1. Vorwort 3
2. Claudia Kugelmann 4
3. Der Prozess des „doing-gender“ 5
4. Geschlechterverhältnisse heute 8
5. Sportunterricht und Sozialisation 9
6. Geschlechtssensibel unterrichten 10
7. Reflexiver koedukativer Sportunterricht 13
Literaturverzeichnis 15
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1. Vorwort
Die Frage der Koedukation (das gemeinsame Unterrichten von Jungen und Mädchen) im Sportunterricht beherrscht die didaktische Diskussion seit den 70er Jahren. Zu Beginn standen die Forderungen nach einer Emanzipation der Mädchen und Frauen im Vordergrund, welche ein gleiches Sportangebot und ein gleichzeitiges Unterrichten von Mädchen und Jungen beinhaltete. Durch die feministische Unterrichtsforschung wurden im Unterrichtsalltag Probleme bezüglich einer Benachteiligung von Mädchen im Sportunterricht aufgedeckt. In den 80er Jahren führten Überlegungen bezüglich einer unterschiedlichen Geschlechtsrollenkultur von Mädchen und Jungen dazu, den koedukativen Sportunterricht, der sich nach wie vor an den Werten und Normen eines „männlichen“ Sportkonzepts orientierte, unter dem Aspekt der Mädchenparteilichkeit zu betrachten. Dabei wurde auch eine zeitweise Trennung von Mädchen und Jungen im Sportunterricht befürwortet, um den Bedürfnissen von Mädchen gerecht zu werden. Ansätze eines „reflektierten“ koedukativen Sportunterrichts bestimmen die gegenwärtige Diskussion.
Eine führende Rolle in dieser Diskussion hat Claudia Kugelmann. Im Folgenden setzen wir uns schwerpunktmäßig mit ihren Text „Geschlechtssensibel unterrichteneine sportdidaktische Herausforderung“ auseinander und betrachten das Thema Koedukation, speziell die reflexive Koedukation, aus der Sicht Kugelmanns.
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2. Claudia Kugelmann
Claudia Kugelmann wurde 1947 in Augsburg geboren. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik, Sport und Geschichte für das Lehramt an Gymnasien in München (1966
- 1973). 1974 - 94 wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sportpädagogik an der TU - München und promovierte 1979 zum Thema Koedukation. Es folgte die Habilitation 1995 mit den Arbeitsschwerpunkten Geschlechterforschung, Pädagogik und Didaktik des Berufsschulsports und des Sports an Grund- und Hauptschulen mit dem Schwerpunkt Mädchen. Heute ist sie Professorin für Sportpädagogik/ Sportdidaktik mit einem Lehrauftrag an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen -Nürnberg. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen:
Frauenforschung/Geschlechterforschung im Zusammenhang mit Leiblichkeit - undSich-Bewegen (Frau und Sport, Weibliche Bewegungskarrieren, Frauen-und Bewegungsräume, Körperbilder und Schönheitsideale, Koedukation im Schulsport).
Unterrichtsforschung: Pädagogik und Didaktik des Berufsschulsports und der - Sport-und Bewegungserziehung an Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien. Sport-und Gesundheitserziehung/Gesundheitsförderung: - ZielgruppenorientierteGestaltung von Bewegungsangeboten (für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren) zur Verhaltens- und Verhältnisänderung im Gesundheitsbereich, auch unter geschlechtsspezifischen Aspekten. Sportspielforschung: Zielgruppenorientierte Lehr-/Lernwege zur Vermittlung - vonSportspielen. Mädchen- und Frauenfußball 1
- 1 Vgl.http://www.sbc-fischer.de/kugelmann/Version3/
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3. Der Prozess des „doing-gender“
„Gender“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „das Geschlecht“. Mit dem
Prozess des „doing gender“ ist die Entwicklung zu einem bestimmten Geschlecht gemeint. Zum einem die Repräsentation dessen und zum anderen die Zuschreibung zu diesem Geschlecht.
Durch Repräsentation, Gestik, Mimik, Habitus und Kleidung entsteht der sogenannte „gender“. Der geschlechtsspezifische Habitus bezieht sich vor allem darauf wie sich jemand ausdrückt, also beispielsweise kleidet, bewegt (Sport treibt) oder in der Öffentlichkeit verhält.
Geschlecht (Geschlechtsidentität) und Geschlechterverhältnisse werden von der Gesellschaft (Schule, Sportverein, Medien) konstruiert und beeinflusst. Männlichen und weiblichen Personen wird somit immer eine gewisse Erwartung (gemessen an der Idealnorm, welche uns die Gesellschaft vorgibt) ihres Auftretens und Handelns entgegengebracht.
Im Prozess des „doing-gender“ wird Geschlechtlichkeit (Männlichkeit oder Weiblichkeit) häufig auf den biologischen Gegensatz reduziert. Von Grund auf besteht zunächst der Unterschied zwischen männlich und weiblich im biologischen Sinne, im Aufbau des Körpers. Zu einem Menschen, der sich auf eine geschlechtstypische Art und Weise bewegt oder handelt, wird man jedoch erst durch Beeinflussungen von außen gemacht, wie durch die Erziehung. „Geschlecht haben wir nicht, wir tun es!“ 2
Dieses Verständnis von männlich und weiblich beeinflusst auch den Sportunterricht. Gerade im Schulsportunterricht, wo wir es mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, besteht bei den Heranwachsenden ein Spannungsfeld zwischen Veränderung der Geschlechterverhältnisse und dem gerecht werden von traditionellen Werten. In dieser Phase ist es für die jungen Leute gerade von besonderer Bedeutung, Hilfestellungen, Halt und Sicherheit von außen zu erhalten.
Körperlichkeit und Bewegung wirken also auf die Konstruktion der Geschlechterverhältnisse in unserer Gesellschaft ein. Immer beeinflusst von den Institutionen und von den Beteiligten selbst.
2 Kugelmann, Claudia: Geschlechtssensibel unterrichten - Eine sportdidaktische Herausforderung. In: Kugelmann/Zipprich (Hrsg.): Mädchen und Jungen im Sportunterricht: Hamburg: Czwalina 2002, Seite 14
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Quote paper:
Anne Toenjes, 2005, Grundlagen der Sportdidaktik - Koedukation im Sportunterricht, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Koedukation im Sportunterricht
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Anne Tönjes has published the text Grundlagen der Sportdidaktik - Koedukation im Sportunterricht
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Daniela Beck, Thomas Froschmeier, Petra Lang, Frank Schwesig, Barbara Spitzenpfeil, Susann Schreiber, Bayerische Landesstelle für den Schulsport
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