Kinder und Fernsehen - 2 -
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
1.1 Was ist Medienaneignung wodurch wird sie beeinflusst 3
2 Fernsehnutzung der Eltern 4
3 Fernsehnutzung der Kinder 5
3.1 Fernsehnutzungsdaten der Kinder 5
3.2 Was suchen Kinder in Fernsehangeboten 10
3.3 Der kleine Unterschied 12
3.4 Sozioökonomische Unterschiede in der TV Nutzung 15
4 Fazit 17
5 Literaturverzeichnis 19
Kinder und Fernsehen - 3 -
1 Einleitung
Das Fernsehen ist das Leitmedium unserer Zeit. In fast jedem Haushalt ist mindestens ein Gerät vorhanden, der Fernseher ist nicht selten der Mittelpunkt des Wohnzimmers, ist den ganzen Tag eingeschaltet und untermalt mit Ton und Bild den Alltag der Familien.
So nehmen schon kleinste Kinder dieses Medium wahr, wachsen damit auf und eignen es sich quasi nebenbei an.
Doch wie genau sieht diese Fernsehaneignung aus? Was schauen Kinder gern und warum, wie lange sitzen sie durchschnittlich vor dem Apparat? Wo liegen Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen und welche Möglichkeiten gibt es für Eltern, ihre Kinder bei der Fernsehaneignung zu unterstützen und vor schädlichen Einflüssen zu bewahren?
1.1 Was ist Medienaneignung, wodurch wird sie beeinflusst?
Wie also findet Fernsehaneignung oder allgemeiner gesagt, wie findet Medienaneignung statt und wodurch wird sie beeinflusst?
Zuerst einmal muss gesagt werden, dass Medienaneignung ein aktiver Prozess ist, der vom Individuum ausgeht, welches sich dem Medium bewusst zuwendet. Am Anfang dieses Prozesses steht die Selektion. Welchem Medium wende ich mich zu? Einem Buch oder doch lieber einer TV – Sendung. Anschließend erfolgt „die Wahrnehmung, Bewertung und Verarbeitung [der medialen] Botschaften und Handlungsoptionen aus Sicht der Subjekte unter Einbezug ihrer – auch medialen – Lebenskontexte“ 1 . Bei der Aneignung spielen also das soziale Umfeld, die kognitiven und sozial – moralischen Fähigkeiten und die handlungsleitenden Themen des Individuums eine Rolle. Sie beeinflussen die medienbezogenen Fähigkeiten. „Vom Entwicklungsstand der Heranwachsenden hängt ab, wie sie Medien handhaben, verstehen und interpretieren können.“ 2 Der Entwicklungsstand der kognitiven Fähigkeiten beeinflusst „das Verständnis und die Handhabung der Medien, während die sozial-moralischen 1 http://www.jff.de/zappen/?BE_ID=4 (letzter Zugriff 26.02.2008) 2 http://www.jff.de/zappen/?BE_ID=4&IN_ID=6 (letzter Zugriff 26.02.2008)
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Fähigkeiten ebenfalls Einfluss auf das Verständnis und darüber hinaus auf die Interpretation von Medien haben.“ 3 Dazu kommt, dass wachsende Fernseherfahrung natürlich ebenfalls die fernsehbezogenen Fähigkeiten beeinflusst. Je nach Alter und sozialem Umfeld sehen sich die Subjekte verschiedenen Problemlagen gegenüber, suchen Vorbilder für ihre Entwicklung hin zum „richtigen“ Mann oder zur begehrenswerten Frau, welche sie durch Nutzung bestimmter Medieninhalte zu bewältigen suchen. So ergeben sich auch Medienpräferenzen. Auf diese handlungsleitenden Themen und genderbezogene Vorlieben wird später noch näher eingegangen.
2 Fernsehnutzung der Eltern
„Wie alles alltägliche Verhalten entwickelt sich das kindliche Medienverhalten im sozialen Rahmen der Familie, in Nachahmung und in Interaktion mit dem Handeln der Familienmitglieder, besonders mit den bedeutsamen Bezugspersonen“ 4 . Deshalb ist es wichtig über die Einstellung zu Medien und die Mediennutzung durch die Eltern informiert zu sein.
In 99% aller Haushalte ist mindestens ein Fernsehgerät vorhanden, so dass es nicht verwundert, wenn 89% der befragten Eltern angeben, dass das Fernsehen für sie das Medium mit der größten Wichtigkeit ist 5 . „Entsprechend rangiert bei den Eltern von Vorschulkindern das Fernsehen mit 84% an der Spitze der täglichen/ fast täglichen Medienaktivitäten[…]“ 6 . Dabei sehen Eltern im Durchschnitt täglich 175 Minuten fern, im Vergleich zu gleichaltrigen Erwachsenen in Haushalten ohne Kinder nur 4 Minuten pro Tag weniger 7 . Dabei schauen Eltern nachmittags weniger fern als Erwachsene ohne Kinder und der Nutzungshöhepunkt am Abend liegt bei 21.30Uhr und damit rund eine halbe Stunde später als bei Kinderlosen 8 . Als Gründe für den Fernsehgenuss geben
3 http://www.jff.de/zappen/?BE_ID=4&IN_ID=6 (letzter Zugriff 26.02.2008) 4 Hans-Dieter Kübler; Wolfgang H. Swoboda. „Wenn die Kleinen fernsehen“ Forschungsprojekt über die Bedeutung des Fernsehens in der Lebenswelt von Vorschulkindern DLM-Band 7, VISTAS Verlag GmbH Berlin, 1998, S.24 5 Sabine Feierabend; Inge Mohr. Mediennutzung von Klein und Vorschulkindern Ergebnisse der ARD/ZDF-Studie „Kinder und Medien 2003“. In: Media Perspektiven. 2004, H.4, S.454 6 ebd.
7 Ole Hofmann. Sehen Familien anders fern?. In: TELEVIZION 2001, H.14, S.2 8 ebd.
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Eltern, ähnlich wie Kinder und Jugendliche Spaß(94%), Information(92%) und Entspannung(90%) an 9 . Die Nutzung des Fernsehens aus Gewohnheit nennen 71% der Eltern als Grund zum Einschalten des Geräts. Orientierungshilfe im Alltag erhoffen sich 39% der Eltern und 32% bekämpfen mit dem Medium die Einsamkeit 10 . Um all diese Bedürfnisse zu befriedigen, nutzen Eltern vor allem RTL, Pro7 und SAT.1 11 .
3 Fernsehnutzung der Kinder
Das Fernsehen hat Kindern etwas zu bieten. Das bemerken diese spätestens mit Eintritt in den Kindergarten, wenn der Kontakt mit Gleichaltrigen zunimmt und somit auch der Kontakt zu Figuren und Spielzeugen die im Zuge der crossmedialen Vermarktung von Filmen und Fernsehsendungen die Kinderzimmer erobern.
Aber wie lange sollten Kinder fernsehen und wie lange sehen sie tatsächlich? Was sehen Kinder gerne und warum? Vor welchen Inhalten sollte man sie bis zu einem gewissen Alter schützen? Und wie und wo finden Eltern Hilfen für ihre Medienerziehung zu haus und Informationen über geeignete Sendungen?
3.1 Fernsehnutzungsdaten der Kinder
Wie oben beschrieben, schauen Eltern täglich durchschnittlich 175 Minuten fern. Oft tun sie dies mit ihren Kindern gemeinsam, besonders, wenn die Kinder jünger sind 12 . Aber Kinder schauen auch morgens vor Schule oder Kindergarten oder am Wochenende allein oder mit Geschwistern fern.
So ergibt es sich, dass die Drei- bis Fünfjährigen das Fernsehen täglich durchschnittlich
73 Minuten, die Sechs- bis Neunjährigen 85 Minuten und die zehn bis dreizehn Jahre
alten Heranwachsenden genießen TV Programme täglich durchschnittlich 106 Minuten 9 Sabine Feierabend; Inge Mohr. Mediennutzung von Klein und Vorschulkindern. Ergebnisse der ARD/ZDF-Studie „Kinder und Medien 2003“. In: Media Perspektiven. 2004, H.4, S.454 10 ebd.
11 Ole Hofmann. Sehen Familien anders fern?. In: TELEVIZION 2001, H.14, S.3 12 Sabine Feierabend; Inge Mohr. Mediennutzung von Klein und Vorschulkindern. Ergebnisse der ARD/ZDF-Studie „Kinder und Medien 2003“. In: Media Perspektiven. 2004, H.4, S.459, Tabelle 5
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lang 13 .Die Nutzungsdauer hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. So wird das Fernsehen im Sommer deutlich weniger genutzt als im Winter, da dass bessere Wetter mehr Außerhausaktivitäten zulässt 14 .
Außerdem schauen Kinder im Osten Deutschlands „eine knappe halbe Stunde länger am Tag fern als gleichaltrige Kinder aus dem Westen“ 15 . Dieses Mehr an Fernsehnutzung in den Neuen Bundesländern ist vermutlich bedingt durch schlechtere Versorgung mit Freizeiteinrichtungen und durch eine schlechtere finanzielle Lage der Elternhäuser, die teurer Ausflüge und Hobbys nicht erlauben.
Ein weiterer Faktor, der die Fernsehnutzung von Kindern beeinflusst, ist die Geräteausstattung. Wie bereits erwähnt sind in 99% aller Haushalte Fernsehgeräte vorhanden und schon 4% der Zwei- bis Dreijährigen und 10% der Vier- bis Fünfjährigen hat einen eigenen Apparat im Zimmer 16 . Je älter die Kinder werden, umso mehr steigt die Anzahl derer, die einen eigenen Fernseher zur Verfügung haben. So sind es bei den Sechs- bis Siebenjährigen schon 22%, bei Kindern im Alter von acht bis neun Jahren 38%, die einen eignen Apparat haben und schließlich bei den Zehn- bis Elfjährigen knapp die Hälfte der Heranwachsenden 17 . Diese Kinder, die über ein eigenes Gerät verfügen, sahen durchschnittlich 49 Minuten länger fern, als ihre Altersgenossen ohne eigenen Fernseher 18 .
Wie aber sieht die Fernsehnutzung über den Tag verteilt aus? Wochentags liegt die erste Nutzungsspitze zwischen 7.30Uhr und 09.00Uhr. Vor allem die Drei- bis Fünfjährigen sind jetzt vor dem Fernseher anzutreffen. Eventuell bereitet die Mutter gerade die Geschwister für die Schule vor und bringt noch schnell den Haushalt in Ordnung, bevor sie das Kind in den Kindergarten um anschließend selbst zur Arbeit zu 13 Sabine Feierabend; Walter Klingler. Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung Drei- bis 13- Jähriger 2006. In: Media Perspektiven 2007, H.4, S. 201 14 Sabine Feierabend; Walter Klingler. Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung Drei- bis 13- Jähriger 2006. In: Media Perspektiven 2007, H.4, S. 203, Forschungsprojekt über die Bedeutung des Fernsehens in der Lebenswelt von Vorschulkindern DLM-Band 7, VISTAS Verlag GmbH Berlin, 1998, S.132, Tabelle 10 15 Sabine Feierabend; Walter Klingler. Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung Drei- bis 13- Jähriger 2006. In: Media Perspektiven 2007, H.4, S. 201 16 Sabine Feierabend; Inge Mohr. Mediennutzung von Klein und Vorschulkindern. Ergebnisse der ARD/ZDF-Studie „Kinder und Medien 2003“. In: Media Perspektiven. 2004, H.4, S.456 17 Sabine Feierabend; Walter Klingler. Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung Drei- bis 13- Jähriger 2006. In: Media Perspektiven 2007, H.4, S. 200 18 Sabine Feierabend; Walter Klingler. Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung Drei- bis 13Jähriger 2006. In: Media Perspektiven 2007, H.4, S. 203, Tabelle 4
Quote paper:
Josephin Reichert, 2008, Kinder und Fernsehen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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