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Der Dolmetscher als Autor

Über den Einfluss eines Übersetzers auf die Kommunikation

Title: Der Dolmetscher als Autor

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 18 Pages

Autor:in: Sina Schmidt (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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In einer Welt, die nach Globalisierung strebt, ist die Arbeit eines Dolmetschers oder Übersetzers von höchster Brisanz. Welchen Einfluss nimmt er auf die Übersetzung? Gibt es überhaupt eine objektive Übersetzung oder ist nicht viel mehr jede Transposition in eine andere Sprache ein Weg von Verstehen, Interpretieren und Umwandeln?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Sprache

3. Wortwahl und Übersetzung

4. Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit

5. Kultur und Kontext

6. Kommunikation über einen Dritten

7. Interpretation und Übersetzung

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Dolmetschers als aktive Kommunikationsinstanz und analysiert den Einfluss, den Übersetzer durch ihre Subjektivität und Kontextwahl auf den Kommunikationsprozess ausüben. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Sprachmittlung weit über die reine Sprachtransposition hinausgeht und als interpretative Gestaltung von Weltverständnissen zu verstehen ist.

  • Die philosophische Verortung von Sprache als Werkzeug und Lebensform.
  • Die Abgrenzung und Wechselwirkung zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation.
  • Methodische Aspekte und Regeln der interkulturellen Dolmetschpraxis.
  • Die Problematik der kulturellen Differenz und der Umgang mit dem „Fremden“.
  • Die Verantwortung des Dolmetschers als „Autor“ der Kommunikation.

Auszug aus dem Buch

3. Wortwahl und Übersetzung

Nicht zu vergessen sind Ansätze, die davon ausgehen, dass Sprache nicht nur Handlungswerkzeug ist, sondern, dass Realität überhaupt nur durch Sprache für uns ist, wie sie ist. Bereits Kant geht davon aus, dass es dem Menschen nicht möglich ist, die Dinge an sich wahrzunehmen, weil er stets nur mit Hilfe der Kategorien Zeit und Raum und seines Denkapparates erkennen kann, was ihn umgibt.

„Weder die Natur noch die geschichtliche Welt zwingen uns eine ihnen gemäße Erkenntnis auf. In Erkenntnis und Verhalten ist die objektive Welt, von der realistische Ontologen sprechen, immer schon unsere Welt. Wir sprechen nicht alle diesselbe Sprache; deshalb haben wir viele Welten.“

Eine Übersetzung bedeutet nach dieser Auffassung keine Übertragung von Worten, sondern ein Erklären von Denkmustern und damit Realitäten. Dass dies nicht Wort-für-Wort geschehen kann, steht außer Frage. „Der Übersetzer ist Autor.“ Dem Dolmetscher wird hiermit eine sehr aktive, gestalterische Tätigkeit zugeschrieben. Er ist nicht passives Medium, Bote von Inhalten und Sinn, sondern kreiert, im Rahmen der ihm gegebenen Sprache, Weltverständnisse, was mit einer hohen Verantwortung verbunden ist. Im Grunde genommen übersetzt er nie nur Information, sondern bringt im ursprünglichen Wortsinn etwas in eine 'andere Form', gibt den ganzen Menschen wieder, der nur so redet, weil er ist, wie er ist durch die Welt in der er ist und seine innere freie Entfaltung seines Charakters, in dem die Welt ihre Abdrücke hinterlassen hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle des Dolmetschers in der globalisierten Gesellschaft und stellt die zentrale Frage nach seiner Position als zwischengeschaltete, subjektiv handelnde Instanz.

2. Die Sprache: Dieses Kapitel erörtert sprachtheoretische Ansätze, insbesondere die von Wittgenstein, und verdeutlicht, dass Sprache eine lebendige, vom Kontext und Gebrauch abhängige Struktur ist.

3. Wortwahl und Übersetzung: Hier wird die Übersetzung als interpretativer Akt dargestellt, bei dem der Übersetzer als aktiver „Autor“ fungiert, der Denkmuster und Weltverständnisse in eine andere Form überträgt.

4. Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit: Der Fokus liegt auf den Unterschieden in der Kommunikation, wobei nonverbale Elemente und der Kontext bei mündlichen Gesprächen eine entscheidende Rolle spielen.

5. Kultur und Kontext: Dieses Kapitel analysiert die Bedeutung kultureller Prägung und stellt Phasen und Regeln der Übersetzungsarbeit vor, um interkulturelle Missverständnisse zu minimieren.

6. Kommunikation über einen Dritten: Es wird untersucht, wie die Anwesenheit eines Dolmetschers als dritte Person eine Kommunikationssituation verändert und welche fachlichen Anforderungen an diese Rolle gestellt werden.

7. Interpretation und Übersetzung: Das Kapitel verknüpft die Hermeneutik mit der Übersetzungspraxis und warnt vor einer zu starken Verwischung oder übermäßigen Betonung von kulturellen Differenzen.

8. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Übersetzen ein notwendiger, aber komplexer Vermittlungsprozess ist, der ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein erfordert.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kommunikation, Dolmetscher, Übersetzung, Sprachphilosophie, Hermeneutik, Kulturtransfer, Weltverständnis, Sprachspiel, Kontext, Identität, Subjektivität, Kommunikationsmodell, Fremdverstehen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert den Einfluss von Übersetzern und Dolmetschern auf den Prozess der interkulturellen Kommunikation und hinterfragt die Vorstellung einer neutralen Sprachmittlung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Philosophie der Sprache, die Dynamik zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation, die Bedeutung kultureller Kontexte und die Verantwortung der zwischengeschalteten dritten Person im Gespräch.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass ein Dolmetscher durch seine Auswahl von Begriffen und seine Interpretation eine gestaltende Rolle einnimmt, die über eine bloße Wortübertragung weit hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer theoretisch-analytischen Herangehensweise, die linguistische und sprachphilosophische Theorien (wie von Wittgenstein, Kant oder Foucault) auf die praktische Dolmetsch- und Übersetzungstätigkeit anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Sprache als Lebensform, die Differenzierung zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit, die methodischen Herausforderungen kultureller Kontextualisierung sowie die Rolle des Dolmetschers als Brückenbauer zwischen verschiedenen Lebenswelten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Interkulturelle Kommunikation, Übersetzung, Hermeneutik, Weltverständnis, Sprachspiel und kulturelle Differenz charakterisiert.

Warum reicht es laut der Autorin nicht aus, den Dolmetscher als „neutrales Wörterbuch“ zu betrachten?

Weil der Dolmetscher als Mensch agiert, der seine eigene Subjektivität, seine kulturelle Prägung und seine Intuition zwangsläufig in die Kommunikation einbringt, was den Dolmetscher in gewissem Sinne zu einem „Autor“ der übertragenen Aussage macht.

Welche Rolle spielt die „kulturelle Differenz“ bei der Übersetzung?

Kulturelle Differenz ist die Basis des Übersetzungsprozesses. Die Autorin argumentiert, dass eine zu starke Verwischung dieser Unterschiede eine falsche Illusion von Nähe erzeugt, während eine zu starke Betonung die Kommunikation behindern kann – es bedarf daher eines Mittelwegs.

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Details

Title
Der Dolmetscher als Autor
Subtitle
Über den Einfluss eines Übersetzers auf die Kommunikation
College
University of Potsdam  (Institut für Philosophie)
Course
Interkulturelle Kommunikation
Author
Sina Schmidt (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V93407
ISBN (eBook)
9783638066396
ISBN (Book)
9783638953108
Language
German
Tags
Dolmetscher Autor Interkulturelle Kommunikation Wittgenstein; Sprachphilosophie; Übersetzung;
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sina Schmidt (Author), 2008, Der Dolmetscher als Autor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93407
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