Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Sarmizegetusa Regia

Chancen und Grenzen zentraler Herrschaftsausübung im Kontext von stammesverbandlicher Ordnung

Title: Sarmizegetusa Regia

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 40 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Ständner (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1. Einleitung: Sarmizegetusa als „Kultobjekt“
Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Königsstadt unter allen anderen Errungenschaften einer Zivilisation eine herausragende Stellung für das Interesse des Historikers darstellen muss; im Idealfall stellt sie den Kulminationspunkt politischer wie auch wirtschaftlicher, kulturell-religiöser wie auch ideologischer Sphären dar und offenbart nicht zu letzt Formen und Umsetzung zentralstaatlicher Elemente. Allein dieser Aspekt lohnt den Blick auf eine Königsstadt, bietet sie doch eine Vielzahl von Informationen. Das ist im Falle von Sarmizegetusa nicht anders, allerdings kommt der Bedeutung der Königsstadt der Daker aufgrund mehrerer Aspekte eine noch höhere Bedeutung zu:
Zum einen handelt es sich um einen „barbarischen Staat“, der grundsätzlich stammesverbandlich organisiert war, jedoch offenbart ein genauerer Blick, dass ein immenser Grad von politischer Zentralisierung erreicht wurde. Aber die politische Ebene ist nicht die einzige, die zentral von einem Punkt ausging. Andere Formen und Aspekte „staatlichen“ Lebens gehen mit dieser analog einher und durchdringen und bedingen einander auf ungewöhnliche Weise, in deren Zentrum schlussendlich die Königsstadt steht; markantestes Zeichen stellt die Herrschaft des Königs mit dem Hohepriester dar, die im Laufe der Entwicklung des Dakerreiches ihren Sitz zusammen in Sarmizegetusa hatten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Sarmizegetusa als „Kultobjekt“

2. Genese einer Königsstadt: Möglichkeiten und Grenzen der Integration

3. Merkmale zentraler Herrschaft: Zentrale Muster bei strukturaler Vielschichtigkeit

4. Sarmizegetusa Regia: Prestigeobjekt und Hausmacht

5. Zusammenfassung: Sarmzegetusa im Spannungsfeld von Zentralmacht und stammesverbandlicher Organisation

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Sarmizegetusa Regia als politisches, wirtschaftliches und kultisches Zentrum im dakischen Reich unter dem Spannungsfeld von stammesverbandlicher Organisation und zentralstaatlicher Herrschaft. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Zusammenspiel zwischen Königsherrschaft, religiöser Legitimation durch das Hohepriestertum und der Integration verschiedener Stämme.

  • Die Entwicklung von Sarmizegetusa Regia als Königsstadt und ihre Bedeutung für die Herrschaftssicherung.
  • Die Rolle der zentralen Machtstrukturen und der Stammesaristokratie (Tarabostes).
  • Die Bedeutung von Prestige, ökonomischem Potenzial und archäologischen Befunden für das Ansehen des Dakerreiches.
  • Die wissenschaftliche Bewertung der Integrationskraft des „barbarischen Staates“ unter Burebista und Decebalus.

Auszug aus dem Buch

3. Merkmale zentraler Herrschaft: Zentrale Muster bei strukturaler Vielschichtigkeit

Die wesentlichen Vorraussetzungen, die eine Vereinigung des Dakerreiches begünstigten, bildeten sich bereits seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. im Karpatenraum heraus. Dies betraf in erster Linie die Siedlungsstruktur, aber auch die Gestaltung eines Wirtschaftsraumes und nicht zu Letzt die Verfestigung einer vertikalen Gliederung der Gesellschaft. Im Kern dieser Entwicklung stand die „Verfestigung und Herausbildung einer regionalen dakischen Latène-Kultur.“ Die Verwendung eiserner Werkzeuge, allen voran die der Pflugschar, die bereits im 4. Jahrhundert von den Kelten übernommene Töpferscheibe und die von den griechischen Schwarzmeerkolonien einsickernden Handelsgüter und Münzen umreißen nur schlaglichtartig die Vorrausetzungen, für eine blühende Wirtschaft und regen Austausch. Die entstehenden befestigten Siedlungen sollten in „gewisser Hinsicht den Platz der Städte in der griechisch-römischen Welt einn[e]hmen.

Eng verbunden mit dem Aufschwung und den Ausbau der Wirtschaft, bzw. stadtartiger Siedlungen ist die Konsolidierung der Stammesaristokratie, den tarabostes. Diese aufgrund ihrer Kopfbedeckung auch genannten pileati bestimmten wie bereits gezeigt wurde, entscheidend die Möglichkeiten des Königs. Eine linguistische Analyse erhellt die Beziehung zwischen dem König und seinen tarabostes. So markiere die letzte Hälfte des Wortes Burebista, bzw. in Vékonys Analyse Boirebistas einen Superlativ und bedeute etwas wie der „Größte“ oder dergleichen. In der Folge müsse „bostes“ zwar kein Superlativ sein, aber wohl etwas mit Herrschaft bedeuten. Dazu kommt, dass „tara“ dem Albanischen „tёra“ sehr nahe kommt, was soviel wie „hinter“ bedeutet. Demnach wären die Tarabostes diejenigen, die hinter dem König stehen. Bemerkenswert sei weiterhin, dass die Daker für ihren König mit „Burebista“ eine Bezeichnung wählten, die nicht dakischen Ursprungs war, und darüber hinaus, dass davon auch die Namen der Großen abgeleitet wurden und auch namensgebend blieben, ebenfalls wieder benannt mit Hilfe eines außerdakischen Wortschatzes- worauf im Laufe der Arbeit nochmals darauf zurückzukommen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Sarmizegetusa als „Kultobjekt“: Das Kapitel führt in die historische Bedeutung der Königsstadt ein und problematisiert die ideologische Forschungslage sowie die Quellenlage zu Burebista.

2. Genese einer Königsstadt: Möglichkeiten und Grenzen der Integration: Hier wird der Entstehungsprozess des Dakerreiches unter Burebista und das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen König, Hohepriester und Stammesfürsten analysiert.

3. Merkmale zentraler Herrschaft: Zentrale Muster bei strukturaler Vielschichtigkeit: Dieses Kapitel untersucht die sozioökonomischen Grundlagen der zentralen Herrschaft, insbesondere die Rolle der Tarabostes und die linguistischen Hinweise auf Machtstrukturen.

4. Sarmizegetusa Regia: Prestigeobjekt und Hausmacht: Der Fokus liegt auf der archäologischen Analyse von Sarmizegetusa, insbesondere der Terrassenbauweise, der Wasserversorgung und der Deutung der Sakralbauten.

5. Zusammenfassung: Sarmzegetusa im Spannungsfeld von Zentralmacht und stammesverbandlicher Organisation: Die abschließende Synthese reflektiert die Stabilität und Fragilität des dakischen Reiches und dessen Rolle im Kontext der römischen Expansion.

Schlüsselwörter

Sarmizegetusa, Dakerreich, Burebista, Decebalus, Tarabostes, Zentralisierung, Stammesverband, Herrschaftskonsolidierung, Sakralbauten, Hohepriester, Archäologie, Eisenverarbeitung, Wirtschaftsraum, Integration, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Herrschaftsstrukturen im Dakerreich und die zentrale Rolle der Königsstadt Sarmizegetusa als Macht- und Kultzentrum.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Konsolidierung politischer Macht unter Burebista, die Rolle der Stammesaristokratie (Tarabostes), sozioökonomische Faktoren sowie die sakrale Legitimation durch das Hohepriestertum.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Es soll untersucht werden, wie es den dakischen Königen gelang, in einem primär stammesverbandlich organisierten Gebilde zentrale Macht auszuüben und Sarmizegetusa als integrativen Mittelpunkt zu etablieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische und archäologische Quellenanalyse, ergänzt durch linguistische Interpretationen von Namen und Titeln sowie die Auswertung von Bau- und Siedlungsstrukturen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Genese der Königsstadt, der zentralen Herrschaftsmerkmale und der archäologischen Fundlage, welche als Indikator für den zivilisatorischen Standard und das Prestige der Daker dient.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Herrschaftsintensivierung, Integrationskraft, sakrale Legitimation, Stammesfürsten und infrastrukturelle Makrostrukturen prägen die fachliche Analyse.

Welche Rolle spielte der Hohepriester in der Machtstruktur?

Der Hohepriester, insbesondere Dekaineos, diente dem König als legitimierendes Organ, das sowohl religiöse Autorität als auch soziale Prestigeerhöhung gegenüber den Stämmen bot.

Warum war die Königsstadt für das Dakerreich so bedeutend?

Sie fungierte als Nukleus für politische Einigung, ökonomisches Potenzial und als spiritueller Ankerpunkt, der den Zusammenhalt über die Grenzen einzelner Stämme hinaus fördern sollte.

Was bedeutet das Fehlen des Königstitels auf bestimmten Inschriften?

Die Arbeit diskutiert dies als Hinweis auf ein komplexes Klientel- und Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem „König der Könige“ und den lokalen Stammesführern.

Wie lässt sich die Zerstörung des Ortes durch die Römer erklären?

Die Zerstörung markierte das Ende der dakischen Integrationskraft, da Sarmizegetusa für die Römer als Machtzentrum identifiziert wurde, dessen Ausschaltung für die Kontrolle der Donauzone notwendig war.

Excerpt out of 40 pages  - scroll top

Details

Title
Sarmizegetusa Regia
Subtitle
Chancen und Grenzen zentraler Herrschaftsausübung im Kontext von stammesverbandlicher Ordnung
College
University of Bayreuth  (Lehrstuhl für Alte Geschichte)
Course
Rom und Dakien. Eine Provinz nördlich der Donau
Grade
1,0
Author
Markus Ständner (Author)
Publication Year
2005
Pages
40
Catalog Number
V92437
ISBN (eBook)
9783638061551
ISBN (Book)
9783638950718
Language
German
Tags
Sarmizegetusa Regia Dakien Eine Provinz Donau
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Ständner (Author), 2005, Sarmizegetusa Regia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92437
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  40  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint