Ein großes Themengebiet der Psychologie ist die Angsttherapie. Angst ist ein uraltes Gefühl, welches viele Menschen fasziniert, gleichzeitig jedoch auch quält. Sie gehört zur Grundausstattung der Gefühle und ist gewissermaßen nützlich als auch natürlich. Ab einer bestimmten Grenze kann Angst jedoch zu einem krankhaften Zustand übergehen. Anzeichen wie Herzrasen, unerklärliches Zittern, Panik das Haus zu verlassen und die Selbstberuhigung vor großen Anlässen durch Alkohol, deuten auf krankhafte Angst hin. Es gibt verschiedenste Formen von Angst und jeder menschliche Organismus zeigt differenzierte Reaktionen darauf. Oft bemerkt die betroffene Person selbst nicht, dass sie krank ist und meidet einen Arztbesuch. Krankhafte Angst äußert sich häufig durch Panikattacken (vgl. BANDELOW 2006, S. 41ff).
Die rasante Entwicklung der Wirtschaft und der Gesellschaft lässt ein angstfreies Leben kaum noch zu. Der Druck der Angestellten wächst einerseits gegenüber dem Arbeitgeber und der Gesellschaft andererseits gegenüber der Familie. Exemplarisch Verschuldung, Arbeitslosigkeit oder Konkurrenzdruck sind häufige Gründe für Ängste in der aktuellen, modernen Welt. Deshalb ist Angst heute kein Tabuthema.
Das Thema Angst umfasst ein weitreichendes Spektrum. Ich werde in meiner Arbeit zunächst einige basale Grundlagen zur Thematik darlegen. Hierunter fallen die Symptome, die Entstehung und die Differenzierung der Grundformen von Angst. Im Hauptteil meiner Abhandlung komme ich auf Ängste im Zusammenhang mit der Ausübung von Beruf und Gesellschaft. Speziell gehe ich dabei auf die typische Ängste im Beruf, sowie Auswirkungen auf den Körper und mögliche Lösungsansätze ein. Im Anschluss werde ich die dargelegten Fakten kritisch bewerten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Deskription des „Angst“-Terminus
2.2 Die Grundformen der Angst
2.3 Ursachen für Ängste
3. Angst im Beruf
3.1 Typische Ängste im Beruf
3.2 Abwehrmechanismen
3.3 Auswirkungen
3.4 Lösungsansätze
4. Kritik und Bewertung
5. Fazit
6. Literatur
6. 1 Literatur- und Quellenangabe
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Entstehung und Ausprägung von Ängsten in der modernen Arbeitswelt sowie deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus, das soziale Umfeld und betriebliche Abläufe, um abschließend effektive Bewältigungsstrategien zu identifizieren.
- Grundlagen der Angstpsychologie und ihre Grundformen
- Zusammenhang zwischen Arbeitsdruck und Angstentstehung
- Analyse berufsspezifischer Angstfelder wie Existenz- und Leistungsängste
- Psychologische Abwehrmechanismen am Arbeitsplatz
- Methoden und Ansätze zur betrieblichen und persönlichen Angstbewältigung
Auszug aus dem Buch
3.1 Typische Ängste im Beruf
Es gibt verschiedene Arten von Ängsten, welche bei Unternehmen von großer Bedeutung sind. Ralf Schwarzer, Professor für Psychologie an der Freien Universität Berlin, unterscheidet drei Angstfelder (vgl. SCHWARZER 1987, S. 80 ff.):
a) Existenzängste
b) Soziale Ängste
c) Leistungs- und Versagensängste
Die Angstfelder sind nicht strikt zu trennen, sondern greifen ineinander und wirken zusammen (vgl. Abb.2). Das erste Angstfeld umfasst die Existenzängste (a). Hierunter fällt jede Form von Angst, welche sich mit körperlicher oder beruflicher Existenz beschäftigt, exemplarisch hierfür steht Verlust des Arbeitsplatzes, Altersangst und Krankheitsangst.
In Zeiten Hoher Arbeitslosigkeit und schlechter Wirtschaftslage nimmt die Angst um den Arbeitsplatz stetig zu (vgl. PANSE 1998, S. 45f.). Verbunden sind persönliche Konsequenzen. Im Fall einer Kündigung, fällt die materielle Grundlage weg. Dies kann zu Verringerung des Lebensstandards führen. Ebenso fällt mit dem Beruf die Stellung in der Gesellschaft, innerhalb der jedes Individuum ein gewisses Ansehen und die Zugehörigkeit genießt. In der Gesellschaft gilt der Begriff „arbeitslos“ als abwertend, somit erhalten Arbeitslose das Gefühl weniger integriert zu sein und die sozialen Kontakte können abreißen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Psychologie der Angst und deren zunehmende Relevanz durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen.
2. Grundlagen: Erläuterung der Angstbegriffe, der psychologischen Grundformen der Angst nach Riemann sowie der allgemeinen Ursachen.
3. Angst im Beruf: Detaillierte Untersuchung von Angstfeldern, Abwehrmechanismen, Auswirkungen auf Betroffene und Unternehmen sowie Lösungsansätze.
4. Kritik und Bewertung: Kritische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur und den darin aufgestellten Thesen zur Angst und zum Arbeitsmarkt.
5. Fazit: Zusammenfassendes Resümee über die Komplexität der Angst im Beruf und den identifizierten weiteren Forschungsbedarf.
6. Literatur: Auflistung der im Werk verwendeten Quellen und weiterführende Literaturempfehlungen.
Schlüsselwörter
Angst, Psychologie, Angststörung, Arbeitsplatz, Existenzangst, Leistungsdruck, Abwehrmechanismen, Stress, Burn-out, Mobbing, Angstmanagement, Soziale Phobie, Arbeitssucht, Unternehmenskultur, Personalführung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen der Arbeit?
Die Arbeit analysiert, warum Angst in der heutigen Gesellschaft und insbesondere im Berufsleben ein zentrales, nicht mehr zu tabuisierendes Thema ist und wie sie sich auf Individuen auswirkt.
Welche Angstfelder im Beruf werden unterschieden?
Ralf Schwarzer klassifiziert diese in Existenzängste, soziale Ängste sowie Leistungs- und Versagensängste.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Ursachen und Auswirkungen von Ängsten im Arbeitskontext darzulegen und Wege für ein betriebliches und persönliches Angstmanagement aufzuzeigen.
Welche methodische Grundlage nutzt die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse psychologischer Fachkonzepte (u.a. Riemann, Bandelow, Schwarzer) und deren kritischer Bewertung im Kontext der Arbeitswelt.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den spezifischen Ängsten im Beruf, den daraus resultierenden Abwehrmechanismen wie Flucht oder Verdrängung sowie den Folgen für Unternehmen.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Angstbewältigung, Arbeitsdruck, soziale Phobie und der Einfluss von Unternehmenskulturen auf die psychische Gesundheit.
Welche Rolle spielen Abwehrmechanismen bei der Angstbewältigung?
Sie dienen dazu, das innere Gleichgewicht zu wahren, indem angstauslösende Probleme verdrängt oder durch Verhalten wie "Job-Hopping" überspielt werden, ohne das eigentliche Problem zu lösen.
Wie kann das Unternehmen zur Angstprävention beitragen?
Das Unternehmen kann durch ein angemessenes Betriebsklima, transparente Kommunikation bei Strukturveränderungen und das Schaffen von Vertrauensräumen präventiv gegen Ängste wirken.
- Arbeit zitieren
- Christin Wolf (Autor:in), 2008, Angst im Alltag und Beruf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93277