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Das Palenquero

Diskussion um die Herkunft einer Kreolsprache

Title: Das Palenquero

Seminar Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Miriam Heins (Author)

Romance Studies - Latin American Studies
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Summary Excerpt Details

Inhalt dieser Arbeit ist die Kreolsprache Palenquero, die in Palenque de San Basilio gesprochen wird. Dieses Dorf mit etwa 3500 Einwohnern liegt im kolumbianischen Departamento de Bolívar, etwa fünfzig Kilometer von Cartagena de Indias entfernt. Da die Wurzeln dieser Sprachvarietät bis heute nicht wissenschaftlich belegt sind, gehen die Meinungen der Wissenschaftler über die Herkunft weit auseinander.
Folglich wird in dieser Arbeit nach der morphosyntaktischen Struktur des Palenqueros, der Herkunft der jeweiligen Elemente und der Sprache im Ganzen gefragt. Sie soll und kann nicht die Herkunft des Palenqueros erklären, sondern die Diskussion über diese aufgreifen, und versuchen den polygenetischen Ansatz anhand von Untersuchungen des Tempus-, Modus- und Aspektsystems zu bestärken.
Als erstes werden die geschichtlichen Hintergründe des Themas kurz aufgeführt, um die Sprache in ihren kulturellen Kontext zu setzen. Um mit einer Kreolsprache wissenschaftlich arbeiten zu können, muss überdies geklärt werden, was eine Kreolsprache ist, unter welchen Umständen diese entsteht und welche Theorien zur Herkunft von Kreolsprachen existieren.
In einem weiteren Teil wird die Diskussion über die Wurzeln des Palenqueros im speziellen aufgenommen und erläutert. Um die in diesem Punkt aufgestellten Thesen zu untermauern, wird die grammatikalische Struktur dargelegt und Gemeinsamkeiten zu anderen Sprachen hervorgehoben. Um die grammatikalischen Besonderheiten zu veranschaulichen, werden der Arbeit Sprachbeispiele zu den jeweiligen Formen hinzugefügt.
Die Quellenlage zu diesem Thema ist ausreichend. Es sind gute Texte, ausschließlich in spanischer Sprache, auch in deutschen Verlagen erschienen, so dass ein einfacher Zugriff möglich war. Jedoch haben nur wenige Wissenschaftler das Palenquero als Forschungsgebiet, wodurch auch die Varietät der Autoren nur begrenzt ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtliche Hintergründe

2.1. Entstehung der Palenques

3. Theorie der Mehrsprachigkeit: Kreolistik

3.1. Definition und Entstehung von Pidgin- und Kreolsprachen

4. Sprache: Das Palenquero

4.1. Diskussion: Herkunft des Palenquero

5. Struktur: die Morphosyntax des Palenquero

5.1. Tempus, Modus, Aspekt

6. Sprachbeispiele

6.1. Präteritum

6.2. Präsens

6.3. Imperfekt

6.4. Futur

6.5. Subjunktiv

7. Fazit

8. Weiterführende Materialien

8.1. Tempus – Modus – Aspekt – Systeme im Vergleich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kreolische Sprache Palenquero, die im kolumbianischen Dorf Palenque de San Basilio gesprochen wird. Das primäre Ziel ist es, die morphosyntaktische Struktur dieser Sprache zu analysieren und die wissenschaftliche Diskussion um ihre Herkunft im Kontext des polygenetischen Ansatzes zu beleuchten.

  • Historische Kontextualisierung der Entstehung der Palenques
  • Grundlagen der Kreolistik und Entstehung von Kreolsprachen
  • Analyse der Herkunftsdebatte des Palenquero
  • Untersuchung des Tempus-, Modus- und Aspektsystems (TMA)
  • Vergleichende Betrachtung von Sprachbeispielen

Auszug aus dem Buch

4.1. Diskussion: Herkunft des Palenqueros

Mit Beginn der linguistischen Erforschung des Palenqueros entstanden viele Kontroversen um die Wurzeln dieser Kreolsprache. Diese Diskussion greift Bickerton in seinem Aufsatz „Sobre los pretendidos portuguesismos de la lengua palenquera“ auf. Die Frage ist, ob das Palenquero etwas „Neues“, also eine Sprache mit vollkommen neuer Struktur, oder etwas „Geliehenes“, eine sich aus einer schon vorher existierendenden afroportugiesischen Kreolsprache herausentwickelten Sprache ist.

Um die Herkunft des Palenqueros zu erklären, wendeten viele Wissenschaftler die monogenetische Theorie (siehe oben) an. Nach dieser Theorie entstanden Kreolsprachen in Afrika in der Zeit in der die Portugiesen dort Sklavenhandel betrieben. Diese wurden in französische, holländische, englische und spanische Kolonien gebracht, wo ein Austausch portugiesischer Ausdrücke durch Wörter der jeweils dominanten Sprache stattfand. Da diese These jedoch zu theoretisch und nicht belegbar ist, wird sie kaum noch verwendet, und andere Erklärungen für Ähnlichkeiten der Kreolsprachen gesucht.

Für Kreolsprachen, die im iberischen Raum entstanden, so das Palenquero, kam diese Theorie wieder auf. Man ging davon aus, dass sich das Palenquero aus einer afroportugiesischen Kontaktsprache oder einem portugiesisch basierten Pidgin herausentwickelt haben muss, welches zur Kolonialzeit an der Westküste Afrikas gesprochen wurde. Da im 16. und 17. Jahrhundert die Portugiesen das Monopol für den Sklavenhandel innehatten, kann man davon ausgehen, dass zumindest einige Sklaven in Kontakt mit der portugiesischen Sprache gekommen sein müssen. Da sie keine einheitliche Sprache beherrschten, entstanden portugiesisch basierte Kontaktsprachen, beziehungsweise Pidginsprachen, die ihnen zur Kommunikation untereinander diente.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der unbekannten Wurzeln des Palenquero ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Geschichtliche Hintergründe: Hier wird der historische Kontext der Entstehung der Palenques als Siedlungen geflohener Sklaven in Kolumbien dargestellt.

3. Theorie der Mehrsprachigkeit: Kreolistik: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der Kreolistik und erläutert Entstehungsprozesse von Pidgin- und Kreolsprachen.

4. Sprache: Das Palenquero: Der Abschnitt diskutiert die wissenschaftlichen Kontroversen bezüglich der Entstehung und genetischen Herkunft der Sprache.

5. Struktur: die Morphosyntax des Palenquero: Eine detaillierte Analyse der grammatikalischen Kategorien Tempus, Modus und Aspekt innerhalb des Palenquero.

6. Sprachbeispiele: Anhand konkreter Sätze werden die zuvor erläuterten grammatikalischen Strukturen wie Präteritum, Präsens und Subjunktiv illustriert.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Palenquero ein komplexes System mit afrikanischen morphosyntaktischen Wurzeln und spanischem lexikalischem Einfluss darstellt.

8. Weiterführende Materialien: Dieses Kapitel bietet eine tabellarische Gegenüberstellung von TMA-Systemen im Vergleich zum Fa d'Ambu.

Schlüsselwörter

Palenquero, Kreolistik, Kreolsprache, Kolumbien, Morphosyntax, Tempus, Modus, Aspekt, Polygenese, Monogenese, Sprachwissenschaft, Pidgin, afroportugiesisch, Palenque de San Basilio, Grammatik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der kreolischen Sprache Palenquero, die in San Basilio in Kolumbien gesprochen wird, und untersucht insbesondere deren Entstehung und grammatikalische Struktur.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Palenques, die theoretischen Grundlagen der Kreolistik sowie die detaillierte morphosyntaktische Analyse des Tempus-, Modus- und Aspektsystems.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Diskussion über die Herkunft des Palenquero aufzugreifen und zu prüfen, inwieweit der polygenetische Ansatz durch die Untersuchung der Sprachstruktur gestützt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine strukturorientierte linguistische Analyse, vergleicht morphosyntaktische Elemente mit anderen Sprachen und zieht historische Belege zur Einordnung heran.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Hintergründe, die linguistische Theoriebildung, die Untersuchung der morphosyntaktischen Struktur und die exemplarische Analyse von Sprachbeispielen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Palenquero, Morphosyntax, Kreolistik, Polygenese und TMA-Systeme (Tempus-Modus-Aspekt) geprägt.

Wie unterscheidet sich das verbale System des Palenquero von dem des Spanischen?

Im Gegensatz zum flektierten Spanischen nutzt das Palenquero vorangestellte Partikel zur Markierung von Tempus und Aspekt, eine Struktur, die eher an westafrikanische Sprachen erinnert.

Welche Rolle spielt die portugiesische Sprache bei der Entstehung des Palenquero?

Die Rolle ist eher untergeordnet und primär auf lexikalische Einflüsse beschränkt; eine grundlegende grammatikalische Basis durch das Portugiesische konnte in der Arbeit nicht nachgewiesen werden.

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Details

Title
Das Palenquero
Subtitle
Diskussion um die Herkunft einer Kreolsprache
College
University of Cologne  (Romanisches Seminar)
Course
Grundlagenseminar B Sprachwissenschaft: Das Spanische in Kolumbien
Grade
2,3
Author
Miriam Heins (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V94160
ISBN (eBook)
9783640104604
ISBN (Book)
9783656448242
Language
German
Tags
Palenquero Grundlagenseminar Sprachwissenschaft Spanische Kolumbien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Heins (Author), 2006, Das Palenquero, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94160
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