INHALT ________________________ FEHLER! TEXTMARKE NICHT DEFINIERT.
1. EINLEITUNG 4
2. BEGRIFFSABGRENZUNG 5
3. FUNKTIONEN VON VERRECHNUNGSPREISEN 6
3.1. Abrechnungs- und Planungsfunktion 6
3.2. Koordinations- und Lenkungsfunktion 6
3.3. Erfolgszuweisungsfunktion 7
4. ARTEN VON VERRECHNUNGSPREISEN 8
4.1. Marktorientierte Verrechnungspreise 8
4.2. Kostenorientierte Verrechnungspreise 8
4.3. Verrechnungspreise als Verhandlungsergebnis 10
5. DER ARM´S LENGTH GRUNDSATZ UND SEINE VERANKERUNG IM
DEUTSCHEN STEUERRECHT 11
5.1. Der Arm´s Length-Grundsatz 11
5.2. Der Arm´s Length-Grundsatz im deutschen Steuerrecht 12
6. OECD - PRICING METHODEN 13
6.1. Die Standardmethoden 13
6.1.1. Die Preisvergleichsmethode 13
6.1.2. Die Wiederverkaufspreismethode 14
6.1.3. Die Kostenaufschlagsmethode 14
6.2. Die gewinnorientierten Methoden 16
6.2.1. Die Gewinnaufteilungsmethode 16
6.2.2. Die Nettomargenmethode 17
7. EINBLICKE IN GESETZLICHE NEUREGELUNGEN IN BEZUG AUF
DOKUMENTATIONSPFLICHTEN UND SANKTIONSVORSCHRIFTEN 18
7.1. Erhöhte Mitwirkungspflicht bei Vorgängen mit Auslandsbezug 18
7.2. Neue Schätzungsbefugnis für die Finanzverwaltung (im Folgenden FinVerw) 18
7.3. Weitere Sanktionen bei Nichtbeachtung der Dokumentationspflicht 19
2
8. SCHLUSSBETRACHTUNG 20
LITERATURVERZEICHNIS 21
3
1. Einleitung
„Unter multinationalen Unternehmen versteht man zwei oder mehrere Unternehmungen, die unter gemeinsamer Kontrolle stehen, über gemeinsame Ressourcen verfügen und gemeinsame Ziele verfolgen.“ 1 Zudem müssen die einzelnen Unternehmungseinheiten in mehr als einem Land sitzen. Die Bedeutung von multinationalen Unternehmen (im Folgenden MNU) für den internationalen Handel ist beträchtlich. Waren- und Dienstleistungsexporte von den Ländern der EU in die USA, die über MNU erfolgen, erreichen etwa einen Anteil von 50 % der gesamten Exporte. Auch in umgekehrter Richtung kann von einem Anteil der Leistungsimporte in die EU, die von MNU erbracht werden, von über 50 % ausgegangen werden. 2 Die Bildung von MNU hat verschiedene Ursachen. Unternehmen können sich makroökonomische Standortvorteile anderer Länder, wie etwa die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, geringe Kosten von Zwischenprodukten oder die Größe des Absatzmarktes, aneignen, indem sie zum Beispiel Tochterunternehmen in diesen Ländern errichten.
Neben diesen betriebswirtschaftlichen Vorteilen gibt es noch weitere Gründe für die Errichtung von MNU. Bekanntester Grund dafür dürfte die Möglichkeit sein, das internationale Steuergefälle für eigene Zwecke zu nutzen und zu einer internationalen Steuerarbitrage mit dem Ziel ansetzen, die globalen Gewinne vor allem dort auszuweisen, wo sie einer geringeren steuerlichen Belastung unterliegen. 3 Die daraus resultierende, fortlaufend wachsende Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft hat dazu geführt, dass das Thema der „Internationalen Verrechnungspreise“ weiter in den Vordergrund rückt. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex der Verrechnungspreise hat für die BWL eine sehr lange Tradition. Bereits Eugen Schmalenbach habilitierte sich 1903 mit diesem Thema. Er diskutierte das Problem, den zutreffenden Preis für Lieferungen und Leistungen zwischen verschiedenen Bereichen innerhalb eines Unternehmens zu gestalten. 4 Diese grundlegende Analyse wurde Schritt für Schritt erweitert, insbesondere bezüglich der Steuergesetzgebung. Die steuerrechtliche Diskussion zur sachgerechten Gestaltung von Verrechnungspreisen ist noch relativ jung. Es lässt sich aber bereits eine Zunahme der zu diesem Problembereich veröffentlichten Berichte und Artikel beobachten. 5
1 Wellisch, Dietmar, 2003, S. 333
2 Vgl. ebenda, S. 333
3 Vgl. ebenda, S. 333 ff
4 Vgl. Coenenberg, 1992, S. 423
5 Vgl. Stocker, 2006, S. 5
4
Die nachfolgende Seminararbeit analysiert und diskutiert wesentliche Ansätze der Verrechnungspreisproblematik. Darüber hinaus gibt sie noch einen Überblick über gesetzliche Neuregelungen im Bereich internationaler Verrechnungspreise.
Nach diesem Einleitungskapitel folgt in Kapitel 2 der Versuch einer Begriffsabgrenzung. In Kapitel 3 werden die verschiedenen Funktionen von Verrechnungspreisen beleuchtet. Verrechnungspreise erfüllen als Hauptfunktion die Koordination des Managements und die Erfolgszuweisung der einzelnen Einheiten eines Unternehmens.
Kapitel 4 stellt verschiedenen Möglichkeiten dar, wie die zwischen verschiedenen Bereichen des Unternehmens ausgetauschten Lieferungen und Leistungen bewertet werden können. Man unterscheidet hier zwischen marktorientierten Verrechnungspreisen, kostenorientierten Verrechnungspreisen sowie zwischen Verrechnungspreisen die auf Verhandlungen basieren. Kapitel 5 gibt die wesentliche Bedeutung des Arm´s Length-Grundsatzes wieder und reifiziert dessen Bedeutung im deutschen Steuerrecht.
Kapitel 6 befasst sich ausführlich mit den von der OECD anerkannten Pricing-Methoden. Zudem werden jeweils Vor- und Nachteile dargestellt.
Das letzte Kapitel des Hauptteiles gibt einen Überblick über gesetzliche Neuregelungen im Bereich internationaler Verrechnungspreise der letzten Jahre. Gerade aufgrund der Dokumentationspflicht müssen die Unternehmen Aufzeichnungen bezüglich ihrer Geschäftsbeziehungen erstellen.
Abschließend folgt eine Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte
2. Begriffsabgrenzung
Verrechnungspreise gelten in der betriebswirtschaftlichen Literatur als nicht genau definiert. Daraus resultierend existiert eine große Anzahl von Definitionen und Erklärungsversuchen. 6 Schmalenbach schrieb bereits 1908 über den Verrechnungspreis, dass er ein „eigenartiger Preis“ sei, der überall dort entsteht, „wo man im industriellen Rechnungswesen den Gesamtbetrieb aufteilt in Unterbetriebe derart, dass die Leistungen derselben untereinander im einzelnen gemessen und verrechnet werden.“ 7 Nach Klein handelt es sich „um die in Geldeinheiten ausgedrückte Gegenleistung für konzerninterne Lieferungen und Leistungen“. 8 Ewert und Wagenhofer definieren Verrechnungspreise als „Wertansätze für innerbetrieblich erstellte Leistungen (Produkte, Zwischenprodukte, Dienstleistungen), die von anderen, rechnerisch
6 Vgl. Coenenberg, 1992,S. 423
7 Schmalenbach, 1908/1909, S. 167 ff.
8 Klein, 1988 S. 2
5
abgegrenzten Unternehmensbereichen bezogen werden. Verrechnungspreise werden oft als Transferpreise oder Lenkpreise bezeichnet“. 9
Mandler grenzt darüber hinaus Konzernverrechnungspreise von den „innerbetrieblichen Verrechnungspreisen“ ab. Sie unterscheiden sich dadurch, dass Konzernverrechnungspreise „effektiv fakturiert, geschuldet und gezahlt werden müssen“ 10 während innerbetriebliche Verrechnungspreise innerhalb der einzelnen rechtlichen Einheiten angesetzt werden, um den dortigen internen Lieferungs- und Leistungsfluss zu bewerten und zu lenken (pretiale Lenkung). 11
3. Funktionen von Verrechnungspreisen
Die wesentlichen Funktionen von Verrechnungspreisen im Rahmen der internen Verwendung im Unternehmen sind:
1. Abrechnungs- und Planungsfunktion
2. Koordinations- und Lenkungsfunktion, sowie die
3. Erfolgszuweisungsfunktion zur Beurteilung des Gewinnbeitrages der Bereiche. 12
3.1. Abrechnungs- und Planungsfunktion
Gemeint ist bei der Abrechnungsfunktion vor allem die Ermittlung von Inventurwerten für die handelsrechtliche sowie für die steuerrechtliche Bilanzierung. Des Weiteren sollen die Betriebsabrechnung und die Kalkulation vereinfacht und die Ermittlung von Preisuntergrenzen erleichtert werden.
Im Rahmen der Planungsfunktion müssen Verrechnungspreise Daten für die Kostenkalkulation der betrieblichen Leistungsrechnung liefern sowie Preiskalkulationen für Neuprodukte ermöglichen. Zudem müssen sie Entscheidungsgrundlagen zur Gewinnverlagerung zwischen Konzernunternehmen bereitstellen. 13
3.2. Koordinations- und Lenkungsfunktion
Durch die Vergabe von Verrechnungspreisen können Instanzen versuchen, die Aktivitäten der ihnen unterstellten Bereiche zu koordinieren und sie damit langfristig auf die Erfüllung der
9 Ewert/Wagenhofer, S. 585
10 Mandler, 2002, S. 929
11 Vgl. ebenda, S. 929
12 Vgl. Coenenberg, 1992, S. 424; vgl. Ewert/Wagenhofer, 2000, S. 587
13 Vgl. Coenenberg 1992, S. 424
6
Quote paper:
Thomas Rauchfuß, 2008, Internationale Verrechnungspreise in multinationalen Unternehmen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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