Studienarbeit
Dokumentation zu Abbruchmethoden und Abbruchobjekten
Schwerpunkte:
Wirkungsweise unterschiedlicher Abbruchmethoden
Abbruchstadien der verschiedenen Objekte
Fotodokumentation
Bearbeiter: Alexander Schnell
Bearbeitungsdauer: 5 Wochen
Abgabetermin: 09.06.1999
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 4
2 Problematik der Normen und Regelwerke ... 5
3 Abbruchverfahren ... 6
3.1 Mechanische Abbruchverfahren ... 6
3.1.1 Abgreifen ... 6
3.1.2 Eindrücken ... 7
3.1.3 Einziehen ... 8
3.1.4 Einschlagen ... 9
3.1.5 Stemmen ... 10
3.1.6 Press- und Scherschneiden ... 14
3.1.7 Bohren und Sägen ... 16
3.1.8 Fräsen ... 18
3.2 Demontage ... 19
3.3 Explosive Abbruchsprengung ... 20
3.4 Hydraulisches und expansives Sprengen (Spalten) ... 23
3.5 Thermische Trennverfahren ... 24
4 Abbruch einer ehemaligen Milchviehanlage in Weimar ... 26
4.1 Beschreibung des Abbruchobjektes ... 26
4.2 Dokumentation der Abbrucharbeiten ... 29
5 Abbruch von Industrieschornsteinen ... 37
5.1 Mechanischer Abbruch eines Ziegelschornsteins in Arnstadt ... 37
5.1.1 Beschreibung des Abbruchobjektes ... 37
5.1.2 Dokumentation der Abbrucharbeiten ... 37
5.2 Sprengtechnische Niederführung mehrerer Stahlbetonschornsteine im Altkraftwerk Schwarze Pumpe ... 39
5.2.1 Beschreibung der Abbruchobjekte ... 39
5.2.2 Dokumentation der Sprengungen ... 40
6 Abbruch der Teufelstalbrücke ... 44
6.1 Das Abbruchobjekt ... 44
6.2 Dokumentation des mechanischen Abbruchs ... 46
6.3 Die sprengtechnische Niederführung als Alternative ... 60
7 Umsetzen eines historischen Fachwerkhauses (Sonderfall) ... 61
8 Zusammenfassung ... 64
Quellenverzeichnis ... 65
Abbildungsverzeichnis ... 68
Tabellenverzeichnis ... 69
Anhang ... 70
1 Einleitung
Am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts gewinnt das Abbruchgewerbe zunehmend an Bedeutung. In Deutschland hat sich in den letzten 20 Jahren das Verkehrsaufkommen vervielfacht. Aufgrund dieser Tatsache muss das Strassen- und Autobahnnetz ständig ausgebaut werden. Grosse Verkehrsbauwerke wie beispielsweise Brücken sind überlastet. Da diese Bauten zwar meist für 100 Jahre projektiert wurden, aber nicht für den heutigen Schwerlastverkehr konzipiert sind, ist der Abbruch und anschliessende Neubau oft die einzige wirtschaftlich akzeptable Lösung.
Auch im Bereich der Schwerindustrie und Energieversorgung hinterlässt die postmoderne Zeit ihre Spuren. Das umweltfreundlichere Erdgas oder –öl hat in vielen Bereichen die mit Kohle befeuerten Heizkraftwerke abgelöst. Alte Industrieanlagen, hauptsächlich im Osten Deutschlands und im Ruhrgebiet, wurden und werden noch im grossen Umfang abgebrochen. Die Nutzungsdauer vieler hauptsächlich in den letzten 70 Jahren errichteten Bauwerke, oft in Stahlbetonbauweise, ist erreicht. Gerade in diesem Bereich der Ingenieurbauwerke und Industriebauten werden Abbruchunternehmen daher vor neue, teils komplexe und somit interessante Aufgaben gestellt.
Frühere Mutmassungen, der Abbruch würde nur im Rahmen einer „herkömmlichen“ Baufirma geschehen können, traten nicht ein. Vielmehr kristallisiert sich heute zunehmend ein „Spezialgebiet Abbruch“ heraus, was durch die zunehmende Tätigkeit qualifizierter Abbruchfirmen als Subunternehmer bei grösseren Bauvorhaben nur bestätigt wird.
Diese Arbeit soll dem Leser einen Überblick über die heute am häufigsten angewandten Abbruchverfahren im Hochbau verschaffen. Die Fotodokumentation - der Schwerpunkt der Arbeit - umfasst den Abbruch eines ehmaligen Milchviehkomplexes in Weimar, die sprengtechnische Niederführung mehrerer Stahlbetonschornsteine im Kraftwerk Schwarze Pumpe, den mechanischen Abbruch eines Ziegelschornsteins in Arnstadt sowie den Abbruch einer Stahlbetonbogenbrücke (Teufelstalbrücke, A4 am Hermsdorfer Kreuz). Die komplexe Problematik Teufelstalbrücke führte dazu, neben der Dokumentation des erfolgten mechanischen Abbruchs auch die explosive Sprengung als Alternativlösung in diese Arbeit aufzunehmen. Auch der Sonderfall des Umsetzens von Gebäuden fand in Form eines kleinen Beispiels Eingang in diese Arbeit.
Auf Abbruchverfahren im Strassenbau soll im Rahmen dieser Arbeit nicht näher eingegangen werden.
2 Problematik der Normen und Regelwerke
Der Deutsche Abbruchverband e.V., dem die anerkannten deutschen Abbruchunternehmen angehören, ist seit 1974 Herausgeber der TV Abbrucharbeiten (Technische Vorschriften für Abbrucharbeiten). Dieses Regelwerk umfasst die meisten für den Abbruch relevanten Punkte, von der Ausschreibung über Vergabe und Abrechnung von Abbruchleistungen bis hin zur technischen Gliederung der einzelnen Abbruchverfahren. Das Regelwerk „TV Abbrucharbeiten“ wurde zuletzt 1997 überarbeitet und gilt in Deutschland als einziges allgemein anerkanntes Regelwerk für den Stand der Abbruchtechnik. /1/
In den achtziger Jahren wurden in die Technischen Vorschriften für Abbrucharbeiten auch Vorschriften für Bohren, Brennen und Sägen sowie Abbruchsprengungen aufgenommen. Im Jahre 1992 wurden Abbrucharbeiten ausserdem erstmalig in den Geltungsbereich der VOB aufgenommen, somit werden auch hier Ausschreibung und Vergabe über die VOB geregelt.
Leider bestehen aber noch immer einige Unklarheiten betreffs der Formulierung in Ausschreibungen usw., die oft zu Streitigkeiten zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer führen. Durch relativ gutklingende, jedoch technisch unklare Begriffe wie z.B. „schonender ingenieurmässiger Abbruch“ oder „selektiver kontrollierter Rückbau“ wird nur eine vage Zielstellung für den Verlauf des Vorhabens ausgedrückt, jedoch kein eindeutiges Abbruchverfahren definiert. Wann ein Abbruch kontrolliert oder unkontrolliert ist, bleibt dabei offen. Dieses Problem will das Deutsche Institut für Normung mit der neuen DIN 18007 „Abbrucharbeiten – Begriffe, Verfahren, Anwendungsbereiche“ lösen, die seit 1998 zusammen mit dem Deutschen Abbruchverband erarbeitet wird und Ende 1999 endgültig erscheinen sollte. Trotz der dann hoffentlich klareren Begriffe sollte jedoch nach Meinung vieler Experten die endgültige Wahl des Abbruchverfahrens dem Fachmann, also dem Abbruchunternehmer selbst obliegen. Die Problematik der Wahl des falschen oder zumindest ungünstigeren Abbruchverfahrens durch den Auftraggeber führte, gerade bei Bauvorhaben der öffentlichen Hand, in Einzelfällen schon zu erheblichen Mehrkosten - also keineswegs zu Einsparungen des Auftraggebers / Steuerzahlers.
Desweiteren setzt sich in den zuständigen Gremien des Deutschen Verdingungsausschusses für Bauleistungen (DVA) zunehmend das Bild der Abbruchleistung als eigenständiges Gewerk durch, da über eine Aufnahme von Abbrucharbeiten als ATV (Allgemeine Technische Vertragsbedingungen) in die VOB/C schon seit längerer Zeit nachgedacht wird. Ungeachtet dessen wird in den nächsten Jahren die DIN 18007 in Verbindung mit den TV Abbrucharbeiten die technische Grundlage des Abbruchs in Deutschland bestimmen. /9/
3 Abbruchverfahren
Die nachfolgenden Abbruchverfahren sind bezüglich ihrer Wirkungsweisen bzw. Zerstörungsmechanismen gegliedert, um eine gewisse Übersichtlichkeit zu schaffen. In der Praxis werden diese Verfahren oft zusammen oder kombiniert angewendet, die Dokumentation einzelner Abbruchobjekte (Abschnitt 4 ff.) soll dies später verdeutlichen.
Die Wahl der erforderlichen Abbruchverfahren wird in jedem Falle durch die drei Einflussgrössen Konstruktion, Baustoff und Kosten bestimmt.
[...]
Quote paper:
Dipl.-Ing. Alexander Schnell, 1999, Dokumentation zu Abbruchmethoden und Abbruchobjekten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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