten mit den angebotenen Hörspielen, das Einrichten einer Ohrenspitzer-AG sowie eine entsprechende Rückmeldung, dann bekommt diese Schule nach Ablauf der zwei Jahre den Hörkoffer geschenkt. (Hörspielliste im Anhang S. I)
2 Herbst, Thomas: Hört mal hin und hört mal zu! Ohrenspitzer - ein Projekt zur Hörförderung an Schulen. In: analog und digital, Heft 2/2006, S.10.
2
3. Meine Begegnung mit dem Thema
Am 20. März stellte meine Kollegin Beate Mihailescu im Rahmen eines Teamtages der Grund- und Hauptschule Gutach das Ohrenspitzerprojekt vor. Sie kam gerade vom Ohrenspitzerhalbjahrestreffen aus Stuttgart, zu dem sie, durch einen für uns glücklichen Zufall, geladen war.
Eine teilnehmende Schule hatte die gestellten Bedingungen des Projekts nicht erfüllt und musste daher den Hörkoffer wieder abgeben. Dieser frei gewordene Koffer wurde dem Kreismedienzentrum Emmendingen zur Verfügung gestellt. Frau Mihailescu, die neben dem Schuldienst in Gutach dort noch tätig ist, wurde als Multiplikatorin eingesetzt, um in den umliegenden Schulen vom Ohrenspitzerprojekt zu berichten. Durch diesen Zufall gelangte der Hörkoffer nach Gutach und lud zum Experimentieren ein. Vor allem aber zeigte er ein neues Aufgabenfeld auf - die Förderung der Hörkompetenz. Bis dahin war mir die Notwendigkeit des guten Zuhörens zwar bewusst gewesen, jedoch hatte ich selten über eine geeignete Förderung nachgedacht. Die kurze Einführung meiner Kollegin sensibilisierte mich für dieses Thema. In den nächsten Wochen beobachtete ich automatisch Situationen, in denen Unterricht auf Grund mangelhafter Hörkompetenz zäh, unruhig und nur erschwert möglich war. Ich beschloss besonders die Kompetenz des Hörens und Zuhörens in mein eigenes Blickfeld zu rücken. Zusätzlich zu den Beobachtungen in der Schulpraxis wollte ich gerne auch meine eigene Medienkompetenz erweitern. Ich freute mich daher sehr, als ich Mitte Mai die Gelegenheit erhielt, im Kreismedienzentrum in Emmendingen eine Einführung in das Audioschnittprogramm Audacity zu belegen. Herr Herbst, ein Mitarbeiter des Ohrenspitzerprojekts, stellte das Programm vor und motivierte alle Teilnehmer, selbst eine erste kleine Produktion zu gestalten. Die leichte Bedienung, die Vielfalt der gebotenen Möglichkeiten und die gute Qualität der Produkte motivierten mich persönlich zusätzlich. Mein Interesse an der multidimensionalen Idee des Ohrenspitzens war endgültig geweckt.
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Cathrin Dehmer, 2007, Ohrenspitzer - Ein Projekt zur Förderung der Hörkompetenz, Munich, GRIN Publishing GmbH
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