1 Einleitung 3
2 Soziale Kompetenz ein konturloser Begriff 3
3 Erlernbarkeit sozialer Kompetenzen 4
4 Kritik 5
5 Der Ausweg: Die Abgrenzung sozialer Fertigkeiten 5
6 Zusammenfassung 6
Literatur 7
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1 Einleitung
Der Autor vertritt die These, dass die Vermittlung sozialer Kompetenzen vorwiegend in Sozialisations- und Erziehungsprozessen stattfindet. In diesen Prozessen geht es nicht um die Aneignung konkreter Methoden und Handlungsmuster, sondern um die Ausbildung von Aufmerksamkeit als Voraussetzung sozialen Handelns, um das Lernen von Strukturen und um den Erwerb der Kenntnis der Regeln sozialkompetenten Handelns.
Vor dem Hintergrund dieser These ist die Vermittlung sozialer Kompetenzen über kategorische Formen des Lernens und Trainierens – zumal im Erwachsenenalter - nur in begrenzten Teilbereichen möglich.
2 Soziale Kompetenz – ein konturloser Begriff
Semantisch setzt sich der Begriff „socius“ (lat.: gemeinsam, verbunden, verbündet) und dem Begriff „competere“ (lat.: zusammentreffen, zu etwas fähig sein) zusammen. Wird der Begriff der sozialen Kompetenz einer Prüfung unterzogen, wird dessen Unschärfe rasch deutlich.
Die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, ausdrücklich genannt seien hier die Psychologie, die Pädagogik, die Wirtschaftswissenschaften und die Soziologie, belegen den Begriff der Sozialen Kompetenz zudem mit unterschiedlichen Schwerpunkten, so dass von einem einheitlichen Verständnis des Terminus grundsätzlich nicht ausgegangen werden kann.
Der ursprünglich – neben der klassischen Intelligenz - als Beurteilungskriterium für die Gemeinschaftsfähigkeit geistig behinderter Menschen gebräuchliche Begriff, machte Karriere. Heute umfasst der Begriff Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit ebenso wie Problemlösungs- und Konfliktbewältigungskompetenz. Hinzu kommt Kompromissfähigkeit genauso wie die Fähigkeit sich durchsetzen zu können. Gefordert wird Empathie, Sensibilität für situative Anforderungen und die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Sozial kompetente Menschen können motivieren, informieren, moderieren, aber auch Verhandlungen führen und beraten. Sie besitzen die hierzu erforderlichen rhetorischen und didaktischen Kompetenzen und sind flexibel, dynamisch, kreativ, innovativ und entscheidungsfreudig. Einige Autoren zählen zur sozialen Kompetenz sogar Stressresistenz, die Fähigkeit um Sympathie zu werben und Metaphern zu bilden. Der Katalog wird ständig erweitert, der Begriff dadurch keinesfalls klarer, und es verwundert nicht, dass über die Definition bislang kein Konsens gebildet werden konnte. In Anbetracht der fehlenden inhaltlichen Kontur ist
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man geneigt Becker (1994) zuzustimmen, der die zahllosen Merkmale der sozialen Kompetenz nur noch gegen die Nekrophilie abzugrenzen vermag.
Der österreichische Wirtschaftwissenschaftler Fredmund Malik, Inhaber des Lehrstuhls für Managementlehre an der Universität St. Gallen, führt dazu aus: „Sozialkompetenz ist eines jener Wörter, auf das man besser verzichtet, wenn man an Substanz interessiert ist. Wer eine übliche mitteleuropäische Erziehung und Schulbildung hat und sich in der Jugend für eine Sache engagiert hat, im Sport oder in einer gemeinnützigen Organisation, hat ausreichend Sozialkompetenz...“, er schließt mit der Feststellung „soziale Kompetenzen lernt man früh – oder gar nicht.“
3 Erlernbarkeit sozialer Kompetenzen
Diese Einschätzung belegen zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, welche die Wirksamkeit des Trainings sozialer Kompetenzen im Kindesalter untersuchten. So fanden Denham und Almeida (1987) die besten Effekte bereits im Vorschulalter. Mit zunehmendem Alter nahmen diese Effekte signifikant ab. Beelmann et al. (1994) fanden für drei- bis fünfjährige Kinder doppelt so starke Effekte im Vergleich zu älteren Altersgruppen, Lösel und Beelmann (2003) dreimal so hohe Effekte für vier bis sechsjährige im Vergleich zu sieben bis zwölfjährige Kinder.
Der Trend wird in der Meta-Analyse von Schneider und Byrne (1985) bestätigt. Danach profitiert nur die Altersklasse der Drei- bis Vierjährigen auf statistisch signifikantem Niveau vom Training sozialer Kompetenzen.
Das Fazit der Untersuchungen ist eindeutig: Die Erziehung zur sozialen Kompetenz muss frühzeitig beginnen, wenn sie aussichtsreich sein will.
Dabei ist weniger die Frage bedeutsam ob diese Trainings wirksam sind, als vielmehr die Frage ob die erzielten Effekte generalisieren, ob sie auf andere Lebenssituationen übertragen werden können und dauerhaft wirken. Nach Ansicht etlicher Autoren ist das zu verneinen (vgl. Hollin und Trower, 1986; Chandler et al. 1992).
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Arbeit zitieren:
Martin Rossol, 2008, Soziale Kompetenz, München, GRIN Verlag GmbH
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