Vorwort
Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze her- gestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.
Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronze- zeit gehören die Lüneburger Gruppe in der älteren Bronze- zeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.), die Lüneburger Gruppe in der mittleren Bronzezeit (etwa 1200 bis 1100 . Chr.) und die Lüneburger Gruppe in der späten Bronzezeit (etwa 1100 bis 800 v. Chr.).
Von der „Lüneburger Bronzezeit“ sprach 1939 erstmals der damals in München tätige Prähistoriker Friedrich Holste (1908–1942). Den heute gebräuchlichen Begriff „Lüneburger Gruppe“ prägte 1971 der zu jener Zeit am Museum Lüneburg arbeitende Prähistoriker Friedrich Laux, dem diese Publika- tion aus Dankbarkeit für seine wertvolle Unterstützung ge- widmet ist.
Die Texte über die Lüneburger Gruppe stammen aus dem vergriffenen Buch „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entsprechen dem damaligen Wissensstand. Weitere Kulturen der Bronzezeit aus Deutsch- land werden ebenfalls in Einzelpublikationen vorgestellt.
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Friedrich Holste, geboren am
30. April 1908
in Tann an der Rhön, gefallen am
22. Mai 1942
bei Semenowka.
Holste sprach 1939 von der Lüneburger Bronzezeit (heute Lüneburger Gruppe).
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Flügelhauben
und Totenhäuser
Die Lüneburger Gruppe in der älteren Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.)
In der Lüneburger Heide existierte während der älteren Bron- zezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. die nach dieser Regi- on bezeichnete Kulturstufe namens Lüneburger Gruppe. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckte sich von der Lüneburger Hei- de über die Weser hinweg bis zur Wildeshausener Geest. Es umfaßte die heutigen Kreise Celle, Soltau-Fallingbostel, Uelzen, Lüneburg, Harburg und teilweise auch Lüchow- Dannenberg.
Die Hinterlassenschaften der Lüneburger Gruppe ähneln je- nen der süddeutschen Hügelgräber-Kultur. Deshalb wird sie von manchen Autoren als eine Lokalgruppe der Hügelgräber- Kultur betrachtet. Die zentrale Lüneburger Gruppe bestand auch in der mittleren Bronzezeit von etwa 1200 bis 1100 v. Chr. weiter.
Von der „Lüneburger Bronzezeit“ sprach 1939 erstmals der damals in München tätige Prähistoriker Friedrich Holste (1908–1942). Den heute gebräuchlichen Begriff „Lüneburger Gruppe“ prägte 1971 der zu jener Zeit am Museum Lüne- burg arbeitende Prähistoriker Friedrich Laux. Er grenzte 1989 durch den Vergleich unterschiedlicher Tracht-, Bewaffnungs- und Bestattungssitten mehrere Lokalgruppen der älteren und mittleren Bronzezeit in Niedersachsen voneinander ab. Der 1949 vom damals in Bonn wirkenden Prähistoriker Kurt
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Tackenberg (1899–1992) vorgeschlagene Ausdruck Ilmen- au-Kultur hat sich nicht durchgesetzt.
Die Angehörigen der Lüneburger Gruppe pflegten mit Be- wohnern anderer Gegenden rege Kontakte. Dabei kam es nicht nur zu Tauschgeschäften, sondern manchmal auch zu Hochzeiten. Dies schließt man aus fremdartigen Arm- und Beinringen mit deutlichen Tragespuren, die weit entfernt vom Herstellungsgebiet in Frauengräbern geborgen wurden. So ist durch Schmuckfunde in Oldendorf bei Amelinghausen (Kreis Lüneburg) die Einheirat einer Frau aus Südthüringen in die Lüneburger Heide belegt. Andererseits kennt man aus Heimatregionen benachbarter Gruppen auch Frauengräber mit typischen Flügelhauben oder Schmuckstücken der Lüneburger Gruppe, die ebenfalls durch Einheirat dorthin gelangten.
Bei den Kopfbedeckungen waren Flügelhauben aus Wolle oder Leder nur Frauen der Oberschicht vorbehalten. Funde aus Frauengräbern bei Bleckmar (Kreis Celle) zeigten, daß in jeder Generation lediglich einer Frau das Recht zustand, eine Lüneburger Flügelhaube zu tragen. Solche Kopfbedek- kungen bestanden aus einem fezartigen Mittelstück, auf des- sen beide Seiten schmale längliche Flügel genäht wurden. Die Flügel endeten in Höhe des Kinns der Frau und waren reich mit bronzenen Blechröhrchen, kegelförmigen Hütchen und Spiralröllchen besetzt.
Die teilweise sehr zerbrechlichen Schmuckgehänge wurden auch auf Stoff- oder Lederbänder genäht. Manchmal reich- ten mit kegelförmigen Hütchen verzierte Bänder bis über den Rücken der Frau und verhinderten, daß die Flügel beim Neigen des Kopfes nach vorne klappten. Nach der An- ordnung von Spiralkopfnadeln und kegelförmigen Hütchen am Kopf von manchen Frauen zu schließen, könnten mitun-
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ter an Kappen auch Tücher oder Schleier festgesteckt wor- den sein.
Vereinzelt blieben Stoffreste der Kleidung von weniger als Fingernagelgröße an bronzenen Gegenständen in Gräbern erhalten. Die kleinen Fetzen sind durch austretende Bronze- salze konserviert worden. Dabei handelt es sich um Gewebe aus Schafwolle in verschiedener Stärke und Ausführung. Sie belegen die Haltung von Schafen als Haustiere.
Funde aus Bleckmar und Wardböhmen (beide Kreis Celle) ergaben, daß die Lüneburger Frauen steife aus Leder oder Filz hergestellte, glockenförmige Umhänge von poncho- artigem Zuschnitt trugen. Sie wurden reich mit bronzenem Zierrat geschmückt. Das Cape aus Wardböhmen war auf der Vorder- und Rückseite mit kegelförmigen bronzenen Hüt- chen benäht.
Da zu Beginn der älteren Bronzezeit Beinringe noch nicht in Mode waren, könnten damals lange bis zu den Knöcheln herabreichende Faltenröcke üblich gewesen sein, wie sie aus Jütland (Dänemark) bekannt sind. Dagegen gehörten später Beinringe oder ganze Sätze von Beinschmuck zur Ausstat- tung der Frauen. Weil dieser Schmuck vermutlich sichtbar sein sollte, dürften sich nun wesentlich kürzere oder sogar knielange Röcke durchgesetzt haben.
Andererseits gab es auch nach oben hin verlängerte Röcke, die durch Träger über den Schultern gehalten wurden. Von einem solchen Trägerrock könnten die beiden Knöpfe mit Öse auf der Rückseite stammen, die bei einer Bestattung in Wardböhmen in Höhe der Schultern lagen.
Die bronzenen Nadeln sollten die Garderobe der Frauen nicht nur zusammenhalten, sondern auch schmücken. Unter den zur weiblichen Tracht gehörenden Nadeln gab es verschie- dene Formen. Bei den Radnadeln endet der Kopf in einer
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Frauen aus der Umgebung von Bleckmar (Kreis Celle)
in Niedersachsen
mit einer Flügelhaube als Kopfbedeckung.
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großen, durchbrochenen, radförmigen Scheibe, die bei den Scheibennadeln flächenhaft in Punz- oder Treibtechnik ver- ziert ist. Die Radnadeln waren vielleicht den Müttern oder generell den verheirateten Frauen vorbehalten, weil sie in Gräbern von Mädchen fehlen.
Im Verbreitungsgebiet der Lüneburger Gruppe wurden in einer späten Phase der älteren Bronzezeit von auch sonst reich ausgestatteten Frauen große, flache „Gürtelscheiben“ (Hängescheiben) getragen. Sie sind in der Regel mit umlau- fenden Spiralen oder konzentrischen Kreismustern ornamen- tiert. Ein üppig gemusterter und gerippter Halskragen, eine reichverzierte Scheibenkopfnadel und eine große, flache Hängescheibe bildeten offenbar eine zusammengehörige Schmuckgarnitur. Das übereinstimmende Dekor und die Verwendung der gleichen Punzen zeigen, daß die Schmuck- kombination auf einmal bestellt, nacheinander angefertigt und zusammen ausgeliefert wurde.
Von der Kleidung der Männer zeugen lediglich bronzene Nadeln mit unterschiedlich gestaltetem Kopf, die dazu dien- ten, das Übergewand (den Umhang beziehungsweise Man- tel) zusammenzuhalten. Die Nadeln aus Männergräbern wir- ken eher zweckbetont als jene aus Frauengräbern, deren Schmuckfunktion stärker zur Geltung kam. Es gab Scheiben- nadeln mit geripptem Schaft, Nadeln mit doppelkonischem Kopf und durchbohrtem Schaft sowie Nadeln mit Rollen- kopf. Zuletzt lösten lange Gewandfibeln die Nadeln ab. Da sich auch die Männer mit jeweils einem bronzenen Armring schmückten, dürften sie ebenso wie die Frauen meistens eine kurzärmelige Oberbekleidung getragen haben.
Über die Siedlungen der Lüneburger Gruppe weiß man bis- her wenig. Offenbar lagen die Gehöfte und Dörfer in Tal- auen an Gewässern, wo ihre Reste oft durch Hangrut-
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schungen verschüttet wurden. Von friedlich verlassenen Sied- lungen kennt man meistens nur Werkzeuge aus Feuerstein und Reste von grober Keramik. Die wertvollen Bronzeer- zeugnisse wurden mitgenommen.
Die Ritzspuren unter zwei Grabhügeln auf dem Schwarzen Berg bei Wittenwater (Kreis Uelzen) stammen von hölzer- nen Hakenpflügen, die vermutlich von Rindern gezogen wurden. Sie verlaufen exakt innerhalb der ursprünglichen Ausdehnung der Grabhügel. Offenbar hat man den Standort der Grabhügel gepflügt. Ähnliche Pflüge dürften auch beim Ackerbau eingesetzt worden sein. Auf Anbau von Getreide deuten Mahlsteinfunde in Grabhügeln hin.
Außerdem lieferten die teilweise für den Bau von Grabhü- geln verwendeten Heideplaggen Anhaltspunkte über die da- malige Landschaft und die Haustiere. Heide entsteht näm- lich durch Verbiß von Pflanzen durch Großvieh (Rinder), und kurzgehalten wird sie durch Schafe. Bienenhonig dien- te vermutlich als einziges bekanntes Süßungsmittel und als Grundlage für einige berauschende Getränke. Und Bienen- wachs wurde für den Bronzeguß in verlorener Form ge- braucht. Das gilt für alle norddeutschen Gruppen der Bron- zezeit.
Zahlreiche Pfeilspitzen aus Feuerstein in Gräbern verraten, daß die damaligen Bauern mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gingen. Die Feuerstein-Pfeilspitzen sind ausschließlich herz- förmig. Da die Pfeilspitzen häufig gleich ausgerichtet und dicht beieinanderlagen, haben sich die Pfeile vermutlich in Köchern aus organischem Material befunden, die jedoch ebenso wie die hölzernen Pfeilschäfte und Bögen vermo- dert sind.
Die Töpfer der Lüneburger Gruppe modellierten aus grob gemagertem Ton vor allem Becher, Näpfe, Schalen, Schüs-
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seln, Kümpfe, Terrinen und Löffel. Nur selten wurden vor dem Brennvorgang im Töpferofen die Gefäße mit Finger- tupfenrändern, plastischen Leisten und Ritzlinien verziert. Ein Tonlöffel mit massivem Stiel lag in einem Hügelgrab von Südbostel (Kreis Soltau-Fallingbostel). Keramikreste wurden bisher überwiegend in Gräbern geborgen. Die noch gröbere Siedlungskeramik ist meistens nur bruchstückhaft erhalten und auch schwer datierbar.
Gußformen aus Metall beweisen, daß die Lüneburger Leute selbst dazu fähig waren, aus Kupfer und Zinn bronzene Er- zeugnisse herzustellen. Aus Altenmedingen-Haaßel (Kreis Uelzen) sind zwei Formen und aus Lüneburg eine Form für Absatzbeile bekannt.
Nach den Erkenntnissen des Hamburger Prähistorikers Fried- rich Laux gab es bei der älterbronzezeitlichen Lüneburger Gruppe zwei verschiedene Waffenausstattungen. Die eine davon setzte sich aus einem bronzenen Absatzbeil vom Ost- hannover-Typ und einem bronzenem Dolch zusammen, die andere umfaßte einen Bogen mit einem Köcher voller Pfeile und einen bronzenen Dolch. Dagegen fehlte die Ausrüstung mit bronzenem Absatzbeil sowie Pfeil und Bogen völlig, weil vielleicht beide als Fernwaffen dienten.
Von den bronzenen Beilen dienten schwere Formen vermut- lich als Werkzeuge zur Holzbearbeitung, leichte dagegen als Hieb- beziehungsweise Wurfwaffen. Die Absatzbeile gelten als heimische Erzeugnisse, die wenigen Randleistenbeile dagegen als Importe aus hessischem Gebiet. Die in Männer- gräbern der Lüneburger Heide geborgenen Absatzbeile sind leichter als die sonst gebräuchlichen norddeutschen Exem- plare. Vielleicht handelt es sich deswegen bei ersteren um Wurfbeile, bei letzteren um Arbeitsgeräte.
Bronzene Schwerter haben nicht zur normalen Ausrüstung
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in Männergräbern der älterbronzezeitlichen Lüneburger Gruppe gehört. Die wenigen Funde stammen vermutlich meistens aus nicht erkannten Depots. Es gab aber auch Aus- nahmen, wie anhand eines Grabes von Bonsdorf bei Her- mannsburg (Kreis Celle) nachgewiesen werden konnte. Der darin bestattete Mann war mit einem bronzenen Absatzbeil vom Osthannover-Typ, einem Dolch und einem etwa 70 Zentimeter langen rapierartigen Langschwert ausgerüstet worden. Die Schwerter der älteren Bronzezeit dienten alle- samt als Stichwaffen.
Ein 75,5 Zentimeter langes Griffzungenschwert von Top- penstedt (Kreis Harburg) verrät, wie Nietlöcher im Griff an- gebracht wurden. Hierfür hat man auf der Ober- und Unter- seite an zwei Stellen mehrfach eine Punze eingeschlagen. Als sich dabei Schwierigkeiten ergaben, hörte man auf. Auch die Ränder der acht vollendeten Löcher zeigen, daß sie zu- nächst von beiden Seiten vorgepunzt wurden. Danach hat man mit einem Dorn die vorgepunzte Scheibe herausge- schlagen, die Ränder des Loches gerundet und geglättet. Die Schmuckbeigaben in Frauengräbern der Lüneburger Gruppe spiegeln deutliche Gesellschaftsunterschiede inner- halb der Bevölkerung wider. So trugen nur die Frauen der Oberschicht reichgeschmückte Flügelhauben und große, an einer Halskette prangende, spiralverzierte Hängescheiben. Letztere weisen vielfach eine auf den dazugehörigen Hals- kragen aus Bronzeblech und die Lüneburger Scheibenna- del abgestimmte Verzierung auf. Vielleicht war dies die Schmucktracht von Häuptlingsfrauen oder zumindest von geachteten älteren Frauen.
Welche Mühe man sich machte, um eine Flügelhaube mög- lichst attraktiv zu gestalten, veranschaulicht das Grab einer Frau aus Wardböhmen (Kreis Celle). Als Besatz ihrer Hau-
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be dienten 36 jeweils 4,4 Zentimeter lange Bronzeröhrchen mit feiner Rippung, sechs Spiralröllchen von bis zu 3,8 Zen- timeter Länge und einem Durchmesser von vier bis sechs Millimetern und mindestens 35 kegelförmige bronzene Hüt- chen. Zudem hing auf dem Rücken der Frau eine Kette mit vielen Spiralröllchen von sechs bis sieben Millimeter Durch- messer, die am rechten und linken Ende des Hängeschmucks der Haube befestigt war.
Bei weniger bedeutenden Frauen bestand die Grundausstat- tung an Schmuck aus einem bronzenen Halskragen oder Halsring, Armschmuck (häufig Armspiralen und Stollen- armbänder mit bis zu elf Rippen) und einer Lüneburger Rad- nadel. In einer späteren Phase der älteren Bronzezeit kamen bronzene Beinringe sowie Oberarm- und Fingerbergen dazu. Die aus Bronzedraht gebogenen offenen oder geschlosse- nen Fingerringe waren offenbar sehr beliebt, weil manch- mal an der Hand einer Frau gleich mehrere davon steckten. Das in einem Tongefäß aufbewahrte Bronzedepot von Karwitz (Kreis Lüchow-Dannenberg) besteht aus 14 verzier- ten Bronzescheiben mit Mitteldorn und unfertiger Öse so- wie mindestens 20 kegelförmigen Hütchen aus Bronze. Die Bronzescheiben haben einen Durchmesser von 5,8 bis 6,5 Zentimetern und einen 1,2 Zentimeter hohen Mitteldorn. Vier von ihnen sind auf der Schauseite mit einem Speichenmuster verziert, fünf mit einem Sterndekor und die übrigen haben ein freies Mittelfeld. Diese Bronzescheiben wurden wohl auf mantelartige Umhänge und die Hütchen auf ponchoähnliche Obergewänder aufgenäht.
Ähnlich zusammengesetzt ist das Depot von Molzen (Kreis Uelzen), zu dem zahlreiche verzierte Scheiben und zwei sel- tene Scheibenanhänger gehören. Wie diese Scheiben in der Schmucktracht plaziert wurden, zeigt ein Grabfund aus Ward-
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Ernst Probst, 1996, Die Lüneburger Gruppe in der Bronzezeit, Munich, GRIN Publishing GmbH
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