Universitat de Valencia
Facultat de Filologia alemana
Titulo del seminar: Literatura alemana en el contexto interdisciplianrio
Nirgendwo in Afrika
Adaption-Reduktion-Transformation
Kirstin Gouverneur
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Der Roman als Filmvorlage ... 3
2.1. Die Autorin: Stefanie Zweig ... 3
2.2. Die Personen ... 4
2.2.1. Walter Redlich ... 4
2.2.2. Jettel Redlich ... 5
2.2.3. Regina Redlich ... 5
2.2.4. Owuor ... 6
2.3. Nirgendwo in Afrika ... 7
3. Rezeption in zwei Fassungen: Vergleich von Buch und Film ... 8
3.1. Adaption und Reduktion ... 8
3.2. Die Regisseurin: Caroline Link ... 9
3.3. Deutschland-Afrika ... 10
3.4. Walter und Jettel ... 16
3.5. „Fremder unter Fremden“- der Begriff der Heimat ... 21
4. Fazit – Film als siebte Kunst ... 22
5. Literaturverzeichnis ... 24
5.1. Primärliteratur ... 24
5.2. Sekundärliteratur ... 24
1.Einleitung
Die Geburt des Films liegt in der so genannten Epoche des Fin de Siècle, bereits 1927 wird der erste Tonfilm gezeigt. Beinahe gleichzeitig entsteht auch die Debatte um den Film. Während der Fortschritt bezüglich Mechanik und Technik einerseits große Bewunderung hervorruft, ist es andererseits aber gerade das Maschinelle, das immer wieder Anlass zur Kritik gibt. „Der Film wird als geistloses Massenprodukt abgewiesen.“ Er gilt als minderwertige Ersatzkunst.
In Form von Verfilmungen kann durch das neue Medium Hochkultur in gekürzter und summarischer Form präsentiert und somit auch popularisiert werden. Die damit verbundene Rezeption durch die breite Masse lässt keinen Raum mehr für eine Elite. Nicht verwunderlich also die These, dass „[ein] so lustvolles Medium [unmöglich] echte Kultur sein [kann].“
„Die sogenannten Autorenfilme [basieren auf der Idee], daß die Verfasser selbst ihre Werke an die Bedürfnisse des Films [anpassen] oder sogar direkt für das Medium [schreiben].“ Erst mit dieser allmählichen Loslösung von der literarischen Vorlage werden der Film als neues Medium und die zuvor als unrealistisch abgewerteten Eigenschaften wie Stummheit, Farblosigkeit und Montage als dessen spezifische Eigenheiten anerkannt. Der Film steht heute als gleichwertiges, alternatives Medium neben Buch, Theater, Radio und Fernsehen.
Der initiale Dualismus zwischen der literarischen Hochkultur und der filmischen Populärkultur ist gewissermaßen veraltet, lebt aber weiter in der Hybridform der Verfilmung[…].1
Im Folgenden soll näher auf Stefanie Zweigs Roman Nirgendwo in Afrika und seine Verfilmung durch Caroline Link eingegangen werden. Die Autorenbiographie, eine Vorstellung der wichtigsten Personen sowie ein Handlungsabriss sollen in den Roman einführen.
Wo die inhaltlichen Unterschiede von Film und Buch liegen, welche Sprache der Film im Gegensatz zu der literarischen Vorlage verwendet und wie diese funktioniert, welche Eigenschaften im Medium liegen und welche Einflussmöglichkeiten dem Regisseur bleiben - im Zusammenhang wird der Werdegang von Caroline Link kurz angerissen - soll dann durch die vergleichende Beschreibung dreier Themenbereiche aufgezeigt werden: durch die Kontrastierung Afrikas und Deutschlands, die Dynamik der Familie und den Begriff der Heimat.
Der erste Teil basiert hauptsächlich auf der Romanvorlage Nirgendwo in Afrika.2 Die Internetseite des Goethe-Instituts3 gibt hilfreiche Zusatzinformationen. Die Materialien der Constantin Film AG bereiten interessante und für die gesamte Arbeit nützliche Daten zu der Verfilmung auf.
Da der Film noch relativ neu ist, existiert keine einschlägige Sekundärliteratur. Der zweite Teil orientiert sich daher an Artikeln und Interviews, die einerseits in deutschen Zeitungen, etwa dem Tagesspiegel oder der Zeit, andererseits in Magazinen, wie zum Beispiel Kinofenster, oder Filmarchiv publiziert worden sind und im Internet zur Verfügung stehen. Die Verknüpfung von Praxis mit Theorie orientiert sich an Wolfgang Gasts Grundbuch. Einführung in Begriffe und Methoden der Filmanalyse,4 André Bazíns Plädoyer für ein „unreines Kino“5 und Peter Schepelerns Aufsatz Gewinn und Verlust.6 Dabei werden die auftretenden Phänomene nur am Beispiel erwähnt. Die ausführlichere Erklärung ist in den Fußnoten nachzulesen. Im Anhang finden sich ergänzende Angaben in Abbildung und Tabelle.
[...]
1 Schepelern, Peter: Gewinn und Verlust. Zur Verfilmung in Theorie und Praxis. In: Verfilmte Literatur. Beiträge des Symposions abgehalten am Goethe-Institut Kopenhagen im Herbst 1992. Hg. v. Sven-Aage Jørgensen und Pete Schepelern. o.O.: o.V. o.J, S.20-25. (Im Folgenden: Schepelern, Peter: Gewinn und Verlust.)
2 Zweig, Stefanie: Nirgendwo in Afrika. Roman. 26. Aufl. München: Wilhelm Heyne 1999. (Im Folgenden: Zweig, Stefanie: Nirgendwo in Afrika)
3 Autorin. Stefanie Zweig. In: http://www.goethe.de/af/yao/projekt/literatur/deautezw.htm [05.01.2004].
4 Gast, Wolfgang: Grundbuch. Einführung in Begriffe und Methoden der Filmanalyse. Frankfurt am Main: Diesterweg 1993 (=Film und Literatur. Analysen, Materialien, Unterrichtsvorschläge), S.8/9. (Im Folgenden: Gast, Wolfgang: Grundbuch.)
5 Bazín, André: Für ein „unreines Kino“- Plädoyer für die Adaption. In: Literaturverfilmung. Hg. v. Wolfgang Gast. o.O.: o.V. 1993, S.32-39 (Im Folgenden: Bazín, André: Für ein „unreines Kino“.)
6 Schepelern, Peter: Gewinn und Verlust.
Arbeit zitieren:
M.A. Kirstin Gouverneur, 2004, Nirgendwo in Afrika, München, GRIN Verlag GmbH
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