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Arbeitslosigkeit - ein Gerechtigkeitsproblem?

Eine normative Analyse der Krise des deutschen Sozialstaatsmodells unter besonderer Berücksichtigung der Erwerbslosigkeit in Deutschland

Title: Arbeitslosigkeit - ein Gerechtigkeitsproblem?

Seminar Paper , 2007 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nadine Buschhaus (Author)

Economics - Job market economics
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In der Debatte um den Sozialstaat spielt kaum ein Wort eine so große Rolle wie der äußerst unscharfe Begriff der sozialen Gerechtigkeit. Diese wird meist mit moralischen Ansprüchen und Verbindlichkeiten in Verbindung gebracht und als Hauptmotiv für eine ganze Reihe von politischen Handlungen präsentiert. Gerade deshalb ist eine genaue Analyse dieses Begriffs von zentraler Bedeutung. Es stellt sich die Frage, wie Phänomene und Entwicklungen – wie die Krise auf dem Arbeitsmarkt, der steigende Wettbewerb und die abnehmende Handlungsfähigkeit – unter Gerechtigkeitsaspekten bewertet werden können. Kann zum Beispiel die steigende Arbeitslosigkeit als ein fundamentales Gerechtigkeitsproblem gedeutet werden? Kann Arbeitslosigkeit „ungerecht“ sein? Im Folgenden geht es darum, diese Fragen zu klären, wobei ein normativer Zugang zum Problem gewählt wird. Zunächst wird die Bedeutung des Begriffs der sozialen Gerechtigkeit kurz analysiert und erklärt. Anschließend soll es darum gehen, die Arbeitslosigkeit in Deutschland näher zu cha-rakterisieren. Was genau meint der Begriff der Arbeit und was ist Arbeitslosigkeit? Welche Folgen hat ein Ausschluss von der Erwerbsarbeit? Hierbei wird es in erster Linie um die Folgen auf der individuellen Ebene wie mangelnde soziale Anerkennung, Marginalisierung und Scham gehen. Diese negativen Folgen legen eine Strategie nahe, die auch in der politischen Philosophie vertreten wird: die Etablierung eines Rechtes auf Arbeit. Doch kann so ein Recht, wie es in der Menschenrechtserklärung der UNO bereits 1948 erwähnt wurde, überhaupt garantiert werden? Dies gilt es in einem nächsten Schritt zu analysieren. Anschließend wird Arbeitslosigkeit nochmals im Spiegel der normativen politischen Gerechtigkeitstheorien betrachtet. Konkreter soll es jetzt aber darum gehen, wie ein libertärer Liberaler wie Robert Nozick das Problem der Arbeitslosigkeit einschätzt. Das, was Nozick dem Markt überlässt, ist für John Rawls und den egalitären Liberalismus zu einer herausfordernden philosophischen Aufgabenstellung geworden. Deshalb soll in einem vorletzten Schritt die Bedeutung der Arbeitslosigkeit in der Rawlschen Gerechtigkeitstheorie analysiert werden. Abschließend soll dann geklärt werden, in wie weit die aktuelle politische Diskussion diese Meinungen aufnimmt.Ist die sich über den Markt einstellende Allokation der Ressourcen wirklich „ungerecht“?

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung und Fragestellung

2. Normative Zugänge zum Problem: Solidarität oder Verteilungsgerechtigkeit?

2.1. Der Begriff der sozial(staatlich) en Gerechtigkeit

2.2. Die liberale Sozialstaatsbegründung

2.3. Die egalitaristische Sozialstaatsbegründung

3. Arbeitslosigkeit in Deutschland

3.1. Der Begriff der Arbeit bzw. der Arbeitslosigkeit

3.2. Folgen des Ausschlusses von der Erwerbsarbeit

3.3. Gibt es ein Recht auf Arbeit?

4. Arbeitslosigkeit im Spiegel normativer politischer Gerechtigkeitstheorien

4.1. Arbeitslosigkeit im Kontext der nozickschen Theorie – ein libertärer Ansatz

4.2. Arbeitslosigkeit im Kontext der rawlschen Theorie – ein egalitaristischer Ansatz

5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht, inwiefern Arbeitslosigkeit als ein fundamentales Gerechtigkeitsproblem innerhalb der Krise des deutschen Sozialstaatsmodells gedeutet werden kann, indem sie verschiedene normative politisch-philosophische Ansätze gegenüberstellt.

  • Analyse des Begriffs der sozialen Gerechtigkeit im Kontext des Sozialstaats.
  • Kontrastierung liberaler und egalitaristischer Begründungsmuster staatlicher Intervention.
  • Untersuchung der individuellen und gesellschaftlichen Folgen von Arbeitslosigkeit.
  • Debatte über ein mögliches „Recht auf Arbeit“ und dessen Umsetzbarkeit.
  • Normative Einordnung der Arbeitslosigkeit durch die Theorien von Robert Nozick und John Rawls.

Auszug aus dem Buch

3.2. Folgen des Ausschlusses von der Erwerbsarbeit

Geht es im Folgenden um die individuellen Folgen eines Ausschlusses von der Erwerbsarbeit, so soll Arbeit als eine Form der Betätigung verstanden werden: „Dementsprechend wird eine erzwungene Stillstellung solcher Betätigung als Qual empfunden.“32 Die Betroffenen müssen nicht nur finanzielle Einschränkungen hinnehmen und somit ihren Konsum einschränken, sondern gerade Langzeitarbeitslose erfahren auch, dass sie in gewisser Art und Weise „nicht mehr gebraucht werden“. Dies hat erhebliche Konsequenzen, denn Arbeit ist nicht nur etwas „ für dessen gute Ausführung wir uns selbst schätzen können“33, sondern auch eine „Quelle (um) von anderen besonders geschätzt zu werden.“33 So ist zu erklären, warum Arbeitslosigkeit sehr häufig zu psychischen Beschwerden führt: „Empirische Untersuchungen belegen, daß insbesondere bei Dauerarbeitslosen psychische Beschwerden wie Ängstlichkeit, Depressivität und fehlendes Selbstvertrauen verstärkt auftreten. Auch psychosomatische Erkrankungen, Drogenkonsum und Suizidversuche sind deutlich häufiger zu beobachten als bei Erwerbstätigen.“34 So sind auch Beziehungsprobleme, Schamgefühle, Motivationslosigkeit und die Aufgabe von Aktivitäten und eines geregelten Lebens keine Seltenheit. Erst durch die Arbeit fühlt man sich einem größeren Zusammenhang zugehörig und es entsteht das Gefühl, nützlich und gebraucht zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Fragestellung: Diese Einführung rahmt die aktuelle Krise des deutschen Sozialstaates ein und fragt, ob Arbeitslosigkeit normativ als Gerechtigkeitsproblem begriffen werden kann.

2. Normative Zugänge zum Problem: Solidarität oder Verteilungsgerechtigkeit?: Das Kapitel erläutert den vagen Begriff der sozialen Gerechtigkeit und unterscheidet zwischen liberalen und egalitaristischen Theorien zur Sozialstaatsbegründung.

3. Arbeitslosigkeit in Deutschland: Hier wird der Arbeitsbegriff definiert, die negativen individuellen Folgen der Erwerbslosigkeit beleuchtet und die Diskussion um ein Recht auf Arbeit kritisch hinterfragt.

4. Arbeitslosigkeit im Spiegel normativer politischer Gerechtigkeitstheorien: Das Kapitel analysiert Arbeitslosigkeit durch die gegensätzlichen Brillen des libertären Ansatzes von Nozick und des egalitaristischen Ansatzes von Rawls.

5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Die Autorin resümiert die theoretische Analyse und stellt fest, dass das bürgersolidarische Modell angesichts der Globalisierung zunehmend an seine Grenzen stößt.

Schlüsselwörter

Soziale Gerechtigkeit, Sozialstaat, Arbeitslosigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Liberalismus, Egalitarismus, Robert Nozick, John Rawls, Recht auf Arbeit, Erwerbsarbeit, Solidarität, Marktwirtschaft, Gerechtigkeitstheorie, Beschäftigungspolitik, Wohlfahrtsstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die moralische und politische Dimension von Arbeitslosigkeit innerhalb der Krise des deutschen Sozialstaatsmodells aus der Perspektive politischer Gerechtigkeitstheorien.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit behandelt den Begriff der sozialen Gerechtigkeit, unterschiedliche Sozialstaatskonzeptionen sowie die psychischen und sozialen Auswirkungen von Erwerbslosigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob steigende Arbeitslosigkeit lediglich als wirtschaftliches Versagen oder als fundamentales Gerechtigkeitsproblem zu werten ist.

Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine normative Analyse, indem sie die Problematik durch die philosophischen Theorien von Robert Nozick und John Rawls spiegelt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung der Gerechtigkeit, eine Analyse der Arbeitsmarktsituation, eine Diskussion zum Recht auf Arbeit und die philosophische Gegenüberstellung libertärer und egalitärer Positionen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Gerechtigkeit, Sozialstaat, Differenzprinzip, Marktversagen, bürgersolidarisches Modell und Arbeitslosigkeit.

Wie bewertet Nozick die staatliche Einmischung bei Arbeitslosigkeit?

Nozick lehnt staatliche Umverteilung im Namen der sozialen Gerechtigkeit ab, da er den Markt als ein System freier Kooperation sieht, in das der Staat nur bei Rechtsverletzungen eingreifen sollte.

Welche Kritik wird an Rawls in Bezug auf das Thema Arbeitslosigkeit geübt?

Kritiker werfen Rawls vor, dass sein Modell die spezifische soziale Funktion der Erwerbsarbeit und die Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit vernachlässigt, da er zu sehr auf eine abstrakte Verteilung von Grundgütern fokussiert.

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Details

Title
Arbeitslosigkeit - ein Gerechtigkeitsproblem?
Subtitle
Eine normative Analyse der Krise des deutschen Sozialstaatsmodells unter besonderer Berücksichtigung der Erwerbslosigkeit in Deutschland
College
University of Tubingen  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Course
Ökonomie und Gerechtigkeit
Grade
1,0
Author
Nadine Buschhaus (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V92234
ISBN (eBook)
9783638060769
ISBN (Book)
9783638950527
Language
German
Tags
Arbeitslosigkeit Gerechtigkeitsproblem Gerechtigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Buschhaus (Author), 2007, Arbeitslosigkeit - ein Gerechtigkeitsproblem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92234
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