Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis...................................................................................................................................I
Abbildungsverzeichnis ........................................................................................................................III
Tabellenverzeichnis ............................................................................................................................. IV
Abkürzungsverzeichnis.........................................................................................................................V
1.
Einführung 1
1.1 Thematisches Umfeld 1
1.2 Problemstellung 1
1.3 Struktur der Arbeit 3
2. Das Krankenhaus als Element des Gesundheitssystems 5
2.1 Das Krankenhaus Eine Begriffsdefinition 5
2.2 Das Umfeld eines Krankenhauses 7
2.3 Die Aufbauorganisation eines Krankenhauses 8
2.4 Das Krankenhaus als Wirkungsstätte eines OP-Managements 11
3. Die Operation als Therapieform im Krankenhaus 12
3.1 Analyse eines Operationsprozesses 12
3.2 Beeinflussung der Wertschöpfung eines OP-Prozesses 16
3.3 Bauliche Gegebenheiten im Operationsbereich 16
3.4 Logistische Herausforderungen 18
3.4.1 Betrachtung des Güterflusses 19
3.4.2 Betrachtung des Informationsflusses 21
3.4.3 Logistik als Führungsfunktion 22
3.5 Analyse von Problemfeldern 23
3.5.1 Problemfelder als Ergebnis einer Berichtsanalyse 23
3.5.2 Problemfelder als Ergebnis durchgeführter Studien 25
3.5.3 Die zielorientierte Koordination 26
3.6 Konnex zum Management im Operationsbereich 27
4. Das Wirken eines OP-Managements 28
4.1 Das OP-Management als Ableitung des Krankenhausmanagements 28
4.1.1 Das Krankenhausmanagement 28
4.1.2 Das OP-Management 31
4.2 Die Aufgabenbereiche eines OP-Managements 33
4.3 Die Planungsphase 36
4.3.1 Das OP-Statut 36
I
Inhaltsverzeichnis
4.3.2 Erstellung eines OP-Programmplans 37
4.3.2.1 Leistungsplanung 38
4.3.2.2 Kontingentplanung 39
4.3.2.3 Planungshorizonte 41
4.3.3 Materialbedarfsplanung 42
4.3.4 Personalbedarfsplanung 44
4.3.5 Termin- und Kapazitätsplanung 46
4.3.5.1 Zeitliche Gliederung eines Operationsprozesses 47
4.3.5.2 Dauer der Schnitt-Naht-Zeit 49
4.3.5.3 Dauer der Naht-Schnitt-Zeit 50
4.3.5.4 Kapazitätsabgleich 53
4.4 Die Realisationsphase 53
4.4.1 Umsetzung des OP-Plans 53
4.4.2 Koordination von Planänderungen 54
4.5 Die Kontrollphase 56
4.5.1 Dokumentation 56
4.5.2 Qualitätsüberwachung 59
4.5.3 Controlling 59
4.6 Das OP-Management als Entscheidungsgremium im OP-Bereich 64
5. Bewertung des OP-Management-Konzepts 66
5.1 Chancen als Ergebnis einer Berichtsanalyse 66
5.2 Existente Beschränkungen des OP-Managements 68
5.2.1 Strukturelle Rahmenbedingungen 68
5.2.2 Personelle Rahmenbedingungen 69
5.2.3 Organisatorische Rahmenbedingungen 70
5.3 Exemplarische Potenziale 72
5.3.1 Potenziale der OP-Neugestaltung 73
5.3.2 Potenziale medizinischer Therapiepfade 75
5.3.3 Potenziale einer Modulversorgung 76
5.4 Das OP-Management im Kontext dessen Möglichkeiten 78
6. Schlussbetrachtung 81
6.1 Zusammenfassung 81
6.2 Kritische Würdigung 82
6.3 Ausblick 83
Glossar VI
Anhang ..............................................................................................................................................VIII NA
Literaturverzeichnis XVI
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb 1: Schematischer Aufbau der Arbeit 4
Abb 2: Das Krankenhaus als Element des Gesundheitssystems 7
Abb 3: Das pauschalierte Vergütungssystem 8
Abb 4: Beispielhafte Aufbauorganisation eines Krankenhauses 10
Abb 5: Wertschöpfende Prozesse aus Krankenhausperspektive 13
Abb 6: Wertschöpfende Prozesse aus Patientenperspektive 13
Abb 7: Prozessdarstellung mit Haupt- und Unterebene einer Behandlung aus Patientensicht 14
Abb 8: Beispiel eines Prozessflusses im Operationsbereich 15
Abb 9: Einflussfaktoren bzgl eines Wertschöpfungsprozesses 16
Abb 10: Beispielhafter Aufbau einer klassischen Operationseinheit 18
Abb 11: Subsysteme der Unternehmenslogistik 19
Abb 12: Einkaufsrelevante Zuständigkeiten für OP- und Anästhesiebedarf 20
Abb 13: Problemfelder im OP-Betrieb 24
Abb 14: Hauptschwachstellen der OP-Organisation 26
Abb 15: Einflussgrößen auf das strategische Krankenhausmanagement 29
Abb 16: Managementdimensionen -ebenen und -funktionen 30
Abb 17: Varianten der organisatorischen Einbindung des OP-Managements 32
Abb 18: Phasen der Produktionsplanung und -steuerung 35
Abb 19: Bestimmungspunkte der OP-Programmplanung 38
Abb 20: Verfahren zur vergangenheitsbasierten mathematischen Bedarfsvorhersage 39
Abb 21: Kontingentplanung als Ergebnis einer Simulationsstudie 40
Abb 22: Beispielhafte Darstellung des Anteils planbarer Eingriffe 41
Abb 23: Kostenverteilung im Krankenhaus 45
Abb 24: Zeitliche Gliederung einer Operation 48
Abb 25: Korrelation zwischen OP-Zeit und OP-Auslastungsgrad 50
Abb 26: Durchschnittliche anästhesiekontrollierte Zeit nach Anästhesieverfahren 51
Abb 27: Qualität von Dokumentationsteilen 57
Abb 28: Regelkreis der Prozesssteuerung 60
Abb 29: Überblick zum Center-Konzept 63
Abb 30: Ergebnisse der Reorganisation im OP-Bereich 66
Abb 31: Beispielhafte Einflüsse auf die Ergebnisse eines OP-Managements 67
Abb 32: Schnittstellen des OP-Managements 71
Abb 33: Alternative Raumkonzepte für OP-Einheiten 74
Abb 34: Deutsche Kliniken mit OP-Manager 2005 79
Abb 35: Prognostizierte Veränderungen im Operationsbereich 83
III
Tabellenverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Tab 1: Literaturüberblick zu Zielen und Handlungsfeldern des OP-Managements 33
Tab 2: Kennzahlen im Operationsbereich 61
IV
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
AACD Association of Anaesthesia Clinical Directors
ÄD Ärztlicher Dienst
AMG Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln
AS Analgosedierung
AWMF Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften
AxPlex axilläre Plexusblockade
DRG Diagnosis Related Groups
EDV Elektronische Datenverarbeitung
ITS Intensivstation
JiT Just-in-Time
KHG Krankenhausfinanzierungsgesetz
KrW/ AbfG Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der
umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen
LMA Larynxmaske
MPG Gesetz über Medizinprodukte
PD Pflegedienst
PPS-System Produktionsplanungs- und Produktionssteuerungssystem
SGB Sozialgesetzbuch
SP Spinalanästhesie
TZAPAK/ Echo Intubationsnarkose mit Anlage eines zentralen Venenkatheters, arterieller
Kanüle und Pulmonaliskatheter und/oder transösophagealem Echo
TZAPDK Intubationsnarkose mit Anlage eines zentralen Venenkatheters, arterieller
Kanüle und Periduralkatheter
TZVK Intubationsnarkose mit Anlage eines zentralen Venenkatheters
TZVK Art Intubationsnarkose mit Anlage eines zentralen Venenkatheters und arterieller
Kanüle
ZE Zeiteinheit
ZSVA Zentrale Sterilgut-Versorgungs-Abteilung
V
Einführung
1. Einführung
1.1 Thematisches Umfeld
In der Bundesrepublik Deutschland ist seit Jahren ein Anstieg der Ausgaben im Gesundheitswesen zu verzeichnen. Im Zeitraum zwischen 1992 und 2005 stiegen die Ausgaben von 157,6 Mrd. € auf 239,4
Mrd. € an. 1 Gemessen am Bruttoinlandsprodukt entspricht dies einer Ausgabensteigerung um 1,1 % auf 10,7 %. 2 Gründe dafür sind auf der Angebotsseite in der Ausweitung von Leistungen durch neuartige Technologien und Diagnoseverfahren sowie neu angeschafften medizinischen Großgeräten zu sehen. Auf der Nachfrageseite bestimmen die demographische Entwicklung, eine veränderte
Nachfrage der Patienten und das verstärkte Auftreten chronischer Krankheiten diese Entwicklung. 3 Demgegenüber steht auf Seiten des Staates das Ziel, vorhandene Ressourcen wirtschaftlich einzusetzen. Dies hat zur Folge, dass das im §12 SGB V verankerte Wirtschaftlichkeitsprinzip zur Einschränkung der Ausgabensteigerungen im Gesundheitswesen eine immer höhere Priorität ein-
nimmt. 4
Im Gesundheitswesen stellt der Krankenhaussektor mit einem durchschnittlichen Ausgabenanteil von rund 26 % an den gesamten Gesundheitsausgaben des Jahres 2005 den wirtschaftlich bedeutendsten
Bereich dar. 5 Früher „Oase unbeobachteten wirtschaftlichen Handelns“ 6 und medizinischen Selbstver- wirklichungsstrebens, treten im Zuge der Reformen im Gesundheitswesen die betriebswirtschaftliche
Effizienz 7 und gleichzeitige Sicherung der medizinischen Qualität in den Vordergrund. So ist die Krankenhauslandschaft Deutschlands seit der Einführung des leistungsorientierten, pauschalierten
Entgeltsystems für fast alle stationären Leistungen 8 ab dem 1. Januar 2003 einem steigenden Kosten- und Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Marktwirtschaftliche Fragestellungen werden zunehmend aufge- worfen und diskutiert. Zielstellung ist es, die Ertragssituation des Krankenhauses profitabel zu gestal- ten und diese durch das Management und die Qualität der ablaufenden Prozessschritte positiv zu
beeinflussen. 9
1.2 Problemstellung
Da der Operationsbereich zu den technisch hochwertigsten und personalintensivsten Betriebsstellen eines Krankenhauses gehört und darüber hinaus über zahlreiche Schnittstellen zu anderen Bereichen
1 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2007.
2 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2007.
3 Vgl. Schmidt u.a. 2006, S. 4.
4 Vgl. den Gesetzestext in Anhang A.1.
5 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2007.
6 Busse 2005, S. 1.
7 Für eine Begriffsbestimmung vgl. das Glossar.
8 Die Ausnahme bilden Leistungen der Abteilungen und Kliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und
psychotherapeutische Medizin.
9 Vgl. Siegmund u.a. 2006, S. 743.
1
Einführung
verfügt, kommt diesem Bereich eine besondere Relevanz zu. Die Tatsachen, dass bis zu 60 % der Krankenhauskosten eines Patienten am Tag seiner Operation entstehen können und 33 % der Gesamt- kosten eines Krankenhauses auf die Personal- und Sachkosten im OP-Bereich entfallen, verweisen auf
die hohe Bedeutung. 10 Gleichzeitig repräsentiert der Operationsbereich aber auch einen Ort der Erlösgenerierung und offenbart die Notwendigkeit, im Operationsbereich vorhandene Ressourcen
optimal einzusetzen und zugleich die medizinische Qualität zu sichern bzw. zu steigern. 11 Zahlreiche Studien, Erfahrungsberichte und Simulationsmodelle widmen sich daher aus verschiedenen Perspektiven der zielgerichteten Steuerung des Operationsbereiches durch ein OP-Management.
Zur Erbringung von Operationsleistungen erfolgt die Bereitstellung sowie Kombination von Einsatz-
faktoren (Personal, Material, Infrastruktur, Informationen) durch logistische Prozesse. 12 Dabei sind hinsichtlich der Prozesseffizienz die Parameter der Durchlaufzeit, der Qualität und der Kosten
bedeutend. 13 Die anzustrebende Optimierung dieser Größen 14 erfolgt unter dem grundlegenden Ziel der Logistik, die richtigen Ressourcen in der richtigen Menge und Qualität zur richtigen Zeit am
richtigen Ort zu den richtigen Kosten anzubieten. 15 Auf Grund der hohen Ressourcendichte sowie der zentralen Stellung innerhalb der Wertschöpfungskette stellt der OP-Bereich einen denkbaren
„Kristallisationspunkt vorhandener Mängel in Abläufen und Prozessen“ 16 dar. Dem OP-Management wird infolgedessen die Aufgabe zuteil, dem Koordinationsbedarf bzgl. der Patienten- und Ressourcen- ströme, der sich durch die funktionale Trennung der Leistungsbereiche in einem Krankenhaus ergibt,
gerecht zu werden und zudem eine ganzheitliche Flussorientierung zu fördern. 17 Folglich stehen die funktionalen Aufgaben des OP-Managements 18 mit der effizienzsteigernden Optimierung von Logis- tikprozessen im engen Zusammenhang.
Die zur Verfügung stehende Fülle an Informationen zum Themenbereich des OP-Managements weist häufig einen hohen Detaillierungsgrad auf, da zumeist Artikel mit konkreten und krankenhaus- individuellen Frage- und Problemstellungen veröffentlicht werden. Die vorliegende Arbeit verfolgt das Anliegen, dieser Informationsvielfalt gerecht zu werden und einen grundlegenden Überblick zur Thematik zu verleihen. Ziel ist dabei, anhand aktueller Studienergebnisse und Veröffentlichungen die Umsetzung von Managementmethoden im Operationsbereich darzustellen. Dazu werden einleitend Grundlagen im Verständnis der Begriffe des Krankenhauses, des Krankenhausmanagements und des Operationsprozesses aufgezeigt, um darauf aufbauend eine Übersicht zum Wirken eines OP-Manage- ments zu geben.
10 Vgl. Siegmund u.a. 2006, S. 743; Neubauer 2007, S. 23.
11 Vgl. Busse 2005, S. 3.
12 Vgl. Brettel 1999, S. 767.
13 Vgl. Schulte-Zurhausen 2005, S. 74.
14 Da sich die genannten Größen in einem betriebswirtschaftlichen „Spannungsdreieck“ befinden, ist eine
globale Optimierung nicht möglich. Vielmehr muss eine unternehmensabhängige Priorisierung der Zielgrößen
stattfinden.
15 Vgl. Siepermann 2004, S. 13.
16 Gebhard u.a. 2002, S. 262.
17 Vgl. Brettel 1999, S. 765; Weber 1999, S. 7ff.
18 Diese umfassen die Teilprozesse der Zielbildung, Planung, Entscheidung, Durchführung und Kontrolle.
2
Einführung
1.3 Struktur der Arbeit
Im Anschluss an das einleitende Kapitel folgt die Vorstellung der Charakteristika eines Krankenhauses zur Darstellung der Wirkungsstätte eines OP-Managements. Dabei werden insbesondere das pauschalierte Vergütungssystem sowie die krankenhausspezifische Aufbauorganisation thematisiert. Die grundlegenden Prozesse einer Operation und dessen Schnittstellen zu anderen Bereichen stehen im Betrachtungsmittelpunkt des dritten Kapitels. Weiterhin werden mögliche bauliche Gegebenheiten von Operationssaaleinheiten dargestellt, resultierende logistische Herausforderungen abgeleitet und die in der Praxis auftretenden Problemfelder ohne Einsatz eines OP-Managements erläutert. Die Notwendigkeit einer Koordinierung des OP-Bereichs stellt den Abschluss des Kapitels dar. Im nachfolgenden vierten Kapitel werden zunächst aus den Grundzügen des Krankenhausmanagements Zielstellungen des OP-Managements abgeleitet, um anschließend die Handlungsfelder in Analogie zu einem klassischen Produktionsplanungs- und Steuerungssystem eines herstellenden Unternehmens aufzuzeigen. Sowohl Chancen als auch bei der Umsetzung zu berücksichtigende Beschränkungen der Planung, Steuerung und Kontrolle einer Operationseinheit sind Gegenstand des folgenden Kapitels. Die Erarbeitung beispielhafter Rationalisierungspotenziale runden diese Ausführungen ab. Das abschließende sechste Kapitel beinhaltet die Zusammenfassung sowie die kritische Würdigung der Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen. Die folgende schematische Darstellung gibt die gesamte Struktur der Arbeit wieder (vgl. Abb. 1, S. 4).
3
Das Krankenhaus als Element des Gesundheitssystems
2. Das Krankenhaus als Element des Gesundheitssystems
Im folgenden Kapitel wird zunächst der Begriff des Krankenhauses im rechtlichen und betriebs-
wirtschaftlichen Zusammenhang definiert. Anschließend wird sowohl die Notwendigkeit des wirt-
schaftlichen Handelns als Folge des pauschalierten Vergütungssystems aufgezeigt als auch die
funktionsorientierte Aufbauorganisation eines Krankenhauses dargestellt.
2.1 Das Krankenhaus – Eine Begriffsdefinition
Das Gesundheitssystem Deutschlands, als Teilsystem der staatlichen Sozialpolitik, dient der Aufrecht-
Neben den Sektoren der Prävention,
Rehabilitation und Forschung/ Lehre/ Ausbildung bildet der Bereich der Kuration, d.h. der ambulanten
Die kurative
Gemäß der Definition des §2 Abs.1 des
Krankenhausfinanzierungsgesetzes sind Krankenhäuser
Zur weiteren Abgrenzung der Krankenhäuser gegenüber Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
dient der §107 Abs. 1 SGB V. Demnach verstehen sich Krankenhäuser als
Beide Definition zeigen die Bedeutung der menschlichen Arbeitskraft und des Patientenwohls
hinsichtlich der Krankheitsbehandlung auf. Daneben fordert der Gesetzgeber bei der Erbringung der
Vgl. Fleßa 2007, S. 86.
Vgl. Haubrock u.a. 2007, S. 46.
Zudem sind nach §115b und §116a SGB V bei erteilter Zulassung bzw. festgestellter Unterversorgung
ambulante Behandlungen in Krankenhäusern vorgesehen. Vgl. den Gesetzestext in Anhang A.2 und A.3.
Das Krankenhaus als Element des Gesundheitssystems
) und Wirtschaftlichkeit (gemäß §12 SGB V). Dabei wird jedoch der Begriff der Wirtschaftlichkeit per Gesetz nicht näher definiert.
Neben den genannten Legaldefinitionen ist für die folgenden Betrachtungen eine Konkretisierung des Begriffs Krankenhaus im betriebswirtschaflichen Zusammenhang sinnvoll. Eichhorn versteht Krankenhäuser als „Dienstleistungsunternehmen, in denen Produktionsfaktoren mit dem Ziel kombi-
. Auch Fleßa sieht in einem Krankenhaus einen „Dienst- leistungsbetrieb, der in Einheit von Ort, Zeit und Handlung Krankheiten erkennt, vorbeugt und
der Behandlungsleistungen spiegelt sich in den Eigenschaften der Immaterialität und Integrativität wider. Demnach findet im Krankenhaus eine nicht übertragbare Dienstleistung statt, die nur durch die
Dabei ist von einer zeit- und raumgleichen Dienstleistungserstellung auszugehen, die ein hohes Maß an Interaktivität zwischen Anbieter und
(hier: Krankenhaus) ist die Zusam- menarbeit von Individuen in einer Organisation, um unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
28
Die Darstellung des Krankenhauses als Dienstleistungsunternehmen impliziert zudem die Anwend- barkeit von Methoden der Betriebswirtschaftslehre zur zielgerichteten Unternehmenssteuerung. Die auf Allgemeingültigkeit beruhenden Erkenntnisse der Betriebswirtschaftslehre gestatten jedoch keinen unreflektierten Einsatz im Krankenhaus. Insbesondere die Werthaltungen und Zielstellungen der Krankenhäuser entsprechen nur zum Teil denen eines privatwirtschaftlichen Unternehmens: Lediglich in privatwirtschaftlich geführten Krankenhäusern dominiert – im Gegensatz zu den öffentlichen und freigemeinnützigen Krankenhäusern – das Ziel der Gewinnmaximierung vor den daraus abgeleiteten
Die normativen Zielstellungen öffentlicher Krankenhäuser orientieren sich hingegen an den gesundheitspolitischen Vorgaben der Bedarfsdeckung und Daseinsvorsorge in Einklang mit medizinischer Wirksamkeit und Qualität unter Wahrung der
Während Unterschiede in den zugrundeliegenden Werten auftreten können, differieren die Ziele von freigemeinnützigen Kliniken nicht von denen der öffent-
31
Vgl. den Gesetzestext in Anhang A.5.
Eichhorn u.a. 2000, S. 60.
Fleßa 2007, S. 26.
Vgl. Schönherr 2006, S. 45; Schulte-Zurhausen 2005, S. 55.
Vgl. Schönherr 2006, S. 46.
Vgl. Fleßa 2007, S. 19.
Vgl. Fleßa 2007, S. 90f; Hoefert 2007, S. 91.
Vgl. Fleßa 2007, S. 86ff; Hoefert 2007, S. 91.
Vgl. Sachs 1994, S. 82; Fleßa 2007, S. 98.
Das Krankenhaus als Element des Gesundheitssystems
2.2 Das Umfeld eines Krankenhauses
Als Diensleistungsunternehmen besitzt das Krankenhaus verschiedene Verknüpfungen zu den anderen beteiligten Akteuren des Gesundheitssystems. Infolgedessen bildet sich zwischen den Krankenhäusern und den in Abbildung 2 dargestellten Akteuren ein umfangreiches Beziehungsgeflecht zum Austausch
Existierende Gesetze und Bestimmungen, abgeschlossene Verträge sowie Veränderungen innerhalb der Gesellschaft, Technologie und Wissenschaft stellen für das Krankenhaus den Handlungsrahmen dar.
33
Im Weiteren wird bewusst nur auf die bestehenden Verknüpfungen des Krankenhauses zu Staat und Kostenträgern eingegangen, da diese in besonders hohem Maße das Management eines Krankenhauses
34
Ein wirtschaftliche Handeln seitens des Krankenhausmanagements wird insbesondere durch das nach
verabschiedete Fallpauschalengesetz (Inkrafttreten am 01.01.2003) erforderlich, um der gesetzlich angestrebten Verbesserung der Qualität, Transparenz und
Gemäß diesen Gesetztes werden seit der verbindlichen Einführung am 01.01.2004 nahezu alle stationären Krankenhausleis-
über ein ärztlich-ökonomisches Fallpauschalensystem (DRG-System) durch die Kostenträger vergütet. Relativgewichte als Ausdruck der ökonomischen Schwere der Behandlung multipliziert mit
Vgl. Trill 2000, S. 28.
In Anlehnung an Trill 2000, S. 28.
Für Informationen zu den anderen Akteuren vgl. Trill 2000, S. 28ff.
Für einen Überblick zur Reformgesetzgebung vgl. Siepermann 2004, S. 46ff.
Vgl. Siepermann 2004, S. 50; Schleppers 2006, S. 9.
Die Ausnahme bilden Leistungen der Abteilungen und Kliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und
psychotherapeutische Medizin.
Das Krankenhaus als Element des Gesundheitssystems
einem Basisfallwert ergeben die Fallvergütung, nahezu unabhängig von der Dauer der Behandlung
38
39
Dem Krankenhausmanagement kommt daher im Zuge der Gewinnermittlung die Aufgabe zu, diesen Vergütungsbetrag mit den tatsächlich entstandenen Kosten abzugleichen, Abweichungen zu analy-
Insbesondere bei Unterschreitung der Gewinnschwelle existieren zwei grundlegende Handlungsalternativen für das Krankenhaus: So können verringerte Gesamtkosten und/ oder eine Verkürzung der Verweildauer (damit einhergehend geringere kumulierte Kosten) bzw. die Kombination beider Handlungsvarianten zu einer verbesserten Entgelt-Kosten-Differenz beitragen. Dabei bilden sich die aufgezeigten Zielstellungen für ein Krankenhaus unabhängig seiner Trägerschaft. Damit bilden die im Kapitel 2.1 herausgearbeiteten Unterschiede der normativen Zielstellungen zwar einen trägerschaftsabhängigen Handlungsrahmen, der aber zunehmend durch die vorab dargestellte, strategische Zielstellung vereinheitlicht wird.
2.3 Die Aufbauorganisation eines Krankenhauses
Die Aufbauorganisation des Dienstleistungsunternehmens Krankenhaus unterliegt zumeist einer Dreiteilung der Leitungsstrukturen und einer streng funktionalen Gliederung, die Trill als oftmals
Zwar ist die Organisation
Zu- oder Abschläge werden auf Leistungen gewährt, wenn diese die untere Grenzverweildauer unter- bzw. die
obere Grenzverweildauer überschreiten.
In Anlehnung an Fleßa 2007, S. 153.
Dabei ist festzustellen, dass eine Vielzahl von Krankenhäusern noch nicht über eine aussagekräftige
Prozesskostenrechnung verfügen und diese Betrachtung vielfach auf einer aggregierteren Ebene stattfindet.
Vgl. Hensel u.a. 2005, S. 397.
Vgl. Trill 2000, S. 123; Siepermann 2004, S. 51.
Vgl. Siepermann 2004, S. 53.
Das Krankenhaus als Element des Gesundheitssystems
eines Krankenhauses in Deutschland nicht einheitlich festgelegt, dennoch wird die Zusammensetzung
Beispielsweise gehören der Betriebsleitung nach dem §21 Abs. 2 des Sächsischen Landeskrankenhausgesetzes
laut einer Umfrage im Jahr 2006 in 44 % der Krankenhäuser. In 45 % der Fälle stellte sich die Leitungsstruktur als eine singuläre, gesamtverantwortliche Führungsspitze dar. Diese Abkehr vom erstgenannten, trialen Führungsmodell konnte insbesondere in privatwirtschaftlich geführten Krankenhäusern beo-
44
beruht auf der Notwendigkeit der
Zudem fördert eine immer stärkere Verzweigung und Spezialisierung von Fachgebieten auch zukünftig diese
Die hierbei veranschaulichte Abteilungsbildung bzgl. einzelner medizinischer und nicht-medizinischer Teil-
49
Vgl. für eine Übersicht Ennemann 2003, S. 90.
Vgl. Siegmund u.a. 2006, S. 744; Siepermann 2004, S. 54.
Die Spezialisierung findet hinsichtlich medizinischer Fachdisziplinen bzw. den Aufgaben aus dem
Verwaltungs- und Wirtschaftsbereich statt. Vgl. Siepermann 2004, S. 52f.
Vgl. Borges u.a. 2002, S. 102.
Vgl. Schulte-Zurhausen 2005, S. 251.
Vgl. Trill 2000, S. 120.
Vgl. Schulte-Zurhausen 2005, S. 264.
Das Krankenhaus als Element des Gesundheitssystems
50
Typischerweise werden durch die vorgestellte funktionale und dreigegliederte Aufbauorganisation Probleme hervorgerufen. Während Köhler-Frost von fehlender Markt-/ Patientenorientierung der Mitarbeiter und herrschenden Ressortegoismen spricht, weist Siepermann auf Interessenkonflikte und
Diese Effekte werden vorwiegend durch die Vielzahl an Schnittstellen und Interdependenzen zwischen den beteiligten Einheiten hervorgerufen und münden in mangelnder „horizontaler Abstimmung und
. Insbesondere in Zeiten eines erstarkenden Wettbewerbs zwischen den Krankenhäusern kann sich daher das triale Führungsmodell als nicht mehr zeitgemäß erweisen. Wie der bereits in einem Teil der privatwirtschaftlichen Kliniken vollzogene Organisations- wandel andeutet, ist eine gesamtverantwortliche Führung ein möglicher Ausgangspunkt zur Durch- setzung einer im Unternehmen gelebten Wettbewerbs-, Patienten- und Prozessorientierung. Dabei zeichnet sich die letztgenannte Prozessorientierung durch die Abkehr von „einer vertikalen, eher in einem hierarchisch, aufbauorganisatorischen Kontext eingebetteten Sichtweise hin zu einer eher
aus.
In Anlehnung an Trill 2000, S. 124.
Vgl.Siepermann 2004, S. 54; Köhler-Frost 1995, S. 55.
Vgl. Borges u.a. 2002, S. 102.
Staehle 1999, S. 740.
Klaus u.a. 1998, S. 392.
Das Krankenhaus als Element des Gesundheitssystems
2.4 Das Krankenhaus als Wirkungsstätte eines OP-Managements
Das Krankenhaus als Teil des staatlichen Gesundheitssystems dient der Aufrechterhaltung und Ver- besserung der Patientengesundheit. Infolgedessen sind in Verknüpfung der gesetzlich geforderten Qualitätswahrung und Wirtschaftlichkeit patientenorientierte, diagnostische und therapeutische Leistungen in interdisziplinärer Zusammenarbeit des Krankenhauspersonals zu erbringen. Im betriebs- wirtschaftlichen Zusammenhang kann das Krankenhaus daher mit einem privatwirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen verglichen werden.
Zur weiteren Steigerung der Wirtschaftlichkeit im stationären Sektor wurde am 01.01.2004 das DRG- Vergütungs-System für deutsche Krankenhäuser verbindlich. Eine damit verbundene Abkehr des Kostendeckungsprinzips zugunsten einer pauschalierten Fallvergütung bewirkt eine verstärkte Kosten- und Durchlaufzeitorientierung innerhalb der Krankenhäuser, um den erstarkenden Wettbewerb im stationären Sektor begegnen zu können. Der Operationsbereich als einer der kostenintensivsten Zweige eines Krankenhauses rückt somit zunehmend in den Fokus von Wirtschaftlichkeits- betrachtungen sowie der Anwendbarkeit von Managementmethoden.
Der Operationsbereich lässt sich in einer historisch gewachsenen, funktionalen Aufbauorganisation des Krankenhauses wieder finden. Diese Organisationsstruktur ist insbesondere durch eine ausge- prägte Abteilungs- und Bereichsbildung und einer daraus resultierenden Vielzahl an Schnittstellen gekennzeichnet ist. Eine sich im folgenden Kapitel anschließende Betrachtung des Operations- prozesses steht daher im Kontext einer Funktions- versus Prozessflussorientierung.
Die Operation als Therapieform im Krankenhaus
3. Die Operation als Therapieform im Krankenhaus
Im nachfolgenden Kapitel wird zunächst ein repräsentativer Prozess einer Operation dargestellt sowie Beteiligte und deren Tätigkeiten aufgezeigt, um anschließend die Möglichkeiten zur Beeinflussung der Wertschöpfung darzustellen. Folgend wird dieser Gesamtprozess im Kontext der räumlichen Gegebenheiten betrachtet, um darauf aufbauend die logistischen Herausforderungen hinsichtlich der Güter- und Informationsflüsse sowie deren Führung darzulegen. Abschließend werden vorherrschende Problemfelder des gesamten Zusammenspiels anhand verschiedener Erfahrungsberichte und Umfrage- ergebnisse erörtert und mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse die Notwendigkeit einer Koordination des Operationsbereiches hergeleitet.
3.1 Analyse eines Operationsprozesses
Prozesse innerhalb eines Krankenhauses werden in der Literatur mit komplexen Prozessen produzierender Unternehmen und zudem mit Merkmalen der Luftfahrtindustrie in Verbindung
Wenn diese Vergleiche auch nicht bedingungslos zutreffen, so deuten sie dennoch auf das Zusammenwirken vielschichtiger Teilprozesse im Operationsbereich hin. Zudem sind in Gemeinsamkeit mit einem Produktionsprozess zur Erbringung eines krankenhausspezifischen Outputs die Inputfaktoren
Personal,
Informationen
zur Bereitstellung dieser logistischen Objek- te lassen sich im Krankenhaus aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Während die Betrachtung des gesamten Wertschöpfungsprozesses Kern- und Unterstützungsprozesse identifiziert, können durch Darstellungen der Ablauforganisation Prozesshierarchien, Prozessketten und Einzelprozesse betrachtet werden.
dagegen dienen der störungsfreien Durchfüh-
Vgl. Alon u.a. 1999, S. 689; Marco u.a. 2001, S. 2f; Busse 2005, S. 73f.
Vgl. Brettel 1999, S. 767; Eichhorn u.a. 2000, S. 505.
Für eine Begriffsbestimmung vgl. das Glossar.
Die Operation als Therapieform im Krankenhaus
Das Ergebnis einer Wertschöpfungsanalyse im Krankenhaus gibt die folgende Darstellung wieder (vgl. Abb. 5).
59
Die Abbildung verdeutlicht, dass Prozesse mit direktem Patienten-/ Kundenkontakt im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen und gleichzeitig wertschöpfende Kernprozesse darstellen. Aufgaben des Manage- ments, der Verwaltung sowie der Material- und Informationslogistik bilden den unterstützenden Rahmen. Auch Sidamgrotzki bestätigt diese Aussage mit seiner Analyse des Leistungsangebots eines Krankenhauses aus Patientensicht (vgl. Abb. 6). Die Operation als „chirurgischer Eingriff in den
ist als Ergebnis beider Analysen ein Teil des Kernprozesses eines Krankenhauses und besitzt infolgedessen eine strategische Bedeutung hinsichtlich von Kosten- und Erlösbetrachtungen.
61
In Analogie zur Luftfahrtindustrie sind ablauforientierte Prozessflüsse im Krankenhaus in Hinblick auf
Während in der Luftfahrt variierende Wetterverhältnisse auf den
Vgl. Staehle 1999, S. 752f.
In Anlehnung an Töpfer u.a. 2006, S. 121.
Meyers Lexikonverlag 2007.
Vgl. Sidamgrotzki 1994, S. 54.
Vgl. Marsolek u.a. 2001, S. 31.
Die Operation als Therapieform im Krankenhaus
weiteren Prozessverlauf wirken, können sich bezüglich der Behandlung von Patienten auf Grund von veränderten Krankheitscharakteristika oder medizinischen Notwendigkeiten Prozessflussverzwei- gungen mit einhergehenden Prozesszeitenänderungen ergeben. Der Behandlungsprozess unterliegt folglich bzgl. der Reihenfolge von Einzelprozessen und deren Zeit- sowie Ressourcenverbräuchen
63
Zur Herstellung eines einheitlichen Verständnisses wird dennoch im Rahmen dieser Arbeit ein reprä- sentativer Operationsverlauf die Grundlage für das weitere Vorgehen bilden. Dafür lässt sich der Patientenfluss, d.h. von der Krankenhauseinweisung bis zur Entlassung, als Hauptprozess identifi- zieren. Dieser ist der folgenden Prozesskettendarstellung zu entnehmen (vgl. Abb. 7).
64
unterschieden werden. Während Ersteres Behandlungen zusammenfasst, bei denen die Patientengesundheit nicht akut gefährdet ist und daher sowohl der Operationszeitpunkt als auch der wesentliche Verlauf planbar sind, sind letztgenannte Notfalleingriffe für Patienten vorgesehen, die sich in einem lebens- bedrohlichen Zustand befinden. Das Auftreten sowie der medizinische Verlauf dieser Operationen
Im dargestellten Sub- prozess des Operierens bewirkt die Charakterisierung des Eingriffs keine Änderung des Prozess- ablaufs, währenddessen der Verlauf des präoperativen Hauptprozesses hinsichtlich der zeitlichen
variiert.
Der Operationsprozess ist in besonderem Maße durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ver- schiedener Berufsgruppen und einer großen Anzahl von Schnittstellen zu anderen Bereichen gekenn-
Bezeichnend ist die enge Zusammenarbeit von Mitarbeitern des Pflegedienstes (PD) für OP- sowie Anästhesiepflege und des ärztlichen Dienstes (ÄD) der Chirurgie und Anästhesie während
Vgl. Fleßa 2007, S. 268f.
In Anlehnung an Sidamgrotzki 1994, S. 263ff.
Vgl. Freytag u.a. 2005, S. 72.
Für eine Auflistung typischer Mehrkosten einer Notfalloperation vgl. Busse 2004, S. 87.
Vgl. Gebhard u.a. 2003, S. 1062.
Die Operation als Therapieform im Krankenhaus
des Operationsverlaufs. In der Abbildung 8 wird ersichtlich, dass die Beteiligten in Abstimmung
miteinander verschiedene Einzelprozesse zum Teil parallel bearbeiten und deren jeweilige Präsenz
dabei zu unterschiedlichen Zeitpunkten erforderlich ist. Die durch die gestrichelten Geraden sepa-
rierten Bereiche stellen Aufgabengebiete samt Aufgabenträger dar und zeigen gleichzeitig Schnitt-
stellen auf.
68
Der dargestellte Operationsprozess kann Ausgangspunkt einer systematischen Herausarbeitung von
vorhandenen Stärken und Schwächen im Prozessablauf sein. Werden Ineffizienzen erkannt, können
diese bspw. durch Methoden des Prozess-Benchmarking, basierend auf Literaturrecherche oder der
Zusammenarbeit mit anderen Kliniken, abgeändert werden. Ferner lassen sich durch simuliertes bzw.
Dabei
die Einbindung des Operations-
72
In Anlehnung an Smits u.a. 2005, S. 12.
Vgl. Marsolek u.a. 2001, S. 36; Isenmann u.a. 2004, S. 8f.
Für eine Begriffsbestimmung vgl. das Glossar.
Für eine Begriffsbestimmung vgl. das Glossar.
Vgl. Alon u.a. 1999, S. 691f.
Die Operation als Therapieform im Krankenhaus
3.2 Beeinflussung der Wertschöpfung eines OP-Prozesses
Hinsichtlich der Effizienz eines OP-Prozesses sind die Durchlaufzeit, die Qualität und die Kosten be-
Wird die Wertschöpfung des Operationsprozesses in Relation zu den genannten Prozessparametern gesehen, bestimmen sich daraus die grundlegenden, in Abbildung 9 aufgezeigten Handlungsrichtungen.
74
In der relativen Betrachtung wird deutlich, dass eine Verkürzung der Durchlaufzeit zu einer Erhöhung der Wertschöpfung je Zeiteinheit führt. Demnach ist die Minimierung des Quotienten aus Zeit zu Wertschöpfung anzustreben. Gleichermaßen verhält es sich bei der Kostenbetrachtung. Auch hier führt eine Kostensenkung zu einer erhöhten Wertschöpfung je Kosteneinheit und macht die Minimierung des Kosten-Wertschöpfungs-Quotienten erstrebenswert. Anders fällt die Betrachtung der erbrachten Qualität aus: Wird die Qualität erhöht, erhöht sich ebenso die Wertschöpfung.
Diese Erwägungen befinden sich im Einklang mit den Anreizen des pauschalierten Vergütungssystem (DRG-System) für stationäre Leistungen. Demgemäß kann die Kosten- und/ oder Zeitreduktion im Operationsbereich einen positiven Effekt auf die gesamte Ertragssituation im Krankenhaus ausüben. Die dargestellten Optimierungsziele bezüglich eines Operationsprozesses stehen in einer konträren Beziehung zueinander, die eine synchrone Realisation nicht ermöglicht. Da die im §137 SGB V gefor- derte Qualitätssicherung dem Krankenhaus, und damit auch dem Operationsbereich, ein Qualitäts-
76
3.3 Bauliche Gegebenheiten im Operationsbereich
Bauliche Gegebenheiten innerhalb eines Krankenhauses fungieren oftmals als organisatorische und strukturelle Rahmenbedingungen der Prozessabläufe, da die Lebensdauer eines fertig gestellten
Vgl. Schulte-Zurhausen 2005, S. 74.
Eigene Darstellung.
Der §135a Abs. 1 SGB V definiert die Qualität einer medizinischen Leistung als dem jeweiligen Stand der
wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechend und in der fachlich gebotenen Qualität erbracht.
Vgl. Eichhorn u.a. 2000, S. 309.
Die Operation als Therapieform im Krankenhaus
Krankenhauses etwa 50 Jahre beträgt und Umbauten nur langfristig und kostenintensiv umgesetzt wer-
verstanden werden.
können dezentrale und zentrale Strukturen unter- schieden werden. Während vor allem in größeren Kliniken dezentrale Operationseinheiten einzelner Fachdisziplinen vorzufinden sind, sind kleinere Einrichtungen zumeist mit zentralen OP-Bereichen zur
80
gegenüber den restlichen Krankenhausbereichen gewährleisten, um eine Einschleppung von Krankheitserregern
Die „Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infek- tionsprävention“ bildet die Grundlage hygieneorientierter Anforderungen im OP-Bereich für bauliche
Eine in den 70er und 80er Jahren geforderte Trennung von aseptischen und septischen Operationsabteilungen spiegelt sich zum Teil noch heute in
Der Revision zufolge ist es nicht mehr notwendig, reine und unreine Wege in und aus dem OP-Saal heraus konsequent zu trennen. Daher können Raumarten, -dimensionen und deren Anordnung nach den individuellen Ansprüchen sowie Gegebenheiten ausgestaltet werden, sofern dies im Rahmen der
Wie in Abbildung 10 dargestellt, besteht ein klassischer OP- Bereich, bedingt durch die aufgezeigte Entwicklung, heute noch aus meist drei Kernbereichen: So verfügten untersuchte Kliniken nach einer im Jahr 2004 durchgeführten Umfrage
in 85,6 % der Fälle über einen präoperativen Einleitungs- sowie Waschbereich,
in 69,7 % der Fälle über einen postoperativen Behandlungsbereich einschließlich Aufwach- und Ausleitungsräumen sowie Vorrats- und Entsorgungsbereichen und
86
Vgl. Weiss u.a. 2002, S. 174.
Radke u.a. 2001, S. 66.
Vgl. Schilling u.a. 2006, S. 86.
Vgl. Bauer u.a. 2007, S. 324.
Vgl. Arbeitskreis Krankenhaus- & Praxishygiene der AWMF 2004, S. 47ff.
Herausgeber: ehemals Bundesgesundheitsamt, heute Robert-Koch-Institut. Vgl. Arbeitskreis Krankenhaus- &
Praxishygiene der AWMF 2004, S. 47.
Vgl. Radke u.a. 2001, S. 66.
Siehe dazu beispielsweise die „Baulichen Leitlinien zu Operationsabteilungen im Freistaat Sachsen“. Vgl.
Radke u.a. 2001, S. 66.
Vgl. Weiss u.a. 2002, S. 174.
Vgl. Matern u.a. 2006, S. 394.
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Daniela Kramer, 2008, OP-Management - Prozesse, Ziele und Aufgaben, Munich, GRIN Publishing GmbH
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