Hachmann Wohlgethan: Das KIEL-Modell
Inhalt
Einleitung 4
TEIL 1: THEORETISCHE GRUNDLAGEN 6
I Das Gedächtnis 7
1. Das Gedächtnis aus psycholinguistischer Sicht 8
a Das Multi-Speicher-Modell des Gedächtnisses 8
2. Das Gedächtnis aus neurolinguistischer Sicht 10
a Das Ultrakurzzeitgedächtnis (UZG) 11
b Das Kurzzeitgedächtnis (KZG) 12
c Das Langzeitgedächtnis (LZG) 12
II Informationsverarbeitung 13
1. Einleitung 13
2. Prinzipien der Informationsverarbeitung 13
a grundsätzlicher Aufbau eines IVS 13
b Ablauf der Informationsverarbeitung 15
c Multitasking 17
3. Modell nach Broadbent (1958) 19
4. Change-of-Meaning und Integration-of-Information 21
a Das Change-of-Meaning-Modell (CMM) 21
b Das Information-Integration-Model (IIM) 21
TEIL 2: DAS KIEL-MODELL 23
I Das KIEL-Modell 24
1. Einführung 24
2. Komponenten und Funktionsweise 26
a Filterung 26
(1) Wahnehmung 26
(2) Filter 27
(3) Input 27
b Verarbeitung 27
(1) Speicher 27
(2) Prozessor-Komplex 28
(3) Synthesizer 31
3. Beispiel 32
1. Situation 32
2. Filterung 32
3. Verarbeitung 32
II Schlusswort 35
ANHÄNGE 36
1. Das KIEL-Modell als Grafik 37
2. Alphabetisches Literaturverzeichnis 38
3. zusätzliche Quellen 39
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Hachmann/Wohlgethan: Das KIEL-Modell
Einleitung
Die Kognitive Linguistik ist ein Forschungsansatz, dessen Entwicklung eng verbunden ist mit der Entstehung und Entwicklung der Kognitiven Wissenschaft im Allgemeinen. Sie versteht sich selbst als „derjenige Bereich innerhalb der Kognitiven Wissenschaft, der auf die Beschreibung und Erklärung der mentalen Sprachstrukturen und -prozesse ausgerichtet ist“ (Schwarz 1992: 8), das heißt, sie beschäftigt sich in erster Linie mit den Prozessen der Aufnahme, Speicherung und Anwendung von Informationen.
Die Grundannahme, dass die menschliche Sprachfähigkeit neurobiologisch in den strukturellen und funktionalen Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Gehirns verankert ist, erklärt den interdisziplinären Rahmen, in dem die Kognitive Linguistik forscht. Wie auch in der Kognitiven Wissenschaft werden in der Kognitiven Linguistik Erkenntnisse aus der Psychologie, Computerwissenschaft, Linguistik, Philosophie und Neurologie genutzt, um das Phänomen Sprache und Kognition umfassend zu erforschen.
Die zentralen Fragen der Kognitiven Linguistik sind: 1. Worin besteht unsere Sprachkenntnis?
2. Wie wird diese Kenntnis erworben?
3. Wie wird diese Kenntnis benutzt?
4. Welche neuronalen Strukturen und Mechanismen liegen der Repräsentation, dem Erwerb und dem Gebrauch von Sprache zugrunde? (Schwarz 1992: 40)
Die folgenden Arbeit, die sich in zwei Teile aufgliedern lässt, wird sich hauptsächlich mit der Frage nach dem Aufbau mentaler Strukturen und der Funktionsweise der Mechanismen beschäftigen. Dazu werden zunächst in einem ersten Teil einige schon bestehende Modelle und Theorien zum Thema Gedächtnis: Aufbau und Funktion vorgestellt werden. Im Anschluss daran werden ebenfalls ein paar bereits existierende theoretische Ansätze zum Thema der Informationsverarbeitungsprozesse beleuchtet werden. Im zweiten Teil Seite 4
Hachmann/Wohlgethan: Das KIEL-Modell soll ein eigenes Modell präsentiert und erläutert werden, das versucht, die Problematik der Speicherung und der Verarbeitung von Informationen zu beheben und die mentalen Strukturen, sowie die kognitiven Mechanismen befriedigend darzustellen.
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Teil 1: Theoretische Grundlagen
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I. Das Gedächtnis
Auf der Suche nach einer Erklärung für den Aufbau und die Funktionsweise der menschlichen Kognition stellt sich immer wieder die Frage nach dem Gedächtnis. Was genau ist das Gedächtnis, wo sitzt es und inwieweit leistet es seinen Beitrag innerhalb der (vermuteten) Kognitionsprozesse?
Man kann sich dem Gedächtnis nähern, indem man sich zunächst mit dem Begriff Wissen auseinandersetzt.
Wissen wird definiert als „die Menge aller Informationen, die ein Mensch intern gespeichert hat.“ (Schwarz 1992: 78) Wissen ist aber nicht nur eine statische Ansammlung von Erfahrungsinhalten, sondern auch die Fähigkeit, auf diesen Inhalten zu operieren, eine Art kognitive Kompetenz also.
Die allgemeine kognitive Kompetenz des Menschen umfasst somit strukturelles und prozedurales Wissen.
Das Gedächtnis wird vielfach als eine Art kognitiver Aufbewahrungsort für menschliches Wissen aufgefasst und in diesem Sinne als bloßer Speicher verstanden. Das Gedächtnis ist aber kein einzelnes Speicherorgan, sondern besteht aus verschiedenen Subsystemen. (Schwarz 1992: 76) Es ist eher ein Sammelbegriff für eine ganze Reihe von kognitiven Funktionen. Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist es auch schwierig, das Gedächtnis als solches zu lokalisieren. Zwar konnten bestimmten kognitiven Prozessen einzelne Hirnregionen zugeordnet werden (Broca- Zentrum; Wernicke-Zentrum), man kann jedoch nicht das Gedächtnis als einen festen Ort mit hoher kognitiver Aktivität lokalisieren.
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Hachmann/Wohlgethan: Das KIEL-Modell
1. Das Gedächtnis aus psycholinguistischer Sicht
Schon im 19. Jahrhundert befasste sich der Psychologe W. James in seinem Principles of Psychology (1890) mit dem Thema Gedächtnis und Bewusstsein und legte damit die Bausteine der modernen Kognitionswissenschaft, die in fundamentaler Weise zwischen Gedächtnisprozessen, die bewusster mentaler Aktivität unterliegen (KZS - Kurzzeitspeicher), und solchen, die für das Langzeitgedächtnis verantwortlich sind, unterscheidet. Er teilte das Gedächtnis in zwei Teile auf. Das primäre Gedächtnis (primary memory) unterstützt demnach das Bewusstsein, während das sekundäre Gedächtnis (secondary memory) eine Art Langzeitgedächtnis für Dinge der Vergangenheit darstellen soll. Die Inhalte des primären Gedächtnis sind gut zugänglich und leicht abrufbar; die Inhalte des sekundären Gedächtnisses hingegen werden unter bewusster Anstrengung abgerufen.
Auf diesen ersten Überlegungen aufbauend veröffentlichten Ellis und Young (1988) ihre „kognitive Neuropsychologie“, in der sie das Gedächtnis als einen Teil von mentalen Funktionen betrachten. Die mentalen Funktionen sind in ihrem Ganzen ein modulares System, das sich durch das Zusammenwirken einzelner Komponenten auszeichnet, deren Ziel es ist, durch eine gemeinsame Interaktion eine Funktion zu erfüllen. Dabei besitzt jede Komponente eine funktionale Autonomie, kann also auch dann weiter arbeiten, wenn andere Module in ihrer Funktion beeinträchtigt sind.(Parkin 1996: 9)
a. Das Multi-Speicher-Modell des Gedächtnisses
In den 1960er Jahren, mit dem weltweiten Aufstieg der Informationstechnologie, entwickelte sich langsam die Idee der Computermetapher, dass also das menschliche Gehirn in seiner Funktionsweise der eines Computers ähnelt. Davon ausgehend entstand das Multi-Speicher-Modell von Atkinson/Shiffrin (1968). Danach sind Computer umfangreiche Datenbasen, die von einer zentralen Verarbeitungseinheit (central processing unit, CPU) verarbeitet werden.
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Quote paper:
Ralv Wohlgethan, Swantje Hachmann, 2007, Das Modell der Kognitiven Informations-Erfassung und -Lagerung (KIEL), Munich, GRIN Publishing GmbH
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