Inhaltsverzeichnis 2
Einleitung 3
1 Das Leben der Schwabenkinder 3
2 Das Ende des Schwabenkinderwesens 6
3 Resümee 9
Literaturangaben 10
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Einleitung
Der Verkauf von österreichischen Kindern auf deutschen Märkten bis in das 20.Jhd.hinein, ist ein gesellschaftliches Phänomen, welches sich nur durch einen Einblick in die damalige Lebensweise der Familien erklären lässt. In dieser Arbeit werde ich das von mir gehaltene Referat über die Schwabenkinder ausarbeiten und einen Einblick in das Leben der Kinder geben. Leider existiert nur wenig Literatur, welche die Wanderungen und die damaligen Zustände mit Quellen aus der Zeit belegen und erklären. Somit ziehe ich lediglich den Roman „Die Schwabenkinder“ von Elmar Bereuter und das wissenschaftliche Buch „Die Schwabenkinder aus Tirol und Vorarlberg“ von Otto Uhlig zu meiner Arbeit heran. Das Ende der Schwabenkinderzeit und wie es zu diesem kam, werde ich im besonderen Darstellen und vertiefen.
1 Das Leben der Schwabenkinder
Jahrhunderte lang, bis in die Neuzeit schickten Familien aus Tirol, Vorarlberg und der Schweiz ihre Kinder ins schwäbische oder ins bayerische Allgäu. Dort wurden die Kinder auf Wochenmärkten, neben Vieh und Gemüse oder auf gesonderten Kindermärkten an Großbauern verkauft, um auf deren Höfen als Saisonarbeiter tätig zu werden. Die Familien der sieben bis fünfzehnjährigen Kinder lebten in den unwegsamen Bergtälern Tirols und waren meist sehr verarmt, lebten an dem Existenzminimum. Sie verkauften ihre Kinder, um deren und die eigene Existenz zu sichern. In der Hoffnung, die Kinder im Herbst wohlbehalten und neueingekleidet wiederaufnehmen zu können, gab man sie fort, ohne einen anderen Ausweg zu sehen. So hatten sie weniger Kinder zu versorgen und die Gemeinden waren froh, nicht für sie aufkommen zu müssen. Die Kinder selbst wussten, dass sie während der Zeit im Ausland wenigstens ausreichend mit Nahrung verpflegt wurden..
Die Kinder, „Schwabenkinder“ oder „Schwabengänger“ genannt, waren bei Antritt der gefährlichen Reise über die zugeschneiten Alpen schlecht ausgestattet. Sie trugen aufgrund der Armut ihrer Familien miserables Schuhwerk und hatten unzureichende Kleidung bei sich. In den Dörfern in den Bergtälern wurden die Kinder Anfang der
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Sommersaison von Schwabenkinderführern, meist Pfarrern zusammengetrieben und in Gruppen, auf den langen Fußwegen über die Berge an die Ufer des Bodensees geleitet. Schon der Hinweg in das fremde Ausland bedeutete eine Lebensbedrohung für die Kinder. Diese Strecken wurden zurückgelegt, lange bevor man dort die Eisenbahnlinie baute.
Die Märkte, auf denen die Kinder verkauft wurden gab es nachweislich in Wangen, Ravensburg, Waldsee, Tettnang und Friedrichshafen und in vielen weiteren Orten. Es berichteten zahlreiche Augenzeugen und Betroffene von dem größten dieser Märkte, dem Markt in Ravensburg. Hier wurden, in der Bachstraße an Samstagen bis zu 200 Kinder zum Verkauf angeboten. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts wurden hier jährlich zwischen 4000 und 5200 Schwabenkinder verkauft. Die Bauern größerer Höfe reisten von weit her an, um auf den Märkten nach Arbeitskräften zu suchen. Das Eintreffen der Kindergruppen sprach sich entweder per Mundpropaganda schnell herum, oder wurde in regionalen Zeitungen publik gemacht. 1 Der „Oberschwäbische Anzeiger“ schrieb am 4. März 1895:
„Wer braucht Dienstboten? Aus Tirol, 3. März. Der Verein zum Wohle der sogenannten Hütekinder und jugendlichen Arbeiter in Tirol kommt heuer wieder mit über 200 jugendlichen Dienstboten beiderlei Geschlechtes im Alter von 10-19 Jahren und zwar am 15. März, Freitag 9 Uhr vormittags nach Friedrichshafen und 2 Uhr nachmittags nach Ravensburg.“ 2
Seit der Mitte des 18.Jhds. hatten sich aufgrund der staatlich bestimmten Zusammenlegung vieler Flurstücke die Höfe vergrößert und somit stieg auch der Bedarf an Arbeitskräften, welcher durch die einheimische Bevölkerung nicht gedeckt werden konnte. Vor allem in der Zeit des Bestellens und Erntens, also zwischen Frühjahr und Herbst benötigte man weitere Arbeitskräfte. Hinzu kam der Bedarf an Hütekräften, da das Vieh zu dieser Zeit auf den Weiden gehalten wurde.
Zu der damaligen Zeit herrschte noch keine Schulpflicht, jedoch war es allgemein beliebter die fremden Kinder zu der oft harten Arbeit anzuhalten, als die eigenen einheimischen, welche teilweise die Schule besuchten. Als man dann 1836 in Württemberg auch für katholische einheimische Kinder die Werktägliche Schulpflicht
Arbeit zitieren:
2004, Die Schwabenkinder, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Schwabenkinder im 19. und frühen 20. Jahrhundert
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