1 Einleitung 3
2 Hauptteil 4
2.1 Intention und historischer Kontext 4
2.2 Das anarchische Umfeld 5
2.3 Macht, Struktur und Kooperation 6
3 Fazit 9
4 Thesenpapier 10
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Realismus und Neorealismus in den Internationalen Beziehungen (IB)
1. Einleitung
Noch in den 1970er Jahren war Politics among Nations von Hans Morgenthau das am häufigsten zitierte Werk in den IB. Bei der heutigen wissenschaftlichen Arbeit stehen andere Werke im Vordergrund, nichtsdestotrotz wird Politics among Nations noch immer als Grundlagenwerk der Theorie des Realismus betrachtet. 1 Das zentrale Anliegen des traditionellen Realisten Morgenthau war es, eine Theorie der internationalen Politik als Theorie der Außenpolitik eines Nationalstaats zu formulieren. 2 In der Tradition des Realismus steht die 1979 von Kenneth Waltz mit seinem Buch Theory of International Politics 3 begründete Denkrichtung des Neorealismus. Diese schließt, im Gegensatz zum traditionellen Realismus, in ihren „Erklärungen grundlegend von der Struktur des internationalen Systems auf das Verhalten der Staaten und wird daher oft auch als struktureller Realismus bezeichnet.“ 4 Beide sind als Theorien in den IB „road maps that allow us to make sense of unfamiliar terrain.” 5 Ziel dieser Arbeit ist es, mit dem Realismus und dem Neorealismus zwei Möglichkeiten zur Orientierung in den IB aufzuzeigen und einander gegenüberzustellen. Da bei beiden Theorien aufgrund ihrer engen Verwandtschaft ähnliche oder gleiche Begriffe im Zentrum stehen, werde ich diese zentralen Begriffe jeweils anhand beider Theorien diskutieren, um so einerseits das Grundverständnis beider Theorien herauszuarbeiten und andererseits die Unterschiede aufzuzeigen. Dabei stehen der traditionelle Realismus Hans Morgenthaus, des Begründers des Realismus, und der Neorealismus Kenneth Waltz’, des Begründers des Neorealismus, bei der Beantwortung der zentralen Fragestellung der Arbeit im Vordergrund.
1 Vgl. Jacobs, Andreas 2006: Realismus, in Schieder, Siegfried/ Spindler, Manuela (Hrsg.): Theorien der Internationalen Beziehungen , 2.Auflage, Opladen, S. 39-63, hier: S. 39
2 Vgl. Schörnig, Niklas 2006: Neorealismus, in: Schieder, Siegfried, Spindler, Manuela (Hrsg.): Theorien der internationalen Beziehungen, 2.Auflage, Opladen, S. 65-92, hier: S. 66
3 Waltz, Kenneth 1979: Theory of International Politics, New York, NY.
4 Schörnig, 2006: Neorealismus, S. 66.
5 Nye, Joseph S. 2007: Understanding International Conflicts, 6. Auflage, Pearson/Longman, S. 12.
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2. Hauptteil
2.1. Intention und historischer Kontext
Der Realismus hatte in den USA unmittelbar nach dem Ende des II.Weltkriegs seinen Durchbruch. Die Erfahrungen des II.Weltkriegs und des hereinbrechenden Kalten Krieges bewirkten, dass die Fragen nach der Begrenzung und Beherrschung von Macht zunehmend ins Zentrum des Nachdenkens über Politik rückten. 6 Genau in dieser Zeit veröffentlichte Hans Morgenthau sein Werk Politics among Nations. 7 Seine Intention war es dabei, „eine Theorie der Internationalen Politik als Außenpolitiktheorie zu formulieren.“ 8 Diese sollte vorrangig macht- und interessenpolitischen Kalkülen Rechnung tragen und losgelöst sein von allen ideologischen Verblendungen. 9 Sein 1948 erschienenes Werk Politics among Nations betrachtete er lediglich als Grundlegung einer solchen Theorie. Sein Theorieverständnis war davon geprägt, dass er die Politik als durch objektive Gesetze gelenkt betrachtete, die durch die Empirie herausgefiltert werden müssen. In der Tradition dieses Realismus steht die Theorie des Neorealismus. Vor dem Hintergrund der damaligen Entwicklungen 10 in den iB bestand „der Anspruch von Waltz in der Entwicklung einer systemischen Theorie der internationalen Politik,“ 11 die die Stabilität der bipolaren Kräfteverhältnisse des Kalten Krieges und den schleichenden Niedergang der Vormachtstellung der USA seit den 1970er Jahren erklären konnte. 12 Waltz’ Intention war es daher eine möglichst allgemeingültige Theorie der IB zu entwickeln, „mit der sowohl Krieg als auch Phasen des Friedens in der Internationalen Politik erklärt werden können.“ 13 Anders als Morgenthau hatte Waltz den Anspruch, eine in sich geschlossene Theorie zu entwickeln. Er bediente sich dazu auch Analogien zur Mikro- Ökonomie. Dazu ersetzte er die bestimmende Wirkung der Märkte im ökonomischen System durch den Begriff des Systems auf der Ebene der Internationalen Politik. Für Waltz, „Theory must be constructed through simplyfying.“ 14 Um diese Allgemeingültigkeit und Vereinfachung zu erreichen wählt Waltz in Theory of International Politics ein hohes Abstraktionsniveau.
6 Vgl. Jacobs, 2006: Realismus, S. 40.
7 Morgenthau, Hans 1985 [1948]: Politics Among Nations, 6.Auflage, New York, NY.
8 Schörnig, 2006: Neorealismus, S. 66.
9 Vgl. Jacobs, 2006: Realismus, S. 45.
10 Annäherung USA -UdSSR seit den 1970er Jahren.
11 Schörnig, 2006:Neorealismus, S. 66.
12 Vgl. Schörning, Niklas 2006: Neorealismus, S. 66.
13 Schörnig, 2006: Neorealismus, S. 67.
14 Waltz, Kenneth 1979: Theory of International Politics, S. 10.
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Robert Falk, 2008, Traditioneller Realismus und Neo-Realismus: Grundzüge, Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Theorien unter Berücksichtigung von Morgenthau und Waltz , Munich, GRIN Publishing GmbH
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