Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S. 3
2. Das Verb als strukturelles Zentrum des Satzes S. 4 – 5
3. Ergänzungen und Angaben S. 5
3. 1. Ergänzungen S. 6 – 7
3. 2. Angaben S. 8
4. Grammatische Proben S. 9
4. 1. Ersatzprobe S. 9
4. 2. Umstellprobe S. 10
4. 3. Weglassprobe S. 10 - 11
4. 4. Anreihungsprobe S. 11
4. 5. Prädikationsprobe S. 11 – 12
5. Schluss S. 12
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Die Satzglieder und ihre Darstellung in der Grammatik
1. Einleitung
„Es gibt bekanntlich nicht nur eine Grammatik (und damit eine Lehre vom Satzbau) für die deutsche Sprache, sondern mehrere, und diese unterscheiden sich voneinander in Vorgehen, Ergebnissen und Terminologie. […]. Man kann das, wenn man will als geistige Vielfalt begrüßen;“ 1 Diese positiv ausgedrückte Vielfalt hat natürlich auch ihre Kehrseite: Grammatische Phänomene können nicht einheitlich bestimmt, benannt und erklärt werden; es gibt unterschiedliche Definitionen und sogar widersprüchliche Standpunkte, die es nicht ermöglichen grammatische Probleme übereinstimmend zu lösen. Diese wissenschaftlich äußerst heterogene Interpretation der deutschen Grammatik kann zu Verwirrung führen, vor allem bei den jüngeren „Wissenschaftlern“, den Schülern. Lange Zeit war es üblich, dass unterschiedliche und inhaltlich nicht kompatible Sprachbücher entworfen und schulspezifisch nebeneinander eingesetzt wurden, sodass ein Schulwechsel, sogar innerhalb einer Stadt, zum Problem werden konnte. Seit der deutschen Kultusministerkonferenz von 1982 ist ein „Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke“ festgesetzt, und somit auch die Basis für eine einheitliche Schulgrammatik – zumindest, was die wichtigsten Grundbausteine der deutschen Grammatik angeht – gelegt.
Die Wissenschaft hingegen konnte sich nicht so schnell einigen, was auch heute noch die unvereinbare Pluralität fachwissenschaftlicher Termini zur Folge hat.
Bei der anschließenden Untersuchung der Satzglieder und ihrer Darstellung in der Grammatik, werde ich mich im Wesentlichen – aufgrund der lokalen Fakultätszugehörigkeit – auf die sprachwissenschaftlichen Erkenntnisse des Institutes für deutsche Philologie der Universität Würzburg beziehen.
1 Sitta, Horst: Syntax – Die Lehre vom Bau des Satzes. In: Praxis Deutsch 68. S.22
3
2. Das Verb als strukturelles Zentrum des Satzes
Das Verb ist nicht nur inhaltlich betrachtet für einen Satz von enormer Bedeutung, sondern hat auch auf die Struktur des Satzes besonderen Einfluss und determiniert dessen grundlegenden Aufbau. Jedes Verb hat eine Valenz, das heißt „die Fähigkeit aufgrund seiner Bedeutung Leerstellen um sich zu eröffnen, die durch bestimmte 'Mitspieler'/ 'Aktanten' besetzt werden müssen. Das Verb organisiert somit als strukturelles Zentrum, als 'verbaler Kern' aufgrund seiner Valenz den (Minimal-)Satz.“ 2 Der Beispielsatz Die Katze fängt gerne im Morgengrauen auf dem Roggenfeld Mäuse ließe sich auf den Minimalsatz Die Katze fängt Mäuse reduzieren, da das Verb fangen zwei Leerstellen öffnet, nämlich eine Nominativergänzung die Katze und eine Akkusativergänzung Mäuse. Diese so genannten Ergänzungen sind also vom Verb determiniert, und könnten auch nicht durch eine Ergänzung, die in einem anderen Kasus steht ersetzt werden. Es gibt jedoch auch Verben, bei denen die Valenz je nach Sinnzusammenhang variieren kann. Zum Beispiel öffnet das Verb schreiben in dem Satz Ich schreibe eine Hausarbeit zwei Leerstellen (nämlich: Nominativergänzung; Akkusativergänzung), wohingegen in dem Satz Ich schreibe Dir einen Brief das Verb schreiben drei Leerstellen öffnet (nämlich: Nominativergänzung; Akkusativergänzung; Dativergänzung). Das konkrete Verb muss bezüglich seiner Valenz folglich auch immer in Abhängigkeit mit dem Kontext betrachtet werden.
Das Verb im Satz nimmt außerdem noch in folgender Hinsicht eine Sonderrolle ein: 1. Ohne das Verb kann kein grammatisch vollständiger Satz gebildet werden. Es ist also
für eine korrekte Struktur und natürlich auch für den Inhalt eines Satzes von zwingender Notwendigkeit.
2. Im Aussagesatz lässt sich das Verb gewöhnlich nicht verschieben und steht in der
Regel an zweiter Stelle. Bei Entscheidungsfragen, also Fragen, die nur mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten sind, steht das Verb immer an erster Stelle. Ein Nebensatz ist meist dadurch gekennzeichnet, dass das Verb an letzter Stelle steht.
3. In der Linguistik wird das Verb meist gar nicht zu den Satzgliedern dazu gezählt. Man
spricht hier auf der Ebene der Satzglieder vom verbalen Kern. In der Schulgrammatik hingegen wird das Verb im Satz als reguläres Satzglied betrachtet und als Prädikat bezeichnet.
2 Universität Würzburg – Institut für deutsche Philologie: Skript zum Sprachwissenschaftlichen Seminar II
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Irena Eppler, 2007, Die Satzglieder und ihre Darstellung in der Grammatik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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