In Zeiten fortschreitender Globalisierung von Märkten und Unternehmen, an die ständig zunehmende Nachfrageschwankungen und –verschiebungen geknüpft sind, müssen sich Unternehmen nicht nur schlanker, sondern auch flexibler aufstellen. […] Entscheidend ist also die ertragsoptimale Ausgestaltung der Kapazitäten über unterschiedliche Marktzyklen hinweg. Zur Erreichung dieses Vorhabens kann Outsourcing (O.) ein wesentlicher Hebel sein. O. ist zwar grundsätzlich kein neues Thema, da es in vielen Bereichen seit Jahren praktiziert wird; aber infolge des nachhaltigen Wandels gesellschaftlicher, technischer und ökonomischer Rahmenbedingungen steht dieses Thema gegenwärtig in nahezu allen Unternehmen ganz oben auf der Agenda. […] „Die gewollte Abwanderung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer“, so umschreibt der Volksmund den Begriff des O.. Dieser zwar begrenzt nachvollziehbaren, aber sehr oberflächlichen Sichtweise soll in dieser Arbeit deutlichst entgegnet werden. Neben der definitorischen Richtigstellung wird es aber im Kern auch darum gehen, ausführlich auf die Chancen- und Risikopotentiale von O. einzugehen und so eine vielschichtige Betrachtung der O.-Problematik zu ermöglichen. Besondere Beachtung soll auch der O.-Prozess finden, da dieser - von einer außergewöhnlichen Komplexität geprägt - ein umfangreiches Bild über die diversen Einflussgrößen im Rahmen einer O.-Entscheidung und der zumeist daraus resultierenden Umsetzung liefern kann. Zu Beginn dieser Arbeit werden zunächst grundlegende Aspekte zum Thema „O.“ im Fokus stehen. So wird in Kap.2 zunächst einmal eine definitorische Eingrenzung des O.-Begriffs vorgenommen. Anschließend wird ein kleiner Einblick in die historischen Entwicklungen von O. gewährt (Kap.3). Mit Kap.4 und den relevantesten Merkmalen von O. endet dann auch der Teil der Ausarbeitung, der ganz grundsätzliche Aspekte beleuchtet. Es folgt daraufhin das sehr wichtige und bedeutsame Kap.5, das sich mit den potentiellen Chancen und Risiken eines O.-Vorhabens befasst. Bevor in Kap.7 der O.-Prozess mit seinen idealtypischen, sieben Phasen im Mittelpunkt der Betrachtung stehen wird, liefert Kap.6 noch einen nahezu vollständigen Überblick der gegenwärtigen Sourcing-Formen und –Varianten. Abgeschlossen wird die Arbeit dann durch eine auf Kap.4 aufbauende, kritische Auseinandersetzung mit der O.-Problematik (Kap.8).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Definition
3 Historisches
4 Merkmale von Outsourcing
5 Chancen und Risiken des Outsourcing
5.1 Chancen von Outsourcing
5.2 Risiken von Outsourcing
6 Outsourcing-Formen
7 Der Outsourcing-Prozess
7.1 Der Prozess im Überblick
7.2 1.Phase: Die Initialisierung
7.3 2.Phase: Die Ist-Analyse
7.4 3.Phase: Die Eruierung
7.5 4.Phase: Die Auswahl
7.6 5.Phase: Der Vertrag
7.7 6.Phase: Die Implementierung
7.8 7.Phase: Der Fremdbezug
8 Kritik
9 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung der Outsourcing-Thematik, um die einseitige Wahrnehmung als bloße "Abwanderung von Arbeitsplätzen" durch eine fundierte, vielschichtige Analyse der Chancen- und Risikopotentiale zu ersetzen. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die komplexen Einflussgrößen im Outsourcing-Entscheidungsprozess sowie die Bewertung der praktischen Umsetzungserfahrungen in Unternehmen.
- Grundlagen, historische Entwicklung und Begriffsdefinition von Outsourcing
- Differenzierte Analyse von Chancen (z.B. Kostenreduktion, Strategische Vorteile) und Risiken (z.B. Wissenserosion, Abhängigkeiten)
- Systematische Darstellung des siebenphasigen Outsourcing-Prozesses von der Initialisierung bis zum Fremdbezug
- Kritische Reflexion der Outsourcing-Praxis anhand aktueller Studien
Auszug aus dem Buch
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
In Zeiten fortschreitender Globalisierung von Märkten und Unternehmen, an die ständig zunehmende Nachfrageschwankungen und –verschiebungen geknüpft sind, müssen sich Unternehmen nicht nur schlanker, sondern auch flexibler aufstellen. Ein zu großer Umfang der Leistungserstellung bzw. eine zu große Fertigungstiefe hemmt das flexible Reagieren auf veränderte Marktentwicklungen und bindet in größerem Umfang als erforderlich Managementkapazitäten und Kapital. Entscheidend ist also die ertragsoptimale Ausgestaltung der Kapazitäten über unterschiedliche Marktzyklen hinweg. Zur Erreichung dieses Vorhabens kann Outsourcing ein wesentlicher Hebel sein. Outsourcing ist zwar grundsätzlich kein neues Thema, da es in vielen Bereichen seit Jahren praktiziert wird; aber infolge des nachhaltigen Wandels gesellschaftlicher, technischer und ökonomischer Rahmenbedingungen steht dieses Thema gegenwärtig in nahezu allen Unternehmen ganz oben auf der Agenda. Die Darstellung und kritische Auseinandersetzung mit der oftmals kontrovers diskutierten Thematik des Outsourcing wird nun auch Thema dieser Arbeit sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Erläutert die Ausgangslage im globalisierten Wettbewerb, die Zielsetzung der Arbeit und das methodische Vorgehen.
2 Definition: Liefert eine definitorische Eingrenzung des Outsourcing-Begriffs als Form des Fremdbezugs und der Externalisierung von Funktionen.
3 Historisches: Zeichnet die Entwicklung von Outsourcing seit den 50er Jahren und die Bedeutung des Taylorismus nach.
4 Merkmale von Outsourcing: Beschreibt die wesentlichen Charakteristika wie Komplexität, Strategiebezug und Dauerhaftigkeit.
5 Chancen und Risiken des Outsourcing: Analysiert detailliert die wirtschaftlichen sowie strategischen Vorteile und die damit verbundenen Risiken wie Know-how-Verlust.
6 Outsourcing-Formen: Bietet einen Überblick über diverse Varianten, klassifiziert nach Standort, Objekt, Leistungsumfang und weiteren Dimensionen.
7 Der Outsourcing-Prozess: Strukturiert das methodische Vorgehen in sieben aufeinanderfolgenden Phasen von der Initialisierung bis zum Fremdbezug.
8 Kritik: Bewertet die Outsourcing-Praxis anhand von Umfrageergebnissen und Studien zur Zufriedenheit der Unternehmen.
9 Fazit: Fasst zusammen, dass Outsourcing kein Universalinstrument ist, sondern eine strategische Option, die unternehmensindividuell abgewogen werden muss.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Make-or-Buy, Strategie, Kostenreduktion, Kernkompetenz, Wissenserosion, Outsourcing-Prozess, IT-Sourcing, Business Process Outsourcing, Globalisierung, Outsourcing-Risiken, Outsourcing-Chancen, Qualitätsmanagement, Transaktionskosten, Wettbewerbsvorteil
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Darstellung und kritische Analyse der Thematik Outsourcing im Kontext der modernen Unternehmensführung.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Neben den theoretischen Grundlagen und der Historie behandelt das Werk die Chancen und Risiken, verschiedene Outsourcing-Formen, den systematischen Outsourcing-Prozess sowie eine empirische Kritik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die häufig oberflächliche Wahrnehmung von Outsourcing zu korrigieren und einen umfassenden Einblick in die Komplexität von Outsourcing-Entscheidungen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Auswertung aktueller Studien, um die theoretischen Konzepte mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Auseinandersetzung mit Merkmalen und Formen von Outsourcing sowie in eine detaillierte Beschreibung des siebenphasigen Umsetzungsprozesses.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die zentralen Schlagworte sind Outsourcing, Strategie, Kernkompetenz, Kostenreduktion, Risikomanagement und Prozessoptimierung.
Wie unterscheidet der Autor zwischen "reaktivem" und "proaktivem" Outsourcing?
Reaktives Outsourcing erfolgt oft aufgrund akuter Problem-Druck-Situationen und Krisen, während proaktive Konzepte strategisch auf die Erzielung langfristiger Wettbewerbsvorteile und Optimierung der Wertschöpfungskette ausgerichtet sind.
Welche Bedeutung kommt dem "Kernkompetenz-Modell" bei der Entscheidungsfindung zu?
Das Modell dient dazu, festzulegen, dass Kernkompetenzen unbedingt im Unternehmen verbleiben müssen, während Nicht-Kernkompetenzen als Kandidaten für eine Auslagerung identifiziert werden sollen.
- Quote paper
- Daniel Bittner (Author), 2007, Outsourcing - Darstellung und Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93067