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MARTIN-LUTHER-UNIVERSITÄT HALLE-WITTENBERG
Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften
Institut für Psychologie
Seminar: Einführung in die Theorien der Emotionspsychologie
Sommersemester 2006
Die Emotion der Liebe
Theorien der Liebe
Hausarbeit zum Erlangen eines Leistungsnachweises in Allgemeine Psychologie im
Magisterstudiengang, Nebenfach Psychologie
Janine Katzberg
Abgabetermin: 06.08.2006
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis... 2
1 Einleitung ... 3
2
Die Erforschung der Liebe in der Psychologie ... 3
3 Definitionsansätze ... 4
4
Die Liebe als Emotion... 6
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Theorien der Liebe ... 6
5.1 Das
Intensitätsindikatorenkonzept von Mees... 7
5.2 Die
evolutionspsychologische Theorie ... 8
5.3
Liebe und Mögen nach Rubin ... 10
5.4
Die triangulare Theorie der Liebe von Sternberg... 10
5.5
Die Liebesstile von Lee... 12
6
Forschungsprogramm ,,Persönliche Beziehungen"... 13
7 Zusammenfassung... 15
8 Literaturverzeichnis... 17
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Einleitung
,,Liebe ist nicht einfach. Sie ist nie alltäglich, versteht sich nie von selbst. Man kann
sich an sie gewöhnen. Man muss mit ihr gehen, sich aber auch von ihr begleiten
lassen. Man kann sich nicht gegen sie sträuben. Sie reißt einen mit wie eine Flutwelle.
Sie trägt einen weit aufs Meer hinaus, dann setzt sie einen wieder am Strand ab. Was
jetzt noch schwer und schmerzlich ist, bringt dann umso gewisser den Aufschwung
zum Himmel. Man kann vor der Liebe fliehen, aber man kann sie nicht verneinen. Sie
schließt alle ein." (Tan, 1998, 174)
Was ist die Liebe? Diese Frage ist eine der am meisten gestellten seit Anbeginn der
Menschheit. Jahrhunderte lang haben Poeten, große Denker und Verliebte versucht dieses
Mysterium zu verstehen. Nicht messbar, nicht wiederholbar, nicht generalisierbar scheint sich
die Liebe jeder wissenschaftlichen Untersuchung zu entziehen. Dennoch haben sich in der
Psychologie einige Forscher daran gewagt, die Liebe messbar zu machen. Die wichtigsten
Theorien und Ansätze sollen in dieser Arbeit vorgestellt werden, um so einen Überblick über
die Forschung auf diesem Gebiet geben. Zu Beginn sollen Vergleiche mit ähnlichen
zwischenmenschlichen Empfindungen die Liebe definitorisch eingrenzen, umso ihre
Spezifika herauszuarbeiten. Ob die Liebe auch wirklich zu den Emotionen gehört, soll im
dritten Kapitel überprüft werden. Anschließend gibt die Darstellung unterschiedlicher
Theorien einen Eindruck der bisher auf diesem Gebiet erarbeiteten Ansätze. Da eine
empirische Überprüfung und Diskussion jeder der Theorien den Rahmen dieser Arbeit
sprengen würde, soll exemplarisch nur eine der Theorien durch Forschungsergebnisse vertieft
werden.
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Die Erforschung der Liebe in der Psychologie
Nachdem nur Dichter und Philosophen den Versuch wagten sich dem Mysterium Liebe zu
nähern, weckte es in den 60er und 70er Jahren auch das Interesse in der Psychologie.
Anfänglich richtete, v.a. die empirische Forschung ihre Aufmerksamkeit auf die Attraktion.
Mees (1991) unterscheidet in 2 Phasen, die Vorläufer der Liebesforschung in der Psychologie
sind. Bis Anfang der sechziger Jahre widmeten sich die Untersuchungen vorrangig der
Attraktionssphäre als Teilaspekt zwischenmenschlicher Beziehungen, um sich danach auf
deren Entstehung zu konzentrieren. Jedoch wurde die Betrachtung längerer Zeiträume
ausgespart. Seit Mitte der siebziger Jahre versucht nun die Psychologie diese Lücke zu
schließen, indem sie die Sozialbeziehung stärker in den Mittelpunkt rückt. Neben intensiven
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Forschungen über Freundschaft ist auch die Liebe als Beziehung verstärkt
Betrachtungsgegenstand geworden (ebd.). Das ist einerseits nicht nur untersuchenswert um
das Wunder der Liebe zu ergründen, sondern auch dringend nötig um in der Therapie einer
sich verändernden Gesellschaft Rechnung zu tragen. Steigende Scheidungsraten scheinen auf
einen Individualisierungstrend in unserer Gesellschaft hinzuweisen (Peukert, 1996). Mit
voreiligen Schlussfolgerungen sollte jedoch vorsichtig umgegangen werden, da die Institution
Ehe, die Liebe als Beziehung und die Liebe als Emotion nicht in einen Topf geworfen werden
dürfen.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit soll lediglich eine Annäherung an den Begriff der Liebe in der
Psychologie stehen. Um dem komplexen Feld der Forschung gerecht zu werden, reicht die
Betrachtung einer Forschungsrichtung nicht aus. Im Folgenden soll ein Überblick der
unterschiedlichen Ansätze auf diesem Gebiet gegeben werden. Beginnend mit der Einordnung
der Liebe in eine Typologie der Emotionen mittels des Intensitätsindikatorenkonzeptes von
Ulrich Mees (1991), über den evolutionsbiologischen Erklärungsansatz hin zu
Unterscheidungen von Liebesarten durch die viel rezipierten Modelle von Sternberg (1986)
und Lee (1988).
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Definitionsansätze
Wie bei vielen psychologischen Phänomenen scheinen Begriffe im Alltagsgebrauch eindeutig
zu sein und keiner weiteren Definition zu bedürfen. Nähert man sich jedoch aus der
wissenschaftlichen Perspektive, so sieht man sich durch den Anspruch nach
Allgemeingültigkeit einer fachlichen Definition vor einige Probleme gestellt, die zuerst eine
Abgrenzung zu anderen Begriffen erfordert.
Es gibt vielerlei Arten der Liebe, die wir im Laufe unseres Lebens erleben: Mutterliebe,
Geschwisterliebe, die Liebe zu Gott und natürlich die Partnerliebe. Sie alle meinen die gleiche
emotionale Empfindung und dennoch unterscheiden sie sich. Deshalb ist es sinnvoll zuerst die
Liebe als Emotion von der mit ihr verbundenen Sozialbeziehung zu trennen (Mees & Rohde-
Höft, 2000).
Wechselseitige Liebe ist Voraussetzung, Bestandteil und Bedingung einer Partnerbeziehung.
Dennoch reicht sie allein nicht aus um eine Beziehung dauerhaft aufrecht zu erhalten (Mees &
Rohde-Höft, 2000). Ebenso wichtig ist eine Reihe weiterer sozialer Fähigkeiten, wie zum
Beispiel Verlässlichkeit, Konfliktfähigkeit und Empathie.
Beziehung oder Ehe ohne Liebe empfinden wir heute als grausam erzwungen. Doch das war
nicht immer so. Noch bis zu Anfang des 20. Jahrhundert waren arrangierte Ehen, bei denen
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