Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Definition Lesesozialisation 2
2. Bedingungsfaktoren der Lesesozialisation 3
2.1 Soziale Schicht 3
2.2 Geschlecht 4
3. Instanzen der Lesesozialisation 4
3.1 Familie 4
3.2 Schule 5
3.3 Peers 6
Fazit 7
Literaturverzeichnis 8
1
Einleitung
Lesen spielt in unserem Berufs- und Privatleben eine wichtige Rolle. Um sich im Alltag zu orientieren und sich Wissen anzueignen ist eine ausreichende Lesekompetenz unabdingbar. Die Lesekompetenz ist vor allem das Ergebnis der Lesesozialisation, der Erfahrungen, die man im Laufe des Lebens mit dem Lesen und Lesemedien macht. Die Lesesozialisations-forschung untersucht daher, welche sozialen Faktoren, welche Einflüsse und Bedingungen für die Entwicklung zukünftiger Leser förderlich sind, und welche Hindernisse dem individuellen Werdegang zum Leser im Wege stehen.
Eine Verschärfung der Diskussion um die Lesesozialisation ist nach dem Erscheinen der Ergebnisse der PISA-Studie 2000 eingetreten, in der die deutschen Jugendlichen im Bereich der Lesekompetenz unterdurchschnittlich abgeschnitten haben.
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Frage nach den Bedingungen und Einflüssen der Lesesozialisation bei Jugendlichen auseinander. Als erstes wird dabei kurz der Begriff der Lesesozialisation definiert. Als nächstes werden die wesentlichen Bedingungsfaktoren der Lesesozialisation dargestellt. Neben sozialer Herkunft und Bildung bestimmt vor allem das Geschlecht, ob man eher viel oder eher wenig liest. Im nächsten Schritt werden die Einflüsse der Lesesozialisationsinstanzen betrachtet. In der einschlägigen Forschung werden hauptsächlich drei Instanzen der Lesesozialisation thematisiert: die Familie, weil dort die frühesten und die umfassendsten Bezüge zum Lesen hergestellt werden; die Schule und die peer groups, die mit dem Älterwerden an Bedeutung gewinnen, deren konkreter Stellenwert im Prozess der Lesesozialisation aber noch wenig erforscht ist. 1 Abschließend wird ein Fazit gezogen.
1. Definition Lesesozialisation
Cornelia Rosebrock definiert Lesesozialisation als „…den dialektischen Verlauf der Herausbildung des Einzelnen in der Auseinandersetzung mit literarischen Medien und den Prozess seines Hineinwachsens in die Schrift- bzw. die literarische Kultur.“ 2 Einerseits wird das Individuum beim Eingang in Gesellschaft, Kultur und Geschichte von den vorgefundenen literalen Praktiken geprägt, andererseits hat es aber im Sinne der Selbstsozialisation Wahl-und Einflussmöglichkeiten auf diese Vorgänge. 3
1 Vgl. Bonfadelli 1999, S. 121, 122
2 Rosebrock 2006, S. 153
3 Vgl. ebd.
2
2. Bedingungsfaktoren der Lesesozialisation
Einflussfaktoren der Lesesozialisation „…sind neben dem kulturell und historisch verfügbaren Medienangebot und neben den kognitiven Fähigkeiten insbesondere die lebensweltlichen Bedingungen, unter denen sich Lektüreprozesse bzw. Medienrezeptionen insgesamt herstellen.“ 4 Die wesentlichen Bedingungsfaktoren der Lesesozialisation sind die soziale Lage und das Geschlecht.
2.1 Soziale Schicht
Wie in vielen Sozialisationsprozessen zu beobachten, spielt auch in der Lesesozialisation der Faktor der sozialen Schichtzugehörigkeit eine dominante Rolle. In niedrigen Sozialschichten wird dem literarischen Lesen weit weniger kulturelle Bedeutung beigemessen als in den oberen Sozialschichten. 5 „Dieser Befund gilt historisch für die gesamte bürgerliche Lesekultur und kulturübergreifend für moderne Gesellschaften.“ 6 In niedrigen Sozialschichten beherrscht vor allem das Fernsehen den häuslichen Mediengebrauch von Kindern und Erwachsenen. 7 Wobei es eine negative Korrelation zwischen Fernsehen und Buchlesen besteht, „…d.h. Vielseher lesen weniger als Wenigseher und umgekehrt gibt es unter den Wenigsehern mehr Vielleser.“ 8 „Auch in der Mittelschicht ist das Fernsehen Leitmedium, wobei aber Printmedien hier ebenfalls in größerem Umfang rezipiert werden.“ 9 Die PISA-Studie hat im Kapitel über die „Lebens- und Lernbedingungen“ der befragten 15-Jährigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Lesekompetenz der Jugendlichen und der Sozialschichtzugehörigkeit ihrer Familien nachgewiesen. 10 „Die hohe soziale Bewertung des Lesens, vor allem des Buchlesens (das ja wiederum von den verschiedenen Lesemedien am stärksten mit der Leseleistung korreliert), spielt im Zusammenhang mit dem SES (sozioökonomischen Status, d. Verf.) … eine wichtige Rolle: Lesen und Bücher sind sozusagen „Insignien“ eines hohen kulturellen Kapitals, die in der Gestaltung des individuellen (auch familiären) Lebensstils mehr oder weniger bewusst bzw. gezielt eingesetzt werden.“ 11
4 Ebd., S. 154
5 Vgl. ebd., S. 155
6 Zit. nach Rosebrock 2006, S. 155
7 Vgl. Rosebrock 2006, S. 155
8 Bofandelli 1998, S. 48
9 Rosebrock 2006, S. 155
10 Vgl. Deutsches PISA-Konsortium 2001, S. 361ff.
11 Böck/Wallner-Paschon 2002, S. 24
3
Quote paper:
Natalie Schlee, 2008, Bedingungen der Lesesozialisation, Munich, GRIN Publishing GmbH
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