Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Paraguay vor den Jesuiten 2
2.1 Die indigene Bevölkerung 2
2.2 Das Gebiet 3
2.3 Der Kolonialismus 4
2.4 Missionierungsarbeiten vor den Jesuiten 5
3 Entstehung des Jesuitenstaates von Paraguay 6
3.1 Ankunft der ersten Jesuiten 6
3.2 Synode von Asunción 1603 6
3.3 Die Anfänge der Jesuitenprovinz Paraguay 7
3.4 Jesuitische Reduktionen 9
4 Zusammenfassung 10
5 Literaturverzeichnis 11
1
1 Einleitung
Seit der Entdeckung der Neuen Welt durch Spanier und Portugiesen ist die Geschichte Lateinamerikas auch eine Geschichte der Unterdrückung und Ausrottung der Indios. Nachdem sich die Kolonisten festgesetzt hatten und durch Gold- und Silberfunde nicht zu erhofftem Reichtum gekommen sind, nutzten sie die Arbeitskraft der Indios beim Ausbau ihrer Landwirtschaft und Viehzucht aus. Dabei kam es zu hemmungsloser Ausbeutung und zu
unvorstellbaren Grausamkeiten. 1
Eine Entwicklung, die diesem Zustand der Sklaverei entgegenwirkte, trat mit der Errichtung von Reduktionen durch jesuitische Missionare ein. Durch lokale Trennung der Indios von europäischen Siedlungen suchte man einerseits, ihren Schutz zu gewährleisten und andererseits, gute Christen nach europäischem Vorbild aus ihnen zu machen. Konflikte mit den Siedlern, die ihren kostengünstigen Arbeitskräften „beraubt“ wurden, waren somit vorprogrammiert. Diese Arbeit befasst sich mit den Anfängen des Jesuitenstaates von Paraguay, welche Situation vor der Ankunft der Jesuiten vorherrschte und welche Veränderungen mit ihnen eintraten.
2 Paraguay vor den Jesuiten
2.1 Die indigene Bevölkerung
1516 entdeckte der spanische Seefahrer Juan Díaz de Solís im Südosten des Kontinents die Mündung des Rio de la Plata. Auf der Suche nach dem „Goldland“ im Innern, das Gerüchten zufolge von einem weißen König regiert wurde, zogen in den folgenden Jahren spanische
conquistadores flussaufwärts und gründeten 1537 am Fluss Paraguay die Stadt Asunción. 2 In
diesem Gebiet trafen sie auf zwei unterschiedliche Typen von Eingeborenen, die Guaycurú und die Guaraní.
1 Krauss, Heinrich, Täubl, Anton, Mission und Entwicklung. Der Jesuitenstaat in Paraguay, Koesel, München, 1979, S.34; Kahle, Günter, Grundlagen und Anfänge des paraguayischen Nationalbewußtseins, Universität zu Köln, Köln, 1962, S.11
2 Krauss, Heinrich, Täubl, Anton, Mission und Entwicklung. Der Jesuitenstaat in Paraguay, Koesel, München, 1979, S.34; Kahle, Günter, Grundlagen und Anfänge des paraguayischen Nationalbewußtseins, Universität zu Köln, Köln, 1962, S.24, 35
Die Guaycurú, ein Stamm der Gran Chaco Indianer, aus der Region westlich von Asunción, waren kriegerische Jäger und Sammler. Dieser Stamm bedrohte ständig Asunción
und versperrte die Wege durch den Chaco in die Andenländer. 3
Die Guaraní (übersetzt: Krieger) dagegen wurden von den Spaniern trotz ihrer Bezeichnung und trotz anfänglicher Auseinandersetzungen als freundlich und friedlich bezeichnet. Sie betrieben im Gegensatz zu den Gran Chaco Indianern Ackerbau in Form von Wanderwirtschaft. Ihre Hauptanbauprodukte waren Mandioka, Süßkartoffeln, Zapallo (eine Kürbisart), Mais, Erdnuss, Bohnen und Baumwolle. Wenn der Boden ausgeschöpft war, was in der Regel 5 – 6 Jahre dauerte, zogen sie weiter. Neben der Bodenwirtschaft ernährten sich die Guaraní von der Jagd und der Fischerei. Sie betrieben Handwerk wie Weben, Färben, Töpfern und beherrschten die Kunst der Holzschnitzerei. Kleidung kannten sie nicht, beschmückten sich aber mit Federn und Körperbemalungen. Die Guaraní bewohnten ein riesiges Gebiet, das vom Orinoko im Norden bis zur La Plata-Mündung im Süden und vom Vorgebirge der Anden im Westen bis zur Atlantikküste im Osten reicht. In der Religion der Guaraní existierte eine „Hochgottgestalt“, die Ñanderuvuzú genannt wurde. Daneben wurden Naturgeister verehrt. Sie glaubten an die Unsterblichkeit der Seele und an ein Paradies, aber
auch an einen Teufel und eine Art Hölle. 4 Die Tatsache, dass die Guaraní eine Religion
besaßen, die in ihrer Grundstruktur Ähnlichkeiten zum christlichen Glauben aufwies, begründet, warum dieses Volk für die Missionierung besonders empfänglich war.
2.2 Das Gebiet
Nach der Gründung Asuncións 1537 folgten auf Eroberungszügen die Gründungen weiterer Städte, z. B. Santa Fe und Corrientes; 1580 wurde Buenos Aires neu gegründet. Hauptstadt
der Region war Asunción. 5 Die Jesuiten begannen 1587 mit der Bekehrung der indigenen
Bevölkerung in der Guayrá Region, aber die Durchdringung des Gebietes südlich des Amazonasbeckens gelang dem Orden erst nach Gründung der Jesuitenprovinz Paraguay im Jahre 1604. Obwohl die Provinz Paraguay benannt wurde, beinhaltete es eine ausgedehnte
3 Krauss, Heinrich, Täubl, Anton, Mission und Entwicklung. Der Jesuitenstaat in Paraguay, Koesel, München,
1979, S.30 f.
4 Kahle, Günter, Grundlagen und Anfänge des paraguayischen Nationalbewußtseins, Universität zu Köln, Köln,
1962, S. 68 – 76; Krauss, S. 34 - 36
5 Caraman, Philip, Ein verlorenes Paradies. Der Jesuitenstaat in Paraguay, Koesel, München, 1979, S. 17
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Ismail Durgut, 2008, Entstehung und Bedeutung der Jesuitenprovinz Paraguay im 17. Jahrhundert, Munich, GRIN Publishing GmbH
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