Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Der Neue Kurs 4
2. Politisches Tauwetter 1956 5
3. Die Festigung des Sozialismus 7
4. Das Scheitern der Wirtschaft 9
5. Der Mauerbau 11
5.1 Beweggründe für den Mauerbau 11
5.2 Die Nacht des 13 August 1961 12
5.3 Die Tage danach 13
5.4 Die Auswirkungen auf das Leben nach der Abriegelung 14
Fazit 16
Literaturverzeichnis 17
17
2
Einleitung Die Berliner Mauer, welche in der DDR auch als „antifaschistischer Schutzwall“ 1 bezeichnet wurde, war Teil der innerdeutschen Grenze und trennte vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 West-Berlin vom Ostteil der Stadt. Die Mauer war eines der bekanntesten Symbole für den Kalten Krieg und die Teilung Deutschlands. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Berlin in vier Sektoren aufgeteilt und hatte einen „Vier-Mächte-Status“ 2 . Wenig später begann auf verschiedenen Ebenen der Kalte Krieg zwischen Ost und West. Nach der Währungsreform in den westlichen Besatzungszonen 1948 kam es jedoch zur ersten Berlin-Krise, da die Sowjetunion die Landverbindung zwischen West-Berlin und Westdeutschland unterbrach. 3 Die Berlin-Blockade wurde fast ein Jahr lang von den Westmächten mit der Versorgung über eine Luftbrücke gelöst. Auch gab es aufgrund von Unstimmigkeiten seit 1948 zwei Parlamente und zwei Staatsregierungen. Im Jahre 1952, nach der Staatsgründung der BRD und DDR 1949, wurde die innerdeutsche Grenze abgeriegelt, so dass nur noch Berlin als Fluchtziel für die DDR-Bürger in Frage kam. Die Flüchtlingszahlen erreichten im Jahr 1953 ihren Höhepunkt. Außerdem kam es am 17. Juni 1953, aufgrund von Normerhöhungen zu einem Volksaufstand, der nur mit Hilfe von sowjetischen Panzern zerschlagen werden konnte. Nach diesem Aufstand beschloss die DDR-Regierung einen „Neuen Kurs“. 4
In der folgenden Arbeit soll der „Neue Kurs“ bis hin zum Mauerbau und dessen Auswirkungen auf die Bevölkerung dargestellt werden.
1 Mählert, 1998 S. 100
2 Flemming, 2001 S. 29 3 Vgl. Flemming 2001 S. 29 4 Mählert, 1998 S. 77
3
1. Der „Neue Kurs“
Nach dem Arbeiteraufstand des 17. Juni 1953, der von der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschland) als „faschistischer Putsch“ 1 betitelt wurde, bemühte sich die SED mittelfristig um ein langsameres „Transformationstempo“ 2 . In erster Linie sollte die Bevölkerung beruhigt und möglichst neutralisiert werden. Es gelang zunächst durch Verbesserungen im ökonomischen Bereich, die Steigerung der Kaufkraft und ein erhöhtes Konsumgüterangebot die Abwanderungszahlen aus der
DDR zu senken 3 . Durch tägliche Verordnungen und Bestimmungen sollte die
desolate Versorgungslage verbessert werden. Die Mindestrente wurde erhöht (von
65 auf 75 Mark), ebenso die Witwenrente (von 55 auf 65 Mark), Kuren wurden nicht
mehr dem Urlaub angerechnet. Zudem wurde der Wohnungsbau verstärkt und längst fällige Reparaturen an Wohnungen vorgenommen, auch Kindergärten und sanitäre Anlagen in den Betrieben wurden modernisiert. Als wichtigste Verbesserung wurde die Aufhebung der täglichen Stromabschaltung in den Haushalten gesehen 4 . Während sich die Staatsführung bemühte, die materielle Situation der Bevölkerung zu verbessern, erfolgte zeitgleich eine „Umstrukturierung des gesamten Macht- und Disziplinierungsapparates in der DDR“ 5 , welche ebenfalls für den „Neuen Kurs“ stand. SED und Staatssicherheit verschärften ihre Überwachungen, so dass sich zwischen 1952 und 1954 die Zahl der Inoffiziellen Mitarbeiter des Geheimdienstes auf 30.000 verdoppelte. Erste Konsequenzen waren im Parteiapparat zu erkennen. Die Ulbricht-Gegner Zaisser und Herrnstadt verloren ihre Positionen, da sie im Einklang mit Teilen der sowjetischen Führung die Absetzung Walter Ulbricht betrieben hatten. Im Folgenden wurden über 60 Prozent der Parteimitglieder entfernt, da sie nach Meinung des SED-Politbüros „passiv seien, sozialdemokratische Ansichten vertreten würden und sogar „feindliche Elemente“ in der Partei seien“ 6 . Aufgrund dieser Massenselektionen verschwanden die letzten Reste demokratischen Ideenguts aus der Partei.
1
Weber, 2006, S. 41
2
Mählert, 1998 S. 77
3
Vgl. Mählert, 1998 S. 77
4
Vgl. Mählert, 1998 S. 78
5
Mählert, 1998 S. 79
6
Weber, 2006 S. 41
4
In Ansätzen gelang es die Bevölkerung zufrieden zustellen, was an den Flüchtlingszahlen abzulesen ist. Im Krisenjahr 1953 verließen insgesamt 331.000 Bürger die DDR. Im Jahre 1954 hingegen flüchteten 184.000 und 1955 252.000 Menschen aus dem Staat, was einen enormen Rückgang darstellte. Jedoch konnten die Veränderungen durch den „Neuen Kurs“ viele Menschen nicht zum Bleiben anhalten 1 . Die meisten Flüchtlinge waren Jugendliche, Bauern und Arbeiter, die sich in der BRD weitaus bessere Arbeits-, Bildungs- und Lebensbedingungen erhofften 2 . Der 17. Juni 1953 und der anhaltende Flüchtlingsstrom machten deutlich, dass der größte Teil der Bevölkerung dem Staat ablehnend gegenüberstand. Wer jedoch nicht in den Westen fliehen konnte und wollte, dem blieb nur noch die Anpassung an die Verhältnisse 3 .
Die DDR wurde allerdings nicht von der ganzen Bevölkerung abgelehnt. Es gab unter den Bürgern auch viele, die bis dahin ungekannte Aufstiegsmöglichkeiten in Anspruch nahmen. Sie waren „von der Richtigkeit des eingeschlagenen Weges überzeugt“ 4 , auch wenn sie nicht alle Entscheidungen der SED-Führung als richtig empfanden. Öffentlicher Widerspruch war jedoch im politischen System der DDR nicht vorgesehen und so wurden die Entscheidungen akzeptiert.
2. „Politisches Tauwetter“ 1956
Nachdem die Flüchtlingszahlen 1955 wieder rapide anstiegen, versuchte die SED- Führung, in der Phase von 1956 bis 1961, die stalinistischen Grundstrukturen ihres Systems aufzuheben 5 . Das politische „Tauwetter“ 6 1956 weckte jedoch bei vielen Hoffnungen auf eine Umstrukturierung der Reformen. Eingeleitet wurde die Entstalinisierung durch den XX. Parteitag der KPdSU, an dem Nikita Chruschtschow, Parteichef der KPdSU, Kritik am Personenkult Stalins sowie an Stalins Verbrechen übte. „Die Versuche, die politischen Strukturen der UdSSR mit den veränderten wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Verhältnissen in Einklang zu
1
Mählert, 1998 S. 79
2
Weber, 2006 S. 41
3
Vgl. Mählert, 1998 S. 80
4
Mählert, 1998 S. 81
5
Vgl. Weber, 1991, S.75
6
Mählert, 1998 S. 81
5
Arbeit zitieren:
Natalie Narosch, 2008, Vom Neuen Kurs zum Mauerbau, München, GRIN Verlag GmbH
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