- II -
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis IV
Verdrängungswettbewerb in der Automobilindustrie 1
Entwicklung der Wertschöpfung in der Automobilindustrie 5
Standortentscheidungen 7
3.1 Begriffsklärung 7
3.2 Standortfaktoren in der Automobilindustrie 8
Motive der Produktionsverlagerung in der Automobilindustrie 11
4.1 Kostenorientierte Gründe 11
Kostenoptimierung durch Produktivitätssteigerung 12
Kostenoptimierung durch Lohnstückkostensenkung 13
4.2 Beschaffungsorientierte Gründe 13
4.3 Absatzorientierte Gründe 14
Gründe für Rückverlagerungen bei Zulieferern 16
Bevorzugte Standorte der Automobilindustrie 17
Kostenstruktur in der Automobilbranche 19
Fazit 23
Quellenverzeichnis IV
Bücher IV
- III -
Internet .................................................................................................................................. IV
Verbände ............................................................................................................................... VI
Zeitschriften .......................................................................................................................... VI
Interviews ............................................................................................................................. VI
- IV -
Abbildung 1: Anzahl Unternehmen der Automobilindustrie ..................................................... 4 Abbildung 2: Wertschöpfung in der Automobilindustrie ........................................................... 5 Abbildung 3: Die wichtigsten Standortfaktoren für Zulieferer .................................................. 8 Abbildung 4: Attraktivität der Standorte .................................................................................. 17 Abbildung 5: Kostenvergleich Deutschland/ Osteuropa .......................................................... 18 Abbildung 6: Kostenstruktur der Automobilzulieferer ............................................................ 19 Abbildung 7: Kostenstruktur VW ............................................................................................ 21
Tabelle 1: VW Kosten laut Jahresbericht 2006 ........................................................................ 21
Etc. .................................................................................................................................. Et cetera F&E ................................................................................................. Forschung und Entwicklung OEM ...................................................................................... Original Equipment Manufacturer Vgl. ..............................................................................................................................Vergleiche
- 1 -
1 Verdrängungswettbewerb in der Automobilindustrie
Die Automobilindustrie ist zählt zu den wichtigsten Industriebereichen und erwirtschaftet
etwa 15% des Welt-Bruttosozialprodukts 1 . 8,8 Millionen Menschen verdanken dieser Indust-
rie ihren Arbeitsplatz 2 . Bis zum Jahr 2015 werden weltweit 76 Millionen Fahrzeuge produ-
ziert werden 3 .
Der Absatz von Fahrzeugen stagniert in USA, Europa und Japan 4 . Die traditionellen Absatz-
märkte der Automobilindustrie sind folglich gesättigt 5 . Die stagnierenden Märkte führen zu
schleppenden Verkäufen 6 . Dadurch entsteht ein verschärfter Preiswettbewerb, der einen stei-
genden Kosten- und Erfolgsdruck und somit sinkende Gewinnmargen 7 für alle Beteiligten zur
Folge hat. Die OEMs begegnen diesem erhöhten Wettbewerbsdruck mit einer breiten Aufstel-
lung der Produktpalette und entwickeln sich zu „Full-line-Anbietern“ 8 . Der Hintergrund dabei
ist, dass sie mit neuen, innovativen Produkten die Bedürfnisse der Kunden befriedigen und
sich somit die Marktanteile sichern wollen. Zusätzlich wollen sie neue Nischenmärkte erobern
und ihren Marktanteil dadurch ausbauen. Die Folge davon ist, dass ein immer differenzierte-
res und größeres Angebot um einen stagnierenden Markt kämpft 9 .
Die Erweiterung der Modellpalletten führt zwangsläufig zu höheren Kosten in der gesamten
Wertschöpfungskette, da weniger Skaleneffekte realisiert werden können. 10 Da die OEMs ihr
Produktportfolie ausbauen, um die Absätze und somit die Gewinne zu steigern, erweitern sie
daraufhin ihre Produktionskapazitäten. 11 Dies führt aufgrund der Marktstagnation zwangsläu-
fig zu Überkapazitäten. Das Resultat der geringen Produktionsauslastung spiegelt sich in hö-
heren Fixkosten und sinkenden Erträgen wider. 12 Hersteller, wie zum Beispiel Toyota, die
sich dem Trend der Modellvielfalt widersetzen und ein vergleichsweise schmales Produkt-
portfolie aufweisen, erzielen bessere Umsatzrenditen 13 , aber dennoch möchten die meisten
2 [Fraunhofer] S. 1.
3 [Fraunhofer] S. 1.
4 [Helmut Becker, 2007] S. 136.
5 [Helmut Becker, 2007] S. 13.
6 [Ernst & Young: Automobilstandort Deutschland in Gefahr?] S. 4.
7 [Ernst & Young: Automobilstandort Deutschland in Gefahr?] S. 12.
8 [Helmut Becker, 2007] S. 75.
9 [Helmut Becker, 2007] S. 78.
10 [Helmut Becker, 2007] S. 28.
11 [Helmut Becker, 2007] S. 21.
12 [Helmut Becker, 2007] S. 22.
13 [Helmut Becker, 2007] S. 38.
- 2 -
diesen Trend nicht verpassen. Die Hersteller können ihre erhöhten Kosten, aufgrund des ho- hen Marktdrucks, nicht mehr über effektive Preiserhöhungen an die Abnehmer übertragen. 14
Um diese, auf die Modellvielfalt zurückzuführenden, erhöhten Kosten stemmen zu können, schließen sich die OEMs zu Allianzen zusammen, so dass sie in der Entwicklung und Produk- tion kooperieren können. 15 In einem stagnierenden Markt sinken die Umsätze bei einem Hers-
teller, wenn sie bei einem anderen steigen. Die Zulieferer versuchen aus diesem Grund mög- lichst in jedem Konglomerat mit ihren Produkten vertreten zu sein, da sie dadurch stets einen hohen Absatz erzielen können. 16 Kooperationen führen dazu, dass die Anzahl der Aufträge für
Zulieferer sinkt und die Auftragsvolumen steigen. Dies bedeutet einerseits, dass größere Ska- leneffekte genutzt werden können. Andererseits müssen die Zulieferer aber große Produkti- onskapazitäten bereitstellen und sind beim Ausbleiben eines Auftrages in ihrer Existenz be- droht. 17 So musste zum Beispiel der große Automobilzulieferer BOSCH Umsatzeinbußen
hinnehmen und muss rund 1250 der 12.000 Arbeitsplätze bis zum Jahr 2011 abbauen, weil VW bei Dieselmotoren nicht mehr die Pumpe-Düse-Systeme von BOSCH nutzen möchte 18 .
Die Zulieferer befinden sich dadurch in einer großen Abhängigkeit gegenüber den Herstellern und es herrscht eine große Konkurrenz zwischen den Zulieferern.
Viele Unternehmen können in diesem preisaggressiven Markt nicht überleben und werden von anderen aufgekauft. So hat beispielsweise der Draht-, Kabel- und Bordnetzspezialist Leo- ni im Jahr 2007 das Bordnetzgeschäft des französischen Automobilherstellers Valeo über- nommen und sich somit die europäische Marktführerschaft bei Bordnetz-Systemen gesi- chert. 19 Die Folge ist eine Konzentration aller Glieder in der Automobilindustrie. 20 Die An-
zahl der rechtlich eigenständigen OEMs ist deutlich zurückgegangen. Heute gibt es weltweit nur noch zwölf Automobilhersteller. 21 Dieses Oligopol führt zu einer starken Machtposition gegenüber den Automobilzulieferern. 22 Diese Situation wird von den Herstellern ausgenutzt, um Kosten auf die Zulieferer abzuwälzen. 23 So müssen diese immer mehr Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf ihre Kosten leisten und selbst vorfinanzieren. 24 Hersteller übertragen
14
[Helmut Becker, 2007] S. 170.
15 [Helmut Becker, 2007] S. 129.
16 [Helmut Becker, 2007] S. 207.
17 [Helmut Becker, 2007] S. 174.
18 [Automobil-Industrie Nr. 03] S. 8.
19 [Automobil-Industrie Nr. 11] S. 58.
20 [Helmut Becker, 2007] S. 167.
21 [Helmut Becker, 2007] S. 76.
22 [Helmut Becker, 2007] S. 172.
23 [Helmut Becker, 2007] S. 170.
24 [Helmut Becker, 2007] S. 137.
- 3 -
so das Entwicklungsrisiko auf die Zulieferer 25 . Zusätzlich wird eine ständige Optimierung der
Herstellprozesse erwartet, so dass eine regelmäßige Senkung der Preise erreicht werden
kann. 26
„Finanzierung und Innovation sind inzwischen die wichtigsten Themen für deutsche Zuliefer-
betriebe.“ 27 Mit Hilfe von Innovation können sich Zulieferer Wettbewerbsvorteile innerhalb
des hart umkämpften Marktes sichern. Voraussetzung ist aber, dass sie die F&E-Kosten dafür
finanzieren können. Die Banken vergeben an die Zulieferer immer restriktiver Kredite mit
schlechten Konditionen. 28 Dem steigenden Finanzierungsbedarf der Automobilzulieferer steht
folglich ein sinkendes Finanzierungsangebot gegenüber. Hat ein Zulieferer allerdings eine
einzigartige Innovation, so nutzt er diese Marktposition gegenüber dem OEM, um sich sein
Know-how in einem hohen Maße honorieren zu lassen. Hierbei entsteht für den Zulieferer die
Gefahr, dass der OEM die Fähigkeiten besitzt das Bauteil selbst günstiger zu produzieren. 29
Dem hohen Innovationsdruck und den damit verbundenen Finanzierungsschwierigkeiten sind
nicht alle Zulieferbetriebe gewachsen. Sie gehen Konkurs oder werden von größeren Unter-
nehmen ausgekauft. Dies führt zu einer Konsolidierung der 1-tier Zulieferer 30 und bildet einen
Gegenpol gegenüber den Herstellern und einer Machtposition gegenüber den 2-tier Zuliefe-
rern. Dieser Konzentrationsprozess setzt sich weiter durch die gesamte Zulieferpyramide fort,
bis die Machtverhältnisse zwischen sämtlichen Anbietern und Nachfragern wieder gleichmä-
ßig verteilt sind. 31
25
[Ernst & Young: Finanzierungsdilemma] S. 4.
26 [Helmut Becker, 2007] S. 39.
27 [Ernst & Young: Finanzierungsdilemma] S. 12.
28 [Ernst & Young: Finanzierungsdilemma] S. 4.
29 [Uwe Rentschler].
30 [Ernst & Young: Finanzierungsdilemma] S. 16.
31 [Helmut Becker, 2007] S. 174.
- 4 -
In Abbildung 1 kann man die Entwicklung der Anzahl der Unternehmen im Laufe des letzten 100 Jahre erkennen. Außerdem veranschaulicht die Grafik, wie sich der Konsolidierungspro- zess in der Automobilindustrie in den kommenden Jahren weiter fortsetzen wird. Bis zum Jahr 2015 wird es nur noch etwa 2.800 Zulieferer und neun bis zehn eigenständige OEMs
Quote paper:
Jeannine Pyschny, 2008, Produktionsverlagerung in der Automobilindustrie - wirtschaftlicher Unsinn oder Verzweiflungstat?, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Produktionsverlagerung ins Ausland
Business economics - Industrial Management
Scholary Paper (Seminar), 45 Pages
Deutschland als Inshoring Ziel
Deutschland als Ziel von Produ...
Business economics - Supply, Production, Logistics
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 29 Pages
Produktionsverlagerung ins Ausland: Ein Leitfaden zur Identifikation u...
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Internationale Markteintrittsstrategien
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
Verlagerung von Produktionsstätten in das Ausland: eine modelltheoreti...
Business economics - Supply, Production, Logistics
Scholary Paper (Seminar), 22 Pages
Der Country of Origin Effekt - Eine Metaanalyse
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Diploma Thesis, 199 Pages
Die Entwicklung ausländischer Direktinvestitionen für Entwicklung und ...
Politics - International Politics - Region: Eastern Europe
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 26 Pages
Das Image Deutschlands und seiner Produkte
Economics - International Economic Relations
Scholary Paper (Seminar), 11 Pages
Retail Branding - Konzept und Beispiele
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Das Käuferverhalten am Beispiel eines Industriegutes
Engineering - Industrial Engineering and Management
Termpaper, 36 Pages
Der Produktrelaunch im Konsumgütermarkt, Möglichkeiten und Grenzen
Business economics - Supply, Production, Logistics
Termpaper, 25 Pages
Käuferverhalten, Einstellungen und Motive
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Marketing - von der Idee zur Eliminierung eines Produkts
Communications - Public Relations, Advertising, Marketing
Termpaper, 19 Pages
Jeannine Pyschny has published the text Produktionsverlagerung in der Automobilindustrie - wirtschaftlicher Unsinn oder Verzweiflungstat?
Jeannine Pyschny has uploaded a new text
BusinessFocus China: Automobilindustrie
Daten und Analysen zum größten...
Frank Haase, Tobias Monden, Antonio Radazzo, Bernd Hassenjürgen, Stefanie Schmidt, Bernd Schaaf, Frank Leung, August Joas, Willi Diez
Strukturwandlungen der westdeutschen Automobilindustrie
Ein Beitrag zur Erfassung und ...
Klaus W. Busch
Strategien in der Automobilindustrie
Technologietrends und Marktent...
Henning Wallentowitz, Arndt Freialdenhoven, Ingo Olschewski
Zukünftige Wettbewerbsstrategien für Automobilzulieferer
Chancen und Risiken der dritte...
Kartin M. Heigl, Carsten Rennhak
0 comments