Abstrakt Es erfolgt eine Darstellung von Transsexualität in der heutigen, zweigeschlechtlich geprägten, Gesellschaft. Die durch die Sozialisation internalisierten Normen und Werte erlauben keine Existenz einer Geschlechtsform außerhalb von männlich und weiblich. Die Entscheidung für ein Geschlecht entwickelt sich für transsexuelle Menschen zu einer existenzielle Integrationsfrage in der Gesellschaft, die nur durch Anpassung der psychischen oder physischen Körperlichkeit erfolgen kann. Dieses Konzept der Zwangsordnung wird unter Identitätsfragen ausgeführt.
abstract
A view to Transsexualität in today's, two-sexually coined, society. The standards and values, absorbed during socialisation do not permit existence to a gender outside from male and woman. The decision for a gender develops for transsexuelle humans to an question of existence in society, which can take place only by an adjustment of the psychological or physical physicalness. This concept of the obligation order is implemented under identity questions.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Gesellschaft 5
3. Körper 6
4. Transvestismus 11
5. Ausblick 13
6. Literaturverzeichnis 15
1. Einleitung
"My body may be a work-in-progress, but there is nothing wrong with my soul." (Bree Osbourne; Transamerica 2005)
Die Schauspielerin Felicity Huffman spielt in dem Kinofilm Transamerica (The Weinstein Company 2005) die konservative Transsexuelle Bree Osbourne, die kurz vor Ihrer körperlichen Geschlechtsumwandlung zur Frau steht. Unvorbereitet erfährt sie von der Existenz Ihres Sohnes, der ihr einen "Road-Trip" durch Amerika, ihre Vergangenheit und Identität beschert.
Mit einem zeitgerechten Blick auf unsere moderne Gesellschaft spielt der Film aus dem Jahre 2005 mit Gesellschaftskonventionen, Selbstverständnissen und Rollenverhalten. Der Film soll hier angeführt werden, um diesen wissenschaftlichen Blick auf Transsexualität und Gesellschaft mit passenden Zitaten zu unterfüttern. Gleichzeitig dient er mit bildlichen Erläuterungen für die Trennschärfe der verwendeten Begriffe.
Es soll im Folgenden untersucht werden, wie Transsexualität aus soziologischer Perspektive auf die Gesellschaft, und die Gesellschaft auf Transsexualität einwirkt. Einführend soll der verwendete Sinngehalt von Gesellschaft dargestellt werden, um zu verdeutlichen in welchem Bezug die Körperlichkeit des Individuums zur ihrer Umwelt steht. Als entscheidender Terminus wird anschließend auf die körperliche Transsexualität eingegangen. Überlegungen zur Identität folgen speziell mit einer Abgrenzung zwischen Transsexualität und Transvestismus. Der schließende Ausblick soll Perspektiven für Transsexualität und den gesellschaftlichen Kontext leisten.
2. Gesellschaft
Dr. Spikowsky: What about friends? I mean do you have the support of friends?
Niklas Luhmann bezeichnet die Gesellschaft in systemtheoretischen Begriffen als Sozialsystem, "das jegliche sinnhafte Kommunikation einschließt, und sich dann bildet wenn im Anschluß an, oder im Hinblick auf, weitere Kommunikation kommuniziert wird" (vgl. Luhmann 1997: 52). Bei Ferdinand Tönnies dagegen ist „Gesellschaft eine besondere Form gegenseitiger gewollter Bejahung von Menschen, die sich dieser Form als ein Mittels zur Erreichung ihrer individuellen Ziele bedient" (vgl. Tönnies 1963: 19). Dem Strukturfunktionalismus mit einem seiner bekanntesten Vertreter Talcott Parsons bildet sich Gesellschaft "aus Akteuren dann, wenn diese in der Lage sind, mittels bestimmter sozialer Funktionen die menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen und sicherzustellen" (vgl. Parsons 1964: 89). Die Soziologie von Pierre Bourdieu lehrt uns, wie "das Konstrukt Gesellschaft bestimmte Verhaltensweisen und Vorschriften für uns bereithält, die durch einen Habitus verinnerlicht werden. Der Prozess passiert dabei unbewusst in vorgegebenen Handlungsrahmen, die die individuelle Erfahrungswelt übersteigen" (Nassehi 2004: 120).
Was sagen uns nun diese soziologischen Gesellschaftsdefinitionen? Der Mensch ist ein Gemeinschaftstier. Gemeinschaft hat etwas Eingelebtes, Selbstverständliches. Sie "reduziert Kontingenz" (Nassehi 2004: 15). Intuitiv ist das eigene Verhalten konform mit den Konventionen der Gesellschaft. In Form einer Erwartens-Erwartung, ist das Benehmen der Mitmenschen vorhersehbar, vereinfacht. Gesellschaft vermittelt den Rahmen des Normalen und Anerkannten. Wer zu ihr gehört, besitzt Geborgenheit und Schutz, aber auch die Verpflichtung etwas für die Gesellschaft zu leisten. Der Mensch ist als Gattungswesen auf das Zusammenleben mit Anderen angewiesen. Die Integration geschieht durch Regeln und Normen, die jedes Individuum internalisieren muss.
Arbeit zitieren:
Alexander Olma, 2006, Cross-Gender, München, GRIN Verlag GmbH
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